Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

27.02.2020

Pakistan: Neue Marschflugkörper

Pakistan testet aktuell eine neue Version der 2017 entwickelten luftgestützten Marschflugkörper Ra’ad II.

Die Ra’ad II konnte bisher nur von Mirage III Jagdflugzeugen gestartet werden und hat eine Reichweite von 550 km. Die neue Version soll eine Reichweite von über 600 km haben und über ein verbessertes Navigationssystem sowie einen optimierten Lufteinlauf verfügen.

-nt-


26.02.2020

Philippinen: Beendigung des Militärabkommens mit den USA

Präsident Rodrigo Roa Duterte hat das militärische Abkommen zwischen den Philippinen und den USA nach 22 Jahren aufgekündigt.

Durch das Abkommen wurden bisher gemeinsame Übungen, Flottenbesuche und andere militärische Aktivitäten geregelt. Die Aufkündigung soll der erste große Schritt zur Beendigung der militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten sein. Die Philippinen wollen künftig selbst für ihre Landesverteidigung sorgen und sich nicht mehr auf andere Länder verlassen.

Dieser Schritt wurde gesetzt, da das südostasiatische Land im Falle einer Besetzung durch China nicht auf die Hilfe der USA vertraut. Ausschlaggebend für diese Annahme dürfte die Verweigerung eines Visums für den ehemaligen obersten Polizeichef der Philippinen durch die USA gewesen sein. Präsident Duterte hatte die USA bereits mehrfach vor ernsten Konsequenzen gewarnt, sollte sein Land nicht auf Augenhöhe behandelt werden.

-nt-


26.02.2020

Indien: Verhandlungen mit USA über Raketenabwehrsystem

Bereits seit einigen Monaten verhandeln die USA und Indien über den Zukauf des Raketenabwehrsystems NASAMS II.

Nachdem Zweifel am aktuellen Abwehrsystems aufgekommen waren, könnte nun ein System aus den USA für den Schutz der Hauptstadt Delhi in Frage kommen. Das NASAMS II („Norwegian Advanced Surface to Air Missile System“) würde die bereits vorhandenen Systeme S-400 Triumf aus Russland und Barak-8 aus Israel ergänzen. Experten gehen jedoch davon aus, dass es für Indien eine Herausforderung sein wird, die unterschiedlichen Luftabwehrsysteme zu einem funktionierenden System zusammenfassen.

-nt-


25.02.2020

China: U-Boot-Ortung durch Laser im Test

Wissenschaftler des Shanghai Institute of Optics and fine Mechanics sollen aktuell eine Methode testen, durch die U-Boote in großer Tiefe mittels Laser geortet werden können.

Die Tests werden mit blauen und grünen Laserstrahlen, die von Flugzeugen abgeschickt werden, durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigten bisher, dass mit den Lasern eine Ortung von U-Booten in bis zu 160 Metern Tiefe möglich ist, Tests in weiterer Tiefe sollen folgen. Aufgrund der sensiblen Sensoren, die bei dieser Methode verwendet werden, reicht bereits ein zurückgeworfenes Lichtteilchen, um ein U-Boot zu erfassen. Die Flugzeuge können dadurch in einer Höhe von bis zu 900 Metern über der Wasseroberfläche fliegen.

Bereits 2018 haben chinesische Wissenschaftler eine Methode gefunden, mittels eines Satelliten und eines Laserstrahles U-Boote aus dem Weltraum zu orten und sogar mit ihnen zu kommunizieren. Nachteil dabei ist, dass Wolken, trübes Wasser und Fischschwärme den Laserstrahl stören können.

Eine weitere neue Methode für die U-Boot-Ortung wurde am Institut für Physik und Mathematik in Wuhan entwickelt. Hierbei wird ein Detektor verwendet, der bereits sehr schwachen Magnetismus feststellen kann. Im Gegensatz zu den Lasern ist der technische Aufwand jedoch hoch: Der Sensor kann nur bei einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt arbeiten, muss dabei von Gas umgeben sein und benötigt viel Energie.

-nt-


24.02.2020

Indien: Neuanschaffung von Haubitzen

Das indische Verteidigungsministerium plant die Beschaffung von 1.580 Stück „Autonomous Towed Howitzer Ordnance Systems“ (ATHOS).

Bei dem Gerät handelt es sich um eine Haubitze mit 155mm/52 Kaliber, die auf Lastwägen montiert wird. 1.180 Stück des in Israel entwickelten Systems sollen in einem Joint Venture in Jabalpur, die restlichen 400 Stück in Israel gebaut werden.

-nt-


24.02.2020

China: Manöver rund um Taiwan

Am 9. und 10. Februar 2020 führte die chinesische Luftwaffe gemeinsam mit der Marineluftwaffe ein Manöver rund um den Luftraum von Taiwan durch.

Geübt wurden der Luftkampf und die Feuerunterstützung im Falle einer Invasion. Das zweitägige Manöver soll den Unabhängigkeitskräften auf der Insel die Überlegenheit des chinesischen Militärs vor Augen führen.

-nt-


21.02.2020

Serbien: Schützenpanzer BVP M-80AB1 im Test

Wie das serbische Militärfachmagazin Odbrana berichtet, testen die serbischen Streitkräfte eine modernisierte Version des Schützenpanzers BVP M-80A.

Die serbische Armee führt aktuell zahlreiche Modernisierungen durch und setzt dabei auf neue Technologien. Im Zuge dessen soll der bereits in die Jahre gekommene Schützenpanzer BVP M-80A mit Wärmebildkameras, einer verbesserten Maschinenkanone und einer zeitgemäßen Panzerung ausgestattet werden. Die Ingenieure waren mit den Ergebnissen der Tests, die im Jänner 2020 bei einem Scharfschießen am Übungsplatz „Nikinci“ des Technischen Testzentrums stattfanden, zufrieden. Nun wollen sie in die nächste Phase des Test- und Erprobungsbetriebes des BVP M-80AB1 – wie diese Version des BVP M-80A genannt wird – einsteigen.

Der serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulin war bei den Tests vor Ort. Gegenüber Medienvertretern betonte Vulin, dass eine moderne Armee alle Aufgaben bei Tag und Nacht unabhängig des Wetters auszuführen müsse. Die Ausstattung des Schützenpanzers mit Wärmebildkameras, einer leistungsfähigen Maschinenkanone und Panzerung sei die notwendige Konsequenz, um die militärischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können.

-red-


20.02.2020

International: Klimaschutz als Aufgabe für das Militär

Der „World Climate and Security Report 2020“ bezeichnet den Klimawandel als indirekte Gefahr für die weltweite Sicherheit.

Laut dem vom „International Military Council on Climate and Security“ (IMCCS) herausgegebenen Bericht bedroht das Schmelzen der Gletscher in Südostasien, aufgrund der dadurch ausgelösten Überschwemmungen, zahlreiche Militärhäfen. Auch die Trinkwasserversorgung würde dadurch gefährdet, da die Gletscher in Asien die drittgrößte Reserve an Frischwasser nach der Arktis und Antarktis darstellen. Durch den damit einhergehenden Anstieg des Meeresspiegels würde zudem die Existenz von Inseln bedroht, womit geopolitische Spannungen einhergehen können. Als Beispiel wird die Unstimmigkeiten zwischen EU-Staaten genannt, welche die Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa auslöste. Besonders kritisch stelle sich die Situation für Afrika, die Polarkappen, Südostasien und den amerikanischen Kontinent dar.

Der IMCCS wurde 2019 gegründet und setzt sich aus militärischen Führungspersonen und Sicherheitsexperten aus 32 Nationen zusammen. Er beschäftigt sich mit dem Analysieren, Diskutieren und Abschätzen von Sicherheitsrisiken des Klimawandels.

-red-


20.02.2020

Deutschland/USA: NATO-Großübung DEFENDER-Europe 2020

Im April und Mai 2020 veranstalten 19 NATO-Mitgliedsländer die Militärübung „DEFENDER-Europe 2020“.

Die Führung des Manövers übernehmen die USA, Deutschland soll als logistische Drehscheibe und „Host Nation“ eine zentrale Rolle spielen. Geplant ist eine Stationierung von insgesamt 37.000 US-Soldaten, wobei sich 17.000 bereits in Europa befinden. Somit ist die DEFENDER-Europe 2020 (kurz: DEF20) das größte NATO-Manöver seit 25 Jahren. Der Transport der Soldaten, Panzer und Geräte aus Nordamerika wird per Schiff und Flugzeug abgewickelt. Ziel der Übung ist es, die Verfahren zur Verlegung von umfangreichen Kräften aus den USA nach Osteuropa zu üben.

Kritiker sehen in dem Manöver eine bewusste Provokation gegenüber Russland, da die NATO-Truppen in die unmittelbare Nähe der russischen Grenze gebracht werden. Der Zeitpunkt rund um den 75. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus am 8. Mai, die ohne die damalige Sowjetunion nicht möglich gewesen wäre, wird als unpassend angesehen. Auch die Belastung der Umwelt aufgrund des hohen Ressourcenaufwandes wird kritisiert.

-red-


19.02.2020

EU: Neue Militärmission

Die EU-Außenminister haben am 17. Februar 2020 eine neue Militärmission zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen beschlossen.

Das Waffenembargo wurde Mitte Jänner 2020 bei der Libyen-Konferenz in Berlin beschlossen und seitdem bereits mehr als 150 Mal gebrochen. Um das Embargo nun tatsächlich durchzusetzen sollen sowohl Luft- und Satellitenüberwachung als auch Schiffe eingesetzt werden. Die Waffenlieferungen der offiziellen Regierung von Fayiz as-Sarradsch stammen aus der Türkei, der abtrünnige General Khalifa Haftar wird von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland beliefert.

Die neue Militärmission soll die bisherige EU-Mission „Sophia“ im zentralen Mittelmeerraum ersetzen. Österreich und Ungarn hatten in den vergangenen Wochen einen Neustart dieser Mission mit zusätzlichen Schiffe blockiert. Grund dafür war die Vermutung, dass die entsandten Kriegsschiffe weiterhin in Seenot geratene Menschen auf der Flucht retten würden, wozu sie nach geltendem Seerecht verpflichtet sind. Die Kriegsschiffe werden nun östlich von Libyen und damit abseits wichtiger Fluchtrouten stationiert.

-red-