Das erwachsene Land Deutschland ohne Amerika – eine historische Chance

Rezension
Christian Wehrschütz

In seinem politischen Sachbuch Das erwachsene Land analysiert Holger Stark die sich verändernden Beziehungen zwischen Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten und stellt die Frage, welche Rolle Deutschland künftig ohne den bisherigen sicherheitspolitischen Rückhalt der USA einnehmen muss. Ausgangspunkt ist die These, dass mit der Präsidentschaft von Donald Trump eine Epoche zu Ende geht, in der die transatlantische Partnerschaft als selbstverständlich galt.

Stark beschreibt auf Grundlage zahlreicher Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern in Berlin, Brüssel und Washington die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte und arbeitet heraus, welche Versäumnisse Europa in Fragen der Sicherheit, Außenpolitik und strategischen Eigenständigkeit gemacht hat. Dabei verbindet er journalistische Recherche mit politischer Analyse und entwirft ein Szenario, in dem Deutschland gezwungen ist, mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit und die Stabilität Europas zu übernehmen.

Der Stil ist sachlich und gut verständlich, gleichzeitig aber deutlich von einer klaren politischen Haltung geprägt. Leser, die sich für aktuelle sicherheitspolitische Debatten interessieren, finden hier eine fundierte und gut strukturierte Darstellung der Herausforderungen, vor denen Deutschland und Europa stehen. Wer hingegen eine rein historische Abhandlung erwartet, wird feststellen, dass der Schwerpunkt stark auf Gegenwart und Zukunft liegt.

Insgesamt bietet das Buch eine anregende und teilweise provokante Analyse der internationalen Lage. Sie eignet sich besonders für Leser, die sich mit Außenpolitik, Sicherheitspolitik und der Rolle Deutschlands in einer sich wandelnden Weltordnung beschäftigen möchten.

-him-

Link zum Buch

Das erwachsene Land
Deutschland ohne Amerika – eine historische Chance

Holger Stark

Verlag: Propyläen
Erscheinungsjahr: 2026
336 Seiten
ISBN: 978-3-549-11018-8

€ 26,00