• Veröffentlichungsdatum: 12.01.2018
  • – Letztes Update: 16.01.2018

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Der Seekrieg

Bernhard Wenning

(Foto: Heinrich Seits Aquarell)
(Foto: Heinrich Seits Aquarell)

Mit dem Eintritt Italiens auf der Seite der alliierten Mächte begann für die k.u.k. Kriegsmarine ein neues Kapitel. Seit dem Kriegsausbruch im Jahre 1914 hatte sich das ohnehin gespannte Verhältnis zu Italien weiter verschlechtert. Die ursprünglichen Planungen für ein gemeinsames Vorgehen des Dreibundes waren durch die italienische Neutralitätserklärung obsolet geworden. Als Feind der k.u.k. Kriegsmarine wurde in erster Linie die britische und die französische Marine wahrgenommen.

Die ursprünglichen maritimen Planungen des Dreibundes hatten für das Mittelmeer unter anderem einen gemeinsam zu nützenden Flottenstützpunkt in Messina auf Sizilien vorgesehen, von dem aus größere maritime Operationen, vor allem gegen Malta und das dort stationierte britische Geschwader geplant waren. Daneben sollte auch von hier der Verkehr durch und zum Suez-Kanal zur „Perle des britischen Empires“, dem Kaiserreich Indien, unterbrochen oder zumindest gestört werden.

Diese Planungen waren durch die 1914 abgegebene Neutralitätserklärung Italiens nicht nur hinfällig geworden, es bestand sogar die Gefahr im Falle einer italienischen Kriegserklärung in der oberen Hälfte der Adria eingesperrt zu werden. Diese Befürchtung sollte sich mit dem tatsächlichen Kriegseintritt  im Mai 1915 bewahrheiten und war das alles beherrschende Moment der maritimen Planungen der k.u.k. Kriegsmarine für die kommenden Jahre.

Die italienische Kriegserklärung

Auslaufen zum Vergeltungsschlag. (Foto: Heinrich Seits Aquarell)

Gänzlich unvorbereitet und überrascht durch den italienischen Kriegseintritt wurde die österreichisch-ungarische Marine nicht. Die Entsendung älterer Schlachtschiffe und einer Torpedobootsflottille während der Jahreswende 1914/15 nach Venedig konnte nur als untrügliches Zeichen dafür gewertet werden, dass „etwas in der Luft lag“. Mehr als merkwürdig muss in diesem Zusammenhang auch die italienische Neutralitätsverletzung gesehen werden, die italienische Küstenfunkstationen anwies, alle Bewegungen der k.u.k. Kriegsmarine an die französische Flotte weiter zu melden. Ein glatter Bruch des Dreibundes war das italienische Abkommen von London vom 26. April 1915, in dem neben anderen territorialen Zugeständnissen für den Kriegseintritt Italiens aufseiten der Entente als Nordgrenze Italiens der Brenner versprochen wurde.

Vergeltungsangriff der k.u.k. Flotte

Daher war es auch nicht verwunderlich, dass noch am Tage der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn (23. Mai 1915) um 19 Uhr die gesamte k.u.k. Flotte aus den Häfen Pola (heute: Pula, Kroatien), Sebenico (heute: Šibenik, Kroatien) und Cattaro (heute: Kotor, Montenegro) auslief, um gleichsam als Vergeltung die Ostküste Italiens zwischen Venedig und Barletta anzugreifen.

Das Hauptangriffsziel sollte hierbei der Hafen von Ancona sein, wobei aber auch Küstenstädte, Hafenplätze, Brücken und Eisenbahnanlagen in Rimini, Vieste, Manfredonia, Barletta als legitime militärische Ziele von Seeseite aus angegriffen wurden. Ein Angriff  von der Seeseite aus auf Venedig erschien undurchführbar, so dass die Lagunenstadt aus der Luft attackiert wurde. Als Hauptangriffsziel wurde nicht das historische Stadtzentrum ausgewählt, sondern das Arsenal, welches mit Brandbomben bekämpft wurde.

Beim Angriff auf Ancona wurden hingegen nicht nur militärische Ziele, sondern auch zivile Ziele angegriffen, da dies einen Vergeltungsakt für den italienischen Treuebruch darstellen sollte. Während der Zerstörer SMS „Dinara“ und das Torpedoboot SMS „Tb 53T“ den Hafen von Ancona direkt angriffen, beschoss der Zerstörer SMS „Lika“ während einer Aufklärungsmission eine Radiostation in Vieste und einen Semaphor (Signaleinrichtung) auf der Höhe zwischen Palagruža und Kap Gargano.

Von italienischer Seite war die Verteidigung unzureichend ausgebaut. Sie bestand in erster Linie lediglich aus dem Zerstörer „Turbine“. Die Begegnung der beiden Zerstörer (SMS „Lika“ und „Turbine“) führte zu einem kleinen Gefecht, aus dem das österreichische Schiff als Sieger hervorging  und den italienischen Gegner beschädigte. So endete der erste Kriegstag mit einem klaren Sieg der k.u.k. Kriegsmarine gegen den neuen Feind. Laut Aussage eines hohen italienischen Offiziers hatte die österreichische Flotte den Italienern „eine stolze Antwort auf die Kriegserklärung gegeben“. Tags darauf, am 24. Mai 1915, lief dann der Großteil der k.u.k. Flotte aus dem Haupthafen von Pola aus, um ihrerseits in den Krieg einzugreifen. Der Großverband bestehend aus den so genannten „Dreadnoughts“ (SMS „Viribus Unitis“, SMS „Tegetthoff “ und SMS „Prinz Eugen“) wurde noch von acht älteren Schlachtschiffen aus der Pre-Dreadnought-Ära begleitet.

Prestigeträchtiger Abschuss eines Luftschiffes. (Foto: Kriegsarchiv)

Prestigeträchtige Versenkungen

Die durch diesen schnellen Angriff der k.u.k. Marine verursachten Schäden waren erheblich. Allein in Ancona waren 63 Menschen (Zivilisten und auch Militärbedienstete) als Opfer zu beklagen. Die Verluste der k.u.k Marine hingegen waren nur marginal. Der am 8. Juni 1915 erfolgte Abschuss des italienischen Luftschiffes „Città di Ferrara“ durch Linienschiffsleutnant Klasing wurde als weiterer großer propagandistischer Erfolg genauso gefeiert (bis auf zwei Mann konnte die Besatzung durch österreichische Torpedoboote gerettet werden), wie die wenige Tage später erfolgte „Versenkung“ des britischen Kreuzers HMS „Dublin“ durch das U-Boot U 14 unter dem Kommando von Linienschiffsleutnant Rudolf Singule. Allerdings konnte sich der leichte Kreuzer schwer beschädigt in den Hafen von Brindisi retten und wurde zur Reparatur nach Großbritannien verlegt.

Italienischer Gegenschlag

Nach diesen ersten Erfolgen der österreichisch-ungarischen Seite strebte die italienische Flotte nach einem sichtbaren Erfolg ihrerseits und entschloss sich zu einem Landungsunternehmen an der dalmatinischen Küste, das zur Besetzung der Insel Pelagosa (heute: Palagruža, Kroatien) führen sollte.

Diese Insel wurde ausgesucht, da sie der italienischen Küste näher als der dalmatinischen liegt. Nach der Besetzung der Insel am 11. Juli 1915 wurde die italienische Besatzung bereits zwei Tage später durch den Zerstörer SMS „Tatra“ beschossen. Durch die Besetzung und als Deckung einigermaßen ermutigt, unternahm die italienische Flotte am 17. Juli 1915 einen Vorstoß in Richtung Bahnanlagen bei Ragusa (heute: Dubrovnik, Kroatien), jedoch waren die vier italienischen Panzerkreuzer bereits am 17. Juni abends von den Küstenbeobachtungsstationen gemeldet worden.

Somit konnte die k.u.k. Kriegsmarine Gegenmaßnahmen ergreifen, die am 18. Juli zur Versenkung des Panzerkreuzers „Guiseppe Garibaldi“ durch das U-Boot U 4 unter dem bereits bekannten Rudolf Singule führten. Nach zwei Volltreffern war das Schiff innerhalb von drei Minuten gesunken. Als Folge davon führte die italienische Marine nahezu bis zum Kriegsende 1918 keinen Angriff mehr mit schweren Überwasserkräften durch.

Entsatz der k.u.k. Kriegsmarine

Die Schmach, ein Stück des eigenen Vaterlandes durch den Feind besetzt zu sehen, konnte die k.u.k. Kriegsmarine ebenfalls nicht auf sich sitzen lassen und führte Entsatzunternehmen gegen die Insel durch. Während ein erster Versuch am 28. Juli noch nach anfänglichen Erfolgen, wie der Landung eigener Truppen auf der Insel, zurückgenommen werden musste, war der zweite Versuch am 17. August ein voller Erfolg.

Im Verlauf der Unternehmung konnte zudem das italienische U-Boot „Neride“ durch das U-Boot U 5 unter dem Kommando des Linienschiffsleutnants Georg Ritter von Trapp versenkt und die Insel entsetzt werden. Von da an unterblieben weitere italienische Versuche zur Besetzung von Küstenstreifen Dalmatiens bzw. der Küste vorgelagerter Inseln.

SMS "Csepel" und "Balaton" im Seegefecht mit italienischem Torpedoboot. (Foto: Heinrich Seits Aquarell)

Die Otranto-Sperre

Derartige Erfolge waren nur von kurzer Dauer für das Kriegsgeschehen. Weitergehende militärisch entscheidende Operationen außerhalb der Adria konnten nicht durchgeführt werden, da - wie befürchtet - die Straße von Otranto als „Flaschenhals“ den Zugang zum übrigen Mittelmeer behinderte. Unter der Leitung der Royal Navy wurde hier eine Seesperre errichtet, die die k.u.k. Kriegsmarine förmlich einsperrte.

Mehrfach versuchten k.u.k. Marineverbände diese Sperre anzugreifen und/oder zu durchbrechen, um außerhalb der Adria handlungsfähig zu werden. Mit der Errichtung der Otranto-Sperre begannen die Alliierten bereits 1915 und verdichteten sie im Laufe der nächsten beiden Jahre. Die Durchfahrtsbreite an dieser natürlichen Meeresenge zwischen dem italienischen Otranto und Valona (heute: Vlora, Albanien) beträgt nur rund 70 Kilometer.

Die Sperre bestand bis gegen Jahresende 1917 aus mehr als 140 bewaffneten Netzschleppern mit tiefhängenden Netzen und eingehängten Sprengkörpern und einem rund 30 km langen, feststehenden Netz bei Korfu sowie Abhörstationen an der italienischen und albanischen Küste. Überwacht wurde die Sperre von rund 60 italienischen, britischen, französischen, amerikanischen und japanischen Kreuzern. Obwohl diese Maßnahmen genauestens durchgeführt wurden, konnten vereinzelte U-Boote der k.u.k. Kriegsmarine und auch solche der verbündeten deutschen Kaiserlichen Marine wiederholt die Seesperre durchbrechen. Diese Durchbruchsfahrten gelangen meist bei Nachtfahrten und im getauchten Zustand. Ein Tagesdurchbruch galt hingegen nahezu als unmöglich.

Der erste Durchbruch der Sperre

Schematische Darstellung des ersten Durchbruchs der Otaranto-Sperre. (Grafik: Rizzardi nach Sifferlinger, aus TD-Handbuch 'Militäroperationen und Partisanenkampf in Südosteuropa'.)
Schematische Darstellung des ersten Durchbruchs der Otaranto-Sperre. (Grafik: Rizzardi nach Sifferlinger, aus TD-Handbuch 'Militäroperationen und Partisanenkampf in Südosteuropa'.)

Ein Durchbruch mit Überwasserkräften wurde im Mai 1917 unternommen. Eine Kreuzergruppe, unterstützt durch Zerstörer, sollte die Seeeinheiten, die in der Seestraße zur Überwachung eingesetzt waren, von zwei Seiten aus angreifen. Die beiden Zerstörer (SMS „Csepel“ und SMS „Balaton“) fuhren abgesetzt von den Kreuzern (SMS „Novara“, SMS „Helgoland“ und SMS „Saida“). In der Nacht des 15. Mai trafen die Zerstörer auf den italienischen Zerstörer „Borea“ mit drei Dampfern als Geleit, die die österreichisch-ungarischen Einheiten für eigene Wasserfahrzeuge hielten.

Durch das Überraschungsmoment im Vorteil, konnten die k.u.k. Einheiten den Zerstörer und zwei weitere Schiffe versenken, während sich das dritte Schiff schwer beschädigt in den Schutz der Dunkelheit flüchten konnte. Durch den Feuerschein der brennenden Schiffe war nun auch die italienische Seite alarmiert und lief aus. Die österreichischen Kreuzer konnten ihrerseits ihren Auftrag zur Zerstörung der „Bewacherlinie“ ausführen und weitere 14 zur Überwachung eingesetzte Fischdampfer versenken.

Die planmäßige Vereinigung der Kreuzerguppe fand um 0700 Uhr morgens statt. Die ausgelaufenen alliierten Einheiten, bestehend vor allem aus den britischen Kreuzern HMS „Bristol“ und HMS „Dartmouth“, den italienischen schweren Kreuzen „Carlo Mirabello“ und „Aquila“ sowie drei weiteren französischen und kleineren italienischen Kreuzern und U-Booten, war der österreichisch-ungarischen Einheit überlegen. Der Kampf begann nach 0800 Uhr. Der schwere Kreuzer „Aquila“ erhielt einen Treffer im Hauptmaschinenraum und musste bewegungsunfähig eingeschleppt werden. SMS „Csespel“ und SMS „Balaton“ konnten nach Cattaro in den eigenen Hafen entkommen. Das Hauptaugenmerk des Kampfes lag auf den österreichischen Kreuzern, wobei die SMS „Novara“ als das Führungsschiff am meisten beschossen wurde.

Trotz des Einsatzes künstlicher Nebelbänke wurde die SMS „Novara“ schwer beschossen. Der Kommandant, Linienschiffskapitän Miklós Horthy de Nagybánya (vorher Flügeladjutant von Kaiser Franz Josef I.), wurde im Laufe des Gefechtes schwer verwundet und konnte das Gefecht nur noch auf einer Bahre liegend führen. Dies war umso bedeutender, da Linienschiffsleutnant Miklós Horthy mit der Gesamtführung des Unternehmens betraut war. Als auch auf der SMS „Novara“ ein Treffer im Turbinenraum verzeichnet wurde, rechnete man mit dem Verlust des Schiffes.

In dieser Situation kam SMS „Saida“ dem Schwesterschiff zu Hilfe und nahm es in Schlepptau. Gedeckt wurde diese äußerst wagemutige seemännische Leistung durch den Kreuzer SMS „Helgoland“ und den zu Hilfe gerufenen schweren Panzerkreuzer SMS „Sankt Georg“. Nach mehrstündigem heftigem Kampf traf Verstärkung ein. Die k.u.k. Verstärkung unter dem Kommando von Konteradmiral Hansa auf der SMS „Sankt Georg“ hatte noch nicht in den Kampf eingegriffen, als die feindlichen Schiffe plötzlich abdrehten und den Kampf somit abbrachen.

 Dieses Gefecht war ein nahezu kompletter Sieg der Mittelmächte. Der britische Zerstörer HMS „Dartmouth“ wurde durch ein deutsches U-Boot wenig später schwer beschädigt und konnte nur mit Mühe vor dem Sinken in einen Hafen geschleppt werden. Der französische Zerstörer „Boutefeu“ wurde durch eine Mine eben dieses deutschen U-Bootes UC 25 unter Kapitänleutnant Feldkirchner in Stücke zerrissen. Der Kreuzer SMS „Novara“ war trotz seiner erlittenen schweren Beschädigungen binnen einer Woche repariert und wieder seeklar. Horthy erhielt für seine Leistungen nach Kriegsende die Zuerkennung des Ritterkreuzes des Militär-Maria-Theresien Ordens, und das deutsche U-Boot erhielt im Jahr darauf einen neuen Kommandanten - einen gewissen Oberleutnant zur See Karl Dönitz.

Erneuter Durchbruch scheitert

Bei einem erneuten Durchbruchsversuch der k.u.k. Flotte unter dem Kommando des nunmehrigen Konteradmirals Horthy am 10. Juni 1918 wurde der nagelneue Dreadnaught SMS „Szent István“ unter dem Kommando von Linienschiffskapitän Heinrich Seitz vor der Insel Premuda vom italienischen Schnellboot MAS 15 durch zwei Torpedotreffer versenkt, worauf in die ganze Operation noch auf dem Anmarsch abgebrochen wurde. Die Sperre der Seestraße von Otranto blieb bis Kriegsende mit Ausnahme von einzelnen taktischen Erfolgen der k.u.k. Kriegsmarine intakt.

Das Führungsschiff "Novara" sucht Deckung im künstlichen Nebel. (Foto: Heinrich Seits Aquarell)
(Foto: HGM)
(Foto: HGM)

Neuer Fokus - albanische Küste

Das Gesetz des Handelns sollte während des Jahres 1915 weiter in der Hand der k.u.k. Kriegsmarine bleiben. Gestärkt durch die Balkanoffensive des Heeres verlagerte sich die Haupttätigkeit der Marine in Richtung der albanischen Häfen. Vor allem der Hafen von Durazzo (heute: Durrës, Albanien) diente als Rückzugshafen für die geschlagene serbische Armee. Von hier aus sollten die Reste der Armee nach Korfu und Saloniki (heute Thessaloniki, Griechenland) überführt werden.

Zur Sicherung des Seeweges waren italienischerseits die Häfen Brindisi in Italien und Valona in Albanien als Hauptstützpunkte auserkoren worden, während die italienische Hauptflotte in Tarent verblieb. Das Jahr 1915 endete mit der Beschießung des Hafens von Durazzo und dem Verlust zweier eigener Zerstörer („Lika“ und „Triglav“), die beide durch Minentreffer verloren gingen. Zu Beginn des Jahres 1916 erfolgte eine weitere Beschießung von Durazzo, das dann im Feber an die Mittelmächte fiel.

Folglich änderte sich nun die Aufgabenstellung der Marine von der eines Angreifers hin zu der eines Beschützers, der nun den Seetransport der eigenen Truppen in den Süden zu sichern und geleiten hatte, zumal der Hafen von Valona einstweilen noch in Feindeshand geblieben war. Nicht weniger wichtig war die Erstürmung des Lovcen Anfang Jänner 1916 (der Lovcen liegt zwischen der adriatischen Küste und der Bucht von Cattaro), da hier die ständige Bedrohung der Einheiten im Hafen von Cattaro ausgeschlossen werden konnte.

Der Hafen galt als sicher und war zudem für maritime Operationen geeigneter als die in der nördlichen Adria gelegenen Häfen Pola oder gar Triest. Ruhmreichen Anteil an der Erstürmung hatte die k.u.k. Kriegsmarine durch den Einsatz veralteter, aber dennoch artilleristisch starker Schiffseinheiten, wie zum Beispiel des alten Schlachtschiffes SMS „Budapest“ oder des alten Kreuzers SMS „Kaiser Karl VI.“

Italiens Plan

Das neue Kriegsjahr zeigte auch in auffälliger Weise, dass der Krieg nicht mit den prestigeträchtigen Dreadnaughts geführt werden konnte, sondern leichtere Einheiten wie Kreuzer, Torpedoboote und U-Boote wirkungsvoller eingesetzt werden konnten. Die größeren österreichisch-ungarischen Einheiten waren in der oberen Adria förmlich eingesperrt.

Auf der anderen Seite wurden die italienischen Einheiten durch geheimdienstliche Aktionen an ihren Liegeplätzen „ Tief im Feindesland“ durch Sabotage vernichtet (z. B. der erst 1911 vom Stapel gelaufene italienische Dreadnaught „Leonardo da Vinci“, der am 2. August 1916 durch den k.u.k. militärischen Geheimdienst versenkt werden konnte, oder das ältere Linienschiff „Regina Margharita“, das am 11. Dezember 1916 einer Mine zum Opfer fiel). Bis zum Kriegsausbruch 1915 hatte Italien seine Flotte aufgerüstet und eine zahlenmäßige Überlegenheit gegen die k.u.k. Kriegsmarine erreicht.

Der Kriegsplan der Italiener sah vor, die k.u.k. Flotte in die Südadria zu locken und dort in einer Schlacht zu stellen. Von Venedig aus sollten die verbliebenen k.u.k. Einheiten abgefangen werden und gemeinsam mit Landeinheiten sollte von Albanien aus durch Frankreich unterstützt, entlang der Küste in einer Zangenbewegung marschiert werden, um Triest einzunehmen. Folglich musste nun auch dieser Hafenplatz von der Landseite aus geschützt werden. Hierzu wurde unter anderem ein Seebataillon nach deutschem Vorbild gebildet, das im infanteristischen und artilleristischen Landkampf die Stadt verteidigen sollte. Obwohl die „Marineinfanterietruppe“ neu und ohne jede Erfahrung aufgestellt werden musste, gelang es dem k.u.k. Seebataillon, die Landfront bei Triest bis zum Kriegsende 1918 zu halten und dafür zu sorgen, dass die Stadt nicht vom Feind eingenommen werden konnte.

Das Seeflugwesen

Gottfried Freiherr von Banfield in seinem Flugboot. (Foto: HGM)

Doch nicht nur zu Land und zu Wasser kämpfte die k.u.k. Kriegsmarine. Auch in der Luft war diese Waffengattung „zu Hause“. Das k.u.k. Seeflugwesen begann im Jahre 1911 mit der Errichtung einer ersten Seeflugstation auf der im Hafen von Pola gelegenen Insel Santa Catarina (heute: Sveta Katarina).

Hierzu wurden ein Hangar für 20 Seeflugzeuge, Lagerschuppen, Mannschaftsunterkünfte und eine Bootsanlegestelle errichtet. Im Laufe des Krieges gab es noch fünf weitere Seeflugstationen in Triest, Kumbor (Montenegro), Parenz (heute: Porec, Kroatien), Pola und letztendlich in Odessa am Schwarzen Meer. Die ersten fliegenden Marineoffiziere erhielten ihre Ausbildung an der militär-aeronautischen Station in Wiener Neustadt im Jahr 1910.

Als Seeflugzeuge der ersten Generation dienten vier französische Donnêt-Levequeder FBA (Franco British Aviation). Als Feindfirmen wurden diese Maschinen später durch Flugzeuge der Firmen Lohner in Wien, UFAG, ÖFFAG, Fokker und Hansa-Brandenburg ersetzt. Zu Kriegsbeginn hatten die Seeflieger lediglich 25 ausgebildete Piloten.

Alle Maschinen waren zuerst noch unbewaffnet und erst im Herbst 1914 bekamen die Lohner Flugboote ein 6,5-mmMaschinengewehr System Schwarzlose, welches ab sofort auch als Offensivwaffe eingesetzt werden sollte. Als Hoheitszeichen führten die k.u.k. Marineflugzeuge die k.u.k. Kriegsflagge in den Farben rot-weiß-rot mit aufgelegtem Bindenschild am Seitenleitwerk. Die Seeflieger wurden vorerst vor allem zur Beobachtung eingesetzt und hatten Luftbilder der feindlichen Aktionen anzufertigen.

Feuertaufe

Im August 1914 erhielt die junge Teilstreitkraft ihre Feuertaufe durch einen Bombenangriff mittels eines Flugbootes auf Krstac (Montenegro). Ein erster Geschwaderangriff wurde am 23. Oktober 1914 nach Antivari (heute: Bar, Montenegro) geflogen. Der erste Nachtangriff erfolgte am 9. November 1914 ebenfalls gegen Montenegro. Ab Herbst 1915 konnten aus einem durch die Italiener erbeuteten Flugboot neue Erkenntnisse dieser Waffe gewonnen werden. Das Wissen um dieses militärische Know-how wurde in den italienischen Macci-Flugbooten umgesetzt, die nun von Feindesseite aus zum Einsatz gelangten.

Aufgabenspektrum der Seefliegerkräfte

Eine der wichtigsten Aufgaben der österreichischen Marineflieger war die Abwehr feindlicher Luftschiffe, die ihrerseits österreichische Küstenstädte zu bombardieren begannen. Daneben waren aber auch Erkundungs- und Aufklärungsflüge Auftrag für die Seeflieger. Offensiv wurden die Flugzeuge bei Angriffen auf feindliche Objekte und Truppen, der Verfolgung feindlicher U-Boote sowie der Verteidigung eigener Häfen und Einheiten eingesetzt.

Das französische U-Boot „Foucault“ wurde durch einen Bombentreffer versenkt. Die Besatzung konnte, in Zeiten des Massensterbens an der Westfront, durch ein Flugboot, sowie ein zur Seenotrettung herbeigeeiltes Torpedoboot gerettet werden. Die Seeflieger unterstützten aber auch die Bodentruppen während der Isonzo Schlachten.

Schnelle Entwicklung der Waffengattung

Gegen Ende des Jahres 1915 verfügten die k.u.k. Seeflieger über 65 Flugzeuge, die am Plattensee in einer zusätzlichen Seeflugstation zur Werksabnahme vorbereitet, abgenommen und eingeflogen wurden. Auch hinsichtlich der Konstruktion erfolgten Weiterentwicklungen, so dass diese Waffengattung mit neuem und verbessertem Gerät ausgerüstet werden konnte. So sollten spezielle Jagdflugboote konstruiert werden, die eine Antwort auf die steigende Zahl von italienischen Bombenangriffen geben sollten.

Für Linienschiffsleutnant Gottfried Banfield, der als einer der erfolgreichsten österreichischen Fliegerasse des Ersten Weltkrieges den Ehrennamen „Adler von Triest“ erhalten hatte, wurde ein diesbezüglicher Prototyp konstruiert, der aber nicht in Serienproduktion ging. Stattdessen griff man auf einen durch den Flugzeug-Konstrukteur Ernst Heinkel entwickelten Flugzeugtyp zurück. Von diesem Flugboot Modell Hansa-Brandenburg CC wurden von der k.u.k. Marineverwaltung 40 Maschinen angekauft.

Dem bereits erwähnten Linienschiffsleutnant Gottfried Banfield gelang am 31. Mai 1917 der erste Luftsieg bei Nacht in der Luftkriegsgeschichte. In dieser Nacht zwang er gegen 2230 Uhr ein italienisches Seeflugboot in der Nähe von Schloss Miramare zur Landung auf österreichischem Hoheitsgebiet. Banfield wurde mit dem Militär-Maria-Theresien Orden ausgezeichnet und statutenmäßig taxfrei in den Freiherrenstand zum Freiherren von Banfield erhoben.

Einsatzstatistik der Seeflieger

Bis Kriegsende hatten die Seeflieger 1 063 Einsätze geflogen, darunter 463 Bombenangriffe und 157 Luftkämpfe ausgefochten. 65 Mann dieser Waffengattung gerieten in Gefangenschaft - acht davon gelang die Flucht. 510 Offiziere und Mannschaften starben in Ausübung ihres fliegerischen Auftrages. So kam statistisch gesehen jeder dritte Pilot im Einsatz ums Leben.

U-Boote

U 5 im k.u.k. Flottenhafen. (Foto: Autor unbekannt, gemeinfrei)

Eine weitere moderne Waffengattung, die die Hauptlast des maritimen Kampfes zu tragen hatte, waren die Unterseeboote. In den Vorkriegsjahren wurden zwischen 1907 und 1910 drei U-Boote verschiedener Typen (nach Plänen von Simon Lake, der Germania-Werft und John Philip Holland) gebaut und für die k.u.k. Kriegsmarine angeschafft. Als Einsatzgebiete waren die Küstengewässer der Adria vorgesehen. Die U-Boote waren somit mehr Küstenboote als hochseefähige Tauchboote. Nach Kriegsausbruch wurden nunmehr die U-Boote in der Whitehead-Werft in Fiume (Rijeka) gebaut. Teilweise kamen sie auch von der Germania-Wer  in Kiel oder auch von der Danubius-Werft in Budapest. Diese U-Boote mussten allerdings für den Transport mit der Eisenbahn zerlegt werden und konnten erst im Seearsenal in Pola in ihr Element gleiten. 

Geradezu luxuriös waren die Unterkünfte der U-Boot-Offiziere, als die U-Boot Station mittlerweile vom Seearsenal in Pola nach Brioni verlegt wurde und die dort leer stehenden Luxushotels als Quartiere zur Verfügung standen. Im Zentralkriegshafen in Pola wurde eine kaiserlich deutsche U-Boot-Flottille (U-Boot-Flottille Mittelmeer) stationiert.

Erste Einsätze

In einem ersten Kriegseinsatz der k.u.k. U-Boote am 28. November 1914 konnte U 4 das Segelschiff „Fiore del Mare“ aus dem verfeindeten Albanien aufbringen. Rund einen Monat später, am 20. Dezember, versuchte ein französisches U-Boot („Curie“) in den Hauptkriegshafen von Pola einzudringen, um dort mit sieben Torpedos die k.u.k. Kriegsflotte anzugreifen.

Der Angriff scheiterte jedoch an den getroffenen Schutzmaßnahmen des Hafens. Das feindliche U-Boot blieb in der Netzsperre hängen und sank. Dieses Boot konnte gehoben werden. Es wurde in U 14 umbenannt und am 1. Juni 1915 offiziell in den Dienst der k.u.k. Kriegsmarine gestellt. Am 10. Juli lief das k.u.k. U-Boot aus und wäre beinahe von einem anderen k.u.k. U-Boot versenkt worden.

So wie die französische Marine in den Hafen von Pola einzudringen versuchte, wollte auch ein österreichisch-ungarisches U-Boot unbemerkt in den Hafen von Venedig gelangen (U 12 unter dem Kommando von Linienschiffsleutnant Egon Lerch). Genau wie der Versuch der „Curie“ war auch der Versuch von U 12 zum Scheitern verurteilt. Das U-Boot wurde am 8. August 1915 von einer Mine bei der Einfahrt in den Hafen von Venedig versenkt. Die gesamte Mannschaft kam dabei ums Leben.

Wirkungsvolle Waffengattung

Das größte feindliche Kriegsschiff, welches im Laufe des Krieges durch die k.u.k. U-Boote versenkt wurde, war der französische Panzerkreuzer „Léon Gambetta“ am 27. April 1915 durch U 5 unter dem Kommando von Linienschiffsleutnant Ritter von Trapp. Am 11. Juni 1917 konnte sogar ein Erfolg der k.u.k. Kriegsmarine gegen ein japanisches Kriegsschiff (den japanischen Zerstörer „Sakaki“) erzielt werden, das von U 27 unter dem Kommando von Linienschiffsleutnant Teufl von Fernland vor Kreta von einem Torpedotreffer am Bug schwer beschädigt wurde und monatelang außer Gefecht gesetzt war.

Uneingeschränkter U-Boot-Krieg

Das herausragende Ereignis des Jahres 1917 in maritim-militärischer Hinsicht war die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch das Deutsche Reich am 1. Februar 1917, nachdem die USA die Bewaffnung von Handelsschiffen - als nach dem Kriegsrecht gemäß - für zulässig erklärt hatten. Folglich war eine Kriegsführung durch U-Boote nach der Prisenordnung (regelt als Teil des Seekriegsrechtes die Maßnahmen von Kriegsschiffen gegenüber neutralen und feindlichen Handelsschiffen - einschließlich Passagierschiffen) nicht mehr möglich.

Deutsche und österreichische U-Boote

Die deutschen U-Boote der Mittelmeerflottille waren in Pola und in Cattaro stationiert. Bis zu 33 U-Boote standen für Operationen zur Verfügung. Österreich-Ungarn verfügte über bis zu 20 einsatzfähige U-Boote. Diese waren kleiner als die deutschen U-Boote und hatten einen geringeren Aktionsradius.

Ursprünglich bei der Germaniawerft in Kiel bestellte U-Boote wurden von deutscher Seite nicht an die k.u.k. Kriegsmarine ausgeliefert, was zu einer Verstimmung der österreichisch-ungarischen Seite führte, zumal die Boote auch noch in der deutschen Kaiserlichen Marine eingereiht wurden. Die Lieferung von den bereits erwähnten kleineren Booten konnte diese Verstimmung etwas mildern.

Größere U-Boote erhielt die k.u.k. Kriegsmarine erst mit der Übergabe von Booten der Klasse UB II, die nun auch wie die der deutschen Verbündeten im Mittelmeer operieren konnten, wenn sie die Straße von Otranto passieren konnten. Aus Geheimhaltungs- und Tarnungsgründen fuhren die deutschen U-Boote mit falschen am Turm aufgemalten Nummern. Diese wurden später bei den Verkaufs- bzw. Übergabeverhandlungen in vorläufige k.u.k. Nummern umgewandelt.

Die Monitorschiffe SMS "Enns" und "Inn" auf der Donau. (Foto: HGM)

Die Donauflottille

Aufgrund der überlegenen von Frankreich 1864 gebauten Kanonenboote wurde die Donauflottille 1871 neu aufgestellt. Sie war maßgeblich am Kriegsgeschehen beteiligt. Wichtigster Schiffstyp waren die „Monitore“, die auf einen im amerikanischen Sezessionskrieg erstmals gebauten und eingesetzten Schiffstyp zurückgingen und deren Schiffsgeschütze in drehbaren Türmen auf den Schiffen montiert waren.

Immer im Brennpunkt

Bereits die ersten Schüsse des Weltkrieges erfolgten von den Schiffen der Donauflottille. Da Serbien kein Gegner zu Wasser war, wurden die Schiffe hauptsächlich gegen Landziele eingesetzt. Am 14. September 1914 wurde Belgrad durch die Donauflottille beschossen, wodurch in der alten Belgrader Festung Kalemegdan das Munitionslager in Brand gesetzt wurde und explodierte. Gefahr drohte den Schiffen lediglich durch Minen und gegnerischen Artilleriebeschuss. Eine erste, noch sehr primitive, serbische Treibmine wurde bereits am 19. Oktober 1914 aus der Donau gefischt und konnte gänzlich entschärft werden.

Mittels improvisierten Schutzvorrichtungen gegen Minen versuchte sich die Donauflottille abzusichern. Doch dieses Vorhaben war nicht immer von Erfolg gekrönt. Minen wurden auch immer wieder von der Donauflottille selbst ausgebracht. Vom 12. bis 15. Dezember 1914 besetzten Einheiten der Donauflottille gemeinsam mit Heereseinheiten Belgrad.

Zwischenstaatliche Aufmerksamkeit

Am 17. April 1917 sagte sich ein besonderer Besuch an Bord der Donauflottillenschiffe an. Eine spanische Offiziersmission unter General Burguete besichtigte die Schiffe, und drei Tage später kamen zwei türkische Seeoffiziere zu Studienzwecken an Bord der Monitore. Rund fünf Monate später fiel allerhöchste „Gnadensonne“ auf diese Marineeinheit, als Kaiser Wilhelm II. in Begleitung des bulgarischen Zaren Ferdinand I. am 21. September 1917 zu Besuch kam.

Die einzige Marineeinheit, die auch vonseiten des Russischen Reiches bekämpft wurde, war ebenfalls die Donauflottille. Für den Kampf gegen die Monitore wurden extra drei speziell für die Flussverhältnisse der Donau konstruierte U-Boote entworfen und gebaut. Lediglich eines der Fluss-U-Boote kam auch zum Einsatz und konnte am 12. März 1918 durch die Mittelmächte nahezu unbeschädigt erbeutet werden. Ein geplanter Einsatz des Beute-U-Bootes in der Adria scheiterte an der mangelnden Seetauglichkeit der russischen Kriegsbeute.

Sinkende Moral in der Marine

Das Jahr 1917 war nicht nur ein Jahr der maritim-militärischen Erfolge. Zu dieser Zeit machte sich innerhalb der Marineeinheiten langsam eine gewisse Kriegsmüdigkeit breit. Unruhen bei der deutschen Kaiserlichen Marine entstanden vor allem aus politischen Gründen. Die Untätigkeit der deutschen Flotte im Hafen führte zu Langeweile und sinnlosem Drill. Dies verärgerte die Mannschaften und machte selbst eingefleischte Monarchisten zu Gegnern dieser Staatsform. Für die Spannungen in der k.u.k. Kriegsmarine waren hingegen nationale und auch volksgruppenspezifische Gründe maßgeblich.

Der Hafen von Cattaro war für derlei Spannungen besonders anfällig, da hier durch einen nahezu ständigen Einsatz der Schiffe eine gewisse Kriegsmüdigkeit aufkam und man sich auch noch einem dauernd überlegenen Feind gegenübersah. Aber auch hier konnten entsprechende nationale Parolen von italienischen und slawischen Agenten unter der Mannschaft  nur dann auf fruchtbaren Boden fallen, wenn die Menschenführung der Offiziere diesem Treiben nicht Einhalt gebieten konnte.

Desertion

Als Beispiel für diese auftretenden Schwierigkeiten kann die Desertion des Torpedobootes SMS Tb 10 am 5. Oktober 1917 gelten. Das Boot war in Sebenico stationiert, als unter der Führung von einem tschechischen und einem slowenischen Matrosen die Offiziere überwältigt und die deutschen und ungarischen Mannschaften, die sich an der Desertion in ihrer Gesamtheit nicht beteiligten, eingesperrt wurden.

Auf der Fahrt nach Italien gelang es den deutschen Offizieren die Deserteure zu überzeugen, wenigstens die Geheimunterlagen zu vernichten, damit diese dem Feind nicht in die Hände fallen konnten. Dies wurde den Offizieren nicht nur gestattet, sondern auch bei der Vernichtung geholfen. Offenbar war es den Deserteuren nur darum gegangen, nicht mehr ihre Haut für ein ungeliebtes und im Sterben begriffenes Reich zu Markte tragen zu müssen.

Matrosenaufstand 1918

Große Hungersnöte zur Jahreswende 1917/18 haben zunächst keine direkten Auswirkungen auf die k.u.k. Kriegsmarine, es kam nur zu Streikbewegungen der Industriearbeiter und Arsenalarbeiter in Pola. Der große Matrosenaufstand von Cattaro fand erst zu Beginn des Jahres 1918 statt, als die Kriegsmüdigkeit gegen einen überlegenen Gegner nahezu erdrückend geworden war.

Dr. Bernhard Wenning ist MA, Referent für Kriegsmarine und Luftfahrt im Kriegsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs.

 

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