• Veröffentlichungsdatum: 09.05.2019

  • 2 Min -
  • 335 Wörter

Der gute Soldat. Politische Kultur und soldatisches Selbstverständnis heute

Uwe HARTMANN

Band 11

168 Seiten, 12 x 19 cm, broschiert

€ 9,80

ISBN 978-3-945861-71-4

Carola Hartmann Miles Verlag, Berlin 2018 

In der Publikation „Der gute Soldat“ beschreibt das Selbst- und Fremdverständnis des modernen Soldaten westlicher Prägung. Das Buch ist der Band 11 in der Reihe „Standpunkte und Orientierungen“. Der Autor selbst ist Oberst im Generalstabsdienst der Bundeswehr und tritt mit dieser Publikation an, um „einen kleinen Beitrag zur Versöhnung von politischer Kultur und soldatischem Selbstverständnis“ zu leisten.

Der „gute Soldat“, so Hartmann, ist „mehr als der handwerklich meisterlich ausgebildete, seine Waffen perfekt beherrschende Kämpfer.“ Im Buch wird genau dieses „Mehr“ hergeleitet und dargestellt, was ein erweitertes Soldatenbild und soldatisches Bewusstsein mit sich bringt. 

Zu Beginn wird der Krieg betrachtet wie Clausewitz ihn analysiert. Es ist eine Darstellung der Natur des Krieges und dessen Charakter als Fortsetzung der Politik - nur mit anderen Mitteln. Das führt Hartmann hin zu anderen Denkern und Philosophen wie Platon, Machiavelli und Luther. Die bilden wiederum die Grundlage für die Gedankenwelt der Inneren Führung der Bundeswehr. Hartmann erkennt, dass die „zeitlosen“ Tugenden des Soldaten alleine nicht ausreichen um in der modernen Welt zu bestehen. Der Soldat muss sich zum Beispiel auch aktiv in den politischen Prozess und im öffentlichen Leben als solcher einbringen. 

Im sehr praktisch orientierten Hauptteil werden die von ihm abgeleiteten Tugenden und das erweiterte Selbstverständnis als Prüfsteine an die Vorgaben der militärischen Führung deutscher Provenienz angelegt. Dies passiert mittels Vergleich von Vorschriften und Erlässen (z. B. „Zentrale Dienstvorschrift“/Innere Führung), verschiedene Meinungsumfragen und Erlebnisberichten. Das Buch gipfelt in 14 Thesen, die hervorragend als „Kompass“ für ein mögliches Selbstverständnis des modernen, in die politische und soziale Landschaft eingebetteten Soldaten dienen.

Der Autor spart, und dies ist im Zusammenhang mit dessen Einbettung in die militärische Hierarchie durchaus beachtlich, nicht mit Kritik am Zustand der Bundeswehr und der Inneren Führung. Er schafft es, dem geneigten Leser ein Kompendium an die Hand zu geben, um das Selbstverständnis des Militärs wie des einzelnen Soldaten und deren Rolle im Staat gediegen zu reflektieren. 

-per-

 

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