• Veröffentlichungsdatum: 11.05.2017

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  • 342 Wörter

Imperial Overstretch

Hannes Adomeit

Germany in Soviet Policy from Stalin to Gorbachev

 

€ 139,-

756 Seiten, 15,5 x 22,5 Hardcover

ISBN 978-3-8487-2452-9

Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2016 

In der zweiten Auflage seines Klassikers holt Hannes Adomeit die historische Entwicklung der Sowjetunion in die Gegenwart und zieht Parallelen zu den heutigen imperialen Ambitionen Russland.

Zum ersten Mal 1998 erschienen, entwickelte sich das Buch rasch zum Standardwerk. Sowohl die inneren Funktionsweisen der Sowjetunion, aber auch die Außenpolitik am Beispiel der deutschen Teilung, werden ausführlich dargestellt. Im Zentrum des Werkes steht die Frage nach den Ursachen, die zu einem geteilten Deutschland geführt haben und der Rolle, welche die DDR für die sowjetische Einflusssphäre besaß.

In seinem zentralen Argument meint Adomeit, dass die Teilung eher ideologischen Zwängen, als einer detaillierten Planung folgte. Das Weiterbestehen der DDR war, trotz hoher, ökonomisch nicht zu rechtfertigenden Kosten, wichtig für den Einfluss in Osteuropa. Diese Bewertung änderte sich erst in der Ära Gorbatschow, als die Sowjetunion technologisch und wirtschaftlich immer deutlicher hinter die USA und Westeuropa zurückfiel.

Wichtiger als die ökonomischen Implikationen sieht Adomeit aber den ideologischen Druck des Westens, der in Ostdeutschland und im Besonderen in Berlin deutlich zutage trat. Der Fall des sowjetischen Imperiums war schließlich von einer Vielzahl ineinandergreifender Faktoren bestimmt, die nicht alleine auf wirtschaftliche Ursachen zurückzuführen sind.

Die zweite Auflage des Buches befasst sich zudem näher mit der aktuellen politischen Führung Russlands. Dabei vergleicht der Autor den historischen Weg des sowjetischen Imperiums mit den außenpolitischen Ambitionen Russlands, die seit 2011 wieder stärker in den Fokus rücken und mit der Annexion der Krim auch eine realpolitische Konsequenz hatten.

Er zieht dabei Parallelen zwischen Wladimir Putin und Leonid Iljitsch Breschnev, der in den 70er Jahren trotz Anzeichen ideologischer Verkrustung an den imperialen Ambitionen der Sowjetunion festhielt. „Imperial Overstretch“ ist eine mehr als 700 Seiten starke, tiefgehende Analyse sowjetischer Politik, die nah an den historischen Gegebenheiten bleibt, aber aus dem Beispiel des Umgangs mit der DDR auch theoretische Schlüsse zieht. Das Buch beleuchtet die Phase des Kalten Krieges und geht dabei auch auf die politischen Beziehungen zwischen Ost und West ein.

-sha-

 

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