• Veröffentlichungsdatum: 12.07.2021
  • – Letztes Update: 29.07.2021

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Stabsbataillon 3 versorgte EUBG 2020-2

Georg Härtinger

Das Österreichische Bundesheer nimmt alle Jahre aktiv an einer Battlegroup der Europäischen Union teil. Der Beteiligung logistischer Elemente unter Führung des Stabsbataillon 3 ging eine umfassende Einsatzvorbereitung voran. Zusätzlich mussten Truppenteile der Partnernationen integriert werden.

Der Bedarf gemeinsamer militärischer Kräfte zur Krisenbewältigung stand in der Europäischen Union seit Gründungsbeginn zur Diskussion. Die Balkankrise und andere internationale Konflikte gaben, nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er-Jahren, entscheidende Impulse. Im Jahr 2004 setzte die EU mit dem Headline Goal 2010 konkrete Schritte für eine zeitgerechte Bereitstellung von schnell verlegbaren, multinationalen Einsatzverbänden. Das Konzept der European Union Battlegroups (EUBG) war geboren.

Konzept

Die ersten EUBG standen ab Jänner 2007 zur Verfügung. Seither wird von der EU angestrebt, jeweils für ein halbes Jahr zeitgleich zwei Battlegroups einsatzbereit zu halten. Mehrere Nationen der Europäischen Union stellen für diesen Zeitraum Truppen, die gemeinsam eine Battlegroup bilden. Im Kern besteht eine EUBG aus einem bataillonsstarken infanteristischen Kampfverband sowie Truppen zur Kampf- und Einsatzunterstützung. Mit diesen Kräften soll die Europäische Union in der Lage sein, eine rasche Erstreaktion in zwei voneinander unabhängigen Krisenregionen zu setzen. Eine Entsendung soll innerhalb von zehn Tagen nach einem Einsatzbeschluss des Rates und der nationalen Beschlussfassung erfolgen und zwischen einem und vier Monaten dauern.

Die erste Beteiligung mit einem Logistikelement unter österreichischer Führung erfolgte bei einer durch Deutschland geführten Battlegroup im zweiten Halbjahr 2012. Nach einer weiteren Beteiligung an der EUBG 2016-2 – mit einem positiven Ergebnis der Zusammenarbeit – wurde Österreich neuerlich eingeladen, die logistische Führungsrolle in der durch Deutschland geführten EUBG 2020-2 zu übernehmen. Diese Teilnahme wurde vom Ministerrat am 27. Mai 2015 beschlossen und das Bundesheer mit der Sicherstellung der Kräfte beauftragt.

Auftrag an Stabsbataillon 3

Die militärstrategische Absicht war es, ein österreichisches Kontingent zur logistischen Führung mit multinationalem und nationalem Anteil sowie Verstärkungselementen zu bilden und eine operationelle Einsatzbereitschaft ab 1. Juli 2020 herzustellen. Die Verantwortung zur Aufstellung, Formierung und Einsatzvorbereitung der zugeordneten Teile des österreichischen Kontingentes sowie der dazu erforderlichen Koordination mit den beteiligten Nationen und Dienststellen wurde dem Streitkräftekommando übertragen, das die 3. Jägerbrigade (Brigade Schnelle Kräfte) mit der praktischen Umsetzung in weiten Teilen beauftragte. Das Brigadekommando bildete einen Formierungsstab, der in enger Zusammenarbeit mit den operativen Kommanden, zahlreichen Dienststellen und Schulen die personelle und materielle Formierung und Einsatzvorbereitung wahrnahm.

Auf Basis der Erfahrungen von 2012 und 2016 erhielt das Stabsbataillon 3 neuerlich den Auftrag, in der Zweitrolle das Combat Service Support Battalion (CSSBN) für die EUBG 2020-2 sicherzustellen. Dazu mussten einerseits nationale Kräfte aller Landbrigaden, der durch die Streitkräfte unmittelbar unterstellten Verbände, der Streitkräftebasis und des ABC-Abwehrzentrums zusammengeführt sowie andererseits Kräfte der kroatischen Armee integriert werden. Die Einsatzführung der EUBG war in fünf Phasen geplant. Sie umfasste nach der Personalaufbringung eine nationale sowie eine multinationale Einsatzvorbereitung, eine Standby-Phase, einen allfälligen Einsatz und einen Abschnitt zur Rückführung und Nachbereitung.

Das Combat Service Support Battalion setzte sich ausschließlich aus Berufssoldaten zusammen. Die überwiegende Mehrheit der Soldaten verfügte über langjährige Erfahrungen im Übungs- und Ausbildungsbetrieb sowie in friedensunterstützenden Einsätzen. Dadurch war es möglich, Abschnitte der Einsatzvorbereitung dezentral bei den einzelnen verantwortlichen Verbänden durchzuführen. Die Herausforderungen in der Ausbildung lagen darin, bereits vorhandene Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Einsatzvorbereitung zu nutzen und mit den Neuzugängen eine homogene Kampfgemeinschaft zu formieren. Das Schwergewicht bei der Ausbildung lag in der Beherrschung der zugewiesenen Ausstattung und Ausrüstung, der Gefechtstechniken und der rechtskonformen Gewaltanwendung bei einer Eskalation bzw. Deeskalation. Zusätzlich wurde das richtige Verhalten bei Bedrohungen durch Minen oder improvisierte Spreng- und Brandvorrichtungen sowie beim Auftreten eines subkonventionell agierenden Gegners geübt.

 

Eine Zusammenführung aller nationalen Kräfte erfolgte in einer Formierungsübung und die Integration der internationalen Kräfte am Ende der nationalen Einsatzvorbereitung während der Übung European Advance 2019 (EURAD 19). Dabei konnte erstmals auch die direkte Zusammenarbeit mit der kroatischen Infanteriekompanie geübt werden. Die Corona-Pandemie bereitete der EUBG 2020-2 in der Phase der multinationalen Einsatzvorbereitung ein jähes Ende. Mitten im Aufmarsch für die Zertifizierungsübung European Endeavour 2020 erfolgte deren Abbruch. Auch eine Demonstration ausgewählter Fähigkeiten für die Führungskräfte der Europäischen Union bei der Übung DemoEx in Deutschland scheiterte an Corona.

Struktur und Aufgaben EUBG 2020-2

Betrachtet man die EUBG 2012-2, EUBG 2016-2 und EUBG 2020-2, so ist ersichtlich, dass Deutschland, die Tschechische Republik und Österreich immer mit Truppen präsent waren. Ergänzend kamen Kräfte anderer Nationen dazu. An der EUBG 2020-2 nahmen neben diesen drei Staaten Kroatien, Irland, Lettland, die Niederlande, Schweden und Finnland teil. Die grundsätzliche Struktur der European Battlegroup ist zwar vorgegeben, es gibt jedoch Unterschiede in den Fähigkeiten und der grundsätzlichen Ausrichtung des Kampfverbandes. Das ist bereits bei der Formierung zu berücksichtigen und erfordert eine Anpassung der Logistik. 2012 handelte es sich um einen Infanterieverband, während 2016 ein mechanisierter Verband die Kampftruppe stellte. Diese beiden kleinen Verbände verfügten jeweils über eine eigene Logistikkompanie, die in das CSSBN eingegliedert werden konnte. Speziell auf die Eigenheit des Kampfverbandes abgestimmte Fähigkeiten konnten relativ einfach ergänzt werden.

Anders stellte sich die Situation bei der EUBG 2020-2 dar. Beim Kampfverband der Battlegroup handelte es sich um einen Luftlandeverband der Division Schnelle Kräfte der Deutschen Bundeswehr. Dieser verfügt in der eigenen Struktur neben einer Stabskompanie auch über eine Logistikkompanie, die für die Folgeversorgung im Lufttransport verantwortlich ist. Daher waren durch das CSSBN sämtliche Aufgaben des Landtransportes, insbesondere die Bergung und der Abschub, zu übernehmen. Wie bei bisherigen Beteiligungen waren eigene Verstärkungskräfte zeitlich befristet für nationale Aufgaben, wie Aufmarsch, Informationsoperationen, Führungsunterstützung, Logistik, Lagerinfrastruktur und die Truppenbetreuung, bereitzuhalten. Das CSSBN hatte – ohne diese Kräfte – eine Stärke von 510 Soldaten und wurde gemeinsam mit Truppen aus Kroatien gebildet. Das Bataillon bestand aus einem Kommando, fünf Einheiten und einem Kommando für den Betrieb eines Feldlagers. Österreich formierte eine Stabskompanie, eine Führungsunterstützungskompanie, eine Nachschub- und Transportkompanie sowie eine Feldlagerbetriebskompanie. In den zwei genannten Einheiten waren kroatische Organisationselemente zu berücksichtigen. Kroatien formierte eine Sicherungskompanie, die als fünfte Einheit in das CSSBN integriert wurde. Das Bataillonskommando wurde ebenfalls mit Stabsoffizieren und Stabsunteroffizieren der kroatischen Armee verstärkt.

Neben den klassischen Versorgungsaufgaben des Verbandes für die Battlegroup waren vier Hauptaufgaben zugeordnet. Erstens die bereits angesprochene Versorgung eines Luftlandeverbandes, die eine Trennung jeder zu erbringenden Leistung erforderlich machte, die entweder durch die Logistikeinheit des Luftlandeverbandes oder durch das CSSBN zu erbringen war. Zweitens die Sicherstellung der Treibstoffversorgung, die gemeinsam mit Kroatien gewährleistet werden musste. Die dritte Aufgabe, die das Hauptaugenmerk bei der Einsatzvorbereitung bildete, war die Führung und Sicherstellung von Landtransporten im Konvoi. Eng mit diesem Auftrag waren die Bergung und der Abschub als vierte Hauptaufgabe verbunden, was die Ausbildung eines eigenen gepanzerten Elementes, der Protected Hasty Recovery Unit, erforderte.

Protected Hasty Recovery Unit

Wenn während eines Transportes ein Fahrzeug aufgrund eines technischen Gebrechens ausfällt, erwartet man einen Service- oder Abschleppwagen. Bei einem Unfall sind zusätzlich eine Rettung und unter Umständen die Feuerwehr notwendig. In einem bewaffneten Konflikt unter gegnerischer Bedrohung, beispielsweise nach einem Anschlag mit behelfsmäßigen Spreng- oder Brandvorrichtungen, ist die Erwartungshaltung ähnlich. Das zur Verfügung gestellte Paket, die Protected Hasty Recovery Unit, ist dazu gepanzert, bewaffnet und befähigt, diese Leistung unter Eigenschutz zu erbringen. Diese Spezialfahrzeuge können sowohl die Sanitätsversorgung, die Fahrzeugbergung, eine eingeschränkte Gefechtsfeldinstandsetzung und letztlich den Abschub sicherstellen. Im CSSBN erfolgte die Führung dieser Kräfte von einem geschützten Mehrzweckfahrzeug „Husar“. Der Sanitätstrupp kam mit einem Allschutztransportfahrzeug „Dingo“ in der Sanitätsversion zum Einsatz. Neu hinzu kamen in der EUBG 2020-2 zwei weitere Fahrzeugtypen, das geschützte Bergefahrzeug „HX2“ und das Allschutztransportfahrzeug „Dingo“ mit einem eigenen Aufbau für die Gefechtsfeldinstandsetzung. Zum Abtransport standen geschützte Hakenlastkraftwagen zur Verfügung. Der Schutz mit je einem Fahrzeug des kroatischen Kontingentes am Beginn und am Ende der Protected Hasty Recovery Unit wurde durch die kroatische Armee oder mit eigenen „Dingos“ sichergestellt. Mit diesem Element konnten zwei Fahrzeuge mit bis zu 30 Tonnen Gesamtgewicht geborgen und gemeinsam abgeschleppt werden. Die Instandsetzung selbst lag in nationaler Verantwortung.

Zeitleiste und Ausbildungsphasen

Das Stabsbataillon 3 ist in zwei Garnisonen disloziert und besteht aus sechs Einheiten. Die Hauptaufgabe ist die Sicherstellung der Führungsfähigkeit, der Kampfunterstützung, der Versorgung und der Ausbildung der 3. Jägerbrigade (Brigade Schnelle Kräfte). Dazu führt das Bataillonskommando aus der Julius-Raab-Kaserne in Mautern an der Donau eine Stabskompanie, eine Führungsunterstützungskompanie, eine ABC-Abwehrkompanie, eine Nachschub- und Transportkompanie sowie eine Werkstattkompanie und in der Kuenringer-Kaserne in Weitra eine Lehrkompanie. Aufgrund der Besonderheit von Kräften für den Auslandseinsatz in den Streitkräften sind aber nur das Bataillonskommando und die Stabskompanie für einen Auftrag im Ausland geeignet. Die erforderlichen Arbeitsplätze sind mit Kaderpräsenzsoldaten besetzt. Die Nebenaufgabe der Führung eines CSSBN für eine Battlegroup erfordert die Formierung von Kräften des gesamten ÖBH. Im Fall der EUBG 2020-2 war es für das Stabsbataillon 3 notwendig, Organisationselemente und einzelne Soldaten aus mehr als 25 Dienststellen zu formieren, einer Einsatzvorbereitung in unterschiedlicher Ausprägung zuzuführen und diese danach dezentral bereitzuhalten. Dazu wurde folgender Phasenplan erstellt:

  • Phase I: Personalaufbringung/Personaleinteilung und Planung bis Mitte 2019;
  • Phase IIa: Nationale Einsatzvorbereitung bis Ende 2019;
  • Phase IIb: Multinationale Einsatzvorbereitung im ersten Halbjahr 2020;
  • Phase III: Standby bis Jahresende 2020;
  • Phase IV: Einsatz mit einer maximalen Dauer bis Ende April 2021;
  • Phase V: Rückführung und Nachbereitung frühestens ab Jänner 2021.

Phase I

Die Phase I diente in erster Linie der Personalaufbringung und -einteilung. Sie begann bereits Mitte 2018 und dauerte etwa ein Jahr. In dieser Zeit fanden Auswahltestungen statt. In der Truppenausbildung wurde die persönliche Ausbildung abgeschlossen. Die gefechtstechnische Truppenausbildung für die Züge und Einheiten fand mit einer Zusammenziehung aller Teile des CSSBN im Sommer 2019 ihren Höhepunkt. Da erst im Laufe der Zeit mehr Details über die Fähigkeiten der anderen Kräfte der EUBG 2020-2 bekannt wurden, war eine begleitende, laufend angepasste Planung erforderlich.

Phase II

Die Phase II umfasste die Einsatzvorbereitung. Sie wurde in einen Abschnitt der nationalen und einen der multinationalen Einsatzvorbereitung, jeweils in der Dauer von einem halben Jahr, unterteilt. Bis 30. Juni 2020 war der Abschluss geplant. In dieser Phase sollte das CSSBN an zahlreichen Übungen teilnehmen. Planmäßig konnte in der taktischen Truppenausbildung der Verband an der European Advance 2019 (EURAD 19) in Niederösterreich teilnehmen. Hier fand auch erstmalig die Zusammenarbeit mit der kroatischen Sicherungskompanie sowie Kräften der Division Schnelle Kräfte statt. Andere österreichische Organisationselemente der Battlegroup konnten ebenfalls an multinationalen Übungsvorhaben teilnehmen, wie die Führungsunterstützung bei der Übung Common Roof 2019. Das gemeinsame Training aller teilnehmenden Soldaten der Battlegroup war allerdings nicht mehr möglich. Die multinationalen Übungsvorhaben in Deutschland, die European Endeavour 2020 und European Challenge 2020, konnten aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Ein internationales Zertifikat als Bestätigung des monatelangen Trainings konnte daher nicht erlangt werden. Auch eine Demonstration der Fähigkeiten der EUBG 2020-2 in einer gemeinsamen Übung im September 2020 fand nicht mehr statt.

Phase III

Die Phase III „Standby“ umfasste das Erhalten der Einsatzbereitschaft auf Basis internationaler Vorgaben und endete am 31. Dezember 2020. In dieser Phase verschob sich das Schwergewicht aller europäischen Armeen hin zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Davon war auch das CSSBN in Österreich betroffen. Die Streitkräfte hielten das Bataillon als Reserve bereit. Das Stabsbataillon 3 hatte damit Ressourcen, um die nationalen Herausforderungen zu meistern. Es stellte Kräfte für den kurzfristig ins Leben gerufenen Assistenzeinsatz, und wurde mit der Teilmobilmachung der Jägerkompanie Tulln als mobilmachungsverantwortliches Kommando beauftragt.

Phase III und IV

Wie auch bei den bereits vorangegangenen Beteiligungen an Battlegroups erfolgte kein militärischer Einsatz der EUBG 2020-2 im Ausland. Daher begann die Phase V mit der Rückführung von Gerät und der Nachbereitung im Jänner 2021.

Herausforderungen und Erkenntnisse

Jedes österreichische Stabsbataillon hat seine grundsätzliche Aufgabe im Verbund der jeweils zugeordneten Brigade zu erfüllen. Der Auftrag zur Vorbereitung auf einen Einsatz als CSSBN entbindet das Stabsbataillon nicht von seinem Grundauftrag. Die Sicherstellung der laufenden Ausbildung von Kaderanwärtern, Grundwehrdienern und Milizsoldaten, die Bedeckung der Einsätze im In- und Ausland sowie die Unterstützung von Behörden sind unabhängig von der Einsatzvorbereitung zu erbringen. Beim Stabsbataillon 3 kommt erschwerend hinzu, dass die Stabskompanie aufgrund des Status als Kaderpräsenzeinheit bei einem Einsatz die territorialen Einrichtungen, wie das Krankenrevier oder die Truppenküche, nicht mehr unterstützen kann und das Bataillonskommando fünf Kompanien in zwei Garnisonen führungslos zurücklässt. Hier wird bei einer neuerlichen Zuweisung des Auftrages zur Einsatzvorbereitung in der Zweitrolle eine innovative Regelung erforderlich sein. Für die Beteiligung an einer Battlegroup werden die Zuständigkeiten unter den teilnehmenden Nationen vertraglich geregelt. Für die EUBG 2020-2 wurde festgelegt, dass Österreich als „Logistic Lead Nation“ die gesamte Verantwortung über die Logistik der Battlegroup hatte. In der praktischen Umsetzung kam dies manchmal an die Grenzen der Bewältigbarkeit. Am Beispiel für die Sachgüterklasse III – Treibstoffe, Öle und Schmiermittel – sah man dies deutlich. Qualitätskontrolle, Lagerung und Umschlag konnten in der für die EUBG 2020-2 erforderlichen Form durch Österreich weder mit ausgebildetem Personal noch mit geeignetem Gerät sichergestellt werden. Daher war es erforderlich, dass diese Teilleistungen von Kroatien übernommen wurden. Der Bereich des Transportes verblieb bei Österreich. Dazu standen Treibstoff-Container mit 10 000 Liter Fassungsvermögen bereit, die in weiterer Folge durch geschützte Hakenlastsysteme des CSSBN transportiert werden konnten.

Fazit

Jede EUBG-Beteiligung für das ÖBH wirkt wie ein „Entwicklungsmotor“. Fähigkeitslücken, die bereits 2012 und 2016 erkannt wurden, wurden zum Teil bei der EUBG 2020-2 durch Zulauf geschlossen. So konnten beispielsweise zwei schwere geschützte Bergefahrzeuge HX2 während der Phase der Einsatzvorbereitung zugeführt werden. Diese Fahrzeuge hatten sich bei der Ausbildung im Verfahren „Protected Hasty Recovery Unit“ bewährt. Sie waren ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung. Aus Sicht eines Stabsbataillons wäre zumindest eines dieser Fahrzeuge in die Werkstattkompanien zu integrieren, um dieses Wissen zu erhalten. Die Kehrseite einer kurzfristigen Bereitstellung ist, dass fehlende Satzbildungen und fahrbetriebliche Regelungen und solche für die Truppenmaterialerhaltung während der Ausbildung zu erstellen waren. Resümee ist, dass die Gefechtstechnik in der Einsatzvorbereitung erlernt und trainiert werden konnte, die beiden Fahrzeuge in der EUBG 2020-2 logistisch aber nicht einsatzbereit waren. Mit den Erfahrungen der dreimaligen Vorbereitung für einen Einsatz in einer Battlegroup als verantwortlicher Logistikverband muss eine kritische Nachbereitung jener Herausforderungen erfolgen, um für zukünftige Aufgaben gerüstet zu sein.

Oberst Georg Härtinger, MSD MA; Kommandant Stabsbataillon 3.

 

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