Österreich

Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

27.09.2022

„Die Macht der Worte in der Krise“

Am 26. September 2022 wurde der Europäische Tag der Sprachen in der Landesverteidigungsakademie in Wien gefeiert.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Die Macht der Worte in der Krise“. Vortragende aus Politik, Wissenschaft und Militär kamen zu Wort und betonten wie wichtig Mehrsprachigkeit bei der Krisenbewältigung und zur Entwicklung eines sicheren Umfeldes sei. ObstdG MMag. Thomas Fronek, Leiter des Sprachinstitutes des Bundesheeres (SIB), eröffnete den Vormittag. Für ihn ist die Mehrsprachigkeit eine unabdingbare Säule für Einsätze des Bundesheeres im In- und Ausland. Als Leiter des SIB sei ihm die Vermittlung von Sprachkompetenz ein besonderes Anliegen, um die nachhaltige Auftragserfüllung des Bundesheeres zu gewährleisten.

Als nächstes referierte Generalmajor Mag. Rudolf Striedinger, designierter Chef des Generalstabes, über die „Bedeutung des Sprachwesens im ÖBH“. Nachdem er „Sprache“ als Mittel der Kommunikation und Verständigung, aber auch als Basis für Missverständnisse definierte, umriss er wie sich der Stellenwert von Mehrsprachigkeit in den letzten Jahren im Bundesheer wandelte. Mit zunehmendem Engagement bei Auslandseinsätzen wurde zunächst die englische Sprache unabdinglich. Für Einsätze in Afrika war es dann französisch und derzeit ortet er dringenden Bedarf an portugiesisch. Sein Tenor lautet: Fremdsprachen sind zwingend notwendig. Gleichzeitig lobte er den hohen Standard der Sprachvermittlung am SIB.

Im Anschluss hielt Univ. Prof Dr. iur. Milos Vec einen Vortrag über „Die Macht der Worte im internationalen Recht“. Dabei ging er auf fünf Punkte ein:

  • Sprache ist nicht neutral;
  • Sprache lebt;
  • Streit über Worte und Erzählungen;
  • Sprache als Propagandainstrument und
  • Konfliktlösung über Sprache.


Diese fünf Punkte beschrieb er am Beispiel des Wortes „Völkerrecht“, von der Entstehung des Begriffes, über Kritik an diesem bzw. Alternativbegriffe, die sich nicht durchsetzen konnten, bis hin zum Wandel seiner Bedeutung. Dabei ging er zunächst darauf ein, wie aus Erzählungen Begriffe entstehen, die mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen sind. Diese sind oft umstritten und müssen sich gegen Alternativbegriffe durchsetzen. Als Beispiel dafür nannte er „Völkergemeinrecht“ und „internationales Recht“ – beides konnten „Völkerrecht“ nicht ersetzten.

Anschließend sprach er über Bedeutungsveränderungen von Begriffen, und über den „Streit“ über Erzählungen. Sprache sei nicht neutral und Worte haben Färbungen, die wiederum unsere Ideen von der Welt beeinflussen und formen so die Realität, so Vec. Dass Sprache als Propagandainstrument dienen kann, machte der Vortragende am Beispiel des Ukraine-Krieges fest. Der russische Präsident Wladimir Putin schaffte es ein Narrativ zu kreieren, dass seine „Sonderoperation“ aufgrund eines „Genozids“ an der russischen Bevölkerung in der Ukraine rechtfertigte. Zu guter Letzt widmete Vec sich noch der Konfliktlösung über Sprache.

Botschafter Dr. Wolfgang Petritsch, Präsident des Österreichischen Instituts für internationale Politik sprach über „Die Macht der Worte in der Krise“. Er berichtete von seinen Erfahrungen als Diplomat im Kosovo und in Bosnien und Herzegowina. Er versuchte die Frage, wie ein Friedensprozess in die Wege zu leiten sei, anhand der diplomatischen Bemühungen im Kosovo zu beantworten. Laut ihm seien Sprache und Begriffe wesentlich, um in einer emotionalisierten Situation einen Schritt zurückzugehen, zu entschärfen, zu analysieren, zu verhandeln und schlussendlich zu überzeugen. Dennoch gestand er ein, dass die Herausforderungen im Ukraine-Krieg über die Macht der Worte hinausgehen. Wenn Waffen im Spiel sind, sei es sehr schwierig wieder auf die verbale Ebene zu kommen.

Nach einer Pause hielt der Sprachtrainer Major Mag.(FH) Anton Arrer einen Vortrag zum Thema „Sprachtrainer – Peer-Mentoring als Erfolgsfaktor“. Danach wurden die Sprachtrainerabzeichen des ÖBH von Brigadier Mag. Reinhard Schöberl, Chef des Stabes und stellvertretender Kommandant der Landesverteidigungsakademie, verliehen. Der nächste Programmpunkt war die Eröffnung der Ausstellung „Militär und Sprache(n) im Wandel der Zeit“ durch ObstdhmfD i.R. Mag. Dr. Bruno Nestler und ObstdhmfD Mag. Dr. PhDr. Wolfgang Zecha. Mag.a Claudia Kropf, Sprachbeauftragte der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, sprach danach über „Sprachpolitik in der Europäischen Union“, bevor Brigadier Schöberl die Veranstaltung mit seinem Vortrag über „Sprachenpolitik als wirksame Sicherheitsvorsorge“ schloss.

-slu-


16.09.2022

Funkverbindung im Notfall

Die Notfunkstelle des Militärkommandos Salzburg ist eine Einrichtung, die noch sendet, wenn Internet, Telefon oder Mobiltelefon, z. B. bei einem Blackout, bereits ausgefallen sind.

Die Notfunkstelle in der Schwarzenberg-Kaserne ist ein Teil der österreichweiten Nachrichten- und Informationsverbindung. Aufgrund ihrer Generatoren funktioniert sie im Krisen- und Katastrophenfall auch dann noch, wenn herkömmliche Kommunikationsmittel schon stillstehen. Bei einem möglichen Einsatzfall stehen aktuell zehn Fernmelde-Spezialisten bereit um einen 24-Stunden-Betrieb sicherzustellen.

Die Operatoren sind aktive Soldaten und Zivilbedienstete des Bundesheeres sowie ehemalige Soldaten des Ruhestandes. Alle haben eine positiv abgelegte Amateurfunkprüfung und ein zugewiesenes Rufzeichen - die Voraussetzung für ihre Tätigkeit. Alle sind Mitglieder der "Austrian Military Radio Society" (AMRS). Sie informieren über das Amateurfunkwesen im Österreichischen Bundesheer und bieten Aus- und Weiterbildung der Mitglieder in technischen, rechtlichen und betrieblichen Belangen an.

Soldatinnen und Soldaten (aktiv, Miliz oder im Ruhestand) sowie Zivilbedienstete des Bundesheeres aus Salzburg oder Oberösterreich, die sich für den Amateurfunk und für die Mitarbeit bei der Notfunkstelle interessieren sind willkommen. Weitere Informationen gibt es bei der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation des Militärkommandos Salzburg, unter: 050201 80 40910

-red-


12.09.2022

IKT-Sicherheitskonferenz 2022

Von 14. bis 15. September 2022 veranstaltet das Bundesheer zum zehnten Mal die IKT-Sicherheitskonferenz in der Congress Messe Wien.

Die Vorbeugung und Abwehr von Cyber-Angriffen erfordert internationale und fachübergreifende Zusammenarbeit. Das Ziel der IKT-Sicherheitskonferenz ist daher die Fortbildung und Vernetzung von IT-Sicherheitsexperten aus allen Bereichen. Am Programm stehen neben Vorträgen und Ausstellungen von Security Unternehmen auch ein Live-Hacking sowie die European Cyber Security Challenge 2022. An den beiden Konferenztagen werden etwa 4.000 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet. Die IKT-Sicherheitskonferenz ist die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum.

-red-


24.08.2022

Deutschland/Österreich: Berufspraktikum für Offiziersanwärter

40 Berufsoffiziersanwärter des Bundesheeres sind aktuell zu einem Truppenpraktikum in Deutschland.

Sechs Wochen lang sollen die angehenden Offiziere Erfahrungen bei der Deutschen Bundeswehr sammeln. So werden einige als Ausbilder auf der Ebene Gruppe und Zug eingesetzt. Neben Deutschland beteiligen sich auch Ungarn, Griechenland, Tschechien und andere NATO-Staaten an dem Berufspraktikum des Erasmus Plus Programmes.

-red-


22.08.2022

Panzergrenadiere schießen im alpinen Gelände

Erstmals nutzte eine Panzergrenadierkompanie den Truppenübungsplatz Hochfilzen für ein Gefechtsschießen.

In der 32. und 33. Kalenderwoche 2022 waren 80 Soldaten der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 35 (Großmittel), mit zwölf Schützenpanzern ULAN auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen. Sie übten den militärischen Einsatz und das Scharfschießen im alpinen Raum. Ziel dieser Ausbildung war das Zusammenwirken von Schützenpanzern mit abgesessenen Panzergrenadieren. Der Höhepunkt war ein Kompaniegefechtsschießen im alpinen Gelände. Mit Übungen wie dieser bereiten sich die Panzergrenadiere für internationale Missionen in alpinen Einsatzräumen, wie im Kosovo oder Bosnien und Herzegowina, aber auch für Schutz- und Sicherungsoperationen im Inland vor.

Der Truppenübungsplatz Hochfilzen ist mit 1.400 Hektar Fläche einer von fünf großen Übungsplätze des Bundesheeres. Hauptsächliche wird er für die Schieß- und allgemeine Einsatzausbildung, aber auch für die Alpinausbildung genutzt. Zusätzlich wird der Truppenübungsplatz durch ausländische Streitkräfte, im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden oder Initiativen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union genutzt. Darüber hinaus befindet sich ein Biathlonzentrum, der Austragungsort von Weltcuprennen, und das Heeresleistungssportzentrum 10 auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen.

Flickr-Album zum Kompaniegefechtsschießen der 3./PzGrenB35: https://bit.ly/3AbySp3 

-Rene Auer, MilKdo Salzburg-


08.08.2022

Bundesheer birgt 13,5 Tonnen Kriegsmaterial

Im ersten Halbjahr 2022 haben Experten des Bundesheeres 13,5 Tonnen Kriegsmaterial geborgen.

Insgesamt wurden von 515 Fund- und Wahrnehmungsmeldungen untersucht. Die meisten Bergungen im ersten Halbjahr 2022 gab es in Niederösterreich mit 253 Einsätzen. Seit 2013 wurden bereits über 300 Tonnen Kriegsmaterial in über 10.000 Einsätzen untersucht, geborgen und abtransportiert. Üblicherweise werden die Kriegsrelikte auf den Sprengplätzen des Bundesheeres in Großmittel oder Allentsteig vernichtet. Im Durchschnitt sind die Mitarbeiter des Entminungsdienstes zwei bis drei Mal täglich in ganz Österreich im Einsatz.

Ein Fund von Kriegsmaterial muss sofort bei der nächsten Polizeistation oder telefonisch gemeldet werden. Bis zum Eintreffen des Entminungsdienstes gilt es unbedingt Abstand zu halten und die Gegenstände auf keinen Fall zu berühren.

-red-


25.07.2022

„Constructor 2022“ am Truppenübungsplatz Allentsteig

Von 25. bis 29. Juli 2022 findet die Übung „Constructor 2022“ am Truppenübungsplatz Allentsteig statt.

An der Übung nehmen 720 Soldaten teil. Unter der Leitung der Heerestruppenschule wird die Zusammenarbeit verschiedenster Waffengattungen und Geräte, wie unter anderem der Einsatz von Drohnen oder Kampfpanzern, gemeinsam mit Bodentruppen trainiert. Ziel ist es, Berufssoldaten-Anwärter und Lehrgangs-Teilnehmer deren Abschlussprüfungen vorzubereiten. Außerdem sollen verschiedene Kaderanwärterausbildungen und Lehrgänge des Bundesheeres zusammengebracht werden, um das Zusammenwirken unterschiedlicher Waffengattungen am Gefechtsfeld zu trainieren.

Die teilnehmenden Soldaten kommen aus Österreich. Unterstützt wird das Training unter anderem durch fünf Kampfpanzer „Leopard“ 2A4, sechs Schützenpanzer „Ulan“, einen Bergepanzer, vier Panzerhaubitzen „M-109 A5Ö“, drei schwere Granatwerfer, ein gepanzertes Sanitätsfahrzeug „Dingo“, ein Schwerlasttransportsystem für 70 und eines für 30 Tonnen Last und einen 76-m-Kran.

-red-


21.07.2022

Griechenland/Österreich: Konsultationsgespräche

Von 27. bis 29. Juni 2022 trafen sich Vertreter Österreichs und Griechenlands zu Gesprächen über eine bilaterale Kooperation und den EU-Grenzschutz.

An den Konsultationsgesprächen in Alexandroupolis nahmen der Generalsekretär und Verteidigungspolitische Direktor des Verteidigungsministeriums, Dr. Arnold Kammel, und der griechische Verteidigungspolitische Direktor Dr. Konstantinos Balomenos teil. Ein besonderer Fokus lag auf dem Thema der illegalen Migration, da Griechenland nicht nur seine nationalen Grenzen, sondern auch die EU-Außengrenze in Richtung Türkei und Mittlerer bzw. Naher Osten, schützt. Im Anschluss an die Gespräche konnten Experten aus Österreich und Griechenland bei einem Workshop Wissen über die Instrumentalisierung von illegaler Migration als hybride Bedrohung und die Rolle des Militärs bei deren Bekämpfung austauschen.

-red-


20.07.2022

Bundesheerkooperation mit US-Nationalgarde

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner unterzeichnete am 19. Juli 2022 das „State Partnership Program“ (SPP) mit der Nationalgarde Vermont.

Die Unterschriftenzeremonie fand im Verteidigungsministerium statt, wobei unter anderem der Kommandant der Nationalgarde der USA, General Daniel Hokanson, und der Kommandant der Nationalgarde Vermont, Generalmajor Gregory Knight, anwesend waren. Bei dem militärischen Festakt, der durch Militärmusik begleitet wurde, betonten sowohl die Kommandanten der Nationalgarde als auch Verteidigungsministerin Tanner die gemeinsamen Werte und die historische Zusammenarbeit zwischen dem US-Bundesstaat Vermont und Österreich.

Das SPP ermöglicht einen Austausch von Fähigkeiten, Erfahrungen und Know-How. Insbesondere in den Bereichen Antizipation, Früherkennung und Aufklärungsfähigkeit, Cyberabwehr, Einsatzführung im urbanen Raum und Hochgebirge, Drohnennutzung und -abwehr, Militärmedizin, Katastropheneinsatz und die internationale Terrorismusbekämpfung soll zukünftig enger zusammengearbeitet werden.

-red-


18.07.2022

Workshop „In Verteidigung der Demokratie“

Am 13. Juli 2022 veranstaltete das Bundesheer am Fliegerhorst Vogler in Hörsching den Workshop „In Verteidigung der Demokratie“.

Der Workshop ging der Frage nach, wie kompetent „man“ ist, wenn es darum geht Gefahren für die Demokratie im Netz zu erkennen. Im Fokus stand dabei die Umfassende Landesverteidigung mit den vier Teilbereichen geistige, zivile, militärische und wirtschaftliche Landesverteidigung.

Zu Beginn gaben die Teilnehmer eine Einschätzung zu ihrer eigenen Medienkompetenz, zur Frage, ob die Demokratie bedroht sei und welche Rolle das Bundesheer in der Verteidigung der Demokratie habe ab. Anschließend wurden die Fragen der inneren und äußeren Bedrohung der Demokratie und die Rolle der Medien in Arbeitsgruppen behandelt.

Ziel des Workshops war es darzustellen, welche Arten von Desinformationen Mitglieder der Gesellschaft im Alltag ausgesetzt sind, wie man diese erkennen und ihnen begegnen kann. Vor allem jüngere Menschen nutzen Soziale Medien als Quelle für Informationen und müssten daher umso mehr auf den Umgang mit Desinformation geschult werden. Bildung und Medienkompetenz sind wichtige Elemente, um Fake News zu erkennen.

Etwa 70 Pädagogen, Schüler, Hochschüler- und Schülervertreter, Demokratie-Peers sowie Informationsoffiziere nahmen an dem Workshop teil. Im Jahr 2023 soll die Veranstaltung zu einem anderen Thema aus dem Bereich der Umfassenden Landesverteidigung fortgesetzt werden.

-red-