• Veröffentlichungsdatum: 23.11.2022
  • – Letztes Update: 24.11.2022

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Die italienische Armee

Francesco Frizzera, Davide Zendri

Francesco Frizzera, Davide Zendri

Die italienische Armee

Geschichte, Uniformierung und Ausrüstung der italienischen Armee im Ersten Weltkrieg.

872 Seiten, 29,5 × 26 cm, Band mit Hartkarton-Schuber, Leinen gebunden mit Schutzumschlag

mehr als 2.500 Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen

€ 149,90

Verlag Militaria, Wien 2022

ISBN:
978-3-903341-21-0 (Deutsch)
978-3-903341-22-7 (Englisch)
978-3-903341-23-4 (Italienisch)

Viele Jahre schrieben österreichische wie italienische Historiker über die gemeinsame Vergangenheit des Ersten Weltkrieges und dessen Folgen mit einer emotionellen Distanziertheit, häufig schwangen bzw. schwingen – auf beiden Seiten – nationale Gefühle mit. Erst in den letzten Jahrzehnten vertieft sich die Zusammenarbeit von Forschern beider Staaten, überbrückt man die Sprachbarriere, lernt die Forschungsergebnisse des jeweils anderen zu schätzen und bezieht diese in die eigenen ein.

Dennoch ist die italienische Armee mit ihrem Aufbau, ihrer Ausrüstung, ihren Waffen und Uniformen vielen historisch arbeitenden Forschern aus Österreich oder Deutschland immer noch seltsam. So werden auf der österreichischen Seite häufig alte, teils aus den 1930er-Jahren stammende, oft mangelhaft übersetzte Literatur verwendet oder Egodokument-Aussagen übernommen, die Forscher aus Italien längst in das Reich der Legende verwiesen haben. Besonders peinlich ist es, wenn der kundige Leser erkennt, dass ein Autor alte italienische Literatur nur mangelhaft in sein Schaffen miteinbezieht, nur um sich nicht dem Vorwurf der Parteilichkeit auszusetzen.

Vorreiter der österreichisch-italienischen Zusammenarbeit hinsichtlich der Militärgeschichte sind die Universitäten Innsbruck, Bozen, Trient. Dazu kommen norditalienische Universitäten sowie Kulturinstitutionen dies- und jenseits des Brenners wie die Archive in Bozen, Innsbruck oder Trient. Aber auch Forschungseinrichtungen in Österreich, Italien und Slowenien – wie das Museo Storico della Guerra in Rovereto, dem die beiden Autoren dieses Werkes entstammen – gehören dazu. Ansprechpartner für ihre Veröffentlichung ist erneut der Militaria-Verlag in Wien, der bereits das Werk der italienischen Autoren Rossi, Pisani, Brambilla und Osio über den Gaskrieg in beiden Sprachen und ebenfalls in Englisch veröffentlicht hat.

Das vorliegende monumentale heereskundliche Werk über Italiens Armee füllt im deutschsprachigen Raum eine große Lücke und bringt der Forschung, der Sammlercommunity und anderen Interessierten das Thema näher. Es ist nicht nur ein Werk über Uniformen und Ausrüstungsgegenstände, das die Besonderheiten dieser Armee in allen Teilstreitkräften (Infanterie, Kavallerie, MG-Truppen, Artillerie, Pioniere, Militärgeistlichkeit etc.) darstellt, sondern auch speziellen Einheiten der italienischen Armee (Alpini, Bersaglieri, Granatieri, Arditi oder Carabinieri) viel Platz einräumt. Besondere Aufmerksamkeit schenken beide Autoren auch der auf der Seite der Entente kämpfenden tschechoslowakischen Legion oder dem im fernen Osten kämpfenden italienischen Expeditionskorps. Dazwischen finden sich vierzig Kurzbiographien bekannter italienischer Kriegsteilnehmer – etwa Cadorna, Pecori Giraldi oder Diaz – und von Trentinern, die auf der Seite Italiens gegen Österreich-Ungarn kämpften (Filzi, Battisti etc.).

Abgerundet wird das zweibändige Buch mit Indices und einer reichhaltigen Bibliografie, die neben italienischer auch deutsche sowie englische Spezialliteratur aufweist. Dieses Werk ist uneingeschränkt jedem Interessierten, Sammler oder Forscher – wie auch ein Besuch im Museo Storico della Guerra in Rovereto – ans Herz gelegt. Es eignet sich sowohl als Nachschlagewerk für einzelne Uniformsorten oder Waffengattungen (eigene Indices im Band II S. 387 bis 388) als auch für jene, die auf knapp 900 Seiten einen Gesamtüberblick über das Thema erhalten möchten. Diesem Werk werden hoffentlich bald weitere über die italienischen Waffen, Flugzeuge, Panzerfahrzeuge oder die Marine folgen.

-mpr-

Link zum Buch

 

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