Soziales Lagebild 2022

Allgemein
M. Barthou, E. Gartler
(Foto: Bundesheer/Carina Karlovits)
(Foto: Bundesheer/Carina Karlovits)

Seit 2016 erhebt das Bundesheer ein soziales Lagebild zu sicherheitspolitischen Themen, um der strategischen Führung Entscheidungsgrundlagen zur personellen Lage bereitzustellen. Mit dem Lagebild von 2022 wurde erstmals die Stellung der im Bundesheer verwendeten eigenen Printmedien "TRUPPENDIENST" und "Österreichische Militärische Zeitschrift" sowie die zugekauften Zeitschrift "Militär aktuell" aufgezeigt.

Der Printmedienmarkt

Der Markt für Printmedien ist im Umbruch. Das zeigt nicht nur die aktuelle Diskussion über die „Wiener Zeitung“, sondern auch der Ende März 2023 veröffentlichte Bericht „Media-Analyse“ über den österreichischen Printmarkt. Die Abozahlen selbst reichweitenstarker Zeitungen sinken seit Jahren. Die zunehmende Digitalisierung und die wesentlichen Veränderungen in der Medienrezeption der jüngeren Generationen waren schon seit einigen Jahren Signale für einen Umbruch. Nun kommen die ökonomische Dimension mit steigenden Kosten – Papier kostet bis zu 400 Prozent mehr – und sinkende Einnahmen aus dem Werbemarkt dazu.

Die ständige Verfügbarkeit und Nutzung medialer Inhalte, die Existenz von personalisiertem Content und die noch nicht abschätzbaren Folgen der Künstlichen Intelligenz (z. B. ChatGPT) werden den Printmarkt weiter unter Druck setzen. Davon sind nicht nur Tageszeitungen, sondern zunehmend Fachzeitschriften betroffen. Als Beispiel: Der Verlag „Gruner + Jahr“ stellt 23 Zeitschriften ein und verkauft neun weitere Beteiligungen an Magazinen. Selbst renommierte Fachzeitschriften wie GEO und ihre Ableger haben keine reine (Print)Zukunft mehr.

Die Zeitschrift TRUPPENDIENST hat innerhalb des Bundesheeres eine hohe Reichweite. (Grafik: LVAk)
Die Zeitschrift TRUPPENDIENST hat innerhalb des Bundesheeres eine hohe Reichweite. (Grafik: LVAk)

Printmedien des Bundesheeres

Das Bundesheer besitzt neben den Truppenzeitungen der Verbände zwei eigene Fachzeitschriften mit unterschiedlicher Ausrichtung und einer langen Tradition, die auch im Fachhandel zu erwerben sind: seit 1808 die militärwissenschaftliche Österreichische Militärische Zeitschrift (ÖMZ; das älteste noch existierende Militärfachmagazin der Welt; Anm.) und seit 1962 den TRUPPENDIENST, das Magazin für Ausbildung, Führung und Einsatz im Bundesheer.

Die Fachzeitschriften des Bundesheeres haben einen Vorteil gegenüber dem zivilen Markt: sie sind keinen ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Dennoch muss aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit hinterfragt werden, ob und wie diese Medien benutzt werden und wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Neben der Printausgabe besitzen beide Fachzeitschriften als Ergänzung und zusätzlichen Vertriebskanal einen Onlineauftritt. Fachzeitschriften verfolgen eine andere Zielsetzung als tagesaktuelle Medien, die weitaus stärker die Onlinekanäle benützen. Dennoch haben sich die beiden Fachzeitschriften des Bundesheeres an das Konsumverhalten der Leserschaft angepasst. Erstmals wurde als Teil des Berichtes „Soziales Lagebild 2022“ in einer qualitativen Meinungsumfrage nach wissenschaftlichen Kriterien die Bedeutung der Printmedien im Bundesheer abgefragt.

Besonders intensiv nützt die Miliz die Zeitschrift TRUPPENDIENST. (Grafik: LVAk)
Besonders intensiv nützt die Miliz die Zeitschrift TRUPPENDIENST. (Grafik: LVAk)

Detailauswertung TRUPPENDIENST

Inhaltlich muss für den jungen Unteroffizier über die mittlere Führungsebene bis zur älteren Generation etwas dabei sein. Von der Darstellung von Waffen und Gerät, über Übungen und sonstige Aktivitäten, bis zu historischen oder sicherheitspolitischen Themen sollte daher jeder Bereich abgedeckt werden.

Dass dies erreicht wird zeigt das Ergebnis zur Frage: „Wie beurteilen sie die Themenzusammenstellung dieser Zeitschrift?“ Auf der Skala von 1 (unausgewogen) zu 6 (ausgewogen) sind 90 Prozent im Bereich 4 bis 6, also mehrheitlich ausgewogen. Damit wird die schwierige Aufgabe bestätigt, für ein breites inhomogenes Publikum Lesestoff anzubieten. In der Gruppe der Grundwehrdiener ist diese bei „nur“ 82 Prozent (bei geringer Rückmeldung, N=109). Diese Gruppe wird aber nicht primär angesprochen. Dennoch ein respektabler Wert.

87 Prozent der Leser des TRUPPENDIENST finden die Themenzusammenstellung aktuell bzw. eher aktuell und 86 Prozent sehen den Inhalt als informativ bis eher informativ an. Zur Frage „Würden Sie den TRUPPENDIENST weiterempfehlen?“ gaben 91 Prozent der Rückmeldungen an, dass sie TRUPPENDIENST weiterempfehlen bzw. eher weiterempfehlen würden. Ein Wert, der nicht weiter kommentiert werden muss.

Qualitative Anmerkungen

Personen, die der Aussage zustimmten oder eher zustimmten den TRUPPENDIENST weiterzuempfehlen, konnten ihre Auswahl auch begründen. Aus Platzgründen können hier nur einige der 253 Antworten wiedergegeben werden:

(Foto: Bundesheer/Carina Karlovits)
Archivierte TRUPPENDIENST-Ausgaben. (Foto: Bundesheer/Carina Karlovits)

Fazit

Das militärische Fachmagazin TRUPPENDIENST ist nach den Rückmeldungen des „Sozialen Lagebildes 2022“ die Nummer 1 bei den Militärzeitschriften. Der Leserkreis ist ausgewogen und der Themenmix wird von 92 Prozent als ausgewogen bzw. eher ausgewogen wahrgenommen. Des Weiteren sagen die Rückmeldungen aus, dass TRUPPENDIENST informativ, aktuell und verständlich ist.


Autoren

Oberst dhmfD Mag.(FH) Michael Barthou, MA

Chefredakteur beim TRUPPENDIENST

Oberst dhmfD Mag. Erwin Gartler, MBA, MPA, MSc

Stellvertretender Chefredakteur und Chef vom Dienst beim TRUPPENDIENST

Publikationen

Dieser Beitrag erschien in folgenden Publikationen:

Truppendienst 02/2023 (391): AFDRU Türkei