NATO-Übung: Precise Response 2022

Ausbildung
R. Kriz
(Foto: DRDC Suffield)
(Foto: DRDC Suffield)

Im Juli 2022 fand die NATO-Übung Precise Response 2022 statt. ABC-Abwehrspezialisten aus 14 Nationen trainierten in Kanada den Umgang mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen (CBRN-) Kampfstoffen. Die österreichischen Soldaten zeigten vor allem bei der ABC-Probenahme und der Dekontamination ihr Können.

Die NATO-Übung Precise Response findet seit 2004 jedes Jahr in Kanada statt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie gab es in den Jahren 2020 und 2021 eine Pause. Die Übung unterstützt die Einsatzbereitschaft des CBRN-Verteidigungsbataillons der NATO Response Force. Im Fokus stehen die Entwicklung und Verbesserung der CBRN-Abwehrfähigkeiten sowie der internationalen Interoperabilität. 2022 nahmen Soldaten aus den USA, Kanada, Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, der Slowakei und Großbritannien teil.

Österreichische Beteiligung

Das Österreichische Bundesheer nimmt seit 2012 an der Übung Precise Response teil. 2022 bestand das österreichische Kontingent aus 29 Personen und übernahm erstmals die Führung einer Task Force. Dementsprechend musste die Gliederung angepasst werden: Neben dem Führungselement wurde eine Stabsstelle mit den Grundfunktionen S2 und S3 abgebildet. Zudem bestand das Kontingent aus einem SIBCRA-Element (Sampling and Identification of Biological, Chemical and Radiological Agents – ABC-Aufklärungselement) und einem Dekontaminationselement. In der Anfangsphase wurde es durch ein Team der Forschungsprojektgruppe Heatstress (ein Projekt, das unter anderem Parameter für die Verweildauer im ABC-Schutzanzug erarbeitet; Anm.) unterstützt, das bei der Übung Datenerhebungen durchführte.

Übungsablauf

Die Übung wurde am militärischen Übungsplatz Suffield in der Nähe von Medicine Hat durchgeführt und war in vier Phasen gegliedert:

Ein Teil der Übungsanlage von oben. (Foto: DRDC Suffield)
ABC-Aufklärer bei der Dokumentation. (Foto: DRDC Suffield)
Trockendekontamination eines Übungsteilnehmers. (Foto: DRDC Suffield)

Führungsverantwortung auf internationaler Ebene

In der ersten Phase hatte Österreich die Führungsverantwortung über fünf Nationen. Neben den eigenen operativen Elementen führte das österreichische Kontingent

Zeitweise unterstützte ein zusätzliches norwegisches EOD-Team die Gruppe. In dieser Konfiguration war es möglich, alle gestellten Aufgaben zu erfüllen. Herausfordernd gestaltete sich die zeitliche Synchronisation der unterschiedlichen Teams, da der zeitliche Rahmen knapp bemessen war.

Resümee

Nach Abschluss der Precise Response 2022 zogen sowohl die Übungsteilnehmer als auch die Übungsleitung eine positive Bilanz. Das österreichische Kontingent konnte mit seiner im internationalen Vergleich ausgezeichneten Ausbildung, Erfahrung sowie seinen Verfahren punkten. Bei einem inoffiziellen Wettstreit wurde das österreichische SIBCRA-Element für die beste ABC-Probenahme und das Dekontaminationselement für das beste Dekontaminationsverfahren ausgezeichnet.

In Zukunft soll die Übung in einem zweijährigen Rhythmus mit einem österreichischen Kontingent beschickt werden. Außerdem gibt es Pläne ab 2023 Einzelpersonen im Bereich der Laborauswertung und der Übungsleitung zu entsenden. So könnte sich das Österreichische Bundesheer aktiv an der Gestaltung von Szenarien beteiligen und zu einem wichtigen Partner der Precise Response werden.

Das österreichische Kontingent. (Foto: Bundesheer/Agnes Wildauer)
Das österreichische Kontingent. (Foto: Bundesheer/Agnes Wildauer)

Autor

Hauptmann Robert Kriz, BA

Referat Risikomanagement und höhere Fachausbildung im ABC-Abwehrzentrum.