Arbeits- und Transportboot

Seit März 2014 verfügt die Pioniertruppe über neue Arbeitsboote. Die modernen Boote finden beim militärischen Arbeitseinsatz über Wasser, beim Personen- und Gerätetransport sowie bei Katastrophenhilfsaufgaben Verwendung.

(Foto: PiB3/Höbarth)

Seit März 2014 verfügt die Pioniertruppe über neue Arbeitsboote. Die modernen Boote finden beim militärischen Arbeitseinsatz über Wasser, beim Personen- und Gerätetransport sowie bei Katastrophenhilfsaufgaben Verwendung. Durch den Jetantrieb anstelle einer verletzlichen Schiffsschraube, kann das Boot nahe an unverbaute Ufer heranfahren. Durch die Anschaffung und Einführung wurde hier eine Lücke bei den zurzeit verwendeten Wasserfahrzeugen des Österreichischen Bundesheeres geschlossen.

Der dringend erforderliche Modernisierungsschub der Wasserfahrzeuge des Österreichischen Bundesheeres wurde bereits im Juli 2009 mit der Vorstellung eines Katastrophenschutzpaketes eingeleitet. Heute sind erste Ergebnisse sichtbar. Beschafft wurden zeitgemäße, mehrzweckfähige Arbeitsboote, weitere schnelle Sturmboote für taktische Aufgaben sollen folgen. Die Boote aller Klassen sind deutlich größer und leistungsfähiger als die bisher verwendeten Pionier- und Sturmboote.

Mit der hydraulischen Bugklappe können während der Langsamfahrt auch Personen aufgenommen werden. (Foto: PiB3/Höbarth)

Ursprünglich sollte ein Bootstyp beide Aufgaben erfüllen. Im April 2011 wurden 30 „Spezialboote“ ausgeschrieben (davon zwölf Stück optional). Im August 2011 wurde widerrufen. Im Jänner 2012 wiederholte man die Ausschreibung für die Beschaffung, und zwar aufgeteilt einerseits in Arbeits- und Transportboote und andererseits in Sturm- und Flachwasserboote, da erkannt wurde, dass an ein „Tragtier“ andere Anforderungen gestellt werden, als an ein „Rennpferd“.

Seit Ende Juni 2013 testeten und überprüften die Pioniere die Prototypen gemäß dem Pflichtenheft der Ausschreibung. Am Nationalfeiertag 2013 wurde dann das Arbeits- und Transportboot erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die heimische Österreichische Schiffswerften AG (ÖSWAG) setzte sich im Vergabeverfahren mit einer maßgeschneiderten Neuentwicklung durch. In Summe wurden vom Bundesheer 18 Boote um 3,6 Millionen Euro beschafft.

Das Arbeitsboot hat aufgrund seiner Bauweise und dem Jetantrieb gute Fahreigenschaften bei allen möglichen Strömungsgeschwindigkeiten bzw. Witterungsverhältnissen. Das Boot ist einfach zu steuern, bleibt bei hoher Geschwindigkeit stabil im Wasser und ist durch seine Wendigkeit sicher zu manövrieren. Es verfügt über einen verstärkten Aluminiumrumpf sowie über eine hydraulisch gesteuerte Bugklappe, um das Ein- und Aussteigen an unbefestigten Ufern zu erleichtern. Die Rampe ist auch als Taucher-Plattform verwendbar. Der Bootskörper benötigt nur 0,45 Meter (beladen) Wasser unter dem Kiel. Der Tiefgang bei voller Schubleistung beträgt 0,55 Meter.

Technische Daten

Hersteller: Österreichische Schiffswerften AG (ÖSWAG)
Besatzung: 2 Mann
Abmessungen: Länge: 8,6 Meter, Breite: 2,45 Meter
Antrieb: Steyr Marine Innenbord-Dieselmotor 196 kW (266 PS) Hamilton Jetantrieb
Geschwindigkeit: max. 70 km/h
Max. Zuladung: 1 800 kg oder 12 Personen
Wasserverdrängung: etwa 4,4 Tonnen
Eigengewicht: 2 550 kg
Gesamtgewicht: 3 500 kg (Straßentransport)

Der Steuerstand des Arbeits- und Transportbootes mit seiner Geräteausstattung - Multifunktionsdisplay, Radaranlage und GPS-System inklusive. (Foto: PiB3/Höbarth)

Fahrberechtigung und Ausbildungsablauf

Voraussetzung für die Bedienung ist die abgeschlossene Wasserfahrbefugnis Klasse II (Motorboot- und Fährkommandantenkurs).

Die Schulung am Arbeitsboot gliedert sich in zwei Abschnitte, in

Folgende Themenschwerpunkte werden dabei vermittelt:

Vizeleutnant Felix Höbarth ist Unteroffizier für Öffentlichkeitsarbeit beim PiB3.


Publikationen

Dieser Beitrag erschien in folgenden Publikationen:

Truppendienst 04/2015 (346): Dynamic Response 2015