• Veröffentlichungsdatum: 07.10.2022
  • – Letztes Update: 10.10.2022

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Taktische Feuerunterstützung

Alexander Wurzer

Durch die streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung (STF) soll ein gegnerisches Ziel mit dem wirksamsten Mittel bekämpft werden. Damit wird die Einsatzführung der taktischen und gefechtstechnischen Ebene aus allen Dimensionen unterstützt. Wesentlich dafür ist der Verbund „Führung-Aufklärung-Wirkung“.

STF ist ein teilstreitkräfteübergreifendes Verfahren. Es wurde von der NATO entwickelt und befindet sich im Österreichischen Bundesheer im Aufbau. Die Grundlagen dafür sind die Vorhabensabsicht zur Implementierung der STF im Bundesheer und eine mit der Deutschen Bundeswehr vereinbarte bi-nationale Kooperation zur Ausbildung von Koordinierungselementen auf den jeweiligen Führungsebenen. 

STF stellt die Feuerunterstützung in unmittelbarer Nähe zu eigenen Kräften beim Close Air Support durch Luftmittel der Luftstreitkräfte oder Heeresflieger und die unmittelbare Feuerunterstützung (Close Fire Support) durch Wirkungsmittel des indirekten Feuers sicher (close). Diese Kräfte und Mittel wirken sequenziell bzw. parallel durch Air Interdiction (Abriegelung aus der Luft durch Starrflügler; Anm.) der Luftstreitkräfte bzw. Interdiction Attack (Abriegelung aus der Luft durch Drehflügler gem. NATO ATP-49; Anm.) mit Kampfhubschraubern der Heeresflieger und dem Kampf mit Feuer (Indirect Long Range Support) durch weitreichende Artillerie (zumeist Raketenartillerie) in die Tiefe eines Gegners (deep). Dadurch kann dieser permanent bewirkt und seine Hochwertziele, wie Führungseinrichtungen oder Kräfte der Kampfunterstützung, frühzeitig bekämpft werden, um dessen Stärke zu reduzieren und die eigenen Kräfte zu unterstützen.

Die Zuweisung des geeignetsten Wirkungsmittels für die Zielbekämpfung ergibt sich aufgrund des „Targeting Process“ der jeweiligen Führungsebenen. Die Synchronisation der verfügbaren boden-, luft- und seegestützten Wirkungsmittel erfolgt beim Planungsprozess der Teilstreitkräfte sowie der Feuerunterstützungsplanungen.

Zusätzlich zur Koordinierung der unterschiedlichen Wirkungsmittel aller Dimensionen der Teilstreitkräfte müssen bei der STF sämtliche Aufklärungsmittel und -sensoren, vor allem jene der artilleristischen Aufklärung, berücksichtigt werden. Diese haben einen Bedarf, z. B. hinsichtlich benötigter Lufträume bei Einsätzen von Drohnen oder Raumprioritäten bei bodengebundenen Radarsystemen, und müssen daher in die jeweiligen Raumordnungen eingepflegt bzw. darin berücksichtigt werden. Das verlangt eine intensive, dreidimensionale Koordinierung auf allen Führungsebenen, um Kollateralschäden zu verhindern und ein Maximum an Aufklärung und Feuerunterstützung sicherzustellen.

Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung (STF) 

„… ist die Fähigkeit zur gegenseitigen Feuerunterstützung in der Operationsführung (Einsatzführung; Anm.) für die taktische Ebene durch Land-, Luft- und Seestreitkräfte sowie Spezialkräfte in und aus den Dimensionen des Einsatzraumes. Für Landoperationen bedeutet dies, dass STF die Fähigkeit zum koordinierten Einsatz von Land-, Luft- und Seestreitkräften sowie Spezialkräften zur Feuerunterstützung der Landstreitkräfte in allen Intensitätsspektren ist. Sie richtet sich dabei gegen bodengebundene Ziele.“ (Bereichsvorschrift Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung für Landoperationen; Kommando Heer II; August 2016)
 

STF (JFS) vs. Joint Fires

Wie bereits angeführt, beschreibt STF die Unterstützung der taktischen und der gefechtstechnischen Ebene. Dabei wird der Bedarf der Feuerunterstützung durch die Bereitstellung von Wirkungsmitteln der Teilstreitkräfte gedeckt. Joint Fires definiert dabei ein Zusammenwirken der Teilstreitkräfte zur Umsetzung von Aufträgen und Vorgaben bzw. der Zielsetzung der operativen Führungsebene. Dabei ist festzulegen, welche Teilstreitkraft unterstützend wirkt (Supporting Command) und welche unterstützt wird (Supported Command).
 

STF-Koordinierungselemente

Die STF-Koordinierungselemente werden auf allen taktischen Führungsebenen sowie der Kompanieebene eingesetzt und sind diesen auf Zusammenarbeit angewiesen. Die Aufgaben dieser Koordinierungselemente sind Planung, Koordinierung und Sicherstellung der STF in der Phase der Vorbereitung und im laufenden Einsatz. Sie gewährleisten die ständige Beratung des jeweiligen Kommandanten über 

  • Leistungs- und Wirkungsfähigkeiten der Waffensysteme und deren Munition zur Generierung des geforderten Effektes,
  • mögliche Kollateralschäden bei der Zielbekämpfung,
  • das geplante Battlespace-Management,
  • den Einsatz von luftgestützten und bodengebundenen Aufklärungsmitteln zur Zielfestlegung und -bekämpfung sowie
  • Vorgaben und Einschränkungen durch die übergeordnete Führungsebene.

Joint Fire Support Coordination Group (JFSCG) 

Die Führungsebenen der Brigade und Division (im Bundesheer nicht vorhanden) verfügen über eine Joint Fire Support Coordination Group (JFSCG), die sich in der Kampfunterstützungszentrale am jeweiligen Gefechtsstand befindet. Diese besteht aus mehreren Zellen, die durch Verbindungselemente der verfügbaren und unterstützenden Teilstreitkräfte und der verfügbaren Elemente der Feuerunterstützung ergänzt werden. In der JFSCG werden somit nur jene Zellen durch die Verbindungselemente gebildet, die der jeweiligen Führungsebene tatsächlich zur Verfügung stehen und sich im Einsatzraum befinden. Die Unterschiede zwischen der JFSCG einer Brigade und einer Division bestehen in der Anzahl und personellen Stärke der Zellen sowie der damit verbundenen Verbindung. Die Zellen der JFSCG, 

  • Leitung und Steuerung,
  • Indirektes Feuer,
  • Luftstreitkräfte,
  • Luftraumordnung/Luftraumkoordinierung,
  • Heeresflieger und
  • Seestreitkräfte

haben die folgenden (auszugsweise dargestellten) Aufgaben:

Leitung und Steuerung

  • Führung und Koordinierung der Zellen der JFSCG;
  • Beratung des Kommandanten hinsichtlich des Kollateralschadensrisikos;
  • Zuweisung der geeignetsten Wirkungs- und Aufklärungsmittel für die Zielfestlegung und -bekämpfung;
  • Priorisierung von Feueranforderungen.

Indirektes Feuer

  • Planung und Koordinierung der Steilfeuerwirkungsmittel sowie der luftgestützten und bodengebundenen artilleristischen Aufklärungsmittel des Gesamtverbundes;
  • Entgegennahme, Priorisierung und Genehmigung von Feueranforderungen für den Einsatz von Wirkungsmitteln des indirekten Feuers.

Luftstreitkräfte 

  • Halten der Verbindung zu den Luftstreitkräften und übergeordneten Verbindungselementen;
  • Planung, Anforderung und Überwachung der Einsätze von Luftmitteln;
  • Sicherstellung der Zuführung von Luftmitteln an die Bedarfsträger (Joint Fire Support Teams für Close Air Support);
  • Entgegennahme, Priorisierung und Weiterleitung von Anforderungen der Bedarfsträger.

Luftraumordnung/Luftraumkoordinierung

  • Überwachung und Adaptierung der Befehle zur Luftraumordnung;
  • Planung und Koordinierung des Luftraumes im gesamten Verantwortungsbereich der zugewiesenen Führungsebene;
  • Treffen von Maßnahmen zur Sicherstellung der Luftraumordnung bei Bekämpfungsaufträgen (Deconfliction);

Heeresflieger

  • Anforderung und Koordinierung der Einsätze von Kampfhubschraubern der Heeresfliegerkräfte der Landstreitkräfte für Close Combat Attack, Close Air Support und Interdiction Attack;
  • Zuweisung von Kampfhubschraubern an die Bedarfsträger;
  • Koordinierung des Einsatzes von Luftmitteln mit luftgebundenen Aufklärungsmitteln, indirekten Wirkungsmitteln und der Zelle Luftraumordnung/Luftraumkoordinierung für die Luftraumordnung.

Seestreitkräfte

  • Beratung des Kommandanten hinsichtlich des Einsatzes von seegestützten Wirkungsmitteln;
  • Anforderung und Zuweisung an die jeweiligen Bedarfsträger inkl. Koordinierung des Einsatzes der Wirkungsmittel;
  • Koordinierung mit der Zelle Luftraumordnung/Luftraumkoordinierung für die Luftraumkoordinierung beim Einsatz maritimer Kräfte und Mittel.

Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) 

Das JFSCT ist das Beratungs- und Unterstützungselement für STF auf Ebene eines Bataillons bzw. einer Bataillonskampfgruppe und wird dieser auf Zusammenarbeit angewiesen. Zu den Aufgaben des JFSCT zählen die

  • Beratung des jeweiligen Kommandanten bezüglich des Einsatzes von Wirkungsmitteln und Munition, 
  • Einbindung in den stabsdienstlichen Führungsprozess und Bildung einer „Zelle Feuerunterstützung“ am Gefechtsstand des Bataillons, 
  • Planung, Anforderung und Koordinierung bzw. Führung von Aufklärungsmitteln und der Sensorik zur Zielfestlegung und -bekämpfung sowie von Wirkungsmitteln zur Erzielung eines geforderten Effektes, 
  • Umsetzung der Vorgaben der übergeordneten JFSCG hinsichtlich deren Feuerunterstützungsabsicht und -aufträge des Battlespace-Management sowie Feuer- und Luftraumkoordinierungsmaßnahmen, 
  • Integration des Granatwerferzuges des zu unterstützenden Bataillons in die eigene Feuerunterstützungsplanung sowie 
  • Koordinierung und Führung der nachgeordneten Joint Fire Support Teams und des Granatwerferzuges gemäß Entschluss des Kommandanten.

Das JFSCT besteht aus einem Feuerunterstützungsoffizier, einem Feuerunterstützungsunteroffizier, einem Verbindungssoldaten/Granatwerfer und einem Kraftfahrer. Der Feuerunterstützungsoffizier und -unteroffizier sollten die Ausbildung zum Joint Terminal Attack Controller (JTAC – verantwortlich für Anforderung und Einsatz luftgestützter Wirkungsmittel; Anm.) absolviert haben. So können sie einerseits die nachgeordneten Luft-Boden-Elemente des JFST fachlich führen und andererseits den CAS sicherstellen. Das Fahrzeug bzw. die benötigte zusätzliche Ausrüstung und Ausstattung des JFSCT muss jener des zu unterstützenden Bataillons entsprechen, um in allen Situation und in jedem Gelände folgen und somit unterstützen zu können. 

Das JFSCT benötigt Verbindungen zur übergeordneten JFSCG, zu den nachgeordneten JFST und artilleristischen Aufklärungsmitteln, der Zelle Luftstreitkräfte (unmittelbar über das Joint Air Request Net – JARN) und zu den jeweiligen Luftmitteln, die Feuerunterstützung für den zu unterstützenden Verband liefern. Zusätzlich ist eine Verbindung zu dem Fire Direction Center der Wirkungsmittel des indirekten Feuers (Artillerie und Granatwerfer) sicherzustellen. So können genehmigte Feueranforderungen weitergeleitet werden, womit die Kommunikation zwischen JFST und schießendem Element (z. B. Führungs- und Koordinierungsmaßnahmen) gewährleistet ist.

Joint Fire Support Team (JFST)

Das JFST ist das umsetzende Element der Feuerunterstützungsplanung aller Führungsebenen zur unmittelbaren Unterstützung eigener Kräfte. Die JFST werden den Kompanien zur Unterstützung ihrer Einsatzführung auf Zusammenarbeit angewiesen bzw. bewegen sich in deren Verantwortungsbereich. Die Aufgaben der JFST sind die 

  • Umsetzung der Feuerunterstützungsabsicht des Bataillons, 
  • Beratung des Kompaniekommandanten hinsichtlich des Einsatzes von Wirkungsmitteln, deren Munition und im Falle einer Unterschreitung der Mindestsicherheitsentfernung zu Eigenen (Danger Close), 
  • Planung, Koordinierung und Sicherstellung der Feuerunterstützung mit der geplanten Einsatzführung der Kompanie,
  • Durchführung einer Ziel-, Lage- und Wirkungsaufklärung,
  • Anforderung und Sicherstellung von boden-, luft- und seegestützter Feuerunterstützung, 
  • Umsetzung der Vorgaben des übergeordneten JFSCT hinsichtlich des Battlespace-Management sowie Feuer- und Luftraumkoordinierungsmaßnahmen.

Das JFST besteht aus einem Boden-Boden-Anteil (Steilfeuerbeobachtungstrupp) und einem Luft-Boden-Anteil (Tactical Air Control Party – Joint Terminal Attack Controller [TACP/JTAC]), die sich auf zwei Fahrzeugen bewegen. Analog dem JFSCT muss die Beweglichkeit der JFST den zu unterstützenden Kompanien entsprechen. Die benötigten Verbindungen bestehen aus der Einbindung in den Führungskreis der Kompanie, zum übergeordneten JFSCT, in das JARN, zu den Luftmitteln und zu Wirkungsmitteln des indirekten Feuers, mit Schwergewicht zum Granatwerferzug des Bataillons.

Joint Fires Observer (JFO) 

Aufgrund des Anforderungsprofils, der Kosten sowie der Ausbildungszeit ist es schwer, JTAC in einem großen Umfang bereitzustellen und diese auf dem gesamten Gefechtsfeld einzusetzen. Deshalb wurde bei den Landstreitkräften der Joint Fires Observer (JFO) geschaffen. Seine wesentlichen Aufgaben sind die Zusammenarbeit mit einem JTAC zur Vorbereitung eines CAS, die Steilfeuerbeobachtung für indirekte Wirkungsmittel und eine Zielbekämpfung durch maritime Wirkungsmittel. 

Vor allem im Bereich der Unterstützung des JTAC fungiert der JFO als Third Party Observer. Er wird dort eingesetzt, wo ein JTAC nicht unmittelbar verfügbar ist oder die Beobachtung auf das Ziel bzw. das verfügbare Luftmittel nicht sichergestellt werden kann. Der wesentliche Unterschied zwischen einem JTAC und einem JFO ist, dass nur der JTAC bei einer Terminal Guidance Control über eine Weapon Release Authority verfügt. Er trägt somit die Verantwortung für das Auslösen der Waffensysteme eines Luftmittels auf ein Ziel, die korrekte Zielbekämpfung und das Vermeiden von Kollateralschäden. 

Battlespace-Management

Ein Kernbereich des STF ist die dreidimensionale Koordinierung und Synchronisation aller zur Verfügung stehenden boden-, luft- und seegestützten Wirkungsmittel und deren Munition zur Sicherstellung des geforderten Effektes auf ein Ziel. Jede Führungsebene ist in ihrem Verantwortungsbereich mit den zur Verfügung stehenden Kräften und Mitteln dafür verantwortlich, die festgelegten Grundlagen, wie Luftraumkoordinierungsmaßnahmen der übergeordneten Führungsebenen und Teilstreitkräfte, bei der eigenen Planung und Durchführung zu berücksichtigen und diese mit den eigenen Kräften und Mitteln in Einklang zu bringen. Das verlangt die 

  • Verfügbarkeit aller notwendigen Informationen, vor allem von Befehlen und Vorgaben der Luftstreitkräfte hinsichtlich der Luftraumordnung (Airspace Control Order) und der Bereitstellung von Luftmitteln (Air Tasking Order),
  • genaue Kenntnis über Eigenschaften und Leistungsfähigkeiten der Wirkungsmittel und der jeweiligen Munition, inklusive der einsatzrelevanten Sicherheitswerte für eine effektive Deconfliction und
  • Sicherstellung einer permanenten Verbindung zwischen den STF-Koordinierungselementen und den bereitgestellten Wirkungsmitteln. 

Diese Synchronisation muss in allen Phasen der Zielbekämpfung – vom Heranführen bzw. Bereitstellen, der eigentlichen Zielbekämpfung und dem Ausfließen bzw. Verlassen des Verantwortungsbereiches des zu unterstützenden Elementes – sichergestellt werden. Eine Deconfliction kann vertikal (Separierung der Höhe nach), horizontal (Trennung der Seite nach), zeitlich oder in einer Mischform erfolgen. Gerade bei Zielbekämpfungen, die ein Zusammenwirken mehrerer Waffensysteme verlangen, wie dem Niederhalten der gegnerischen Fliegerabwehr zur Schaffung der Voraussetzung für CAS (Suppression of Enemy Air Defense), ist eine effektive Synchronisation notwendig. Das ermöglicht eine Zielbekämpfung in unmittelbarer zeitlicher Nähe für eine reduzierte gegnerische Waffenwirkung.

Ausbildung der STF-Koordinierungselemente

Wie anfangs angeführt, befindet sich im Bundesheer die Implementierung von STF im Aufbau. Das bedeutet, dass die Funktionen, Ausrüstungen und Gerätschaften noch nicht in den personellen und materiellen Organisationsplänen aufgenommen sind. Die Ausbildungen für einen Kompetenzaufbau finden jedoch bereits statt. Da nicht alle im Bundesheer durchgeführt werden können, ist eine internationale Kooperation erforderlich. 

Die Ausbildung des Boden-Boden-Anteiles und des Luft-Boden-Anteiles der JFST erfolgt getrennt voneinander. Jene für die Steilfeuerbeobachter wird am Institut Artillerie der Heerestruppenschule (großteils nach NATO-Standards) durchgeführt. Die JTAC absolvieren den Vorbereitungslehrgang JTAC an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule und werden nach positivem Abschluss nach Slowenien zum JTAC-Lehrgang entsandt. Ein Zusammenführen dieser beiden Anteile zu einem JFST soll in weiterer Folge bei der Deutschen Bundeswehr im Zuge einer Teamausbildung stattfinden. 

Gegenwärtig sind die JTAC im Bundesheer bei den Aufklärungs- und Artilleriebataillonen bzw. beim Jagdkommando angesiedelt. Für das Personal zukünftiger JFST, JFSCT sowie für artilleristisches Schlüsselpersonal hinsichtlich STF wird am Institut Artillerie der Feuerunterstützungslehrgang 1 (FeuULG1) durchgeführt. Dort werden die Grundlagen für STF und die Tätigkeiten in einem JFSCT ausgebildet. Aufgrund der bi-nationalen Ausbildungskooperation mit der Bundeswehr absolvieren deutsche Unteroffiziere den FeuULG1 als Laufbahnlehrgang für ihre Funktion als Feuerunterstützungsfeldwebel in einem JFSCT. Nach der Ausbildung und Vorbereitung des benötigten Personals ist analog zum JFST eine Teamausbildung für JFSCT bei der Bundeswehr vorgesehen. Für die Ebene der JFSCG findet die Ausbildung beim FeuULG2 statt, dessen Absolvierung zur Mitarbeit in einer JFSCG befähigt.
 

Fazit

Die STF und das Zusammenwirken unterschiedlicher Wirkungsmittel der Teilstreitkräfte zur Unterstützung der Einsatzführung der taktischen Ebene ist keine Neuerfindung – sie wird bereits seit langer Zeit auch im Bundesheer durchgeführt. Die eigentliche Neuerung besteht darin, dass sich durch die Implementierung von Spezialisten in Koordinierungselementen aller Führungsebenen (bis zur Kompanie) die zeitlichen und räumlichen Abstände von Wirkungen zu eigenen Kräften verringern. Dadurch wird ein Maximum an Feuerunterstützung bei Reduzierung von Kollateralschäden gewährleistet. 

Dies erfolgt sowohl in unmittelbarer Nähe zu eigenen Kräften als auch in der Tiefe des Gegners. Die Implementierung von STF im Bundesheer erfolgt gegenwärtig, vor allem im Bereich der Ausbildung, ohne angepasste Organisationspläne. Dennoch ist diese durchzuführen, da – auch aufgrund der Erfahrungen aus aktuellen Konflikten – die Notwendigkeit von STF erkannt worden ist. Die Beschaffung notwendiger Ausrüstung und Gerätschaften ist jedoch zeitnah notwendig, um das bereits ausgebildete Personal vollwertig einsetzen zu können, erworbene Qualifikationen zu erhalten, eine Kompatibilität im internationalen Zusammenwirken zu ermöglichen und die nationalen Fähigkeiten im Bereich STF weiterzuentwickeln.

Major Mag.(FH) Alexander Wurzer; Lehroffizier Feuerleitdienst und Joint Fire Support am Institut Artillerie der Heerestruppenschule.

 

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