Reaktionsmiliz: In 48 bis 72 Stunden in den Einsatz

Allgemein
C. Triebenbacher
(Foto: BMLV/Daniel Trippolt)
(Foto: BMLV/Daniel Trippolt)

Das Risikobild 2030 analysiert die Bedrohungen für Österreich bis ins Jahr 2030 und prognostiziert, wie wahrscheinlich deren Eintritt ist. Themen wie das Auftreten von resilienzgefährdenden Extremereignissen mit kurzer oder keiner Vorwarnzeit sowie der Schutz der Grenzen und kritischer Infrastruktur betreffen direkt die Miliz.

Um hier schnell reagieren zu können, werden Milizverbände mit höherem Bereitschaftsgrad geschaffen. Gut ausgebildet, körperlich fit und gut bezahlt stehen sie als Reaktionsmiliz "Gewehr bei Fuß" bereit, um innerhalb von 48-72 Stunden einzurücken. Für den Beginn 2024 sind zwei Jägerkompanien und ein Aufklärungszug geplant.

Wozu Reaktionsmiliz?

Je kürzer die Vorwarnzeit, umso schneller und flexibler muss das Bundesheer reagieren können. Das bedeutet: Die Einsatzbereitschaft muss dementsprechend hoch sein. Nach dem aktuellen System sind die präsenten Verbände Rahmeneinheiten, die im Einsatzfall mit Soldaten aus der Basisausbildung und/oder der Miliz aufgefüllt werden. Der Bedarf für Erstreaktionskräfte in der militärischen Landesverteidigung ist ein brigadestarker Verband und dessen Unterstützungskräfte. Gesamt werden etwa 6.000 Soldaten als Reaktionskräfte benötigt. Dieser Bedarf ist aus den präsenten Kräften nicht zu decken, sodass hier die Miliz erforderlich ist.

Zielgruppe für die "Miliz mit höherem Bereitschaftsgrad" sind Milizsoldaten sowie Frauen in Miliztätigkeit. Vor dem Einsatz durchlaufen die Soldaten eine Einsatzvorbereitung. Wie lange diese dauert ist vom Ausbildungsstand und dem Einsatzszenario abhängig. Im Covid-19-Einsatz waren es etwa drei Wochen, bei komplexen Szenarien im Bereich der militärischen Landesverteidigung kann sie bis zu acht Wochen dauern. Zeit, die man unter Umständen nicht hat. Deshalb sind die Elemente der Reaktionsmiliz auf einem Ausbildungsniveau, mit dem sie ohne Einsatzvorbereitung österreichweit zum Einsatz kommen können. Im Ernstfall sind sie innerhalb von 48 bis 72 Stunden einsatzbereit. Der Startschuss für die Reaktionsmiliz ist der 1. Jänner 2024, ab diesem Termin sind Beorderungen möglich. Vorgestaffelt dazu erfolgt seit Mitte August 2023 die Informationskampagne, seit September ist die konkrete Bewerbung möglich - Interessierte können sich melden und die körperliche sowie die medizinische und psychologische Eignungsprüfung ablegen.

Medizinische und psychologische Eignungsprüfungen entsprechen der Stellungsuntersuchung. Um sich zur Reaktionsmiliz melden zu können, ist die Wertungsziffer 5 oder besser erforderlich. Für die Eignungsprüfung kann jede der sechs Stellungsstraßen in Österreich genutzt werden. Befindet sich der Hauptwohnsitz beispielsweise Innsbruck, der Lebensmittelpunkt eines Interessenten aber in Wien, kann die Stellungsstraße in Wien genutzt werden. Die körperliche Eignungsprüfung findet grundsätzlich beim formierungsverantwortlichen Kommando (JgB12, JgB26 oder AAB4) statt. Noch gültige positive medizinische, psychologische bzw. körperliche Eignungsprüfungen werden anerkannt!

Wann und wo kann man sich melden?

Voraussetzungen

Mannschaften

Unteroffiziere

Offiziere

PDF-Download: Weitere Informationen zur Reaktionsmiliz.
PDF-Download: Informationen zur Reaktionsmiliz für den Arbeitgeber.

Ablauf

Leistungen Milizsoldat

Leistungen Bundesheer

Austritt

Weitere Informationen zur Reaktionsmiliz

Anmerkung: Dieser Artikel erschien in der Miliz-Info Ausgabe September 3/2023.


Autor

Oberstleutnant Ing. Claus Triebenbacher

Referent in der Generaldirektion für Verteidigungspolitk; Direktion Kommunikation/Interne Kommunikation.