• Veröffentlichungsdatum: 16.12.2019

  • 3 Min -
  • 538 Wörter

„Mir kommt es im Besonderen darauf an!“

Karoline Resch

(Grafik: TD/Rizzardi)
(Grafik: TD/Rizzardi)

Führungsprinzipien, Führungsgrundsätze und Grundlagen der Taktik anhand historischer Gefechtsbeispiele

Der Zweck dieser Artikelserie ist es, die Grundlagen der Taktik anhand kriegsgeschichtlicher Praxis bzw. historischer Beispiele darzustellen, die weder auf eine Zeitepoche noch auf eine Teilstreitkraft beschränkt sind. Vielen Lesern, die mit älterer Literatur und US-amerikanischen oder britischen Vorschriften vertraut sind, wird dieses Vorhaben naheliegend erscheinen. Für andere Leser bedarf es vielleicht einer Begründung für so ein Projekt.

Zuerst gilt es jedoch die folgenden Fragen zu beantworten: Warum sollen sich Soldaten mit vergangenen Ereignissen beschäftigen und historische Inhalte vermittelt werden? Mit welchen historischen Inhalten kann ein heute relevantes Wissen für Berufssoldaten oder militärisch und/oder historisch interessierte Leser vermittelt werden?

Die „Didaktik der Geschichte“ ermöglicht es Vergangenes begreifbar und gegenwärtig zu machen. Sie schafft damit den nötigen Raum für eine kreative Anwendung von Grundsätzen und Prinzipien der Taktik, da es nicht genügt, sich auf die Vermittlung theoretischer Inhalte oder das Naturtalent der Anwender zu verlassen. Somit muss eine zusätzliche „Er-Fahrung“ ermöglicht werden. Die Beschäftigung mit Geschichte kann die praktische Ausbildung nicht ersetzen, diese aber gut ergänzen. Der vormalige US-Verteidigungsminister und General James Mattis antwortete auf die Frage, warum er sich auf seine militärischen Kommandos, darunter jenes als Kommandant der 1st Marine Division (Teil der Marine Expeditionary Force) 2003 beim Einmarsch in den Irak, durch das Lesen von Geschichtswerken vorbereitet hatte: „Thanks to my reading, I have never been caught flat-footed by any situation, never at a loss for how any problem has been addressed (successfully or unsuccessfully) before. It doesn’t give me all the answers, but it lights what is often a dark path ahead.”

Artikel der Serie

Hinsichtlich der Artikelinhalte für die geschichtlichen Vermittlung gibt es eine Zweiteilung: Einerseits stehen Wissensinhalte im Fokus, die eine allgemeine Grundlage darstellen, wie Beispiele aus der Geschichte der Republik Österreich oder zur Entwicklung von internationalen Friedenseinsätzen. Andererseits werden Inhalte vermittelt, die allgemeine militärische Prinzipien und Führungsgrundsätze illustrieren und diese verdeutlichen. Dieser Bereich steht im Fokus der Artikelserie. Die Palette an Beispielen ist umfangreich, thematisch breit und umfasst unter anderem

  • logistische Abläufe in konkreten historischen Situationen,
  • die richtige Umsetzung konkreter Führungsgrundsätze in Gefechten, aber auch
  • die fehlerhafte Anwendung allgemeiner Prinzipien.

Alle kriegsgeschichtlichen Beispiele folgen demselben Schema. Nach einer Darstellung des ihnen zugrundeliegenden Konfliktes, der beteiligten Konfliktparteien und den Rahmenbedingungen ihres Handelns wird die taktische Ausgangslage beschrieben. Diese gliedert sich erstens in den Raum, zweitens in die Absicht der Konfliktparteien und drittens in den Verlauf des Gefechtes. Auf dieser Grundlage aufbauend, wird anschließend die Besonderheit des kriegsgeschichtlichen Beispieles analysiert und mit einer Zusammenfassung und Literaturempfehlungen abgerundet. Die dargestellten taktischen Manöver umfassen sowohl „best practice“- als auch „worst practice“-Beispiele, da beide ein Erfahrungsschatz sind, der einst blutig gewonnen werden musste. Der konkrete Fokus der Artikelserie liegt auf den

  • Führungsprinzipien,
  • Führungsgrundsätzen,
  • Einsatzarten,
  • Formen des Manövers und
  • Rahmenbedingungen des taktischen Handelns wie Multinationalität, Informationsumfeld und ziviles Umfeld.

Die Artikel dieser Online-Serie werden ab dem Frühjahr 2020 laufend erweitert und somit regelmäßig neue Inhalte bereitgestellt. Nach der Veröffentlichung aller Beiträge sollen diese in Form eines TRUPPENDIENST-Handbuches publiziert werden, das als klassisches Nachschlagewerk dienen soll.

Oberstleutnant dG Mag.(FH) Mag. Dr. Karoline Resch, PhD ist Historikerin, derzeit i.V. Referatsleiterin und stellvertretende J5 im Kommando der Streitkräfte.

 

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