• Veröffentlichungsdatum: 17.12.2020
  • – Letztes Update: 21.12.2020

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100. Geburtstag: General i.R. Heinz Scharff

Redaktion Truppendienst

(Foto: Redaktion TRUPPENDIENST/ Montage Hlawatsch)
(Foto: Redaktion TRUPPENDIENST/ Montage Hlawatsch)

Am 17. Dezember 2020 hätte General i.R. Heinz Scharff seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er war in seiner langen militärischen Laufbahn unter anderem für die Gründung der Redaktion TRUPPENDIENST verantwortlich.

Heinz Scharff wurde am 20. Dezember 1920 in Leoben geboren. Nach dem Besuch der Unterstufe des Realgymnasiums in Graz trat er 1935 in die Militär-Mittelschule Graz-Liebenau ein, um österreichischer Offizier zu werden. Nach der Okkupation Österreichs im März 1938 wurde er nach der Matura im März 1939 zum deutschen Reichsarbeitsdienst und im Herbst 1939 zur Wehrmacht einberufen.

Als Fahnenjunker der Infanterie erlitt er im Frankreichfeldzug eine schwere Verwundung. Nach sechsmonatigem Lazarettaufenthalt absolvierte er im Frühjahr 1941 die Offiziersausbildung an der Kriegsschule Potsdam und wurde Leutnant. Den Krieg gegen die Sowjetunion machte er als Frontoffizier der Infanterie vom Zugführer bis zum Kompaniechef mit und wurde dabei dreimal verwundet. Im Februar 1943 zum Oberleutnant befördert. Zuletzt als Hauptmann im Stab der 35. Infanteriedivision tätig, geriet er 1945 ostwärts Danzig in eine achtjährige sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Heimkehr stellte er sich bald in den Dienst der neu aufgestellten B-Gendarmerie. Ab Mai 1954 diente er in der Gendarmerieabteilung K in Enns, der Vorläuferin der Theresianischen Militärakademie. Nach deren Wiedererrichtung wurde er am 1. Jänner 1957 ihr erster Stabschef. Nach der Absolvierung des 1. Generalstabskurses wurde er zum Hauptmann des Generalstabes befördert. Danach diente er an der Panzertruppenschule als Chef des Stabes und als Kommandant des Panzergrenadier-Schulbataillons in Großmittel. Am 1. Oktober 1960 wurde er in die Ausbildungsabteilung des Bundesministeriums für Landesverteidigung berufen, wo er unter anderem für die Gründung der Ausbildungszeitschrift TRUPPENDIENST verantwortlich war.

Von 11. März 1963 bis 19. Jänner 1966 war er stellvertretender Leiter der Operationsabteilung. Am 20. Jänner 1966 wurde er zum Leiter der Generalstabsabteilung und zum Oberst des Generalstabes befördert. Damit war er ein enger Berater des damaligen Generaltruppeninspektors, General der Infanterie Erwin Fussenegger. In dieser Stellung trug er auch die Verantwortung für die Aufstellung der österreichischen Kontingente für die Vereinten Nationen, an deren Aufbau, Ausbau und Konsolidierung er entscheidenden Anteil hatte. Damals erfolgte die erste Entsendung von Beobachteroffizieren zur United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO) an den Suezkanal (1967), der erste Einsatz eines österreichischen Bataillons auf Zypern (1972) und vor allem die Verlegung von Teilen des Zypernbataillons zur United Nations Emergency Force (UNEF) an den Suezkanal, die schließlich 1973 zur Aufstellung zweier UN-Bataillone führte, von denen das eine bei United Nations Peacekeeping Force in Cyprus (UNFICYP) im Abschnitt Larnaka und das andere ab 1974 bei United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) auf den Golanhöhen eingesetzt war.

1970 wurde er zum Brigadier befördert und diente unter Fusseneggers Nachfolgern, General der Artillerie Otto Seitz und General der Infanterie Anton Leeb. Am 1. Dezember 1976 machte Verteidigungsminister Karl Lütgendorf ihn zu seinem Kabinettschef. Nach dem Abgang des Ministers wurde er ebenfalls vom nächsten Ressortchef, Bundesminister Otto Rösch, übernommen. Nach der Pensionierung des Generals der Infanterie Hubert Wingelbauer wurde er am 1. Jänner 1981 bei gleichzeitiger Beförderung zum General zum fünften Generaltruppeninspektor des zweiten Bundesheeres ernannt.

Die zweite Hälfte seiner Amtszeit fiel in die Ära des Bundesministers Friedhelm Frischenschlager. Für Heinz Scharff stand auch weiterhin eine solide militärische Planung im Vordergrund, die eine möglichst sinnvolle Verwendung der kargen Mittel ermöglichen sollte, die dem Heer zugestanden wurden. 1985 ging er in den Ruhestand. Noch lange Jahre danach war er dem Bundesheer eng verbunden. Am 24. November 2014 verstarb General i.R. Heinz Scharff in Wien.

Redaktion TRUPPENDIENST

 

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