• Veröffentlichungsdatum: 11.07.2016
  • – Letztes Update: 22.08.2016

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Der Syrische Bürgerkrieg - Wie alles begann

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Ein  T-72-Panzer der Ahrar ash-Sham bei den Kämpfen gegen das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) im südlichen Teil des  Verwaltungsbezirks Aleppo, Anfang Juni 2016.
Ein T-72-Panzer der Ahrar ash-Sham bei den Kämpfen gegen das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) im südlichen Teil des Verwaltungsbezirks Aleppo, Anfang Juni 2016. (Foto: AAS)

TRUPPENDIENST beschäftigt sich im Themenschwerpunkt „Migration“ umfassend mit den Auswirkungen und Ursachen der derzeitigen Flüchtlings- und Migrationsströme. Eine der bedeutendsten Ursachen liegt im Syrischen Bürgerkrieg. In Ergänzung zu den Grundsatzbeiträgen in den TRUPPENDIENST-Heften bietet TD-Online einen Überblick über die an diesem äußerst komplizierten Krieg beteiligten Parteien, ihre Strategien, Doktrinen und Taktiken an. Es ist beabsichtigt, diesen Überblick mindestens einmal monatlich auf den neuesten Stand zu bringen, und dabei die wichtigsten Entwicklungen auf dem Schlachtfeld, wie auch im Hintergrund, zu erklären.

Seit 15. März 2016, befindet sich der Bürgerkrieg in Syrien in seinem sechsten Jahr. Dieser äußerst brutale und blutige Konflikt ist schon längst weit mehr als „nur“ ein Bürgerkrieg: Es ist ein Krieg mit geostrategischen Dimensionen, dessen Auswirkungen weit außerhalb Syriens zu spüren sind.

Übersichtskarten

Kommandozentralen des Aufstandes

Wie alles begann

Nieder mit Bashar-Grafitti im März 2011.
Nieder mit Bashar-Grafitti im März 2011. (Foto: Jan Sefti)

Dabei begann alles in recht kleinem Rahmen. Nach lokalen Protesten in Damaskus und Daraa, im Februar 2011, bei denen die Teilnehmer ein Ende der korrupten Wirtschaftspolitik verlangten, weitete sich die Protestbewegung vor allem auf Homs und Hama aus, wobei auch der Sturz der Assad-Regierung verlangt wurde. An den Protesten beteiligten sich Gruppierungen aus unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung.

Obwohl sie „umfangreiche Reformen“ ankündigte, zeigte die Regierung des Präsidenten Bashar al-Assad wenig Verständnis für sonst vollkommen friedliche Proteste. Stattdessen machte sie „radikale Salafisten“ und „ausländische Verschwörer“ verantwortlich und setzte zuerst verschiedene Sondereinheiten und dann Eliteeinheiten der regulären Armee gegen die Demonstranten ein, wobei es vielfach zu willkürlichen Erschießungen und Massenverhaftungen kam. Das Vorgehen des Regimes gegen die Demonstranten in Dera’a im Zeitraum zwischen 15. und 27. März 2011, bei dem selbst Schulkinder verhaftet und unter Folter getötet wurden, verursachte landesweit eine Welle der Empörung, die selbst vor den Streitkräften keinen Halt machte.

Widerstand gegen das Regime

Demonstration in Damaskus im April 2011.
Demonstration in Damaskus im April 2011. (Foto: shamsnn)

In Folge kam es zu Massendesertionen beim Militär, und Teile verschiedener Einheiten wandten sich gegen ihre Waffenbrüder. Im Mai und Juni 2011 begannen desertierte Armeeangehörige sich in bewaffneten Gruppen zu organisieren, die sich in der Folge als Freie Syrische Armee (FSyA) bezeichneten.

Obwohl es bis Mitte 2012 schon mehrere Tausend derartige Gruppen gab, gelang es der Führung der FSyA niemals eine einheitliche Struktur und zentrale Organisation aufzubauen. Grund dafür waren vor allem Einflüsse von außerhalb - darunter von der Türkei und den USA - die von den Aufständischen Zugeständnisse und Deklarationen im Bezug auf ihre ideologische und religiöse Orientierung im Austausch für Hilfeleistungen verlangten. Unterdessen wurden vielerlei private „Hilfsorganisationen“ aus der Golfregion in Syrien aktiv, die sich mit Geld, Nahrungs- aber auch Waffenlieferungen Loyalität sowie ideologische und religiöse Deklarationen bestimmter Gruppen der Aufständischen erkauften. Somit wurde die ursprünglich vollkommen säkulare FSyA schon Mitte 2012 in viele - teils untereinander verfeindete Gruppen - gespalten.

Religiös gefärbte Gruppen wurden militärisch immer stärker: sie konnten es sich leisten, ihren Kämpfern monatliche Gehälter zu bezahlen und sie durch den Einsatz ausländischer Freiwilliger sowie Lieferungen an Waffen, Munition und Verpflegung zu unterstützen. Nicht weniger wichtig ist, dass viele derartige Gruppen sich durch soziales Engagement einiges an Einfluss in der Bevölkerung erkaufen konnten, die unterdessen durch das Ausbleiben westlicher Hilfe restlos enttäuscht wurde.

Iran mischt mit

Im Verlauf des Jahres 2012 wurde auch die Islamische Republik Iran - ein langjähriger Verbündeter der syrischen Führung - immer tiefer in den Bürgerkrieg verwickelt. Während Teheran offiziell anfangs zurückhaltend auf die Ereignisse in Syrien reagierte, wurden schon im Jahre 2011 Angehörige der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) als „Berater“ nach Damaskus entsandt. In Folge weiterer Desertionen syrischer Militärangehöriger, wie auch vielfacher Niederlagen, gewann der Einfluss der IRGC immer mehr an Bedeutung. Anfang 2013 ordnete Teheran den Einsatz der islamischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon in Syrien an, und Mitte des gleichen Jahres wurden schon die ersten vollständigen Verbände der IRGC bei den Kämpfen im Raum Damaskus eingesetzt.

Seither haben die Islamischen Revolutionsgarden eine ständige Militärpräsenz im Land. Obwohl Teheran offiziell weiterhin hartnäckig jegliche Beteiligung an diesen Kampfhandlungen leugnet, spielen sie unterdessen nicht nur eine immer bedeutendere Rolle an den Frontlinien des Bürgerkrieges, sondern auch bei dem Aufbau der Hisbollah in Syrien. Dank ihrem Einsatz konnte das Regime einen Großteil von Homs im Sommer 2013 zurückerobern und auch die Garnison von Aleppo im Herbst des gleichen Jahres aus einer Umklammerung durch Aufständische befreien.

Milizen, Aufständische und westliche Beteiligung

Luftangriff der Westlichen Koalition gegen einen IS-Stützpunkt in Kobane am 22. Oktober 2014.
Luftangriff der Westlichen Koalition gegen einen IS-Stützpunkt in Kobane am 22. Oktober 2014. (Foto: Scott Bobb/VoA)

Seit 2014 setzt die IRGC aber vor allem die von verschiedenen Organisationen irakischer Schiiten aufgebauten Milizen gegen Aufständische in Syrien ein. Zusammen mit der Hisbollah aus dem Libanon spielten diese 2014 - wie auch die dem Regime loyalen Milizen palästinensischer Flüchtlinge in Syrien - eine bedeutende Rolle bei der Zerschlagung einer großen Konzentration der Aufständischen entlang der Grenze zum Libanon. Obwohl ein Großteil der Aufständischen im Nordosten Syriens durch den Einfall der Extremisten der terroristischen Organisation "Islamischer Staat" (IS, auch Daesh genannt) aufgerieben wurde und trotz fortlaufender Uneinigkeit unter den Aufständischen, vermochten es die Letzteren im Frühjahr 2015 nochmals, eine großangelegte Offensive zu unternehmen. Dabei befreiten sie die gesamte Provinz Idlib und drangen tief in die Provinz Latakia - die Hochburg des Regimes - ein. Die Daesh spielt unterdessen die Hauptrolle in dem Bereich dieses Konfliktes der die meiste Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit im Westen auf sich lenkt.

Seit August 2014 führt eine von den Vereinigten Staaten angeführte Anti-IS-Koalition einen Krieg gegen die IS im Irak, der im September des gleichen Jahres auf den Nordosten Syriens ausgeweitet wurde. Seit dem Herbst 2015 unterstützen die USA offiziell auch den Kampf syrischer Kurden gegen die Daesh, teils mittels Waffenlieferungen, teils durch Lufteinsätze.

Dabei wird die Tatsache außer Acht gelassen, dass die wichtigste Miliz syrischer Kurden, die YPG, eigentlich von der PKK angeführt wird, die nicht nur von den USA, sondern auch der NATO und der EU wegen ihres jahrzehntelangen Kampfes gegen die Türkei als eine terroristische Organisation angesehen wird. Ebenfalls wird übersehen, dass es Anfang 2014 syrische Aufständische waren, die als erste von der Daesh angegriffen wurden, diese als erste bekämpften, und als erste die Daesh zum vollkommenen Rückzug aus Idlib und Aleppo zwangen. Im Gegenteil, die meisten westlichen Regierungen haben es mittlerweile aufgebeben, einen Sturz der Regierung Assad zu befürworten, obwohl diese nur noch weniger als 30 Prozent des Landes kontrolliert, dafür aber für zahllose Gräueltaten, den Tod von über 470.000 Menschen und die Flucht von über elf Millionen Syrern verantwortlich ist.

Russland greift ein

Diese einzigartige Situation machte sich zuletzt auch die Russische Föderation zu Nutze. Die Regierung in Moskau geriet schon 2014 durch die vom Westen ausgerufenen wirtschaftlichen Sanktionen infolge der russischen Invasion in der Ukraine in Bedrängnis. Um die Aufmerksamkeit seiner Öffentlichkeit von der sich zunehmend verschlechternden Wirtschaftslage abzulenken und unter dem Vorwand mit Damaskus durch eine Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit verbunden zu sein, greifen russische Streitkräfte seit dem 30. September 2015 auf Seiten der Assad-Regierung in Syrien ein.

Nach ursprünglichen russischen Angaben war das Ziel dieser Militärintervention vor allem die IS. Tatsächlich galt bisher lediglich ein kleiner Teil der russischen Luftangriffe den Extremisten. Die Hauptanstrengung zielte darauf ab, Präsident Assad dabei zu helfen, seine Macht zu stabilisieren, möglichst viel Land von den Aufständischen zurückzuerobern, und die Bedingungen für einen politischen Kompromiss zu schaffen. Russische Kampfflieger unternahmen nicht nur Tausende Luftangriffe auf die Bevölkerung in den von Aufständischen gehaltenen Gebieten - wodurch sie eine weitere Flüchtlingswelle verursachten - sondern ermutigten die Regierung Assads den Krieg neuerlich (und vor allem dank der Einsätze der IRGC und der Hisbollah) zu intensivieren.

Beteiligte Parteien

Detailkarte der Parteien

Der Syrische Bürgerkrieg ist ein extrem komplizierter Konflikt, in den viele verschiedene Parteien verwickelt sind. Während sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit im Westen fast ausschließlich der Bekämpfung der Daesh (IS) widmet, bleibt der eigentliche Kernpunkt des Syrischen Bürgerkrieges der Konflikt zwischen der Regierung von Präsident Bashar al-Assad und einem Großteil der vor allem sunnitisch-arabischen Bevölkerung.

Assad-Regime

Das Assad-Regime startete in den Krieg mit einem Militär, das im Jahre 2011 über 300.000 Mann verfügte und einem Geheimdienstapparat, der weitere 200.000 Dienststellen gehabt haben soll. Innerhalb weniger Wochen nach dem ersten gewaltsamen Vorgehen des Regimes gegen die Demonstranten von Daraa fanden zahlreiche bewaffnete Aufstände und Massendesertionen statt. In deren Folge schrumpfte die Syrisch-Arabische Armee (SyAA) auf weniger als ein Drittel ihrer Sollstärke, das Flugabwehrkommando und die Marine mussten sogar aufgelöst werden. Somit war das Regime gezwungen, den Krieg mit weniger als 100.000 Soldaten sowie einem Sicherheitsapparat von weniger als 100.000 Mann zu beginnen.

Unter diesen Umständen, aber auch, um von den durch eigene Misswirtschaft verursachten Protesten und bewaffneten Aufständen abzulenken, ist das Assad-Regime schon seit Mitte 2011 redlich darum bemüht, den Krieg als einen inter-konfessionellen Konflikt darzustellen, in dem es alle Gegner zu „Islamistischen Terroristen“ erklärt. Zu diesem Zweck entließ das Regime im Juni 2011 mehrere Tausend Islamische Extremisten aus seinen Gefängnissen, während es diese zur gleichen Zeit mit fast 60.000 größtenteils friedlichen und säkularen Protestierenden füllte.

Zweifelsfrei bezieht das Regime die meiste Unterstützung aus den Rängen der ethnischen Minderheit der Alawiten, aber auch von den der Ba’ath Partei zugehörenden Sunniten. Allerdings stellen diese zwei Bevölkerungsgruppen keinesfalls einen monolithischen Block dar. Nicht nur, dass die meisten Sunniten die Seite wechselten: nach einem gescheiterten Aufstand fünf großer Clans im Sommer 2012 folgten ihnen auch Tausende Alawiten. Syrische Christen zahlreicher lokaler Konfessionen verhielten sich anfangs entweder zurückhaltend oder nahmen an Protesten teil. Im Zuge dessen flüchteten sie jedoch entweder aus dem Land oder schlossen sich dem Regime an, vor allem der Syrischen Nationalistischen Sozialen Partei (SSNP) und der Sotoro Partei (auch als „Büro für den Schutz der Assyrer/Griechisch-Syrer“ bekannt). Die eigentliche staatsbildende Bevölkerungsgruppe Syriens, die Drusen, wandte sich langsam aber zunehmend vom Regime ab.

Die Schaffung der Nationalen Verteidigungskräfte diente vor allem einer Legitimierung privater- und konfessionellen Milizen, die auf der Seite des Assad-Regimes kämpfen. Viele davon wurden von der Syrischen Baath Partei aufgebaut, die unterdessen etwa sechs Einheiten in Brigade-Stärke an verschiedenen Fronten unterhält.
Die Schaffung der Nationalen Verteidigungskräfte diente vor allem einer Legitimierung privater- und konfessionellen Milizen, die auf der Seite des Assad-Regimes kämpfen. Viele davon wurden von der Syrischen Baath Partei aufgebaut, die unterdessen etwa sechs Einheiten in Brigade-Stärke an verschiedenen Fronten unterhält. (Foto: Baath Partei)

Aufständische

Obwohl in Dutzende unabhängige Fraktionen und Gruppen zersplittert und trotz oftmals schmerzlicher Verluste, die sie im Kampf gegen das Regime und die IS unterdessen erlitten haben, bleiben die syrischen Aufständischen die quantitativ und qualitativ stärkste militärische Macht im Anti-Assad Camp. Sie halten nicht nur große Teile der heiß umkämpften Großstädte wie Aleppo, Damaskus und Homs, sondern auch den ganzen Regierungsbezirk Idlib und einen Großteil der Regierungsbezirke (von Nord nach Süd) Aleppo, Homs, Rif Dimashq, Kuneitra und Daraa.

Im Laufe der Zeit entstand in einem Großteil dieser Gebiete eine vollkommen neue lokale Machtstruktur in Form sogenannter „Lokaler Räte“. Über die Hälfte der etwa 400 derartigen Behörden agiert vollkommen unabhängig von den lokalen Militärstrukturen der Aufständischen: Sie werden von Zivilisten, meist Technokraten, geführt, die von der lokalen Bevölkerung gewählt wurden. Die Lokalen Räte sind es, die sich soweit wie möglich um Zivilschutz, medizinische Versorgung, die Versorgung mit Strom, Nahrungsmitteln und fließendem Wasser, die Kanalisation, die Unterstützung Bedürftiger, das Schulsystem und ähnliche Angelegenheiten kümmern.

Da sich das Assad-Regime vor allem durch das Ausüben der Kontrolle über das Land und seine Bevölkerung definiert, stellen diese Räte einen Fluch für Damaskus dar. Sie sind nämlich ein klarer und unwiderlegbarer Beweis dafür, dass trotz des Bürgerkrieges die syrische Bevölkerung sehr wohl im Stande ist, ihre eigenen frei gewählten Behörden aufzustellen, welche nicht von „extremistischen Islamisten“ dominiert werden und ein relativ geregeltes Leben der Zivilbevölkerung organisieren können.

Dank ausgiebiger Hilfe und Unterstützung durch den Westen kristallisierten sich die syrischen Kurden als eine dritte bedeutende Macht in diesem Krieg heraus. Dabei wurde ihre ursprüngliche Organisation unterdessen größtenteils von der Partei der Demokratischen Union (PYD) übernommen, die der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) - einer terroristischen Organisation türkischer Kurden - abstammt und immer noch nahe steht. Die PKK befindet sich nicht nur wieder im Krieg mit der Türkei, sondern hat dabei ausgiebig, wie schon seit den 1980er Jahren, vor allem in der Bekämpfung anderer kurdischen Gruppen im Norden Syriens, ausführliche Hilfe vom Assad-Regime erhalten.

Islamisten sind nicht gleich Islamische Extremisten: moderate Islamisten Syriens bauten  mehrere unabhängige und kampfstarke Milizen auf, meist dank Unterstützung aus  Saudi Arabien – nicht etwa von der Türkei oder Qatar - wie üblicherweise  vermutet. Hier ein T-55-Kampfpanzer der Sham Legion (FASH), die vor allem im Nordwesten Syriens aktiv  ist.
Islamisten sind nicht gleich Islamische Extremisten: moderate Islamisten Syriens bauten mehrere unabhängige und kampfstarke Milizen auf, meist dank Unterstützung aus Saudi Arabien – nicht etwa von der Türkei oder Qatar - wie üblicherweise vermutet. Hier ein T-55-Kampfpanzer der Sham Legion (FASH), die vor allem im Nordwesten Syriens aktiv ist. (Foto: SNN)

Unterstützung aus dem Ausland

Spätestens seit 2012 werden alle am syrischen Bürgerkrieg beteiligten Parteien von verschiedenen Mächten außerhalb des Landes unterstützt: das Assad-Regime von der Islamischen Republik Iran (IRI); die Aufständischen vor allem von der Türkei und Saudi Arabien, aber auch von Kuwait, Qatar und, in deutlich geringerem Ausmaß als üblicherweise angenommen, den USA und anderen westlichen Mächten.

Westliche Unterstützung

Das Ausmaß der fremden Hilfe ist sehr unterschiedlich. Die größte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wird üblicherweise auf die angeblichen und/oder tatsächlichen Waffenlieferungen und die Unterstützung durch die USA, Saudi Arabien, die Türkei, und verschiedene westliche Mächte an die Aufständischen gelenkt. Ein Großteil der offiziell zur Verfügung gestellten Unterstützung - die für den Zeitraum von 2013 bis Ende 2015 von der New York Times mit „mehreren Milliarden US-Dollar“ beziffert wurde - geht für Geldlieferungen für den Sold der Kämpfer auf. Ein kleinerer Teil wird für Nahrung, Waffen, Munition, Fahrzeuge und Kommunikationsmittel ausgegeben. Egal woher diese offiziellen Lieferungen stammen, unterliegen sie einer strengen Kontrolle der US-Vertreter in Ankara, Amman und Riyad, welche ein „Vetorecht“ besitzen. Tatsächlich konnten immer wieder Unterbrechungen der Lieferungen beobachtet werden, je nachdem wie die Situation von der Administration des US-Präsidenten Barack Obama beurteilt wurde. Ebenso unterbanden die Amerikaner die meisten Lieferungen an bestimmten Waffen - vor allem den Einmann-Flugabwehr-Lenkwaffen (sog. MANPADs).

Iranische Militärintervention und Re-Organisation der SyAA

 Die Iranische Unterstützung für das Regime von Präsident Bashar al-Assad durch die Islamische Republik Iran (IRI) ist dagegen nicht nur deutlich größer und weitreichender, sondern wird größtenteils von der Weltöffentlichkeit ignoriert. Laut Berichten in der US-Wochenzeitschrift Time, sanken die syrischen Devisenreserven in Folge des Bürgerkrieges von 20 Milliarden US$ Anfang 2012, auf zwei bis vier Milliarden US$ Anfang 2013. Gleichzeitig sank die Wirtschaftsleistung 2011 um 20 Prozent und 2012 um fast 50 Prozent.

Dies resultierte fast in einem Bankrott des Assad-Regimes, welcher nur durch mehrere in Teheran aufgenommene Kredite in Milliardenhöhe und etwa 240 Tonnen zusätzliches, in Russland gedrucktes Geld verhindert werden konnte. Da der Krieg kein Ende nimmt, verschlechtert sich die Lage seither. Laut Einschätzungen von Nadim Shehadi, dem Direktor des „Fares Center for Eastern Mediterranean Studies“ der Tufts University, lieferte Teheran alleine in den Jahren 2012 und 2013 zwischen 14 und 15 Milliarden US$ an ökonomischer Hilfe, Waffen, Material, und Öl an Damaskus.

Im Sommer 2015 bezifferte der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, die jährlichen Kosten der iranischen Unterstützung für das Assad-Regime mit etwa sechs Milliarden US$. Abseits finanzieller und materieller Hilfe, unterstützt Teheran das Assad-Regime auch mittels Truppen. Kleinere Kontingente des Expeditionskorps al-Qods der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) sind in Syrien schon seit Beginn des Jahres 2000 stationiert und dienten vor allem dazu, Waffenlieferungen für die schiitische Hisbollah Miliz in den Libanon zu leiten. Ende 2012, als sich zum ersten Mal eine komplette Niederlage des Assad-Regimes abzeichnete, ordnete Teheran einen Kampfeinsatz der Hisbollah in Syrien an. Dieser resultierte in einem ersten bedeutenden Sieg für das Regime während der Schlacht um al-Qussair Anfang 2013 und brachte auch einen Großteil von Homs wieder unter die Kontrolle der Assad-Treuen.

Seither sind mindestens drei Brigaden dieser Miliz ständig im Lande stationiert. Während die Beteiligung der Hisbollah die strategisch bedeutende Landverbindung zwischen Damaskus, Homs und der Küste sicherte, bedurfte es einer Intervention des al-Qods Expeditionskorps, um die Lage im Süden von Damaskus unter Kontrolle zu bekommen. Aus diesem Grund wurden im Juli 2013 zwei „reguläre“ Brigaden der IRGC nach Syrien verlegt, gefolgt von zwei Brigaden der schiitischen Freiwilligen aus dem Irak. Ihr Kampfeinsatz, der den Quellen innerhalb der IRGC zu Folge, die Iraner und Iraker fast 800 Tote und Verletzte kostete, stellte wieder eine sichere Landverbindung zum Damaskus International Airport her. Anschließend schafften es die Iraner auch, die Aufständischen in West- und Ost-Ghouta in etwa einem Dutzend belagerter Enklaven zu isolieren.

Mangels iranischer und irakischer Freiwilliger fühlte sich IRGC gezwungen, Nachkommen der in der Islamischen Republik Iran lebenden afghanischen Hazara-Flüchtlinge zwangszuverpflichten und nach Syrien zu entsenden. Diese dienen bei Liwa Fatimioun, die unterdessen mit T-72M1-Kampfpanzern aus Beständen der ehemaligen syrischen Armee ausgestattet wurde.
Mangels iranischer und irakischer Freiwilliger fühlte sich IRGC gezwungen, Nachkommen der in der Islamischen Republik Iran lebenden afghanischen Hazara-Flüchtlinge zwangszuverpflichten und nach Syrien zu entsenden. Diese dienen bei Liwa Fatimioun, die unterdessen mit T-72M1-Kampfpanzern aus Beständen der ehemaligen syrischen Armee ausgestattet wurde. (Foto: IRGC)

Die Offiziere der IRGC machten mehrere wichtige Erfahrungen während dieser Kämpfe. Unter anderem, dass die Überreste der SyAA nicht vertrauenswürdig waren, da die meisten der Offiziere entweder mit den Aufständischen kollaborierten oder korrupt waren und Waffen und Verpflegung an sie verkauften. Hingegen zeigten sich verschiedene lokale Milizen der Assad-Treuen als deutlich effizienter und verlässlicher im Kampf.

Auf ihre eigenen Erfahrungen aus der Gründung der IRGC zurückgreifend, entschieden die Iraner daher eine ähnliche paramilitärische Struktur wie in ihrer Heimat, in Syrien aufzubauen. Offiziell als „Nationale Verteidigungskräfte“ (NDF) und/oder „Lokale Verteidigungskräfte“ (LDF) bezeichnet und als eine „Entlastung der SyAA“ der Kriegsanstrengung beitragend, dienten diese zwei Behörden allerdings dazu, Freiwillige für vollkommen neue, konfessionell-orientierte Milizen aufzubauen.

Mit Hilfe dieser neuen Strukturen vermochten es die Offiziere des al-Qods Expeditionskorps eine Grundlage für die Hisbollah Miliz in Syrien aufzubauen. Offiziellen Iranischen Angaben zufolge zählt die syrische Hisbollah unterdessen mehr Kämpfer als jene im Libanon. Mit Hilfe der Hisbollah baute die IRGC auch ähnliche Milizen auf, bei denen Sunniten, die der Ba’ath Partei loyal blieben, Christen oder Kinder der in Syrien lebenden palästinensischen Flüchtlinge, dienen. Dazu wurden private Milizen organisiert, die durch das Regime direkt oder durch dem Regime nahestehende loyale Geschäftsleute finanziert werden. Ausgesuchte loyale Offiziere der SyAA erhielten das Kommando über sogenannte „Schabicha“ - vormals mafiaartige kriminelle Strukturen, die seit den 1960er-Jahren den Assad-Clan unterstützten.

Mitte des Jahres 2013 beginnend, konnte dieser Prozess einer „vollkommenen Reorganisation“ der Überreste der SyAA zu einem Konglomerat der fanatischen regimetreuen und/oder konfessionellen Milizen erst Anfang 2016 abgeschlossen werden. Unterdessen gibt es nur noch wenige intakte Einheiten der SyAA. Die meisten von ihnen spielen so gut wie gar keine Rolle im Kampfgeschehen.

Russische Militärintervention

Russische Suchoi Su-25 in Latakia im Oktober 2015.
Russische Suchoi Su-25 in Latakia im Oktober 2015. (Foto: Mil.ru)

Im Frühjahr 2015 stand das Assad-Regime zum dritten Mal seit 2012 am Rande einer kompletten Niederlage. Die „Armee des Sieges“ (JAF) - eine Koalition aus Jabhat an-Nusra, Jund al-Aqsa, Ahrar ash-Sham, Ajnad ash-Sham, Liwa al-Haq, Jaysh as-Sunna und zahlreichen FSyA Einheiten - überrannte die verbliebenen Loyalisten in der Stadt Idlib und nahm auch den Luftwaffenstützpunkt Abu ad-Duhor endgültig ein. Anfang April 2015 drang die JAF tief in den Norden der Provinz Latakia vor, der Hochburg des Assad-Clans.

Bis Juni waren auch die von der IRGC-kontrollierten Truppen im Raum Aleppo der Gefahr ausgesetzt, von ihren Landverbindungen nach Hama und Homs abgeschnitten und einer Belagerung ausgesetzt zu werden. Anders als früher, als es noch ausreichend war, die Hisbollah aus dem Libanon oder vereinzelte IRGC-Truppen zu Hilfe zu schicken, um Assad aus der Patsche zu helfen, gab es diesmal keine andere Lösung als eine offene Militärintervention durch den Iran und Russland. Teheran beeilte sich daher den Nuklearvertrag mit den USA abzuschließen, um anschließend im Juli 2015 den erfahrenen Kommandeur des al-Qods Expeditionskorps, Qassem Soleimani, nach Moskau zu schicken.

Wenige Wochen später startete Russland seine Militärintervention durch Verlegung eines zwei Regimenter starken Kontingents der Luftwaffe via IRI und dem Irak nach Syrien. Gleichzeitig wurden insgesamt zwölf Bataillone der Armee der Russischen Föderation auf dem Seeweg nach Syrien entsandt. Während jedoch offizielle Stellen in Moskau von einer „Bekämpfung der IS“ und die Russisch-Orthodoxe Kirche von einem „Heiligen Krieg“ sprachen, galten über 95 Prozent der darauf folgenden russischen Luftangriffe einer systematischen Vernichtung moderater Aufständischer (wie die Revolutionsbewegung von Homs, die 1. Küstendivision und ähnliche), die von den USA und der Türkei unterstützt wurden.

Bis zum 12. Oktober 2015 veröffentlichte das Verteidigungsministerium in Moskau insgesamt 43 Videos verschiedener Luftangriffe seiner Flieger in Syrien, von denen lediglich eines einen Angriff auf das von der IS gehaltene Gebiet zeigte. Die russischen Luftangriffe auf syrische Aufständische machten es im Gegenteil der Daesh erst möglich, große Landgewinne nördlich von Aleppo zu erzielen.

Die in Syrien stationierten Jagdbomber der russischen Luftstreitkräfte dienen vor  allem dem Zweck der Erfüllung politischer Ziele Moskaus. Diese sehen eine Priorität in der Vernichtung und/oder Vertreibung der Zivilbevölkerung aus den von Aufständischen gehaltenen Gebieten. Damit soll den Aufständischen die Legitimität entzogen und diese zu Verhandlungen unter russischen Konditionen gezwungen werden.
Die in Syrien stationierten Jagdbomber der russischen Luftstreitkräfte dienen vor allem dem Zweck der Erfüllung politischer Ziele Moskaus. Diese sehen eine Priorität in der Vernichtung und/oder Vertreibung der Zivilbevölkerung aus den von Aufständischen gehaltenen Gebieten. Damit soll den Aufständischen die Legitimität entzogen und diese zu Verhandlungen unter russischen Konditionen gezwungen werden. (Foto: MoD RUS)

Die Gründe für ein derartiges Vorgehen mögen sich überraschend anhören, dienen aber dem gleichen Szenario, welches auch vom Assad-Regime verfolgt wird, wonach alle syrischen Aufständischen „Islamische Extremisten“ sind. Genauso wie das Assad-Regime bekämpft auch die Daesh vor allem syrische Aufständische und droht damit, diesen nur die Wahl zu lassen, sich Assad oder der IS anzuschließen.

Im Dezember 2015 wiederholte Russland daher diese Vorgangsweise und bombardierte aufs heftigste die Aufständischen im so genannten „Azaz-Korridor“. In Folge dessen machte die IS weitere Geländegewinne in diesem Teil Syriens. Die IRGC- und Hisbollah-Truppen nutzten Anfang Februar 2016 die Situation dazu, vom Norden Aleppos aus einen Landkorridor zur Nubol-Zahra Enklave (nw v. Aleppo) zu erstellen. Zusätzlich wurde die Situation von der PYD/YPG in der Afrin-Enklave für Geländegewinne im gleichen Gebiet ausgenutzt, wobei die Aufständischen durch die Kurden, unter dem Vorwand der „Bekämpfung der JAN“, angegriffen wurden.

Gleichzeitig stattfindende Offensiven von irakisch-schiitischen Jihadisten und der SSNP im Norden Latakias wie auch durch die Hisbollah unterstützte palästinensische Milizen auf Sheik Mischkin im nördlichen Dera’a Regierungsbezirk, waren ebenfalls erfolgreich. Ihre kumulative Auswirkung war eine bedeutende Stärkung der Position des Assad-Regimes. Moskau zeigte sich daraufhin bereit, Verhandlungen mit den Aufständischen zu beginnen.

Anders als von den russischen Machthabern jedoch erwartet, schlossen sich die syrischen Aufständischen weder dem Regime noch der IS an und beugten sich auch während der Verhandlungen in Genf weder dem Druck Russlands noch der USA. Selbst eine massive Stärkung der iranischen Militärpräsenz in Syrien - die zu einem Aufmarsch von nicht weniger als 60 verschiedenen Verbänden im März und April 2016 führte - brachte keine Entscheidung, da weder das Assad-Regime über Truppen verfügt, um „seine“ Gebiete unter Kontrolle zu halten, noch die Iraner ihre Präsenz in Syrien für einen längeren Zeitraum auf diesem Niveau halten können.

Ein weiterer Faktor der zum neuerlichen Wiederaufflammen der Kämpfe führte, war die Tatsache, dass, obwohl sich die Aufständischen an den ihnen aufgezwungenen Waffenstillstand hielten, weder das Assad-Regime, noch IRGC und die Hisbollah oder die russischen Streitkräfte diesen Waffenstillstand beachteten. Unter dem Vorwand einer „Bekämpfung der Terroristen“ setzten sie ihre Kampfhandlungen fort, wobei zivile Strukturen in den von Aufständischen gehaltenen Gebieten zum Primärziel wurden. Das ist der Grund für das gnadenlose Bombardement von Aleppo und Idlib, aber auch für die neueste Reihe an Niederlagen der Loyalisten und der IRGC/Hisbollah in diesem Teil Syriens.

Sonstige Beteiligte

Im Oktober 2012 überrannten Aufständische der von Saudi Arabien unterstützen Armee des Islam eine Fliegerabwehr-Raketenstellung in Vororten von Damaskus. Dabei erbeuteten sie auch sechs SA-8 Systeme, von denen fünf wieder zum Einsatz gebracht werden konnten. Bisher schossen diese etwa ein Duzend Kampfflugzeuge und Hubschrauber, darunter auch eine Su-24MK2 ab.
Im Oktober 2012 überrannten Aufständische der von Saudi Arabien unterstützen Armee des Islam eine Fliegerabwehr-Raketenstellung in Vororten von Damaskus. Dabei erbeuteten sie auch sechs SA-8 Systeme, von denen fünf wieder zum Einsatz gebracht werden konnten. Bisher schossen diese etwa ein Duzend Kampfflugzeuge und Hubschrauber, darunter auch eine Su-24MK2 ab. (Foto: JAI)

Einem Bericht des unabhängigen arabischen Beobachters Dr. Jamil Shahin aus Berlin zufolge, kamen zwischen Mitte 2011 und Ende 2015 nicht weniger als 360.000 fremde Staatsbürger zum Kampfeinsatz nach Syrien. Die meisten von ihnen stammen aus Ländern wie Saudi Arabien (24.000), der Russischen Föderation (21.000) oder Tunesien (10.500) und schlossen sich der IS oder JAN an.

Die meisten von etwa 17.900 Palästinensern, mindestens 13.000 irakischen Staatsbürgern sowie ungefähr 11.000 libanesischen Staatsbürgern, deren Beteiligung am Syrischen Bürgerkrieg bekannt wurde, dienten bisher - oder immer noch - bei den Parteien, die auf der Seite des Assad-Regimes kämpfen.

Auch etwa 25.800 türkische Staatsbürger scheinen auf, wobei über ihre genaue Verteilung wenig Klarheit besteht: ein Teil schloss sich der JAN an, ein weiterer der IS. Verschiedenen Meldungen zufolge können weitaus mehr türkische Staatsbürger in den Reihen der FSyA sowie der PYD/YPG gefunden werden.

Fast vollkommen unbekannt in der Öffentlichkeit ist die Beteiligung von Kurden und Iranern auf Seite der IS. Genaue Zahlen bleiben unbekannt. Doch auf fast einem Drittel der Videos, die während des Vormarsches des IS im Nordosten Syriens im Jahr 2014 aufgenommen wurden, konnten Ansagen in Arabisch mit starkem Akzent, der auf eine von fast 40 kurdischen Sprachen hindeutet, gehört werden.

Berichten iranischer Flüchtlinge hierzulande zur Folge, ließ das Regime in Teheran noch 2012 und 2013 eine Handvoll IS-Anwerber im berühmt berüchtigten Gefängnis Evin frei agieren und ließ schließlich alle - sowohl die Anwerber, als auch Hunderte von Angeworbenen - in Richtung Syrien abziehen. Derartige Berichte wurden 2014 de facto bestätigt, als US-Behörden Sanktionen gegen mehrere im Iran agierende IS-Anwerber verhängt haben.

UNDOF

UNDOF-Camp bei Kuneitra.
UNDOF-Camp bei Kuneitra. (Foto: Imrich)

Aufgrund der Resolution 350 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 31. Mai 1974, befand sich ein Truppenkontingent der United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) auf dem Gebiet Syriens. Hauptaufgabe der UNDOF war das Überwachen des Entflechtungsabkommens zwischen Israel und Syrien nach dem Ende des Arabisch-Israelischen Krieges vom Oktober 1973, in einem 80 Kilometer langen und 235 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen den von Israel besetzten (und im Jahre 1981 annektierten) Golan-Höhen und dem Rest des syrischen Regierungsbezirks von Kuneitra. Über die vergangenen 40 Jahre waren Kontingente aus Fidschi, Finnland, Indien, Iran, Japan, Kanada, Kroatien, Österreich, Peru, Philippinen, Polen und der Slowakei beteiligt. In Folge wiederholter Angriffe und Geiselnahmen auf UNDOF-Soldaten in den Jahren 2013 und 2014 - teils durch syrische Aufständische, teils durch die JAN - wurde ein Großteil der Truppe abgezogen.

Lediglich ein Überwachungs-Bataillon und ein Logistik-Bataillon dienen noch auf der von Israel gehaltenen Seite der Golan Höhen. Beide sind im Camp „Ziouani“, südwestlich Kuneitra stationiert. Ein Großteil der ehemaligen UNDOF-Zone ist unterdessen eine von den Aufständischen gehaltene Kampfzone.

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Anmerkung: Infolge der Vielzahl unterschiedlicher Quellen kann es zu Abweichungen hinsichtlich der Dislozierung von Truppenteilen sowie zu unterschiedlichen Schreibweisen geografischer Namen und von Eigennamen kommen.

Exodus aus Nahost

 

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