• Veröffentlichungsdatum: 12.12.2016
  • – Letztes Update: 27.04.2017

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Führungstraining an der MilAk - Teil 3

Georg Kunovjanek, Josef Königshofer, Georg Maier

(Foto: Trippolt)

Gefechtstechnische Führungstrainings schulen die Führungskompetenzen von Kommandanten. Dabei wird die Theorie des Lehrsaals in die Praxis des Gefechtsfeldes umgesetzt. Das ist ein wesentlicher Ausbildungschritt für den Berufsoffiziersanwärter auf seinem Weg zur militärischen Führungskraft.

Vorbemerkung

Der dritte und letzte Teil der Beitragsserie wendet sich der praktischen gefechtstechnischen Ausbildung im Gelände zu. Diese findet beim Führungstraining und bei den Truppenoffizierslehrgängen statt. Damit beschäftigt sich dieser Teil mit der zweiten und auch ansatzweise mit der dritten Säule der Führungsausbildung.  

Die Taktikausbildung findet in theoretischer Form in Planspielen und in semi-praktischer Form bei der Führungssimulatorausbildung statt. Dies ist die im Teil eins und zwei beschriebene erste Säule. Mit dem Combined Arms Tactical Trainer (CATT) wird im zweiten Teil der Artikelreihe bereits ein Element der zweiten Säule der Führungsausbildung beschrieben. 

Im dritten Teil geht es schließlich um die praktische Ausprägung der Führungsausbildung im Rahmen des Führungstrainings. Hierbei soll gezeigt werden, wie dieses aufgebaut ist und welchen Nutzen es für die Entwicklung der Führungskompetenz junger Offiziere hat.

Einführung

Die Säulen der Führungsausbildung.(Grafik: Kunovjanek)

Die Zielsetzung des Führungstrainings ist die Entwicklung, Förderung und Steigerung der Führungsfähigkeit militärischer Führungskräfte im nationalen und internationalen Umfeld.

Die „Führungsfähigkeit ist das Vermögen des Kommandanten und, wenn vorhanden, seines Stabes unter den jeweils vorhandenen personellen, materiellen und organisatorischen Bedingungen, Führungsaufgaben wahrzunehmen.“ Die besondere Herausforderung liegt dabei auf der gefechtstechnischen Ebene. Dort gibt es keinen Stab, der den Kommandanten bei seiner Entscheidungsfindung unterstützt. 

Die Entscheidungen haben meist eine sehr unmittelbare Auswirkung. Diese Unmittelbarkeit ist ein wesentlicher Faktor, da zwischen dem Erfassen und der Lösung einer Problemstellung kaum Zeit ist. Ebenso ist der Entscheidungsträger auf der gefechtstechnischen Ebene unmittelbar im Geschehen involviert. Dies trifft auf höheren Ebenen immer weniger zu. Um die Führungsfähigkeit zu fördern und das Bewusstsein für diese Unmittelbarkeit zu schaffen, ist es notwendig, die Theorie mit der Praxis, oder nach Oberst Königshofer, dem Leiter des Referates Führungstraining, „mit der Erfahrung zu vereinen“. 

Bildlich ausgedrückt, verfolgt das Führungstraining den Zweck, den Berufsoffiziersanwärtern zu vermitteln, dass jede Linie, die im grafischen Planungsverfahren gezogen wird, konkrete Folgen im Gelände bewirkt. Ob dies nun eine Sperre, ein Stellungssystem oder der Einsatz einzelner Soldaten ist - das Bewusstsein dafür ist eine Basis für die Führungstätigkeit.

Im Verlauf der Offiziersausbildung am FH-BaStg MilFü durchläuft jeder Berufsoffiziersanwärter fünf Führungstrainings. Je eines in den Einsatzarten Verteidigung, Angriff, Verzögerung und Schutz sowie eines bei einer multinationalen Lage in einem „Peace Support Operation“ Szenario.

Ein Kommandant der Mechtruppe. (Foto: Trippolt)

Aufbau der Ausbildung

„Erfahrungsorientiertes Lernen bedeutet Anwenden und Üben, damit Wissen verinnerlicht wird und so in Führungssituationen angewendet werden kann.“ Dieses Erfahrungslernen basiert nicht darauf, sich möglichst viel Wissen anzueignen, sondern darauf, Wissen mit der konkreten Anwendung zu verbinden. Es geht hier nicht darum, Rezepte zu vermitteln.

Vielmehr ist der Zweck dieses Lernmodells, die Zusammensetzung der Rezepte zu ergründen und zu verstehen. Der normierte Angriff aus der Bewegung „über die rechte Seite“ ist nicht in jeder Situation erfolgversprechend. Es müssen vielmehr die Elemente des Angriffes aus der Bewegung (die Zutaten des Rezeptes) lageangepasst (zu einem neuen Rezept) angewendet werden. Das Verstehen steht dabei im Mittelpunkt. 

Wie schon bei der Taktikausbildung im Hörsaal soll das „Abarbeiten von Checklisten“ durch ein erweitertes Verständnis um die Zusammensetzung von Lösungswegen verhindert werden. Das Erkennen einer Problemstellung und das Wissen um die Methoden sowie ihrer Anwendung zur Lösung dieser Problemstellung steigern die Führungsfähigkeit. Genau hier setzt das Führungstraining an. Es gibt eine Problemstellung vor, die mit direktem Bezug zum Gelände unter Zuhilfenahme entsprechender Verfahren und Techniken gelöst werden soll. Eine Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase runden das Training ab.

Vorbereitungsphase - Entry Level

Aufbau des Führungstrainings. (Grafik: Kunovjanek)

Im Zusammenhang mit dem bisher Gelernten haben die Militärakademiker vor dem Training Inhalte selbst zu erarbeiten. Dabei wird auf das Wissen aus der Taktikausbildung und dem, in der jeweiligen Einsatzart vermittelten Grundlagenwissen aufgebaut.

Die Berufsoffiziersanwärter eignen sich diese zusätzlichen Inhalte mit dem „Internet Distributed Learning“ (IDL) an. Das geschieht eigenverantwortlich durch die Studierenden mithilfe elektronisch bereitgestellter Lehr-/Lernprogramme bei der computerunterstützten Ausbildung (CUA). Diese Produkte werden durch die Entwicklungsabteilung der Theresianischen Militärakademie bereitgestellt.

Unmittelbar vor dem Führungstraining wird der Wissensstand als „Entry Level“ (ETL) überprüft. Die Überprüfung zielt darauf ab, eine einheitliche Wissensbasis der Teilnehmer am Führungstraining zu gewährleisten. Dabei besteht die Möglichkeit, bei fehlender Einstiegsqualifikation, diese bis zum Ende der Lehrveranstaltung nachzuweisen. Wird dem nicht entsprochen, hat der Studierende die Lehrveranstaltung nicht bestanden.6)

Durchführungsphase 1 - Problem based Learning

Im Führungstraining wird das Basiswissen anhand des „Problem Based Learning“ (PBL), in das Gelände transferiert und so die Theorie mit der Praxis verbunden. Es gilt, das Zusammenspiel der Faktoren Kraft, Raum und Zeit im Gelände oder mit Unterstützung des CATT anschaulich darzustellen. Dadurch soll die Vorstellungskraft für gewisse Einsatzabläufe gefördert werden.

Ausgehend von einer verbesserten Vorstellung von Abläufen des Gefechtes im Gelände, werden auch das Führungsverfahren und im Besonderen die Befehlsgebung mit ins Gelände übertragen. Die unmittelbare Führung auf gefechtstechnischer Ebene, die eine höhere Führungsgeschwindigkeit erfordert, bedingt ein Intensivtraining, das die Berufsoffiziersanwärter an eine adäquate höhere Führungsgeschwindigkeit heranführen soll.

Im PBL erhalten die Berufsoffiziersanwärter eine Problemstellung (gefechtstechnische Aufgabenstellung) zum selbstständigen Lösen im Gruppenrahmen und eine Zeitvorgabe. Die Lösungen zu den verschiedenen Problemstellungen werden anschließend gegenseitig präsentiert, um voneinander lernen zu können.7) In dieser ersten Phase des Führungstrainings sollen die Fertigkeiten der Studierenden und das Basiswissen vertieft werden.

Ein zukünftiger Kommandant muss auch eine Oleate richtig lesen können. (Foto:Trippolt)
Ein Kommandant der Jägertruppe führt im Gefecht. (Foto: Trippolt)

Durchführungsphase 2 - Competence Based Scenario Training

Im zweiten Teil der Durchführungsphase stehen Kompetenzen im Mittelpunkt der Ausbildung. Beim „Competence Based Scenario Training“ (CBST) wird eine Führungsübung durchgeführt, in der auf die Entwicklung führungsrelevanter Kompetenzen fokussiert wird.8) Dabei stehen Entscheidungs-, Team- und Kommunikationsfähigkeit (wie auch bei der Verwendung von Simulationssystemen) im Vordergrund.

Szenarien, die einer hohen Dynamik unterliegen, sollen den Bezug zur militärischen Einsatzrealität schärfen. Die Möglichkeit, Situationen zu wiederholen und bereits gemachte Erfahrungen einfließen zu lassen, stehen für ein selbstreflexives Erfahrungslernen. Auch hier gilt es, die Freude an der Entscheidungsfindung und an der Umsetzung derselben zu fördern. Das begleitete Lösen von Herausforderungen mit dem Erleben des Erfolges ist hierbei ein wesentliches Grundprinzip, um die Motivation der Teilnehmer zu fördern. In der Führungsübung beim CBST wird den Studierenden ein Szenario oder eine Ausgangslage (Lageentwicklung) angeboten, die sie unter Zeitdruck zu lösen haben. Abhängig von der Lösung, entwickelt sich das Szenario dann weiter.9)

Dadurch besteht die Möglichkeit, den Studierenden mit einer Lageentwicklung auf Schwächen oder Fehler in seiner Lösung aufmerksam zu machen und ihn zur Korrektur derselben zu animieren. Diese Herangehensweise führt zu einem vertieften Lerneffekt, da der Student selbst den Fehler beheben kann. Abschließend geben die Trainer dem Berufsoffiziersanwärter ein entsprechendes Feedback und zeigen mögliche Divergenzen zwischen Selbst- und Fremdbild bezüglich seines Führungsverhaltens auf.

Nachbereitungsphase - Feedback

Ein Feedback erfolgt nicht nur im Training selbst, sondern findet auch strukturiert nach dem Führungstraining statt. In einem Betreuungsgespräch werden die individuellen Beobachtungen besprochen und anhand festgestellter Stärken und Schwächen Empfehlungen ausgesprochen.

Für jeden Berufsoffiziersanwärter wird als Unterstützung für seine Weiterentwicklung10) ein Führungsprofil erstellt. Diese Dokumentation dient in späteren Führungstrainings dazu, die Entwicklung des Berufsoffiziersanwärters nachzuvollziehen. So können Verbesserungen oder Verschlechterungen im Führungsverhalten sichtbar gemacht werden.

Nutzen des Führungstrainings

Das Führungstraining ist der Mittelbau der Führungsausbildung an der Theresianischen Militärakademie. Es ist die Verbindung zwischen der Theorie in der Taktikausbildung und der praktischen Umsetzung der Führung beim Truppenoffizierslehrgang. In der Taktikausbildung wird vor allem eine Denkschule zur Lösung von Problemstellungen vermittelt. Dabei ist ein gewisser Abstrahierungsgrad notwendig, um die Studierenden an das Verfahren heranzuführen. Der unmittelbare Geländebezug wird im Führungstraining erstmals hergestellt. Diese Übertragung des Problemlösungsverfahrens in das Gelände schafft ein vertieftes Verständnis für Abläufe im Einsatz und ist zudem die Voraussetzung für das praktische Führungshandeln im Truppenoffizierslehrgang. 

Praktische Gefechtsausbildung an der Militärakademie. (Foto: Trippolt)

Die Szenarien und Lagen, welche der Taktikausbildung und dem Führungstraining zugrunde liegen, sind im Idealfall ident. So wird im Hörsaal eine Taktiklage bearbeitet und aus dieser „Bataillonslage“ heraus wird dann im Führungstraining eine Kompanie im Gelände beurteilt. Hier liegt ein wesentlicher Mehrwert der Führungsausbildung, wie sie an der Theresianischen Militärakademie praktiziert wird, da beide Bereiche in Ergänzung zu einem besseren Verständnis des Militärs und seinem Wesen beitragen.

Des Weiteren fördert das Führungstraining die Entscheidungsfähigkeit, indem es die Studierenden dazu anhält, auch unter Zeitdruck adäquate Lösungen zu erarbeiten und in einer entsprechenden Befehlsgebung umzusetzen. Hier kommt ein wesentlicher Aspekt hinzu, der in der Taktikausbildung nicht im Fokus steht: die Entscheidung klar, einfach und vor allem rechtzeitig zu kommunizieren. 

Das Führungstraining trägt dabei dem Theresianischen Führungsmodell Rechnung. Die Ausbildung ist so aufgebaut, dass die engagierten militärischen Führungskräfte sich nicht nur ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst werden, sondern auch ein Selbstwertgefühl entwickeln.11) Dieses drückt sich darin aus, dass sie genügend Selbstvertrauen und Selbstsicherheit erlangen. Das Führungstraining setzt hier an.

Durch das beschriebene Erfahrungslernen (CBST)12) wird den Berufsoffiziersanwärtern  die Möglichkeit geboten, Erfahrungen zu gewinnen und Kompetenzen zu entwickeln, um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu steigern und zu stärken. Das Führungstraining vermittelt daher, neben den fachlich bedeutenden Inhalten, auch eine entsprechende Haltung der zukünftigen militärischen Führungskräfte ihrem Berufsfeld, sich selbst und anderen gegenüber. Wichtig ist dabei, das Gefühl zu vermitteln, Aufgabenstellungen mit den bereits vorhandenen „Werkzeugen“ bewältigen zu können. 

Positive Erfahrungen stärken dabei das Verlangen, weitere Situationen ähnlich gut zu lösen. Es kommt zu verhaltensleitenden Erfahrungen, die helfen, die Führungsfähigkeit zu steigern. Das bedeutet, dass sowohl Entscheidungsfreude als auch Entscheidungsfähigkeit gestärkt werden. Es geht im Führungstraining, wie auch in der Taktikausbildung und im Truppenoffizierslehrgang um die Bereitstellung eines Werkzeugsatzes (die Zutaten eines Rezeptes), eines Verfahrens (die Anleitung zur Kombination der Zutaten), welcher/welches zur Entscheidungsfindung (ein neues Rezept) herangezogen werden kann. Zusätzlich soll die Verfahrenssicherheit dazu beitragen, den Willen zum Entscheiden zu fördern.

Entwicklungstendenzen

Bisher wurden Taktikausbildung und Führungstraining immer in derselben Einsatzart (z. B. Verteidigung) unmittelbar hintereinander abgehalten. Ein möglicher neuer Ansatz liegt darin, die Einsatzarten Angriff und Verteidigung gegengleich in Taktik und Führungstraining auszubilden. So startet die Ausbildung auf Ebene Bataillon mit dem Angriff.

Dies hätte den Vorteil, dass im ersten Semester keine zweite Einsatzart auszubilden wäre. Startet man mit der Verteidigung, so hat man bei der Beurteilung der Lage der Konfliktpartei auf jeden Fall den Angriff, nämlich den der Konfliktpartei, mit zu berücksichtigen. 

Für die erste Auseinandersetzung mit dem „Taktischen Führungsverfahren“ ist das eine große Herausforderung für die Studierenden und die Lehrenden. Beim Angriff auf ein Gelände oder einen Gegner müsste lediglich der Angriff als Einsatzart behandelt werden, bei der Planung des Einsatzes der eigenen Kräfte sowie auch bei der Beurteilung der Lage der Konfliktparteien. Die Überleitung zur Verteidigung würde dann das Führungstraining leisten, das anschließend an die Taktikausbildung in der Einsatzart Angriff mit der Verteidigung fortsetzt. Der Berufsoffiziersanwärter kennt den Ansatz eines Bataillons im Angriff und beurteilt nun im Gelände den Einsatz der Kompanie in der Verteidigung. Somit wurde in der Theorie genau das Verfahren seines Gegners für das Führungstraining behandelt und der Berufsoffiziersanwärter findet so leichter in die Einsatzart Verteidigung hinein. 

Arbeitsplatz eines Mech Kommandanten. (Foto: Steinberger)

Ähnliches gilt für die Einsatzart Verteidigung in der Taktikausbildung im Zusammenspiel mit dem Angriff im Führungstraining. Sind die Ausgangslagen für beide Ausbildungsabschnitte dieselben, kann das Verständnis für das Zusammenspiel der Einsatzarten gefestigt werden. In Abstimmung zu Taktik und Führungstraining könnte auch der Truppenoffizierslehrgang auf derselben Ausgangslage basieren und so zu noch besseren Ergebnissen in der Ausbildung potenzieller militärischer Führungskräfte beitragen. 

In Zukunft wird auch der Truppenoffizierslehrgang in die Studiensemester integriert. Damit finden alle drei Säulen der Führungsausbildung (Taktik - Führungstraining - Truppenoffizierslehrgang) im Studiengang ihre akademische Anerkennung. Bislang war der Lehrgang ausgelagert, zwischen den Semestern angesiedelt. Dieser Teil der Führungsausbildung verbindet die Erfahrungen aus der Taktikausbildung und dem Führungstraining zu einem konkreten Führungshandeln bei realistischen Einsatzsituationen und Szenarien in einer realen Umgebung. 

Vergleichbar ist diese Vorgehensweise mit der Ausbildung zu einem Chirurgen. Zunächst lernt der angehende Arzt in der Theorie die menschliche Anatomie und verschiedene Krankheits- und Verletzungsmuster kennen. Dies ist mit der Vermittlung der Grundlagen für die Taktikausbildung vergleichbar. Dann werden Verfahren und Methoden theoretisch vermittelt, um diese Krankheitsbilder und Verletzungsmuster behandeln zu können. Das repräsentiert die Taktikausbildung. Der nächste Schritt ist die Behandlung von Verletzungen unter Anleitung - das Führungstraining, um schließlich bei einem Sezierkurs, vergleichbar dem Truppenoffizierslehrgang, die richtigen Verfahren und Methoden selbst umzusetzen.

Durch diesen Vergleich lässt sich die Akademisierung des Truppenoffizierslehrganges erklären, zumal der Truppenoffizierslehrgang für die Berufsoffiziersanwärter höchst komplexe Führungssituationen bereithält, die ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Fertigkeiten abverlangen. Der Einsatz als Zugskommandant erfordert dabei vielfältige Kompetenzen aus allen Bereichen. 

Kernaufgabe

Das Ziel der Führungsausbildung sollte es künftig sein, alle Fachbereiche an den Einsatzaufgaben potenzieller militärischer Führungskräfte auszurichten. Die Orientierung am Berufsfeld Militär ist in der Vergangenheit etwas in den Hintergrund getreten. Hier muss die Verknüpfung vordergründig nicht-militärischer Inhalte (z. B. Präsentationstechniken abgestimmt auf einen Lagevortrag oder eine Befehlsausgabe) mit dem Militär vorangetrieben werden. Die Ausrichtung der Führungsausbildung hat sich an den Einsatzaufgaben zu orientieren, da diese die größte Herausforderung im Hinblick auf das Führen darstellen. 

Die Kernaufgabe des Militärs ist der Kampf und die der militärischen Führungskräfte ist es, selbstbewusst ihre Soldaten unter den widrigsten Bedingungen, auch unter Bedrohung von Leib und Leben zu führen und die Verantwortung für die Aktionen und Unterlassungen zu übernehmen. Ziel der Führungsausbildung an der Theresianischen Militärakademie ist es, die Basis für diese Herausforderungen zu schaffen und die potenziellen militärischen Führungskräfte auf ihren Aufgabenvollzug im Frieden und vor allem im Einsatz vorzubereiten.

Oberst dG Ing. Mag.(FH) Georg Kunovjanek, MSD ist HLO Taktik & Versorgung an der TherMilAk; derzeit Chef des Stabes der 7. Jägerbrigade. 

Oberst Josef Königshofer, MSD ist Leiter des Referates Führungstraining. 

Oberstleutnant Mag.(FH) Georg Maier ist Hauptlehroffizier für Führungstraining am Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung (FH-BaStg MilFü). 

Das Gelernte im Gefecht umzusetzen ist die Kunst jedes Kommandanten. (Foto: Trippolt)
 

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