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Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

23.09.2020

Ein Dilemma und viele Perspektiven

Das Zentrum für Menschenorientierte Führung und Wehrpolitik veranstaltete vom 16. bis 18. September 2020 eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Werte und Normen – Dilemma-Bearbeitung“.

Bei der Veranstaltung wurde der Film „Terror – Ihr Urteil“ von Lars Kraume vorgeführt und anschließend diskutiert. Die Zuschauer schlüpfen bei diesem Film in die Rolle der Schöffen/Geschworenen und sollen ein Urteil über den Protagonisten fällen. Dieser hat als Pilot der Bundeswehr eine von Terroristen entführte zivile Passagiermaschine abgeschossen, bevor diese in einem mit 70.000 Besuchen besetzten Stadion zum Absturz gebracht werden konnte. Ziel der Veranstaltung war es, dieses Dilemma aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und dadurch Kernfragen aus der Sicht der jeweiligen Fachrichtungen mit Relevanz für die Ausbildung von Traineranwärtern zu erarbeiten.

Für die Veranstaltung konnten verschiedene Experten aus den Bereichen Recht & Weisung, Psychologie & Gesellschaft, Ethik & Theologie, Militär sowie Ausbildung & Führungsverhalten gewonnen werden. Diese diskutierten auf Basis ihrer jeweiligen Expertisen ihre Ansichten zum Thema und arbeiteten Fragen dazu aus. Zudem wurde analysiert, inwiefern dieses oder ähnliche Dilemmata in die Praxis von Auswahlverfahren, in die Ausbildung oder die Einsatzvorbereitung eingebunden werden könnten. Dabei zeigte sich besonders die Bedeutung der Selbstreflexion als Weg zur Erkenntnis über eigene Werte und die Recht-, Zweck- und Verhältnismäßigkeit der eigenen Handlungen. Als Fazit zeigte sich, dass komplexe Herausforderungen gesamtheitliche, interdisziplinäre Lösungsansätze brauchen.

Oberst Bernhard Schulyok


23.09.2020

Bundesheer überwacht erneut Botschaften

Ab dem 23. September 2020 übernimmt das Österreichische Bundesheer wieder die Überwachung von Botschaften und internationalen Instituten in Wien.

Die Landespolizeidirektion hat diesen sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz angefordert, um die Exekutivkräfte für den aktuellen COVID-19-Einsatz zu entlasten. Zunächst sollen 17 Objekte durch die Militärpolizei gesichert werden, bei Bedarf kann die Überwachung auf bis zu 20 Objekte erweitert werden. Der Assistenzeinsatz ist bis Ende des Jahres vorgesehen. Die Soldaten sind bei diesem Einsatz mit Pfefferspray und Dienstpistolen sowie einer Stichschutzweste ausgestattet. Sie haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Beamten der Exekutive. Das Bundesheer wurde zuletzt im Frühjahr 2020 zu einem derartigen Einsatz herangezogen.

-red-


18.09.2020

Gedenktafelenthüllung in der Birago-Kaserne

Am 17. September 2020 fand eine große Gedenkveranstaltung auf dem Gelände der Birago-Kaserne statt, bei der eine Gedenktafel enthüllt wurde.

In der Kaserne befand sich zwischen April 1944 und April 1945 das größte Außenlager des KZ-Mauthausen. Etwa 14.400 Gefangene wurden in so genannten „Blöcken“ interniert und in einer nahegelegenen Stollenanlage zur Zwangsarbeit verpflichtet. Der Verein „MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk“ organisierte die Gedenkveranstaltung gemeinsam mit dem Militärkommando Niederösterreich und dem Pionierbataillon 3. Bei der Veranstaltung wurden unter anderem Erinnerungstexte ehemaliger Melker KZ-Häftlinge verlesen und eine Gedenktafel enthüllt. Besondere Ehrengäste waren Ada und Nada Starc aus Slowenien – Tochter und Enkelin des in Melk ermordeten Joze Starc.

-red-


14.09.2020

Start der Aktion „Achtung Kriegsrelikte“

Am 13. September 2020 startete die Aktion „Achtung Kriegsrelikte“ in Österreich.

Die Aktion soll die Bevölkerung im Umgang mit Kriegsrelikten sensibilisieren. Österreichweit sollen 6.285 Plakate in 2.095 Gemeinden ausgehängt werden. Anlass dafür ist die Tatsache, dass in Österreich jährlich über 1.100 gefährliche Kriegsrelikte bei Freizeitaktivitäten oder bei Bauarbeiten gefunden werden. Allein im Jahr 2019 wurden über 26.000 kg Kriegsrelikte aufgefunden. Die Plakate sollen darauf aufmerksam machen und informieren, was im Fall eines Fundes zu tun ist. Die Fundstücke dürfen nicht berührt, bewegt oder aufgehoben werden, die nächste Polizeidienststelle muss sofort persönlich oder per Anruf unter 133 informiert werden.

-red-


09.09.2020

Drohnen-Forschungsprojekt startet in Österreich

Das EU-Forschungsprojekt CURSOR zur Optimierung von Rettungsoperationen durch Drohnen startete im August in Österreich.

Insgesamt nehmen 15 europäische und eine japanische Partner daran teil. Ziel ist es, durch den Einsatz neuer Technologien wie Miniaturroboter, Drohnen und Sensoren Rettungs- und Suchoperationen schneller und effizienter durchführen zu können. Die Feldtests für das Projekt werden auf dem Schießplatz des Österreichischen Bundesheeres in Felixdorf durchgeführt. Dabei werden Dummies aus Kunststoff, deren „Atmung“ elektrisch simuliert wird, in eine Betonröhre gelegt und verschüttet. Diese sollen durch die Drohnen aufgespürt werden. Das Forschungsprojekt CURSOR läuft bereits seit September 2019 und soll Ende August 2022 abgeschlossen werden. Finanziell wird das Projekt von der Europäische Kommission mit knapp 7 Mio. Euro unterstützt.

-red-


03.09.2020

Digitaler Kompetenztest für Grundwehrdiener

Bei der Stellung wird ab dem 1. September 2020 ein digitaler Kompetenztest für Rekruten angeboten.

Dieses freiwillige Testangebot soll die digitale Kompetenz prüfen und beruht auf einer Kooperation zwischen dem Verteidigungs- und dem Wirtschaftsministerium. Auf Basis der Ergebnisse wird ein individuelles Ausbildungs- und Trainingsangebot für die persönliche Weiterentwicklung der digitalen Kompetenzen erstellt. Laut Generalmajor Erwin Hameseder ist die digitale Kompetenz, neben Rechnen, Lesen und Schreiben, heute als vierte Grundfertigkeit zu sehen. Das Projekt könnte in Zukunft auch auf Miliz- und Kadersoldaten ausgeweitet werden.

-red-


27.08.2020

Hochgebirgslandekurs für Hubschraubercrews

Am 25. August verunfallte ein Bergsteiger am Dachsteinmassiv schwer. Die alarmierte Crew einer Bundesheer-„Alouette“ III aus Aigen im Ennstal musste eine schwierige Seil-Bergung bei Nacht durchführen, um das Leben des Verunglückten zu retten.

Dieser aktuelle Einsatz zeigt, wie wichtig und notwendig es ist, über gut ausgebildete Hubschraubercrews zu verfügen. Um das zu gewährleisten, müssen Hubschrauberbesatzungen gut ausgebildet sein, mit den speziellen Bedingungen im alpinen Gelände (sowohl im Sommer als auch im Winter) vertraut sein und regelmäßige Übungen absolvieren. Hier gilt: „Was nicht geübt wird, wird im Einsatz nicht beherrscht“. Um diesen Grundsatz gerecht zu werden, findet aktuell ein Hochgebirgslandekurs am Truppenübungsplatz Hochfilzen (Tirol) statt. Dabei werden alle im Bundesheer verwendeten Hubschraubertypen eingesetzt, um die Crews für alle Situationen im bestmöglich vorzubereiten. An dieser Ausbildung nehmen heuer auch zwei deutsche Crews mit Eurocoptern EC135 teil.

-MilKdo OÖ-


17.08.2020

Kinderbetreuung beim Militärkommando Oberösterreich

In den Kasernen Hörsching, Wels und Ried gibt es – trotz COVID-19 Einschränkungen – während der Sommerferien eine Kinderbetreuung für Angehörige des Bundesheeres.

Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren können dieses temporäre Angebot des Militärkommandos Oberösterreichs tage- oder wochenweise annehmen. Die Gruppengröße in Wels ist mit 19, in Ried mit 14 und in Hörsching mit 50 Kindern limitiert. Die Betreuung, inklusive Frühstück und Mittagessen, ist kostenlos. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, die Eltern zu entlasten und den Kindern eine abwechslungsreiche und ansprechende Ferienzeit zu ermöglichen.

Gerhard Oberreiter, MilKdo OÖ


15.08.2020

Partnerschaft mit Nationalgarde

Das Österreichische Bundesheer wird in Zukunft mit der US-Nationalgarde kooperieren.

Am 14. August haben der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg und US-Außenminister Mike Pompeo die Aufnahme Österreichs in das „State Partnership Program” der US-Nationalgarde verkündet. Die Partnerschaft soll unter anderem eine vertiefte Zusammenarbeit bei Übungen, friedenssichernden Einsätzen, der Bewältigung von Naturkatastrophen, dem Grenzschutz, der Cyber Security oder der Ausbildung von Unteroffizieren ermöglichen.

Dieses Programm der Nationalgarde wurde vor 27 Jahren gegründet und hat aktuell 82 Mitglieder. Alle 22 europäischen Mitgliedsstaaten waren früher ein Teil des ehemaligen Warschauer Paktes oder (im Fall der jugoslawischen Nachfolgestaaten) kommunistisch regiert. Die Nationalgarde ist eine von sechs Teilstreitkräften der USA. Sie ist hinsichtlich ihrer Organisation mit der Miliz des Bundesheeres vergleichbar, jedoch dem Gouverneur eines Bundesstaates unterstellt. In Friedenszeiten haben das Bundesheer und die US-Nationalgarde ähnliche Aufgaben. Das „State Partnership Program” ist nicht die erste militärische Kooperation zwischen den USA und Österreich. Beide Staaten arbeiten bereits seit Jahrzehnten eng zusammen, nehmen wechselseitig an Ausbildungen und Übungen teil oder sind gemeinsam an internationalen Einsätzen (beispielsweise im Kosovo) beteiligt.

-red-


14.08.2020

Kontaktpersonenmanagement durch Soldaten in OÖ

Seit Juli 2020 unterstützt das Bundesheer die Bezirkshauptmannschaften in Oberösterreich beim Kontaktpersonenmanagement.

Aufgrund der steigenden COVID-19-Infektionszahlen erhöhte Oberösterreich die Testkapazitäten und forderte dafür eine Unterstützung durch das ÖBH an. So sollen Infektionscluster erkannt und entsprechende Maßnahmen rasch angeordnet werden. Beim Kontaktpersonenmanagement befragen Soldaten der 4. Panzergrenadierbrigade und der Heeresunteroffiziersakademie das Umfeld von positiv auf COVID-19 getesteten Personen. Der Assistenzeinsatz ist vom Land Oberösterreich vorerst bis zum 30. September 2020 angefordert.

-red-