• Veröffentlichungsdatum: 15.07.2022

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Der Gaskrieg im Ersten Weltkrieg

Egidio Rossi; Andrea Bambilla; Marco Pisani; Ariberto Osio

Egidio Rossi; Andrea Bambilla; Marco Pisani; Ariberto Osio

Der Gaskrieg im Ersten Weltkrieg.

Gasschutz und Gasmasken in den Armeen des Deutschen Reiches, Österreich-Ungarns und Italiens

504 Seiten,

99 €

ISBN: 978-3-903341-16-6

Militaria Verlag, Wien 2021

Mit dem Ersten Weltkrieg in Europa werden eine Reihe neuer Kampfverfahren und -mittel verbunden. Beispiele dafür sind der Stellungskrieg, der Einsatz von Fliegerkräften, die ersten gepanzerten Kampffahrzeuge (Tanks), aber auch die Verwendung von Kampfgasen. Verbunden damit war stets die Abwehr dieser Gefahren, z. B. in Form des individuellen Gasschutzes. Die Autoren dieses Buches – Egidio Rossi, Marco Pisani, Andrea Bambilla und Ariberto Osio – thematisieren den Gaskrieg der drei Staaten, Deutsches Reich, Österreich-Ungarn und Italien, in Bild und Text zwischen 1914 und 1918.

Im ersten Kapitel führen die Autoren den Leser in Sachen „chemischer Kriegsführung“ bis in die Antike zurück. Dabei werden zahlreiche Textstellen der Antiken und des Mittelalters angeführt. Sie lassen erahnen, dass bereits vor der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ teils intensiv versucht wurde, dem Gegner durch Rauch, giftige Dämpfe und brennbare Flüssigkeiten zu schaden. Dann folgen Kapitel über wissenschaftliche Forschung der drei kriegführenden Mächte, die von ihnen verwendeten Giftstoffe und deren Auswirkung auf die gegnerischen Soldaten. Danach gehen die Autoren in drei Großkapiteln auf die Entwicklung von Masken und deren Behältnisse in den Armeen der jeweiligen Länder ein.

Sie führen dem Leser mit reichhaltigem Fotomaterial – teils zeitgenössisch, teils aus Sammlungen – vor Augen, wie aus primitiven Vorrichtungen (etwa dem deutschen „Atemschützer“) moderne, gegen mehrere Kampfstoffe schützende, Apparate wurden. Da das Königreich Italien auch auf Masken der mit ihm verbündeten Ententemächte zurückgreifen konnte, finden auch britische und französische Modelle Eingang in das Buch. Ebenfalls wird vom italienischen Autorenteam die Dekontamination und die dafür nötigen zeitgenössischen Schutzanzüge thematisiert.

Das Werk, das in den Sprachen Deutsch, Englisch und Italienisch erhältlich ist, zeichnet sich durch das umfangreiche, ausgewählte Bildmaterial aus, das sich nicht auf Fotografien beschränkt, sondern auch Bedienungsanleitungen und Vorschriften für die Gasschutzapparate zeigt. Dabei verschweigen die Autoren auch nicht die Grausamkeit des Gaskrieges, da auch die unfassbaren Leiden der betroffenen Soldaten deutlich gezeigt und beschrieben werden. Es ist ein eindrucksvolles, wegen des Themas jedoch etwas beklemmendes Buch, das jenen, die sich intensiv mit dem Ersten Weltkrieg und/oder dem Sammeln von Militaria aus dieser Zeit beschäftigen zu empfehlen ist. Hoffentlich ist es das erste Buch zu diesem Thema, denn es sollten Werke über die anderen kriegführenden Mächte – Großbritannien samt ANZAC, Frankreich, Russland, USA, Serbien, Rumänien, Portugal, Japan, Belgien und tschechische Exilstreitkräfte bzw. Bulgarien, das Osmanische Reich oder die Polnische Legion – folgen.

-mpr-

 

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