International

Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

14.01.2022

Großbritannien: Poseidon-Lieferung

Nach zwei Jahren hat Großbritannien alle neun bestellten P-8A „Poseidon“ MRA1-Seeaufklärungsflugzeuge erhalten.

Am 11. Jänner 2022 landete die letzte „Poseidon“-Maschine in der Royal Air Force Station Lossiemouth (Schottland). Die Flugzeuge sollen die Seeüberwachungsfertigkeiten der Marine wiederherstellen, nachdem 2010 die Nimrod MR1-Aufklärungsflugzeuge vorzeitig außer Dienst gestellt wurden. Die P-6 „Poseidon“ ist ein US-amerikanisches zweistrahliges Flugzeug. Sie wird unter anderem nach Australien, Deutschland, Indien, Norwegen und Südkorea exportiert. Neben der Seefernaufklärung können die Flugzeuge auch zur U-Boot-Jagd eingesetzt werden.

-red-


13.01.2022

Jemen: Provinz erobert

Das Militär hat eigenen Angaben zufolge die umkämpfte Provinz Schabwa vollständig erobert.

Mit der Eroberung des zuvor von den Huthi-Rebellen kontrollierten Bezirkes Ain steht die Provinz in der Mitte des Staates vollständig unter Regierungskontrolle. Das Militär versucht auch in der Provinz al-Badschda die Rebellen zurückzudrängen. Anfang Jänner 2022 hat es zudem mehrere Gefechte in der Nähe der Stadt Marib gegeben. Innerhalb eines Tages sollen dabei 200 Menschen getötet worden sein.

Im Jemen herrscht seit 2004 Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen (von Hisbollah und Iran unterstützt) und der von Saudi-Arabien angeführten Koalition rund um den Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi. Zudem werden Teile der südlichen Provinzen Lahidsch, Adan, Abyan und ad-Dali von der separatistischen Südlichen Bewegung kontrolliert.

-red-


13.01.2022

USA: Smarte Handfeuerwaffen

Signaturwaffen, die nur vom Besitzer selbst abgefeuert werden können, könnten bald auf den Markt kommen.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters dürften smarte Handfeuerwaffen demnächst marktreif werden. Neben der Möglichkeit zur Reduzierung von Suiziden und Waffenmissbrauch könnte die neue Technologie auch mehr Sicherheit für Polizeibeamte und Soldaten im Dienst bringen. Signaturwaffen lesen entweder den Fingerabdruck oder benutzen Radiowellen zur Identifizierung des Schützen. Bei letzterer Variante kommuniziert ein Chip in der Waffe mit einem weiteren Chip, der sich entweder in einem Ring oder Armband des Besitzers befindet. Die U. S. Army hat 2019 mit der Entwicklung einer eigenen smarten Waffentechnologie begonnen. Hier soll allerdings die Verbesserung der Präzision im Vordergrund stehen.

-red-


13.01.2022

Deutschland: Ersatz für Tornados

Die Panavia Tornado-Flotte der Luftwaffe könnte mit US-amerikanischen F-35-Kampfflugzeugen ersetzt werden.

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat mit der Prüfung des Rüstungsprojektes begonnen. Laut dem nuklearen Abschreckungskonzept der NATO sollen verbündete Flugzeuge im Konfliktfall die Möglichkeit haben, die Atomwaffen der USA zu transportieren. Diese Aufgabe soll die F-35 unternehmen. Einige Zeit war diesbezüglich auch der Eurofighter im Gespräch. Die Zertifizierung dafür war allerdings mit größerem Aufwand verbunden. Der Eurofighter könnte jedoch in seiner Electronic Combat Role-Version für die elektronische Kampfführung in der Luftwaffe genutzt werden.

-red-


12.01.2022

China: Manöverbeginn

Die See- und Luftstreitkräfte der Volksbefreiungsarmee in Hong Kong haben am 6. Jänner 2022 mit einem Manöver begonnen.

Die beiden Fregatten „Suqian“ und „Jingmen“ sind bereits von der Marinebasis Ngong Shuen Chau in Hong Kong zur Übung ausgelaufen. Mehrere Hubschraubereinheiten aus dem Shek Kong Luftwaffenstützpunkt haben ebenfalls angefangen, Übungseinsätze zu fliegen. Die Hong Kong Garnison steht erst seit kurzem unter der Leitung eines neuen Kommandanten: Major General Peng Jingtang.

China hat für dieses Jahr wieder zahlreiche Übungen eingeplant. Dazu hat Staatspräsident Xi Jingping am 4. Jänner 2022 den Mobilisierungsbefehl für die gesamten Manöver der Volksbefreiungsarmee und der bewaffneten Volkspolizei für dieses Jahr unterzeichnet. Neben dem Appell, jeden Konflikt siegreich zu beenden, enthält der Befehl auch die Aufforderung, die Kampfbereitschaft der chinesischen Streitkräfte stets zu gewährleisten und immer am neuesten Stand der Technologie zu sein.

-red-


12.01.2022

Kasachstan: Abzug des Militärbündnisses OVKS

Die Situation in Kasachstan scheint sich nach den schweren Unruhen in den letzten Wochen wieder zu stabilisieren. Truppen des Militärbündnisses OVKS sollen das Land am 13. Jänner wieder verlassen.

Ausgangspunkt für die Unruhen war die Freigabe des Preises für Autogas. Das hatte zur Folge, dass der Preis in Regionen mit besonderer Nachfrage um mehr als das Doppelte stieg. Die Proteste entwickelten sich aber rasch weiter zu Protesten gegen die Staatsführung. Die Regierung wurde vom Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew entlassen und das kasachische Parlament stimmte am 11. Jänner 2022 für einen neuen Regierungschef.

 Präsident Tokajew bezeichnete die Krise als gezielt von „Terroristen“ und „Banditen“ aus dem Ausland „produziert“. Besonders heftig sollen die Unruhen in Almaty, der größten Stadt Kasachstans, gewesen sein. Präsident Tokajew forderte Hilfe von der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) ein, zu der Kasachstan, Russland, Belarus, Armenien, Kirgisistan und Tadschikistan gehören. Das von Russland dominierte Militärbündnis entsandte daraufhin mehrere Tausend Soldaten in die betroffenen Gebiete. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach in diesem Zusammenhang von „internationalem Terrorismus“, der in Kasachstan Einzug gehalten habe. Tenor: Moskau werde keine Revolutionen in ehemaligen Sowjetstaaten tolerieren.

Die OVKS-Truppen sollen die Situation weitgehend stabilisiert haben. Kontrollpunkte wurden installiert und auch die Verwaltungsgebäude seien wieder unter staatlicher Kontrolle. Sowohl von kasachischer als auch von russischer Seite wurde der Einsatz immer als zeitlich begrenzt beschrieben. Nun beendet die OVKS tatsächlich den Einsatz – die ersten Soldaten sollen bereits am 13. Jänner die Heimreise antreten. Die geopolitischen Auswirkungen könnten allerdings weitreichender sein. Kasachstan hat gute wirtschaftliche Kontakte mit dem Westen. Nun steht Präsident Tokajew jedoch in Russlands Schuld.

-red-


12.01.2022

Pakistan: Modernisierung der Luftflotte

Pakistan stockt seine Luftwaffe mit chinesischen Kampfflugzeugen des Typs J-10C auf.

Vorerst soll eine Staffel mit 25 Fliegern, die unter dem Namen „Vigorous Dragon“ bekannt ist, in Dienst gestellt werden. Vorgestellt werden die neuen Kampfflugzeuge mit einem Vorbeiflug am Tag der Republik Pakistan am 23. März 2022. Die Modernisierung der pakistanischen Luftwaffe soll als Reaktion auf die Einführung von Dassault Rafale Kampfflugzeugen in der indischen Luftwaffe geschehen. Zwischen Indien und Pakistan gibt es seit 1947 Gebietsstreitigkeiten.

-nt-


11.01.2022

Norwegen: Ruhestand für F-16

Nach 42 Dienstjahren soll die F-35 alle F-16-Modelle in der norwegischen Luftwaffe ersetzen.

Anfang 2022 sind alle 57 Stück der F-16-Kampfflugzeuge außer Dienst gestellt und durch die F-35A ersetzt worden. Die norwegische F-16-Flotte operierte vom Luftwaffenstützpunkt Bodo aus. Im Auftrag der NATO waren sie im „Quick Reaction Alert“-Status. Im Falle eines Alarms muss die Flotte innerhalb von 15 Minuten in der Luft sein. Die F-35 übernehmen diese Aufgabe vom Luftwaffenstützpunkt Evenes. Bis 2025 sollen alle 52 Kampfflugzeuge voll einsatzbereit sein.

-red-


11.01.2022

Griechenland: Aufrüstung

Im Jahr 2022 will der Mittelmeerstaat seine Ausgaben für Rüstungsprogramme auf das Siebenfache erhöhen.

Es handelt sich hierbei um das größte Beschaffungsprogramm in der jüngeren griechischen Geschichte. Insbesondere die Luftstreitkräfte sollen verstärkt werden. Am 19. Jänner 2022 werden die ersten sechs von insgesamt 18 französischen Rafale-Kampfflugzeugen geliefert. Griechische und US-amerikanische Rüstungsunternehmen arbeiten derzeit auch an der Modernisierung von 84 Stück F-16-Kampfjets. Neben den Flugzeugen werden ab 2025 auch mehrere neue Fregatten für die Marine beschafft. Der Grund für das Rüstungsprogramm ist laut griechischen Angaben das aggressivere Auftreten der Türkei. Zusätzlich will man sich als wertvolles NATO-Mitglied an der Süddostflanke des Bündnisses etablieren.

-red-


11.01.2022

USA/Russland: Verhandlungen zu Ukraine-Krise und Abrüstung

Verhärtete Fronten zeigten sich bei den bilateralen Gesprächen am 10. Jänner 2022 zwischen den Vizeaußenministern der USA und Russland.  Vorerst kam es zu keiner Einigung.

Die USA und das Verteidigungsbündnis NATO verlangen den Abzug russischer Truppen von der ukrainischen Grenze. Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow fordert hingegen den Abbau von US-Truppen und -Waffen in Europa nahe der russischen Grenze und ein Ende der NATO-Osterweiterung.

Vize-US-Außenministerin Wendy Sherman zeigte sich gesprächsbereit in Bezug auf Begrenzung von Manövern oder die Stationierung von Raketen. So könnte beispielsweise der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomwaffenfähiger Mittelstreckensysteme wiederaufgenommen werden, aus dem sich die USA unter Donald Trump zurückgezogen hatten. Die Forderung nach einem Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses weist Wendy Sherman zurück. 

Die NATO hält daran fest der Ukraine eine mittel- bzw. langfristige Beitrittsperspektive zu bieten. Die nationale Souveränität der Ukraine solle nicht verletzt werden, demnach könne das Militärbündnis nicht der russischen Forderung nachkommen einen Nicht-Beitritt der Ukraine zu garantieren. Auch ein Mitspracherecht Russlands in welchen (ost-)europäischen Ländern Waffen und Truppen stationiert würden ist aus Sicht der NATO inakzeptabel. Von beiden Forderungen will Russland jedoch nicht abrücken. 

Zeitgleich zum Treffen zwischen Vertretern der USA und Russland tagte am 10. Jänner 2022 in Brüssel die NATO-Ukraine-Kommission. Am 12. Jänner 2022 ist, ebenfalls in Brüssel, ein Treffen der NATO mit Russland angesetzt. Am 13. Jänner 2022 folgt eine Sitzung der OSZE in Wien – hier hat die Ukraine die Möglichkeit ihre Position darzustellen. Die Erwartung an die Treffen in Bezug auf Lösungen im Ukraine-Konflikt ist niedrig.

-red-
 


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