Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

19.04.2021

Deutschland: Abschied von „Huey“

Nach über 50 Jahren wird die Hubschrauberflotte des Typ Bell UH 1D „Huey“ ausgemustert.

Als Nachfolgemodell wurde im Dezember 2018 die H145 LUH SAR der Firma Airbus ausgewählt. Inzwischen sind alle sieben bestellten Maschinen ausgeliefert und die Schulung der 51 Pilotinnen und Piloten abgeschlossen. Die neuen SAR-Hubschrauber sind wie ein ziviler Rettungshubschrauber ausgestattet, verfügen aber auch über moderne Suchavoinik, wie Wärmebildgerät oder Handyortung, verschiedene Kommunikationseinrichtungen, eine Tag- und Nachtsichtkamera, Suchscheinwerfer, eine Rettungswinde und einen Außenlasthaken. Dadurch ist die SAR-Flotte auch nachts einsatzbereit. Die Besatzung besteht aus zwei Piloten und einem als Notfallsanitäter ausgebildeten Luftrettungsmeister. Die Bell UH-1D wird nur noch bis Ende Juni 2021 am Himmel über Deutschland zu sehen sein.

-red-


16.04.2021

Taiwan: Weihung von LPD Ya Shan

Am 13. April 2021 wurde das amphibische Docklandungsschiff zu Wasser gelassen.

Die Yu Shan hat eine Verdrängung von 10.500 Tonnen, eine Länge von 153 m und eine Breite von 23 m. Es kann 673 Marinesoldaten samt gepanzerten Fahrzeugen und Helikoptern aufnehmen. Die Bewaffnung des Schiffes besteht aus einer OTO Melara 76-mm-Kanone, zwei Tien Chien 2N-Luftabwehrsystemen und zwei Phalanx Raketensystemen. Der Schiffskörper hat eine kleine Radarsignatur und kann auch als Lazarettschiff genutzt werden. 2022 soll sie bei der Marine in den Dienst gestellt werden.

-nt-


16.04.2021

Ägypten/Äthiopien/Sudan: Kampf ums Nilwasser

Mit dem Bau der „Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre“ wurde 2011 begonnen, seit 2020 ist das Projekt fertiggestellt.

Der Streit um den Großen Renaissance-Damm am Blauen Nil in Äthiopien spitzt sich weiter zu. Bisher sind alle Verhandlungen gescheitert. Ägypten will sich alle Wege offenhalten und schließt eine Militäraktion gegen Äthiopien nicht aus, das bereits vor einiger Zeit Luftabwehrwaffen in der Nähe des Dammes stationiert hat. Streitthema ist das Wasser des Nil. Äthiopien (ca. 110 Millionen Einwohner) setzt alle Hoffnungen seiner Entwicklung auf den Damm, mit dessen Hilfe man Strom produzieren will. Ägypten fürchtet wiederum, dass das Wasser für seine ebenfalls etwa 110 Millionen Einwohner knapp werden könnte. Ägypten ist zu beinahe 90 Prozent vom Nilwasser abhängig. Auch der Sudan sorgt sich, dass das Projekt den Flusslauf ändern könnte. Der „Grand Renaissance Dam“ ist das größte Wasserkraftwerk in Afrika und das siebtgrößte der Welt. Der Stausee hat eine Fläche von 1.900 km2, etwa dreimal so groß wie der Bodensee, bei einer Staulänge von mehr als 240 km. 2020 hat Äthiopien ohne Absprache mit der Füllung des Dammes begonnen.

-red-


15.04.2021

Ukraine/Russland: NATO-Sitzung

Seit Ende März 2021 soll Moskau 40.000 Soldaten auf der Krim und an den Grenzen zur Ukraine zusammengezogen haben.

An der Waffenstillstandslinie kommt es vermehrt zu Angriffen prorussischer Separatisten. Seit Jahresbeginn 2021 gab es auf beiden Seiten mehr als 50 Tote. Die Ukraine hat deshalb zu einer Sondersitzung der NATO-Ukraine-Kommission gerufen. Die Kommission versicherte zwar die „unerschütterliche Unterstützung für die Souveränität und territoriale Eigenständigkeit der Ukraine“, ging aber nicht auf die Bitte um weitere militärische Unterstützung ein. Sie verwies vielmehr auf die Unterstützung, die die NATO der Ukraine bereits zukommen lässt.

Zwei amerikanische Kriegsschiffe sollen demnach bis 19. April 2021 im Schwarzen Meer einfahren. Unter US-Präsident Donald Trump hat die Ukraine panzerbrechende Waffen des Typs „Javelin“ erhalten. Der erste, 2018 geschlossene Vertrag sah 210 Panzerabwehrraketen und 37 mobile Abschussgeräte vor. Ende 2019 einigte man sich auf einen weiteren Vertrag über 150 Raketen und zehn Abschussgeräte. Auch die Türkei hat die Ukraine mit Waffen unterstützt. Anfang 2019 kaufte die Ukraine zwölf Aufklärungs- und Kampfdrohnen des Typs „Bayraktar TB2“. Insgesamt will Kiew fünfzig Drohnen erwerben.

-red-


15.04.2021

Irak: Erneut Drohnenangriff auf US-Militärflughafen

Ziel der mit Sprengstoff ausgestatteten Drohne war der von der US-geführten Koalitionsflughafen der nordirakischen Stadt Erbil.

Bei der Explosion sei niemand verletzt worden. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Zeitgleich wurde bei einem Raketenangriff auf einem etwa 50 km entfernten Militärstützpunkt in Baschika ein türkischer Soldat getötet. Mitte Februar 2021 war der militärische Teil des Flughafens in Erbil bereits Ziel mehrerer Drohnenangriffe. Bei den damaligen Angriffen starben zwei Menschen. Seit dem Amtsantritt Joe Bidens Ende Jänner 2021 gab es rund 20 Bomben- oder Raketenangriffe auf Soldaten oder diplomatische Einrichtungen der USA im Irak.

-red-


15.04.2021

USA/NATO: Abzug aus Afghanistan fixiert

US-Präsident Joe Biden kündigte am 14. April 2021 den Abzug der US-Soldaten bis 11. September 2021 an.

Biden erklärte die ursprüngliche Mission für erfüllt. Mit dem Truppenabzug soll am 1. Mai begonnen werden. Ursprünglich war dieser bis Ende April geplant. Hauptziel des NATO-Einsatzes war es, dass Afghanistan nie wieder Rückzugsort für Terroristen wird, die NATO-Länder angreifen können. Der Militäreinsatz in Afghanistan dauerte beinahe 20 Jahre. Die USA wollen die afghanische Regierung weiterhin mit Sicherheitskräften und bei den Friedensverhandlungen mit den islamistischen Taliban unterstützen. Diese waren zuletzt ins Stocken geraten. Die Taliban forderten vehement den Abzug der internationalen Truppen. Welche Konsequenzen der Abzug der USA und NATO auf die Friedensverhandlungen haben, ist noch unklar. Die junge afghanische Regierung hatte zuletzt Sorgen über eine drohende Machtübernahme der Taliban nach einem Truppenabzug geäußert.

Auch die NATO will ab dem 1. Mai „geordnet, koordiniert und überlegt“ die in Afghanistan stationierten Truppen abziehen. Alle 10.000 stationierten Soldaten sollen Afghanistan „innerhalb weniger Monate“ verlassen. Auch für das Bundesheer endet damit der Einsatz in der Krisenregion, 16 Soldaten unterstützen derzeit die NATO-geführte „Resolute Suppoert Mission“. Für die NATO wäre eine Fortführung des Einsatzes ohne US-Einsatz mit erheblichen Zusatzkosten und Risiken verbunden gewesen. Mit dem von Biden gesetztem Stichtag am 11. September 2021 jährt sich der 20. Jahrestag der islamistischen Anschläge von 2011 in den USA, die der Anlass für den Einsatz waren.

-red-


15.04.2021

USA/Deutschland: USA stocken Truppen auf

Die 500 zusätzlichen Soldaten sollen im Raum Wiesbaden stationiert werden.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat bei einem Treffen mit der deutschen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Aufstockung der Truppen angekündigt. Mit der Stationierung sollen unter anderem die Kräfte zur Cyber-Abwehr und elektronischen Kriegsführung in Europa gestärkt werden. US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer 2020 den Abzug von 12.000 Soldaten der 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten beschlossen. Sein Nachfolger Joe Biden hat die Pläne kurz nach seinem Amtsantritt gestoppt und das Vorhaben einer erneuten Überprüfung unterzogen.

-red-


13.04.2021

Frankreich: Rafale landen in Indien

Mitte Mai erwartet die indische Luftwaffe weitere Rafale Kampfflugzeuge aus Frankreich.

Gegenwärtig erlangt eine Staffel bestehend aus 14 Flugzeugen die Operationsfähigkeit. Ab Ende Mai soll mit der erfolgten Lieferung (acht bis neun Stück) der neuen Rafale eine weitere Staffel aufgestellt werden.

-nt-


12.04.2021

Frankreich: Übungseinsatz mit Roboterhund

Der Roboterhund „Spot“ könnte zukünftig für die Aufklärung eingesetzt werden.

Zwei Tage lang hat die Heeresschule École Spéciale Militaire de Saint-Cyr „Spot“ in einem gestellten Kampfeinsatz getestet. Wie die Auswertung zeigt, verzögert der Roboterhund zwar die Aktionen zeitlich, bietet aber einen zusätzlichen Schutz. Ziel der Übung war es, die Schwachstellen des Roboters zu analysieren. Vor allem die Akkulaufzeit war ein Problem, wie das Technologie-Portal Futurezone berichtet. Neben „Spot“ kamen bei der Übung auch der „Ultro“-Roboter, der zum Tragen von Last eingesetzt wird, der Beobachtungsroboter „Nerva“ und der mobile Schutzschild „Barakuda“ zum Einsatz. Boston Dynamics, die Entwickler von „Spot“ standen zuletzt, etwa wegen dessen Einsatz als „Polizeihund“, in der Kritik.

-red-


12.04.2021

China/USA: Verfolgung vor Küste Taiwans

Am 7. April 2021 meldete die chinesische Heeresgruppe Ost die Durchfahrt eines amerikanischen Zerstörers in der Straße von Taiwan.

Die USS John S. McCain wurde von der chinesischen Luftwaffe und Marine verfolgt. China sieht die Durchfahrt als Provokation der USA, die durch das Manöver die Unabhängigkeitskräfte in Taiwan mobilisieren wolle. China beansprucht Taiwan als Teil seines Territoriums. Die USA sehen sich dessen Schutzmacht Taiwans. Bereits am 5. April 2021 meldete Taiwan eine erneute Luftraumverletzung chinesischer Kampfjets während einer Übung. An dieser Übung nahmen auch Flugzeuge der PLA Luftwaffe teil. Der Flugzeugträgerverband flog von Miyako bis nach Okinawa. China wollte Taiwan damit seine Isolierung verdeutlichen.

-nt-