• Veröffentlichungsdatum: 16.05.2017
  • – Letztes Update: 17.05.2017

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Marschieren für die Patronin

Sascha Harold

(Foto: Sascha Harold)
(Foto: Sascha Harold)

Am 13. Mai 2017 fand der Maria Theresien-Marsch statt. Veranstaltet wurde er durch das Jägerbataillon Wien 2, zu Ehren seiner Namenspatronin. Der Marsch führte durch alle Wiener Gemeindebezirke und endete in einer Festveranstaltung auf dem Maria Theresien-Platz.

Gegen 0800 Uhr versammeln sich etwa 25 Soldaten Am Rosenhügel - zum Prolog des Maria Theresien-Marsches. Veranstalter ist das Wiener Jägerbataillon Wien 2, das so den Gedenktag seiner Namensgeberin Kaiserin Maria Theresia feiert. Der Weg zur Maria-Theresien-Kaserne, dem offiziellen Ausgangspunkt der Route, wird von den Teilnehmern in teils strömendem Regen im schnellen Marschschritt zurückgelegt.

Um 0900 Uhr findet die Standeskontrolle in der Kaserne statt. Eine mehr als 70-köpfige Gruppe, überwiegend aus Milizsoldaten, einigen Berufssoldaten und etwa 20 Zivilisten, hat sich eingefunden, um den 32 Kilometer langen Marsch zu bestreiten. Einige Milizsoldaten des Jägerbataillons 8 aus Salzburg sind ebenfalls angetreten. Sechs Mal richtete das Jägerbataillon Wien 2 bereits einen derartigen Marsch aus. Heuer fand die Veranstaltung zum ersten Mal in dieser Form statt, davor hatten die Märsche nur etwa 30 Teilnehmer. 

Der Weg führt auch über den Elterleinplatz im 17. Bezirk. (Foto: Harold)
Der Weg führt auch über den Elterleinplatz im 17. Bezirk. (Foto: Harold)

Marschkommandant Stabswachtmeister Stefan Cibulka führt die Gruppe an. Insgesamt drei Marschblöcke bewegen sich spiralförmig durch sämtliche Wiener Bezirke. Ziel ist der Maria-Theresien-Platz, zwischen Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum. Im Laufe des Vormittags bessert sich das Wetter, so kann auch der anfangs angelegte Nässeschutz wieder verstaut werden.

Passanten drehen sich immer wieder nach den großteils uniformierten Marschteilnehmern um. Zwei Gäste eines Hernalser Wirtshauses rufen erstaunt: „Ham de leicht an Krieg oder wos?“ Die Route führt durch den 16. und 17. Gemeindebezirk, weiter nach Währing und Döbling und schließlich über das Fernwärmewerk Spittelau in Richtung Donauinsel.

Auf der Donauinsel bekommt die Veranstaltung kurzzeitig Konkurrenz durch den „Muddy Angel Run“, einem Frauen-„Schlammlauf“, der für die Aufklärung gegen Brustkrebs wirbt. Für einige Minuten verlaufen die beiden Strecken parallel, dann trennen sich die Routen und der Marsch nimmt Kurs in Richtung Reichsbrücke. Die Milizsoldaten des Jägerbataillons Wien 2 sind weiterhin motiviert: „Marschieren geht immer“, meint ein junger Korporal augenzwinkernd.

Der Weg zur Donauinsel. (Foto: Harold)
Der Weg zur Donauinsel. (Foto: Harold)
Passanten beobachten die Marschteilnehmer auf der Donauinsel. (Foto: Harold)
Passanten beobachten die Marschteilnehmer auf der Donauinsel. (Foto: Harold)
Die Marschblöcke waren über Funk in Kontakt. (Foto: Harold)
Die Marschblöcke waren über Funk in Kontakt. (Foto: Harold)
Der Eisverkäufer machte mit dem Marsch gutes Geschäft. (Foto: Harold)
Der Eisverkäufer machte mit dem Marsch gutes Geschäft. (Foto: Harold)

Auf einer Wiese in der Nähe der Reichsbrücke gibt es eine halbstündige Mittagspause und Verpflegung durch mobile Küchen. Auch ein Eisverkäufer hat seinen mobilen Stand in Bewegung gesetzt und ist den Teilnehmern gefolgt. „Ich weiß nicht, was die da tun, aber hab mir gedacht wenn sie Pause machen, wollen sie sicher auch ein Eis haben“, meint er. Nach der Verpflegung mit Gemüseeintopf und Eis verlässt der Zug der Marschteilnehmer die Donauinsel und nimmt Kurs in Richtung Heeresgeschichtliches Museum. 

Quer durch den zweiten und dritten Bezirk erreichen die Marschierer das Arsenal gegen 14:45. Mehr als fünf Stunden und fast 25 Kilometer sind die meisten nun schon unterwegs, erste Ermüdungserscheinungen sind zu beobachten, die Stimmung ist aber weiter sehr gut. Einer der Teilnehmer ist im zivilen Beruf Rettungssanitäter: „Ich bin durch einen Freund, der Sanitäter beim Bundesheer ist, auf den Marsch aufmerksam geworden. Bis jetzt ist noch alles super!“

Beim Heeresgeschichtlichen Museum wurde einige Minuten gerastet. (Foto: Harold)
Beim Heeresgeschichtlichen Museum wurde einige Minuten gerastet. (Foto: Harold)
Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz. (Foto: Harold)
Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz. (Foto: Harold)

Beim Eingang des Heeresgeschichtlichen Museums werden Soldaten und Zivilisten noch einmal mit Wasser versorgt. Touristenbusse passieren die Gruppe, einige machen Fotos von den Uniformierten. Nach einer 10-minütigen Pause geht es in den Endspurt und durch die Innenstadtbezirke in Richtung Maria-Theresien-Platz.

Vor der Hofburg wird gewartet, bis alle Teilnehmer der drei Marschblöcke aufgeschlossen sind. Dann geht es in geschlossener Formation über den Heldenplatz in Richtung Maria-Theresien-Platz. Touristen bleiben stehen und schauen interessiert zu. Vor dem Maria-Theresien-Denkmal ist die Gardemusik bereits im Einsatz und bereitet den Marschteilnehmern den gebührenden Empfang.

Das Ende des Marsches bildet die Festveranstaltung, bei der unter anderem der Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, Oberst dhmfD Hofrat Dr. Christian Ortner, einen Vortrag zum Leben und Wirken Maria Theresias hält. Abschließend werden die Marschabzeichen durch Brigadier Mag. Erich Cibulka verliehen.

Ältester Marschteilnehmer war übrigens Brigadier aD Dr. Peter Aumüller, Jahrgang 1940. Vor seinem Ruhestand war er Professor für Geografie und Geschichte und hat unter anderem auch für den TRUPPENDIENST Beiträge verfasst. Zum Ausklang des Tages sind alle Teilnehmer ins Offizierskasino auf dem Schwarzenbergplatz geladen.

Sascha Harold, MSc. ist Redakteur beim TRUPPENDIENST.

 

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