• Veröffentlichungsdatum: 28.05.2019

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  • 287 Wörter

Wo stehen unsere Truppen?

Rüdiger WENZKE

NVA und Bundeswehr in der CSSR-Krise 1968

608 Seiten, 15 x 21 cm, gebunden

€ 56,60

ISBN 978-3-96289-026-1

Christoph Links Verlag GmbH, Berlin 2018

Am Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“ im Jahre 1968 nahm nach damaligen westlichen Medienberichten die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR mit „zwei Divisionen“ teil. In Wahrheit gab es jedoch gar keinen Einmarsch von NVA-Divisionen in die CSSR. Allerdings leistete die NVA hinter den Kulissen kräftig „Tatbeihilfe“ und setzte z. B. gezielt Nachrichtentruppen ein, zählte doch die DDR-Führung zu den Hauptkritikern des „Prager Frühlings“ und dessen Exponenten. Die Streitkräfte (in) der Bundesrepublik Deutschland verhielten sich 1968 hingegen nur scheinbar passiv. In der Realität war von „business as usual“ keine Rede, fürchtete man doch eine weitere Eskalation.

Der Autor, der das Geschehen wissenschaftlich, aber dennoch lesergerecht aufbereitet hat, arbeitete als Wissenschaftler sowohl im Militärgeschichtlichen Institut der DDR als auch (danach) im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr (Forschungsschwerpunkt Militärgeschichte nach 1945), was ihn zur Schaffung eines derartigen Werkes geradezu prädestiniert. Er beschreibt detailgenau und ungeschönt die damaligen Einsätze, Truppenbewegungen und Überlegungen generell sowie in beiden deutschen Streitkräften. Auch die Tätigkeit des Österreichischen Bundesheeres, insbesondere dessen Aufklärungstätigkeit, wird dargestellt. 

Dr. Wenzke verwendet für seine geradezu akribisch genaue Darstellung der Situation Hunderte Primärquellen beider Seiten, darunter Befehle und Meldungen, Lagevorträge, Auszüge aus Dienstbüchern, Kriegstagebüchern sowie Lageeinschätzungen (z.B. der CIA), ergänzt durch Gliederungen, Karten, Lagedarstellungen, Zitate (z.B. des damaligen Verteidigungsministers der BRD, Gerhard Schröder), Zeitungsbeiträge sowie durch einen Bildteil (Schwarz-weiß- und Farbbilder), ein Abkürzungsverzeichnis und ein umfangreiches Quellenverzeichnis. 

Zum Verhalten und zu den Intentionen beider deutscher Streitkräfte während der „Tschechenkrise“ bleiben somit kaum Fragen offen, darüber hinaus bietet das Werk zu diesem Thema eine Überfülle an bisher zum Teil unveröffentlichtem Quellenmaterial. 

-vy-

 

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