International

Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

05.07.2022

Südkorea: Gesteigerte Raketenreichweite

Die Reichweite des südkoreanischen Raketenartilleriesystems K239 "Chunmoo" soll von 85 auf 200 km erhöht werden.

Die Raketen bekommen einen zusätzlichen Lufteinlass, die so absorbierte Außenluft soll in Kombination mit einem Gasgenerator zusätzlichen Schub erzeugen. Beim K239 handelt es sich um ein System, das sowohl nicht-gelenkte als auch gelenkte Raketen in drei verschiedenen Kalibern abfeuern kann. Die Reichweite soll erhöht werden, um mit dem KN-09 Raketenwerfersystem aus Nordkorea mithalten zu können.

-nt-


04.07.2022

Schweden: Beschaffung von Frühwarn- und Kontrollflugzeugen

Die schwedische Regierung beschafft zwei Frühwarn- und Kontrollflugzeuge vom Typ GlobalEye.

Der Vertrag mit dem schwedischen Unternehmen Saab umfasst die Lieferung der beiden Flugzeuge sowie eine Option für den Kauf zwei weiterer GlobalEyes. Die Lieferung soll 2027 erfolgen. Die Beschaffung hat einen Wert von 7,3 Milliarden Schwedischen Kronen (etwa 677 Millionen Euro). Mit den GlobalEyes sollen die beiden Saab 340 (ASC 890) Erieye-Plattformen der schwedischen Streitkräfte ersetzt werden. GlobalEye integriert das Erieye Extended Range Radar, mit einer Reichweite von mehr als 550 Kilometern sowie fortschrittliche Sensoren und ein in das Global 6000-Flugzeug integriertes Befehls- und Kontrollsystem. Damit bietet das Flugzeug die Möglichkeit zur Frühwarnung und Kontrolle über Luft, See und Land und die Übermittlung von Echtzeitinformationen.

-red-


04.07.2022

Polen: Neue Mehrzweckhubschrauber

Am 1. Juli unterzeichnete Polen einen Vertrag über 32 Hubschrauber des Typs AW149.

Der Vertrag umfasst die Lieferung der Hubschrauber sowie Ersatzteile, Support und Schulungen. Die Lieferung der Mehrzweckhubschrauber AW149 soll zwischen 2023 und 2029 erfolgen. Laut polnischer Regierung sollen sie unter anderem für Truppen- und Frachttransport sowie für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Das Modell AW149 wird vom italienischen Hersteller Leonardo produziert. Die polnischen Streitkräfte erhalten eine ihren Bedürfnissen entsprechende Version, die mit elektrooptischen Systemen, Maschinengewehren, gelenkten und ungelenkten Flugkörpern sowie Selbstverteidigungssystemen ausgestattet ist. Die Bewaffnung kann je nach Bedarf in der Kabine oder an den Aufhängungen des Hubschraubers installiert werden.

-red-


30.06.2022

Indien: Test von HEAT-System

Indien testete am 29. Juni 2022 sein High-speed Expendable Aerial Target (HEAT)-System „Abhyas“.

„Abhyas“ ist eine unbemannte, ferngesteuerte Hochgeschwindigkeits-Zieldarstellungsdrohne. Ende 2021 erhielt das indische Unternehmen Hindustan Aeronautics Limited den Auftrag das HEAT-System für das indische Militär zu produzieren. Laut Verteidigungsministerium wurde bei dem vor der indischen Ostküste durchgeführten Test die Leistung des Systems in geringer Höhe einschließlich der Manövrierfähigkeit überprüft. Beim Test wurde „Abhyas“ von einem bodengestützten Fluglotsen in einer vorbestimmten Flugbahn geflogen, die von Verfolgungssensoren einschließlich Radar und elektrooptischen Zielsystemen überwacht wurde. Die Zieldarstellungsdrohne soll für die realitätsnahe Ausbildung, Flugabwehrübungen sowie Tests von Boden-Luft-Raketensystemen eingesetzt werden.

-red-


30.06.2022

NATO: Aufnahmeverfahren für Finnland und Schweden gestartet

Beim NATO-Gipfel in Madrid stimmten die 30 Mitgliedsstaaten am 29. Juni 2022 geschlossen dafür, das Aufnahmeverfahren für Finnland und Schweden zu starten.

Die beiden skandinavischen Staaten hatten angesichts des Ukraine-Krieges ihr Interesse an einem Beitritt zum Militärbündnis bekundet. Bis zuletzt blockierte die Türkei den Beitritt. Die gab ihre Blockade am 28. Juni 2022 im Gegenzug für Zugeständnisse auf. Unter anderem sollen mutmaßliche PKK- bzw. Gülen-Anhänger aus Schweden und Finnland an die Türkei ausgeliefert werden. Bis die beiden nordischen Staaten tatsächlich den Mitgliedsstatus erhalten, dürfte es noch einige Monate dauern. Die 30 NATO-Staaten müssen dem Beitritt zunächst in den nationalen Parlamenten ratifizieren. Der russische Präsident Wladimir Putin warf der NATO bei einem Besuch in der turkmenischen Hauptstadt Aschchabad vor, den Ukraine-Konflikt zu nutzen, um ihre „Vormachtstellung“ zu behaupten. Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens habe er jedoch „kein Problem“.

Beim Gipfeltreffen in Madrid wurde außerdem ein neues strategisches Konzept für das Militärbündnis beschlossen. Darin wird unter anderem Russland als „größte und unmittelbarste Bedrohung“  bezeichnet und könne deshalb nicht länger als Partner betrachtet werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte einen Auftritt beim NATO-Gipfel, um seine Bitte nach modernen Waffen und finanzielle Unterstützung im Kampf gegen Russland zu wiederholen.

-red-


30.06.2022

Dschibuti: Unbemannte Kampfflugzeuge

Am 27. Juni 2022 präsentierte Dschibuti zwei unbemannte Drohnen des Typs Bayraktar TB2.

Die Präsentation fand anlässlich einer Militärparade zum 45. Jahrestag der Unabhängigkeit des ostafrikanischen Staates statt. Die beiden unbemannten Luftfahrzeuge wurden jeweils auf der Ladefläche eines Tiefladers transportiert. Sie trugen die Nationalflagge von Dschibuti und die Markierungen der Luftwaffe. Details zur Beschaffung wurden weder von Dschibuti noch von der Türkei bekanntgegeben. Bayraktar TB2 ist eine unbemannte Kampf- und Aufklärungsdrohne aus türkischer Produktion. Das Modell ist eines der weltweit am meisten exportierten unbemannten Luftfahrzeuge und wird beispielsweise von der Ukraine im Krieg gegen Russland eingesetzt.

-red-


29.06.2022

Philippinen: Neues Feldartillerie-Bataillon

Die philippinische Armee hat ein neues Bataillon mit dem kürzlich beschafften Kanonensystem ATMOS aufgestellt.

Das neu geschaffene 10. Feldartilleriebataillon wird dem Artillerieregiment mit Hauptsitz in Fort Magsaysay (120 km nördlich der Hauptstadt Manila) unterstellt. Die philippinischen Streitkräfte erhielten die ATMOS-Einheiten im Dezember 2021. Der Vertrag über 47 Millionen US-Dollar (etwa 44 Millionen Euro) wurde bereits 2020 unterzeichnet. Laut Oberst Trinidad, dem Sprecher der philippinischen Armee, sollen die zwölf neuen Artilleriegeschütze die Mobilität und Reichweite der Armee steigern und ihre Fähigkeit zur indirekten Feuerunterstützung verbessern. Bei ATMOS (Autonomous Truck Mounted Howitzer System) handelt es sich um ein selbstfahrendes Geschützsystem vom Kaliber 155 mm aus israelischer Produktion.

-red-


28.06.2022

Irak: Erster Start von Überschalltrainer

Das irakische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass eines der Kampfflugzeuge des Typs T-50 der Luftwaffe erstmals gestartet sei.

Der T-50 ist ein südkoreanischer Überschalltrainer. 2013 unterzeichnete die irakische Luftwaffe den Vertrag über den Kauf von 24 Stück der leichten Kampfflugzeuge T-50IQ. Die Lieferung begann im Jahr 2017. Nun wurde ein Video des Chefs der irakischen Streitkräfte, Generalleutnant Abdul Amir Rashid Yarallah, veröffentlicht, das einen T-50 zeigt, der eine Landebahn entlang rast und sein vorderes Fahrwerk anhebt, ohne jedoch abzuheben.

Noch im August 2021 sagte der irakische Verteidigungsminister, dass die 24 Überschalltrainer aufgrund von Finanzierungsproblemen bisher nicht zum Einsatz kamen. Daraufhin schloss das Verteidigungsministerium Iraks einen Supportvertrag mit Südkorea ab, der Ende Jänner 2022 aktiviert wurde. Darin sollen Wartungs- und Logistikunterstützung sowie Munitionsmanagement und Schulungen für Piloten und Techniker geregelt sein.

-red-


28.06.2022

Russland/Ukraine: Raketenangriffe, G7- und NATO-Gipfel

Am 27. Juni 2022 wurde ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Krementschuk von Raketen getroffen. Zeitgleich tagen die G7- und die NATO-Mitgliedsstaaten, welche den russischen Angriff auf zivile Ziele verurteilen.

Krementschuk liegt etwa 300 km südöstlich von Kiew. Zum Zeitpunkt des Raketenangriffes sollen sich laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über 1.000 Menschen in dem Einkaufszentrum befunden haben. Wie viele von ihnen verletzt oder getötet wurden ist derzeit noch unklar. Moskau bestreitet, dass das Einkaufszentrum Ziel des Angriffes war und meinte, dass dieses nicht in Betrieb gewesen wäre. Seit Kriegsbeginn dementiert das russische Militär immer wieder den Angriff auf zivile Ziele. Auch im Osten der Ukraine werden die Angriffe fortgesetzt. In der Stadt Lyssytschanks sind nach ukrainischen Angaben bei einem Angriff durch Mehrfachraketenwerfer ebenfalls Zivilisten getötet und verletzt worden. Auch die Städte Mikolajew, Ochakiv und Odessa sollen das Ziel russischer Raketenangriffe gewesen sein. Zuletzt war die hart umkämpfte ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk von russischen Truppen eingenommen worden.

Von 29. bis 30. Juni 2022 findet ein Gipfeltreffen der 30 NATO-Mitgliedstaaten in Madrid statt. Kurz vor Beginn des Gipfels telefonierte der ukrainische Präsident mit dem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er wiederholte seine Forderungen nach Waffenlieferungen aus dem Westen und betonte die Wichtigkeit eines leistungsfähigen Raketenabwehrsystems für die Ukraine. Es wird erwartet, dass Selenskyj per Video-Schaltung am Gipfel teilnehmen wird. Die NATO will angesichts des andauernden Krieges in der Ukraine ihre schnellen Eingreifkräfte aufstocken. Auf diese Ankündigung reagiert Russland mit Plänen zur weiteren Stärkung seiner westlichen Grenze, nennt jedoch keine Details.

Von 26. bis 28. Juni fand ein Gipfeltreffen der G7-Staats- und Regierungschefs in Deutschland statt. Dabei wurde unter anderem über eine Preisobergrenze für russisches Öl und Gas beraten. Dadurch sollen die Möglichkeiten der russischen Regierung zur Finanzierung ihrer Invasion in der Ukraine eingeschränkt werden. Der G7-Gipfel verurteilte außerdem den russischen Angriff auf das Einkaufszentrum in Krementschuk als „Kriegsverbrechen“. In der Abschlusserklärung der G7-Chefs gebe es laut dem deutschen Kanzler Olaf Scholz ein klares Bekenntnis zur anhaltenden Unterstützung der Ukraine.

-red-


28.06.2022

Bulgarien: Kiellegung für Patrouillenschiff

Mitte Juni 2022 wurde in der bulgarischen Stadt Varna der Kiel für das erste von zwei modularen Mehrzweck-Patrouillenschiffen der bulgarischen Marine gelegt.

Das neue Schiff mit dem Namen „Hrabri“ soll Ende 2025 an die bulgarische Marine ausgeliefert werden. Der Kiel für das zweite Schiff „Smeli“ wird Anfang 2023 gelegt und die Übergabe soll Ende 2026 erfolgen. Der Vertrag über die beiden Mehrzweck-Patrouillenschiffe wurde im November 2020 zwischen dem deutschen Schiffbauer NVL Group und der bulgarischen Marine abgeschlossen. Der Auftrag hat einen Wert von 820 Millionen bulgarischen Lew (etwa 419 Millionen Euro). Die Schiffe basieren auf dem Modell OPV-90 der NVL Group und sind für Aufgaben bei internationalen Missionen der NATO und der EU vorgesehen. Außerdem sollen sie die Fähigkeit der bulgarischen Marine erhöhen luft- und landgestützte Bedrohungen über und unter Wasser abzuwehren. Mit den Schiffen der NVL Group werden zwei Korvetten der „Pauk“-Klasse und eine der „Tarantul“-Klasse ersetzt.

-red-