Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

25.01.2019

Nigeria: Terroristische Gruppierung im Aufwind

In den vergangenen Monaten ist eine Intensivierung der Aktivitäten des Islamic State West Africa Province (ISWAP), einer islamistischen terroristischen Gruppierung, in den Gebieten der Subsahara zu bemerken.

Ebenso kann eine entscheidende Aufrüstung der Gruppe festgestellt werden. Die Waffenlieferungen, die aus modernem Gerät bestehen, kommen hauptsächlich vom Horn von Afrika und aus dem Nahen Osten via Sudan. Auch die Struktur der Kämpfer von ISWAP hat sich grundlegend geändert. Zunehmend tauchen erfahrene IS-Kämpfer aus Syrien und dem Irak in der Gegend auf und schließen sich der Gruppierung an. ISWAP hat ebenfalls die Strategie geändert: Zivilisten werden nicht angegriffen, damit man sich langfristig ihre Unterstützung sichert, dafür werden militärische Ziele hart angegriffen. In Gebieten der Subsahara lässt sich gegenwärtig eine Rekrutierung lokaler Quellen durch den ISWAP feststellen.

Die nigerianische Armee ist durch die langen Kämpfe mit der terroristischen Gruppierung erschöpft und demoralisiert. Hinzu kommen noch Führungsschwächen und die Korruption. Das ungeschickte Verhalten der nigerianischen Armee trägt dazu bei, dass immer größere Teile der Bevölkerung Vorteile in einer Okkupation durch den ISWAP sehen.

-nt


24.01.2019

USA: Erweiterung Raketenabwehr

Die Vereinigten Staaten wollen ihre Raketenabwehr („Ground-based Midcourse Defense“) erweitern.

Bis dato haben die USA mehr als 263 Milliarden Euro in Programme, die feindliche ballistische Raketen abfangen sollen, investiert. Dies ist jedoch laut Experten keine leichte Aufgabe. Das bisherige amerikanische System, das 2004 eingeführt wurde, hat bei Tests eine Abfangrate von unter 50 Prozent.

-red-

Weiterführende Informationen:

Trump Vows to Reinvent Missile Defenses, but Offers Incremental Plans (ausführlicher englischer Artikel der New York Times) 


23.01.2019

Kroatien: Keine F-16-Kampfflugzeuge

Doch kein Deal mit Jerusalem: Kroatien wollte ursprünglich 16 gebrauchte F-16-Kampfflugzeugen von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften kaufen.

Das Geschäft scheiterte am Veto der USA. Kroatien wollte mit den Jets aus amerikanischer Produktion seine alternde MiG-21-Flugzeuge ersetzen. Der US-Kongress, dessen Zustimmung eine Erfordernis für den Verkauf von amerikanischen Rüstungsgüter ist, lehnte den Verkauf ab. Grund hierfür sind die elektronischen Modifikationen, die Israel an den Maschinen durchgeführt hat. Diese müssten vor dem Verkauf ausgebaut werden, was zu teuer und damit ein Verlustgeschäft für beide Seiten wäre. Kroatien sucht nun nach anderen Flugzeugen für seine Luftverteidigung.

-red-


22.01.2019

USA: Stationierung von Tarnkappenbombern im Pazifik

Die U.S. Air Force stationiert drei Tarnkappenbomber vom Typ B-2 auf Hawaii im Pazifik.

Zusätzlich zu den Bombern befinden sich 200 Mann des 393rd Bomber Squadron, inklusive Piloten und Wartungspersonal, zu Ausbildungszwecken im Stützpunkt Pearl-Harbor-Hickam. Die Tarnkappenbomber können konventionelle und nukleare Bomben tragen und werden rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, auf Bereitschaft sein.

Die Stationierung kann als Warnung gegenüber China, das weitreichende territoriale Ansprüche im Pazifik stellt, und Nordkorea aufgefasst werden. Bereits 2017 wurden B-2-Bomber im Pazifik auf der Insel Guam stationiert.

-red-


21.01.2019

China: Mobilisierung wegen US-Zerstörers

Nachdem am 7. Jänner 2019 ein amerikanischer Zerstörer ohne Genehmigung durch chinesische Hoheitsgewässer im Südchinesischen Meer gefahren ist, wurde eine Brigade zur Bekämpfung von Seezielen mobilisiert.

Die Brigade der Raketenstreitkräfte bezog Feuerstellungen auf den Plateaus und in der Wüste Nordwestchinas, um im Falle eines Feuerbefehles einsatzbreit zu sein. Die Feuerstellungen tief im Landesinneren wurde aus taktischen Gründen gewählt. Die Brigade ist mit DF-26-Raketen ausgerüstet. Diese haben eine Reichweite von 4.500 km und können sowohl mit konventionellen oder auch atomaren Gefechtsköpfen ausgestattet werden. Die DF-26 sind vorrangig zur Bekämpfung von Seezielen vorgesehen.

In der Flug-Anfangsphase haben die DF-26 eine relativ langsame Geschwindigkeit und können von der gegnerischen Aufklärung eingemessen und entsprechende Abwehrmaßnahmen getroffen werden. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Abschusses einer anfliegenden DF-26 aus großer Entfernung, wegen der hohen Fluggeschwindigkeit, sehr gering.

-nt-


19.01.2019

Pakistan: Antischiffraketen beunruhigen Indien

Auf vier in Bau befindlichen Fregatten der pakistanischen Marine werden zukünftig CM-302-Antischiffraketen eingesetzt werden. Die indische Marine ist deswegen alarmiert.

Indien ist besorgt, weil es unklar ist, ob die eigenen Kriegsschiffe diese Raketen, die eine Exportvariante der chinesischen YJ-12-Raketen sind, abwehren können. Die YJ-12 Raketen gelten als höchst gefährliche Antischiffwaffen. 

Indische Marineoffiziere gehen jedoch davon aus, dass es einige Zeit benötigt, bis die pakistanische Marine in der Lage ist, Angriffe über größere Entfernungen durchzuführen. Die Angriffsgeschwindigkeit der YJ-12-Raketen liegt bei einer Entfernung von 300 km bei Mach 3 und bei 400 km bei Mach 4. Die indische Marine muss sich darauf einstellen, das die pakistanische Marine ab 2021 eine größere Bedrohung für sie darstellt.

-nt-


18.01.2019

Indien: S-400 ab 2020

Indien erhält trotz der Drohung von Sanktionen durch die USA die ersten S-400-Flugabwehrraketen im kommenden Jahr.

Es wird bei der Beschaffung des russischen Waffensystems zu keiner Verzögerung kommen. Die ersten S-400 werden ab Oktober 2020 bei den indischen Streitkräften eingeführt. Indien hat fünf Stück um 4,75 Milliarden Euro gekauft. Um die Beschaffung gab es einen Streit zwischen den USA und Indien. Laut amerikanischen Militärs hatte Indien die Sanktionen gegen Russland umgangen, die ein Einfuhrverbot von russischen Waffen beinhalten.

Das S-400 „Triumf“ ist ein in Russland entwickeltes und produziertes, mobiles allwetterfähiges Langstrecken-Boden-Luft-Raketen-System zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern in allen Flughöhen.

-nt-


17.01.2019

USA: Erste F-35-Testpilotin

Major Rachael Winiecki ist die erste Pilotin des F-35-Versuchsprogrammes und fliegt den Tarnkappenjet der fünften Generation.

Winiecki weist zahlreiche Erfahrungen mit der A-10 „Thunderbolt“ auf, was mit ein Grund ist, warum sie für das Versuchsprogramm ausgewählt wurde. Major Winiecki war bereits Testpilotin der F-16 und flog mit der A-10C Einsätze in Nahost, Osteuropa und dem Pazifik. 

Sie ist seit dem 14. Dezember 2018 Teil des 461st Flight Test Squadron. Durch Winieckis zahlreiche Erfahrungen in A-10-Missionsszenarien kann sie Fähigkeiten wie Luftnahunterstützung, Suche und Rettung sowie Koordination mit Forward Air Controllern in die Testarbeit einbringen, um die Luft-Boden-Fähigkeiten der F-35 weiterzuentwickeln.

-red-


17.01.2019

China: Schwere Folgen für Wehrdienstverweigerer

2018 entschied sich ein Rekrut während der Grundausbildung gegen den Militärdienst und wurde aus der Chinesischen Volksarmee ausgestoßen.

Der Sinneswandel und die unehrenhafte Entlassung hat ernste Konsequenzen für den jungen Mann: Er wurde von den Behörden auf die „Liste der Unzuverlässigen“ gesetzt. Das bedeutet unter anderem, dass er die nächsten zwei Jahre keinen neuen Meldezettel bekommt und die nächsten zwei Jahre von jeder höheren Bildung und Reisen ins Ausland ausgeschlossen ist.

Außerdem ist er lebenslang vom Staatsdienst ausgeschlossen und muss eine Geldstrafe von 36.624 Yuan (rund 4.730 Euro) zahlen. Ihm ist weiters untersagt in den nächsten drei Jahren ein Gewerbe zu eröffnen oder einen Kredit aufzunehmen. Sein Name und sein Vergehen wurde in den Medien veröffentlicht. Das kann als Warnung für zukünftige Rekruten, die sich ähnlich verhalten wollen, verstanden werden.

-nt-


15.01.2019

USA: Keine Geschlechtertrennung bei Marines mehr

Die U.S. Marines bilden erstmals Frauen und Männer während der Rekrutenausbildung gemeinsam aus.

Die Teilstreitkraft war die letzte der Vereinigten Staaten, die die komplette Integration beider Geschlechter vollzog. Der erste weibliche Zug wurde am 5. Jänner 2019 mit einer männlichen Einheit zusammengelegt. Die Führung erhofft sich dadurch eine Effizienzsteigerung bei der Ausbildung. Die Rekruten werden jedoch weiterhin von Instruktoren ihres jeweiligen Geschlechtes betreut. Das U.S. Marine Corps wird die Maßnahme nach einer 13-wöchigen Testphase evaluieren.

-red-