Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

01.07.2019

China: Mögliche Einführung neuer VTOL-Jets

In der chinesischen Marine wird neben der Aufstellung von Flugzeugträgerkampfgruppen über die Einführung neuer VTOL-Kampfflugzeuge (Senkrechtstarter) zur schnellen Unterstützung von amphibischen Kampfgruppen und für eine flexible Verteidigung von Inseln nachgedacht.

Das Militär untersucht nun, ob Jets der Type J-31 zu VTOL-Kampfflugzeugen umgebaut werden können oder eine komplette Neuentwicklung gestartet werden muss.

Derzeit wird für die Marine ein modernes amphibisches Landungsschiff der Klasse 075, die mit der WASP- und America-Klasse vergleichbar ist, entwickelt.

-nt-


28.06.2019

China: Neues Kommandofahrzeug

Der Hersteller Xiaolong Auto entwickelte speziell für die Luftlandetruppen des chinesischen Militärs sowie für den Export ein neues Kommandofahrzeug.

XLW 2040I erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 135 km/h, kann Gräben bis zu einer Breite von 75 Zentimeter überwinden und Steigungen bis zu 45 Grad bewältigen. Das Fahrzeug ermöglicht eine Bestückung mit verschiedenen Waffen, wie beispielsweise einem 25mm Zwillingsgeschütz, einem 35mm Granatwerfer oder einer Antitankrakete. Mit dem Zwillingsgeschütz oder mit einer Antiluftrakete lassen sich damit auch Flugziele bekämpfen.

Das Auto hat seinen ersten Truppenversuch bei den Luftlandetruppen bereits erfolgreich absolviert. Dabei wurden auch Anlandungen per Fallschirm getestet.

Demnächst soll das Kommandofahrzeug XLW 2040I bei der Truppe eingeführt werden.

Für den Export ist besonders der Nahe Osten und Afrika vorgesehen.

-nt-


28.06.2019

China: Außenministerium dementiert Lasereinsatz gegen US-Piloten

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lu Kang wies am 17. Juni 2019 bei einer Pressekonferenz mehrere US-Medienberichte zurück, wonach China versuche den Luftraum über seiner Versorgungsbasis in Dschibuti für fremde Flugzeuge mittels Laserlicht zu schließen.

Amerikanische Militärpiloten hatten gemeldet, dass sie durch Laserstrahlen aus der chinesischen Versorgungsbasis geblendet wurden.

Der Sprecher dementierte die Behauptungen und betonte, China würde sich prinzipiell an Gesetze des Gastlandes und an internationales Recht halten.

-nt-


27.06.2019

Japan: „Talisman“-Manöver in Australien

Am 17. Juni 2019 trafen der japanische Hubschrauberträger JNS „Ise“ sowie das amphibische Landungsschiff JNS „Kunisaki“ in Brisbane (Australien) zum diesjährigen „Talisman“-Manöver ein.

An der gemeinsamen Übung nahm, neben australischen Seestreitkräften und der US-Marine, erstmals die neu aufgestellte japanische Marineinfanteriebrigade, zusammen mit einer Hubschrauberbrigade teil.

Es handelt sich dabei um die bisher größte japanische Beteiligung am „Talisman“-Manöver. Bisher war Japan lediglich mit 40 bis 50 Soldaten vertreten.

Die JNS „Kunisaki“ verfügt über Platz für insgesamt 330 Marineinfanteristen.

Heuer werden insgesamt 25.000 Soldaten aus Australien, den USA und Japan an der Übung teilnehmen.

-nt-


27.06.2019

Indien: USA wollen Kauf von S-400-Raketen verhindern

Die Vereinigten Staaten versuchen, mit wirtschaftlichem und politischem Druck, die indische Regierung dazu zu bewegen, von ihrem geplanten Kauf russischer S-400-Raketen abzurücken.

Bei einem Verzicht auf die Raketen bieten die USA Indien F-35-Kampfflugzeuge an.

Dieses Angebot wird derzeit von indischen Medien und Luftwaffenoffizieren intensiv diskutiert. Außer Frage steht, dass Indien seine veralteten MiG-21 und MiG-27 künftig ersetzen muss. Das Land hat jedoch mit amerikanischen Waffen wenig bis keine Erfahrung und Experten fürchten eine mögliche Abhängigkeit von den USA. Aber auch die schlechten Einsatzerfahrungen der amerikanischen Streitkräfte sowie die schwierige Ersatzteilbeschaffung der F-35 werden kritisch gesehen. Aufgrund immer wieder auftretender Fehler im Betrieb lassen sich derzeit lediglich 52 Prozent der Einsätze ohne Abbruch fliegen. Außerdem sind die indischen Luftwaffenoffiziere der Ansicht, dass die F-35 mit einer Maximalgeschwindigkeit von Mach 1,6 nicht schnell genug wäre und zusätzlich wenig Beweglichkeit im Luftkampf aufweisen würde.

-nt-


26.06.2019

Deutschland: Ein Toter bei Eurofighter-Kollision

Am 24. Juni 2019 sind kurz vor 14 Uhr im deutschen Mecklenburg-Vorpommern zwei Eurofighter „Typhoon“ der Bundeswehr zusammengestoßen und abgestürzt.

Beide Piloten retteten sich mittels Schleudersitz aus den brennenden Flugzeugen, auch die Fallschirme öffneten sich. Einer der Luftwaffenoffiziere konnte lebend aus einer Baumkrone geborgen werden, der andere wurde nach mehr als einer Stunde intensiver Suche nur mehr tot aufgefunden. Der Überlebende befinde sich derzeit in ärztlicher Behandlung und schwebe nicht in Lebensgefahr, so ein Bundeswehrsprecher.

Die verunglückten Maschinen stürzten zehn Kilometer voneinander entfernt, nahe zweier Ortschaften ab. Zivilpersonen wurden nicht verletzt.

Die beiden Jets gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage bei Rostock. Während eines Übungsfluges simulierten diese gemeinsam mit einem dritten Eurofighter einen Luftkampf, ehe es 20 Minuten später zum Unglück kam. Nach Angaben der Luftwaffe waren alle Kampfflugzeuge unbewaffnet.

Der Zusammenstoß war europaweit der neunte Unfall mit einem Eurofighter „Typhoon“ und der erste tödliche Absturz im Dienst der deutschen Bundeswehr seit der Übernahme vor 15 Jahren.

-red-


25.06.2019

China: Test von Hubschrauberdrohne

Am 14. Juni 2019 wurde die Hubschrauberdrohne AV-500 erstmals bei einem Nachteinsatz unter schwierigen Wetterbedingungen über der Südchinesischen See getestet.

Der Test bestand aus einer Aufklärungsmission, bei der ein bestimmtes Zielschiff gefunden und Informationen über dieses gesammelt werden musste. Das Zielschiff konnte von der Drohne erfolgreich entdeckt werden. AV-500 hatte während des Tests mit Gegenwind von 15 m/s sowie starker Feuchtigkeit und einem hohen Salzgehalt in der Luft zu kämpfen. Die Aufklärungsbilder und Videoaufnahmen waren trotzdem von guter Qualität.

Der Hersteller Aviation Industry of China (AVIC) geht aufgrund der Testergebnisse davon aus, dass demnächst mit Truppenversuchen beim chinesischen Militär begonnen wird.

AV-500 führte bereits mehrere Flüge über Land durch. Einerseits wurden dabei die Aufklärungsmöglichkeiten der Drohne getestet, andererseits wurde das Fluggerät auch auf seine Waffeneinsatzfähigkeit geprüft.

Die Hubschrauberdrohne kann mit einer Zuladung von bis zu 175 kg bei einer Maximalgeschwindigkeit von 170 km/h betrieben werden. Sie wird mit Luft/Bodenraketen oder einem Maschinengewehr bestückt.

Das chinesische Militär verfügt derzeit über keine Hubschrauberdrohnen.

-nt-


24.06.2019

China: Neues Anti-Stealth-Marineradar

Für die Entwicklung eines neuen Marineradars haben die Wissenschaftler Liu Yongtan und Qian Qihu den Staatspreis für Wissenschaft und Technologie erhalten.

Das Radar arbeitet mit hochfrequenzmagnetischen Wellen. Durch den Langwellenbereich und den breiten Suchkegel ist das Gerät in der Lage Schiffe und Flugzeuge über hunderte Kilometer und bei jedem Wetter zu erfassen. Herkömmliche Radarwellen operieren mittels einer geraden Linie, das chinesische Marineradar arbeitet entlang der Meeresoberfläche und ist damit fähig auch Objekte hinter dem Horizont zu erkennen.

Durch die Nutzung des Langwellenbereiches lassen sich selbst Tarnkappenflugzeuge entdecken. Die gegenwärtige Stealthtechnologie, die bei Kampfflugzeugen und Schiffen angewendet wird, basiert auf der Annahme, dass Objekte von herkömmlichen Radarstrahlen des Mikrowellenbereiches erfasst werden. Gegen Radarstrahlen im Langwellenbereich existiert jedoch noch kein Schutz.

Eine weitere Eigenschaft des neuen Marineradars ist seine Immunität gegenüber Radarwaffen. Die Antennen der Antiradarwaffen sind nicht groß genug, um den weiten Kegel bis zur Strahlungsquelle zu erfassen und ihre Geschoße ins Ziel zu bringen.

Das neue Marineradar wird gegenwärtig als Landversion eingesetzt, mit dem eine tiefe Radarabwehrstellung entlang der Küste aufgebaut wird. An der Ausrüstung von Kampfschiffen mit dem neuen Radarsystem wird zur Zeit gearbeitet.

-nt-


22.06.2019

Indien: Marine lehnt Übernahme von U-Boot ab

Die indische Marine hat die Übernahme des zweiten U-Bootes der „Scorpene“-Klasse, der INS „Khanderi“, wegen schwerer technischer Mängel abgelehnt.

Bei Testfahrten kam es zu einer Reihe von Problemen, die eine Indienststellung unmöglich machten. Schon während des Baus wurden mehrere gravierende Mängel festgestellt, die die Erstauslieferung um insgesamt fünf Jahre verzögerten.

Durch die nicht erfolgte Übernahme des U-Bootes dürfte sich die Abwicklung des gesamten Programmes um ein weiteres Jahr verzögern. Eines der Hauptprobleme der INS „Khanderi“ betrifft die große Lärmentwicklung der Maschine und des Propellers.

Das dritte U-Boot der „Scorpene“-Klasse, die INS „Karanj“, hat inzwischen mit ersten Testfahrten begonnen. Bis dato ist unklar, ob das Unterwasserschiff mit denselben Problemen zu kämpfen hat.

-nt-


19.06.2019

Frankreich: Startschuss für neuen europäischen Kampfjet

Die Verteidigungsminister von Deutschland, Frankreich und Spanien haben am 17.06.2019 auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris ein vorläufiges Modell des neuen europäischen Kampfjets FCAS (Future Combat Air System) vorgestellt und ein Rahmenabkommen geschlossen.

Der neue Stealth-Jet wird Teil des Kampfjetsystems FCAS (Future Combat Air System) sein, das zusätzlich aus Remote Carriers (unbemannten Drohnen) und Combat Clouds besteht. Der Systemverbund soll ab 2040 zum Einsatz kommen und wird mit Beschaffung und Betrieb insgesamt 100 Milliarden Euro kosten.

Die Entwicklung findet unter der Federführung von Airbus und Dassault Aviation statt. Sie soll einen modernen Ersatz für alte Tornado-, Eurofighter- und Rafale-Maschinen schaffen.

-red-

Ausführliche Informationen zum neuen Kampfjetsystem FCAS sind unter folgenden Links abrufbar:

FAZ: Europas künftiges Kampfflugzeug nimmt Formen an

Handelsblatt: Startschuss für den Eurofighter-Nachfolger

Wirtschaftswoche: Der weite Weg zum neuen Kampfjet

Welt: Bei Europas neuem Kampfjet ist noch vieles unklar

Welt: Europas Super-Kampfjet soll der größte Feind des Radars werden