Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

16.07.2019

China: Test von neuem Transporthubschrauber

Die chinesische Marine führt derzeit Truppenversuche mit dem neuen Transporthubschrauber Z-20 durch.

Nachdem die Type Z-8 mit 13 Tonnen zu schwer und die vier Tonnen Gewicht des Z-9 zu gering waren, entwickelte das Militär einen eigenen Mehrzweckhubschrauber der Black-Hawk-Klasse. Der Z-20 verfügt nun über ein maximales Abfluggewicht von zehn Tonnen.

Derzeit werden sämtliche Einsatzmöglichkeiten des neuen Fluggerätes bei allen Wetterlagen und jeder Tageszeit von den chinesischen Seestreitkräften erprobt. Der Z-20 soll neben Transportaufgaben und Kampfaufträgen auch zur U-Boot-Jagd und Aufklärung eingesetzt werden. Der Helikopter wird zusätzlich eine wichtige Rolle auf dem modernen, digitalisierten Schlachtfeld spielen. Erste Einsätze bei der Truppe zeigen, dass die chinesische Neuentwicklung über die richtige Größe, eine hohe Manövrierfähigkeit und eine gute Reichweite verfügt.

Die Konstrukteure nahmen in großen Teilen die beiden amerikanischen „Black Hawk“ UH-60 und S-70S zum Vorbild und entwickelten daraus eine chinesische Version. Luftfahrtexperten vermuten, dass der Z-20 von einem WZ-10-Turboshafttriebwerk mit einer Leistung von 16.000 kW (etwa 21.750 PS) angetrieben wird und dadurch über einen sehr hohen Auftrieb verfügt. Die Einsatzgipfelhöhe soll bei 4.000 Meter liegen.

Neben der Marine wird der Z-20 vermutlich auch bei den Landstreitkräften eingesetzt werden.

-nt-


15.07.2019

Indien: Frankreich übergibt Rafale an Luftwaffe

Im September 2019 wird das erste Kampfflugzeug vom Typ Rafale an die indische Luftwaffe in Frankreich übergeben.

Die indischen Piloten werden bis Mai 2020 etwa 1.500 Stunden auf den Rafale-Maschinen zur Einschulung und Abnahme in Frankreich fliegen.

Die ersten vier Kampfflugzeuge sollen im Mai 2020 in Indien in Dienst gestellt werden. Die 17. Staffel in Anbala an der Grenze zu Pakistan wird die erste Einheit sein, die Rafale Kampfflugzeuge erhält.

Beim gemeinsamen Luftmanöver der französischen und indischen Marine in der arabischen See im Mai 2019 konnte Frankreich die Vorteile der Rafale im Vergleich zur indischen SU-30 MKI deutlich demonstrieren. Besonders beeindruckt zeigten sich die indischen Offiziere von den Einsatzmöglichkeiten des METEOR-Raketensystems. Seine Reichweite übertrifft sämtliche verfügbare Waffen der pakistanischen Luftwaffe.

Mit diesem System wäre Indien künftig in der Lage den gesamten Luftraum Pakistans zu bedrohen.

-nt-


13.07.2019

Pakistan: JF-17 erhalten Targeting-Pots

Die pakistanische Luftwaffe bestellt beim türkischen Rüstungskonzern Aselsan insgesamt 50 ASELPOD-Targeting-Pods für ihre JF-17-Jets.

Die Entscheidung fiel aufgrund positiver Erfahrungen des pakistanischen Militärs mit acht Targeting-Pods, die 2016 erstmals in JF-17-Kampfflugzeuge eingebaut und bis 2018 getestet wurden.

Bei Targeting-Pods handelt es sich um Zielbestimmungswerkzeuge zum Führen von Präzisionswaffen wie lasergesteuerte Bomben.

Damit ist Pakistan künftig in der Lage mit JF-17-Flugzeugen Luft- sowie Bodeneinsätze zu fliegen. Die eingesetzten Waffen können dabei aus einer Entfernung von 60 bis 100 km auf bewegliche und stationäre Ziele abgeschossen werden.

-nt-


12.07.2019

Indien: Bremse für Verteidigungsausgaben

Das indische Verteidigungsbudget für 2020 wird wegen der angespannten Budgetsituation des Landes nur um 6,6 Prozent auf insgesamt 63 Milliarden US-Dollar (etwa 56 Milliarden Euro) gegenüber 2019 steigen.

Indische Verteidigungsexperten sehen den Budgetvorschlag als viel zu gering an, da der Großteil des Geldes für Fixkosten und Pensionen benötigt werde. Für die dringenden Neuanschaffungen des indischen Militärs bleibe damit zu wenig Geld, um die Modernisierung der Streitkräfte rasch voranzutreiben.

Das indische Finanzministerium will trotz Kritik am geplanten Verteidigungsbudget für 2020 festhalten.

-nt-


11.07.2019

Israel: „Smart Jamming“-Attacke in Tel-Aviv

In Folge mehrerer Pilotenmeldungen über Probleme mit dem GPS-Empfang im Großraum Tel-Aviv nannte die israelische Armee ein von Russland ausgehendes „Smart Jamming“ (Störung und Manipulation von GPS-Signalen) als Ursache dieser Ausfälle.

Israel geht jedoch nicht von einem gezielten Angriff aus. Die Regierung vermutet dahinter eine Folge und Nebenwirkung der elektronischen Kriegsführung Russlands in Syrien.

Militär- und Luftfahrtexperten zeigen sich aufgrund der starken Störung und Manipulation der GPS-Navigation zunehmend besorgt über die Flugsicherheit. Aber auch die überraschend hohe Effektivität der „Smart Jamming“-Methode stößt in Israel auf Unbehagen.

-nt-


10.07.2019

Deutschland: Gemeinsame Sanitätsübung mit China

Vom 3. bis 17. Juli findet in München die „Combined Aid 2019“, eine gemeinsame Sanitätsübung deutscher und chinesischer Soldaten statt.

Insgesamt nehmen 91 chinesische Sanitätskräfte an der Übung in Niederbayern teil. Im Mittelpunkt steht vor allem das Training internationaler humanitärer Einsätze nach Naturkatastrophen wie Überflutungen oder Erdbeben. Dabei wird der Fokus auf Stabsarbeit, Suche und Rettung, Erstversorgung, die Einrichtung von Sanitätsversorgungsplätzen und den Nachschub gelegt.

Für die Deutsche Bundeswehr sind die umfangreichen Erfahrungen Chinas mit starken Erdbeben und großangelegten Fluteinsätzen von besonderem Interesse.

-nt-


09.07.2019

Australien: US-Tiefwasserhafen geplant

Am 23. Juni 2019 gab die US-Regierung bekannt, dass bei Darwin ein Tiefwasserhafen für das US-Marinekorps geplant wird.

Der neue Stützpunkt wird 40 km nordwestlich von Darwin errichtet und soll mehr als 2.000 Marineinfanteristen samt Ausrüstung und Schiffen Platz bieten. Da der Stützpunkt künftig abseits von jeglichen Verkehrswegen liegt, ist damit zu rechnen, dass von dort aus in Zukunft eine Reihe geheimer Unternehmungen in das Gebiet der Südchinesischen See gestartet wird.

Bis zur Fertigstellung des neuen Tiefwasserstützpunktes werden die Schiffe der US-Marine weiter den Hafen von Darwin benutzen.

Gegen den Bau beginnt sich derzeit lokaler Widerstand zu organisieren.

-nt-


08.07.2019

China: Testflug mit Hyperschallgleitern

Das staatliche High-Tech-Unternehmen China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC) hat im chinesischen Internet ein Video eines Testflugs mit Hyperschallgleitern veröffentlicht.

Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um die chinesische Neuentwicklung DF-17, die bei den Raketenstreitkräften möglicherweise schon unmittelbar vor der Einführung steht, handelt.

Das Video zeigt den Wiedereintritt des Gleiters in die Atmosphäre sowie den Zielanflug auf eine unterirdische Kommandozentrale. Der Flugkörper wird mittels Trägerrakete (verbaut in der Raketenspitze) auf Weltraumhöhe gebracht, trennt sich anschließend von dieser und beginnt seinen Zielanflug, bei dem er wieder in die Atmosphäre eintritt. Während des Anfluges wechselt der Gleiter laufend seinen Kurs, um eine Verfolgung, beziehungsweise Bekämpfung unmöglich zu machen. Durch die hohe Geschwindigkeit bleibt dem Gegner nahezu keine Zeit für eine Reaktion, eine Abwehr ist dadurch praktisch unmöglich.

-nt-


06.07.2019

Deutschland: Pionierübung mit österreichischer Beteiligung

Im Juni 2019 fand eine Übung im Gefechtsverband der deutschen Bundeswehr bei Rohrdorf am Inn (Bezirk Rosenheim) unter Beteiligung des österreichischen Pionierbataillons 2 aus Salzburg statt.

Ein Manöver dieser Art und Größenordnung wurde in der deutschen Bundeswehr seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr durchgeführt.

Am Trainingsplan stand dabei eine behelfsmäßige Bahnentladung über eine zerlegbare Kopframpe, ein Angriff über das 130 Meter breite Gewässer des Inn sowie die Erprobung und Vorbereitung eines organisierten Kriegsbrückenschlages.

Die erste Phase der Übung erfolgte bereits in der Nacht. Für den Aufbau der zerlegbaren Kopframpe waren Soldaten der 4. Kompanie des deutschen Pioniermaschinenzuges verantwortlich. Innerhalb weniger Stunden verstärkten sie die Gleise mittels Bodenplatten und setzten die einzelnen Elemente der Rampe zu einer soliden Einheit zusammen. Bis zum Abend rollten die letzten Fahrzeuge des Gefechtsverbandes von den Waggons.

In der zweiten Phase war die Pioniertruppe mit feindlichen Milizen konfrontiert, die improvisierte Sprengfallen einsetzten und damit sämtliche tragfähige Brücken zum Angriffsziel zerstörten. Um den 130 Meter breiten Inn zu überwinden, nutzte die 3. Kompanie der deutschen Gebirgspioniere eine Behelfsfähre, die ersten Gefechtsfahrzeugen den Angriff ermöglichte. Die 3. Kompanie des schweren Pionierbataillons 901 der Bundeswehr erhielt den Auftrag ab dem Folgetag eine Faltschwimmbücke zu errichten. Für deren Aufbau mussten erst die einzelne Schwimmelemente der Brücke aneinander gekoppelt werden. Das Bataillon wurde dabei tatkräftig durch den Sturmbooteinsatz des Pionierbataillons 2 aus Salzburg unterstützt. Um anschließend eine Überfuhr von schwerem Gerät gewährleisten zu können, musste am nächsten Morgen ein vollständiger Kriegsbrückenschlag vorgenommen werden. Hierbei wird die komplette Breite des Flusses genutzt und beide Ufer vollständig miteinander verbunden. Nach der Fertigstellung konnten die restlichen Fahrzeuge schnell und sicher den Angriff auf das Ziel fortsetzen.

-red-


06.07.2019

Indien: Beschaffung israelischer Anti-Panzerraketen gestoppt

Das indische Verteidigungsministerium informierte Israel über die Stornierung der Bestellung israelischer „Spike“-Anti-Panzerraketen.

Der Vertrag hatte einen Wert von insgesamt 500 Millionen US-Dollar (etwa 439 Millionen Euro).

Grund für die Vertragsauflösung ist ein Versprechen der indischen Defence Research & Development Organisation an die Regierung. Die staatliche Behörde versicherte, dass indische Firmen innerhalb der nächsten zwei Jahre eine selbstentwickelte Anti-Panzerrakete (MPATGM) auf den Markt bringen werden. Sie soll über dieselben Eigenschaften wie die israelische „Spike“ verfügen. Nach Angaben der Behörde sei die Entwicklung bereits fortgeschritten und erste Tests hätten bisher ausgezeichnete Ergebnisse gebracht.

Die Entscheidung zum Ausstieg aus dem Vertrag fiel der indischen Regierung nicht schwer, da ihr Wirtschaftsförderungsvorhaben und die ausgegebene Parole „Make in India“ mit dem Vorschlag der Behörde in Einklang stand. Indische Militärs äußerten sich zur Stornierung jedoch durchaus skeptisch.

Bis 2021 soll die Anti-Panzerrakete MPATGM bereit für den Einsatz in der indischen Armee sein.

-nt-