International

Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

24.05.2022

China: Trainingsprogramm für Hochgebirgstruppen

Die chinesische Volksbefreiungsarmee (PLA) entwickelt ein Trainingsprogramm für die Soldaten der Hochgebirgstruppen.

Die Einsatzorte der PLA im Hochgebirge befinden sich in Höhen ab 3.000 Metern. Bei dort stationierten Truppen treten oft medizinische Probleme wie Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, mangelnde Leistungsfähigkeit und Schlaflosigkeit auf. Manche der eingesetzten Soldaten bekommen sogar Herzprobleme. Durch das neu entwickelte „Akklimatisierungsprogramm“ soll das Auftreten solcher Höhenkrankheiten verringert werden. Mithilfe des Trainings, das unter anderem eine tägliche Sauerstoffkur umfasst, sollen Soldaten bereits vor dem Einsatz an das Leben in großer Höhe gewöhnt werden. Gleichzeitig arbeitet die PLA an einem Programm für Soldaten, die aus dem Hochgebirge zurückkehren, um sie wieder an das Leben in tiefergelegenen Regionen zu gewöhnen. Die ersten Truppenversuche zeigen vielversprechende Ergebnisse.

-nt-


23.05.2022

Deutschland: Laserwaffe gegen Drohnen für Bundeswehr

Das Funktionsmuster einer Laserwaffe zur Abwehr von Drohnen wurde im Auftrag der Deutschen Bundeswehr erfolgreich getestet.

Rheinmetall führte die ersten Versuche mit dem „Laser-Testbed“ durch. Dabei handelt es sich um einen Prüfstand, der nicht nur als Funktionsmuster einer Laserwaffe, sondern auch als Basis für zukünftige Arbeiten dient. Es besteht aus einem 20-Fuß-Container, der in drei Betriebsräume aufgeteilt ist: Laser, Operator und Infrastruktur. Damit können alle Baugruppen eines Laserwaffensystems modular untersucht werden. Im Laser-Betriebsraum befindet sich die Laserquelle. Sie besteht aus fünf Faserlaser-Modulen mit je 2 kW Laserleistung, die zu einer Gesamtleistung von 10 kW gekoppelt werden. Der so erzeugte Laserstrahl wird direkt in die Strahlführung und von dort über die Laser-Waffenstation auf das Ziel gerichtet.

In der durchgeführten Testreihe wurden unterschiedliche Drohnentypen in einer Entfernung von bis zu einem Kilometer optisch verfolgt und neutralisiert. Ziel der Versuche ist es, bis Ende 2022 eine passende Konfiguration für ein mobiles Funktionsmuster mit einer Laserleistung von mehr als 10 kW für die Integration in ein Gefechtsfahrzeug des Typs „BOXER“ zu erarbeiten.

-red-


23.05.2022

Indien: Militärische Eigenproduktion

Indien setzt in Bezug auf militärisches Equipment immer öfter auf „build in India“. Das stellt die indische Industrie, aber auch die Kooperation mit ausländischen Unternehmen, vor Herausforderungen.

Aufgrund der geo- und sicherheitspolitischen Entwicklungen liegt der Fokus der indischen Regierung auf der heimischen Waffenindustrie. Der stellvertretende Kommandant der indischen Armee, Generalleutnant Baggavalli Somashekar Raju, kündigte an, dass die Industrie in Zukunft noch stärker gefordert werden soll. Das indische Verteidigungsministerium kündigte erst kürzlich der Industrie den Plan zur Beschaffung von 1.200 geschützten Infanteriefahrzeugen an.

Mit „build in India“ will man verhindern, im Fall von Konflikten oder Problemen mit Lieferketten vom Nachschub abgeschnitten zu sein. Darum gibt es auch für ausländische Unternehmen strikte Regeln: Indien besteht beispielsweise auf den Zugang zu und die Überlassung von Technologie. Für viele Unternehmen ist dies inakzeptabel. Ein Beispiel dafür ist die Produktion eines luftunabhängigen Antriebes für sechs U-Boot der P75-Klasse. Geplant war eine Kooperation mit Frankreichs Naval Gruppe. Diese schied jedoch aus und auch andere Firmen (ThyssenKrupp, Daweoo, Navantia) zeigten aufgrund des geforderten Technologietransfers kein Interesse.

-nt-


20.05.2022

USA: Schwindende Lagerbestände

Die Waffenlieferungen an die Ukraine sorgen für mangelhafte Lagerbestände bei den US-Streitkräften.

Vor allem die Lieferung von Stinger-Flugabwehrraketen und von Javelin-Panzerabwehrraketen an die Ukraine lässt die Vorräte der US-Streitkräfte schwinden. Die Industrie kann nur langfristig und langsam Nachschub liefern. Derzeit rechnet man mit einer Dauer von 18 bis 30 Monaten bis die Lagerbestände wieder aufgefüllt werden können.

-nt-

 


19.05.2022

Finnland/Schweden: NATO-Beitritt vorerst blockiert

Die Türkei hat den Beginn der Beitrittsgespräche mit Finnland und Schweden zunächst blockiert.

Als Begründung für das Veto nannte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die angebliche Unterstützung beider Staaten für die kurdische Arbeiterpartei PKK und die kurdische Miliz YPG. Die PKK wird in Europa, in der Türkei und in den USA als Terrororganisation eingestuft, während die YPG nur von der Türkei als solche angesehen wird. Gegen die YPG geht die Türkei militärisch in Nordsyrien vor. In dieser Hinsicht würden Finnland und Schweden die Sicherheitsbedenken der Türkei nicht genügend berücksichtigen, so das türkische Außenministerium. Alle NATO-Mitgliedsstaaten müssen einstimmig über weitere Aufnahmen entscheiden. Neben der Türkei schlug auch Kroatiens Präsident Zoran Milanovic vor, den Beitritt von Finnland und Schweden zu blockieren. Die kroatische Regierung unterstützt hingegen die beiden skandinavischen Staaten in ihrem Vorhaben.

Sowohl Finnland als auch Schweden hatten am 18. Mai 2022 offiziell die Aufnahme in die NATO beantragt. Der Grund für den Beitrittswunsch in das Militärbündnis sind Sicherheitsbedenken bezüglich Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Vor allem Finnland war in der Vergangenheit bereits mit dem Russischen Kaiserreich und der Sowjetunion in militärische Konflikte und Gebietsstreitigkeiten involviert. Finnland und Schweden stimmen sich in der Verteidigungspolitik traditionell eng ab. Beide Staaten sind seit Jahrzehnten bündnisfrei. Sie haben aber, im Gegensatz zu Österreich, keine in der Verfassung verankerte Neutralität.

-red-


18.05.2022

Slowenien: Beschaffung von Radpanzern

Die slowenische Regierung unterzeichnete einen Vertrag über die Lieferung von 45 Stück BOXER-Radpanzern.

Die Radpanzer werden in vier unterschiedlichen Varianten zwischen 2024 und 2026 geliefert. Das Auftragsvolumen liegt bei 281,5 Millionen Euro. Beim BOXER handelt es sich um ein hochgeschütztes 8x8-Radfahrzeug, das wegen seiner modularen Architektur in unterschiedlichen Varianten eingesetzt werden kann. Mit Slowenien sind insgesamt sechs Staaten (Deutschland, Niederlande, Litauen, Vereinigtes Königreich und Australien) teil des BOXER-Programms, die den Radpanzer in bisher 20 unterschiedlichen Versionen nutzen.

-red-


18.05.2022

USA: Risse in Schiffen

Bei Littoral Combat Ships (LCS) der U.S. Navy treten Risse im Bootskörper auf.

LCS werden von der U.S. Navy für die küstennahe Gefechtsführung eingesetzt. Bei etwa der Hälfte der Flotte traten Risse im Bootskörper auf. Betroffene Schiffe müssen nun ihre maximale Geschwindigkeit auf 15 Knoten verringern und dürfen bei höherem Wellengang nicht mehr eingesetzt werden. Die ersten Risse wurden bereits 2019 bei der „Independence“-Klasse festgestellt. Die Schäden fallen zwar noch unter die Garantie, die Reparatur erfordert jedoch eine lange Werftliegezeit, da die Schiffskörper verstärkt werden müssen.

-nt-


18.05.2022

Südkorea: Hubschrauber-Kauf

Südkorea schloss einen Vertrag über die Beschaffung von 40 Hubschraubern für die Fluggrundausbildung ab.

Der Vertrag umfasst die Lieferung von 40 Stück Bell 505 Jet Ranger X-Hubschraubern und acht Simulatoren im Wert von insgesamt über 170 Milliarden KRW (etwa 127 Millionen Euro). Bis 2025 soll die Beschaffung abgeschlossen sein. Der B505 ist ein einmotoriger fünfsitziger Turbinenhubschrauber mit modernen, digitalen Instrumententafeln und taktischer Navigationsausrüstung. Er soll für die Fluggrundausbildung von Piloten der südkoreanischen Armee und Marine eingesetzt werden. Ein Beamter der südkoreanischen Defense Acquistion Program Administraion sagte, die Einführung neuer Hubschrauber solle Sicherheitsbedenken ausräumen, die durch den Betrieb veralteter Trainingshubschrauber verursacht worden waren.

-red-


17.05.2022

Australien: Neue Landungsschiffe

Die australische Marine plant ihre veralteten Landungsschiffe durch eine neue Flotte zu ersetzen.

Betroffen sind die Modelle LCM-8 und LARC-5. Die Ausschreibung des australischen Verteidigungsministeriums umfasst die Lieferung von amphibischen Landungsbooten, die von Land-zu-Land und von Wasser-zu-Land in Küsten- und Flussumgebungen eingesetzt werden können. Außerdem sollen die Amphibienschiffe gepanzerte und geschützte Fahrzeuge der australischen Streitkräfte transportieren können. Die australische Schiffsindustrie wird demnächst entsprechende Angebote vorlegen. Laut Plan soll 2024 entschieden werden, wer den Auftrag erhält. Ab 2026 sollen die ersten Einheiten bei der australischen Marine eintreffen.

Die LCM-8-Flotte hätte bereits durch sechs in Australien entworfenen Wasserstrahlfahrzeuge vom Typ LCM2000 ersetzt werden sollen, diese erfüllten jedoch nicht die erforderlichen Betriebsspezifikationen. Daher betreibt die australische Armee die LCM-8-Landungsschiffe noch voraussichtlich bis 2027.

-nt-


17.05.2022

China: „Gemüsefabriken“ im Hochgebirge

Die Abteilung Logistik der zentralen Militärkommission der chinesischen Volksbefreiungsarme (PLA) hat „Gemüsefabriken“ für die Hochgebirgstruppen entwickelt.

Mit ihnen sollen Grenztruppen, die auf 3.000 bis 5.100 Metern Höhe stationiert sind, mit frischem Gemüse versorgt werden können. Angebaut wird das Gemüse in Containern. Mittels vertikaler Landwirtschaft soll die Versorgung der Soldaten das ganze Jahr über gesichert werden. Vertikale Landwirtschaft bezeichnet eine Technologie der urbanen Landwirtschaft. Hierbei werden mit Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen unter Gewächshausbedingungen mehrstöckig Pflanzen angebaut. Zuletzt entwickelte die PLA die Ausrüstung ihrer Hochgebirgstruppen beständig weiter, z. B. mit neuer Gefechtsfeldverpflegung oder aufblasbaren Zelten, inklusive Heizung und Warmwasser.

-nt-