Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

19.11.2018

China: Neue Drohne für Marine

Bei der Airshow 2018 hat die Volksrepublik China die neuentwickelte Marinedrohne „Look Out II“ vorgestellt.

Die Drohne hat eine Länge von 7,5 Meter, ist 2,7 Meter breit und hat eine Verdrängung von 3,7 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Knoten. Die „Look Out II“ ist mit Radar und einem elektrooptischen System ausgestattet, mit dem Aufklärung durchgeführt werden kann. Sie ist auch mit einem vierfachen Raketenstarter ausgestattet, womit sich See und Landziele auf eine Entfernung von 5 km bekämpfen lassen. Die Schiessversuche haben gute Trefferergebnisse gezeigt. Die meisten Ziele konnten beim ersten Schuss getroffen werden.

Gegenwärtig ist die Drohne so ausgelegt, dass sie sich selbstständig ins und aus dem Operationsgebiet steuern kann. Der Waffeneinsatz wird gegenwärtig jedoch nicht der künstlichen Intelligenz überlassen. Die Drohne lässt sich einzeln, aber auch im Verband einsetzen. Bei Testflügen wurden 56 Drohnen im Verband gesteuert. Durch seine geringe Größe und Wendigkeit sowie der großen Schwierigkeit die „Look Out II“ zu erfassen, können eine Reihe von Angriffs-, ELOKA-, Patrouillen-, Eskort- und Aufklärungsoperationen durchgeführt werden.

Das taktische Ziel der Drohne ist es nicht große Schiffe zu versenken, was aufgrund der Größe nicht möglich ist, aber sie kann an diese unbemerkt herangeführt werden und diese so beschädigen, dass diese von klassischen Überwassereinheiten leichter vernichtet werden können. Jede feindliche Überwassereinheit hat beim Einsatz der „Look Out II“ damit zu kämpfen, diese zu erfassen, bzw. kann sie durch einen Schwarmangriff überwältigt werden. Da es eine Exportversion der Marinedrohne geben wird, haben bereits einige Seestreitkräfte von Entwicklungsländern ihr Interesse bekundet.

-nt-


16.11.2018

Deutschland: Neue Transporthubschrauber

Die Deutsche Bundeswehr will neue Transporthubschrauber beschaffen.

Die betagten Sikorsky CH-53G „mittlerer Transporthubschrauber“ sollen in naher Zukunft (Ausmusterung spätestens 2025) ersetzt werden. Der Haushaltsauschuss des Bundes hat im November 2018 hierfür 5,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2031 freigemacht. Das Projekt „Schwerer Transporthubschrauber“ ist somit finanziell realisierbar geworden. Die Favoriten für die Nachfolge sind die CH-47 „Chinook“ von Boeing und die CH53-K „King Stallion“ von Sikorsky.

-red-


15.11.2018

Norwegen: Fregatte rammte Tanker bei NATO-Übung

Bei der NATO-Übung „Trident Juncture“ kam es am 8. November 2018 zu einem folgenschweren Unfall: Die Fregatte „Helge Ingstad“ der norwegischen Marine rammte einen Tanker und ist fast komplett gesunken.

Zum Unfallhergang gibt es noch keine klaren Erkenntnisse. Beobachter gehen von menschlichem Versagen (Leichtsinn der Besatzung) aus. Die Fregatte hatte bis kurz vor der Kollision das AIS (automatisches Trackingsystem) ausgeschaltet. Trotz mehrfacher Warnung seitens des zivilen Tankers „Sola TS“ drehte das Kriegsschiff nicht ab und rammte ihn mit 17 Knoten. Ursprünglich sollte die „Helge Ingstad“ ein Navigationstraining absolvieren, bei dem der zivile Tanker einbezogen wurde.

Nach dem Zusammenprall wurde die Fregatte von Schleppern gegen die Küste gedrückt und mit Stahlseilen gesichert. Die angebrachte Sicherung erwies sich jedoch als zu schwach: Nur mehr ein kleiner Aufbau des Kriegsschiffs ragt aus dem Wasser hervor. Wie das Schiff geborgen werden soll ist noch unklar, der materielle Schaden ist hoch.

-red-

Weiterführende Informationen:

Sicherung zu schwach - norwegische Fregatte versunken (Artikel mit Bildern und Videos) 


15.11.2018

Indien: Neue Haubitzen

Die indische Armee erhält neue Panzerhaubitzen vom Typ K9 „Vajra“ sowie M777A2-Haubitzen.

Am 9. November 2018 wurde die erste Kleinserie von zehn Stück K9-Panzerhaubitzen ausgeliefert. Die K9 „Vajra“ basiert auf der südkoreanischen K9 „Thunder“ Panzerhaubitze. Sie hat eine Feuerreichweite von bis zu 38 Kilometer. Die Feuergeschwindigkeit beträgt drei Schuss in 30 Sekunden, 15 Schuss in drei Minuten und 60 Schuss in 60 Minuten. 100 Stück K9-Panzerhaubitzen sollen bis November 2020 an die indischen Streitkräfte ausgeliefert werden.

Außerdem will die indische Armee sieben Regimenter mit insgesamt 145 Stück M777A2-Haubitzen aufstellen. Diese kann per Hubschrauber („Heli-Lift“) sogar in schwerzugängliches Gelände, etwa ins Gebirge, transportiert werden. Ab August 2019 werden die ersten fünf Stück ausgeliefert.

-nt-


14.11.2018

Großbritannien: Ausmusterung der „Tornados“

Die britische Royal Air Force mustert bis 2019 ihre letzten Panavia „Tornado“ Mehrzweckkampfflugzeuge aus.

Die Luftverteidigungsversion „Tornado“ ADV wurde bereits 2011 ausgemustert. 2019 wird auch die Jagdbomber- und Aufklärungsversion GR4 am Ende ihrer Dienstzeit angekommen sein. Ihre Einsatzrolle werden Eurofighter „Typhoon“ und Lockheed Martin F-35 „Lightning II“ übernehmen.

„Tornado“-Mehrzweckkampfflugzeuge waren insgesamt 37 Jahre im Dienst der RAF. Mit 385 eingesetzten von 992 gebauten Kampfflugzeugen war Großbritannien der größte Betreiber dieses Flugzeugtyps. Auch Deutschland und Italien nutzen „Tornados“, wobei Deutschland seit geraumer Zeit ein Nachfolgemuster sucht.

-red-


12.11.2018

Großbritannien: Aufrüstung der Sturmgewehre

Die britische Armee will ihre Sturmgewehre vom Typ SA80 A2 aufrüsten.

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat diesen Großauftrag erhalten. Im Gegensatz zu Neubeschaffungsvorhaben wie in Frankreich und Deutschland wollen die Briten für umgerechnet 85 Millionen Euro 44.000 ältere Gewehre vom Typ SA80 A2 zur Version A3 aufrüsten. Das entspricht Kosten von etwa 2.000 Euro pro Waffe. Das S80-Sturmgewehr wurde Anfang der 1980er-Jahre bei der britischen Armee als Standardwaffe eingeführt.

-red-


09.11.2018

Indien: Modernisierung der Artillerie

Die indische Armee wird 300 Stück seiner 1.000 M-46-Geschütze bis 2022 für den Preis von 24 Millionen Euro modernisieren.

Die in den 1980er-Jahren von Russland beschafften Geschütze sollen vom Kaliber 130mm/52 auf das Kaliber 155mm/45 umgestellt werden. Die Reichweite soll auf 38 Kilometer gesteigert werden, die Feuergeschwindigkeit und die Treffgenauigkeit erhöht sowie die Möglichkeiten des direkten Feuers verbessert werden.

-nt-


08.11.2018

Nord-/Südkorea: Vertrauensbildende Maßnahmen

Bei Gesprächen zwischen den beiden Streitkräften Nord- und Südkoreas wurden im Sinne von vertrauensbildenden Maßnahmen Beschlüsse zur weiteren Demilitarisierung gefasst.

Entlang der Waffenstillstandslinie (DMZ) wird auf beiden Seiten eine Pufferzone eingerichtet, damit es zu keinen Unfällen kommen kann, die potenziell einen Krieg auslösen könnten. Auf einer Tiefe von fünf Kilometern entlang der Waffenstillstandslinie sind Scharfschießen mit Artillerie und Übungen ab der Regimentsebene verboten.

Entlang der DMZ wird eine Flugverbotszone in einer Tiefe von 40 Kilometern für Drohnen, Hubschrauber und Flugzeuge eingerichtet. Entlang der maritimen Grenze im Gelben Meer wird eine „Friedenszone“ eingerichtet. Beide Seiten werden dort militärische Aktivitäten unterlassen. Nordkorea zieht außerdem seine Küstenbatterien zurück. Mit 1. November 2018 traten diese Vereinbarungen in Kraft. Manöver, die zum Erhalt der Einsatzbereitschaft der jeweiligen Streitkräfte notwendig sind, werden von beiden Seiten auch in Zukunft durchgeführt.

-nt-


06.11.2018

Taiwan: Haubitzen-Beschaffung

Die taiwanesischen Streitkräfte planen M777 Haubitzen zu kaufen.

Die Beschaffung soll die Kapazitäten zur Abwehr gegen potentielle amphibische Landungen erhöhen. Die M777 wird vom britischen Rüstungskonzern BAE Systems produziert und derzeit unter anderem in Australien, Kanada, Indien und den USA verwendet. Eine M777 kostet um die 615.000 Euro. Sie hat mehrere Vorteile, wie etwa das leichte Gewicht von 4,2 Tonnen und den einfachen Aufbau. Mit der M982 „Excalibur“-Granate können Ziele bis zu einer Entfernung von 40 Kilometern getroffen werden.

-red-


05.11.2018

Polen: Neue Raketenartillerie

Die polnische Armee will das Raketenartillerie-System M142 HIMARS von den USA beschaffen.

Schon seit 2015 plant Polen das von Lockheed Martin gebaute System zu erwerben. Die Beschaffung umfasst 56 Stück M142-Systeme für 220 Millionen Euro. Das Raketenartillerie-System hat eine maximale Feuerreichweite von 300 Kilometern. Es wird zurzeit von den USA, Singapur, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emirate verwendet.

-red-