International

Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

12.08.2022

Russland: „Panzer-Biathlon 2022“

Ungeachtet des knapp sechs Monate andauernden Krieges mit der Ukraine veranstaltet Russland ab 13. August 2022 den internationalen „Panzer-Biathlon“.

Die russischen Militärspiele finden in der Nähe von Moskau bei Kubinka statt und sollen zwei Wochen dauern. Gemeinsam mit Panzereinheiten aus 22 verbündeten Nationen werden Wettkämpfe im Panzerfahren, Scharfschießen oder am Hindernisparcour ausgetragen. Teilnehmernationen sind Staaten wie China, Venezuela, Belarus, Kasachstan oder Usbekistan. Der "Panzer-Biathlon“ findet bereits zum zehnten Mal statt. Für Besucher gibt es Attraktionen wie ferngesteuerte Minipanzer, ein Kinderprogramm oder den Besuch im Panzermuseum Kubinka.

-red-


12.08.2022

NATO: High Vigilance Battle Group in Ungarn

Seit Anfang August 2022 ist die NATO High Vigilance Battle Group in Ungarn.

Soldaten aus Kroatien, Italien, Montenegro und den USA kamen Anfang August 2022 nach Ungarn, das die Battle Group führt. Zu dieser gehören unter anderem Panzer- und Artillerieeinheiten sowie Elemente der Militärpolizei. Laut Generalleutnant Zsolt Sandor bereitet sich auch eine türkische Einheit auf den Einsatz in Ungarn vor. Im September 2022 soll die Battle Group ihre Einsatzfähigkeit bei der Übung „Brave Warrior“ demonstrieren. Bis dahin gilt es, sich in gemeinsamen Trainings vorzubereiten. Die ungarische High Vigilance Battle Group ist eine von vier neuen multinationalen Gefechtsverbänden in Osteuropa, die von den Staats- und Regierungschefs der NATO am 24. März 2022 in Brüssel genehmigt wurden. Frankreich führt einen Verband in Rumänien, die Tschechische Republik in der Slowakei und Bulgarien auf seinem Heimatgebiet.

-red-


11.08.2022

Irak: Wiederinbetriebnahme von unbemannten Luftfahrzeugen

Die irakische Armee nahm ihr erstes bewaffnetes unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) CH-4 wieder in Betrieb.

Ein Video des irakischen Verteidigungsministeriums zeigt die in China produzierte Drohne, wie sie in der Bodenkontrollstation der Balad Air Base abhebt. Bewaffnet ist der CH-4 mit lasergelenkten AR-1-Raketen und FT-9-Bomben. Laut Verteidigungsminister Juma Enad Saadoun hätten die UAVs eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat gespielt. 2017 wurden sie jedoch aufgrund ihres Alters eingelagert. 2021 wurde schließlich ein Vertrag mit dem Hersteller eingegangen, um die CH-4 wieder in Betrieb zu nehmen. Die Reparatur- und Wartungsarbeiten dafür wurden im Juli 2022 aufgenommen. Die instandgesetzten Drohnen sollen für die Überwachung von ISIS-Terroristen im irakischen Luftraum eingesetzt werden.

-red-


11.08.2022

Großbritannien: Auftrag für Drohnen-Schwarm

Das britische Verteidigungsministerium beauftragte zwei Unternehmen mit einem Projekt zur Entwicklung eines Drohnen-Schwarms.

Das Projekt trägt den Namen Multi-Domain Integrated Swarm und soll unter anderem helfen zu verstehen, wie unbemannte Luftfahrzeuge im Schwarm Daten austauschen und welche Bandbreiten dafür nötig sind. Das britische Unternehmen Malloy Aeronautics steuert seine AUS T400-Drohnen bei. Das US-Unternehmen Sierra Nevada Corporation wird 10 bis 20 dieser Drohnen in einen Schwarm integrieren bzw. zusammenführen. Ergebnisse aus diesen Versuchen erwartet sich das britische Verteidigungsministerium bis Ende 2022. Der Einsatz von Drohnen in einem „intelligenten“ (miteinander kommunizierenden) Schwarm erhöht die Chance der Zielerreichung im Einsatzraum.

-red-


10.08.2022

Südkorea: Neue Lenkwaffen-Zerstörer

Ende Juli 2022 wurde der erste Zerstörer der Sejong Daewang-Klasse (KDX-III) für die südkoreanische Marine zu Wasser gelassen.

Der Zerstörer „Jeongjo the Great“ wurde in Südkorea entworfen und produziert. Im Jahr 2019 wurde der Bauvertrag unterzeichnet; Produktionsbeginn war 2021. Die Lieferung an die südkoreanische Marine soll 2024 erfolgen. Insgesamt baut Südkorea drei Zerstörer dieser Klasse, die im Abstand von zwei Jahren geliefert werden sollen. Sie haben eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten, eine Verdrängung von 8.500 Tonnen, eine Länge von 170 m, eine Breite von 21 m, sind mit 18 Vertical-Launch-Systemen ausgestattet und benötigen 300 Seeleute. Die Bewaffnung soll stärker sein als jene der bisherigen Kampfschiffe der südkoreanischen Marine und auch eine höhere Reichweite haben. Sie besteht unter anderem aus Boden-Luft-Raketen, Boden-Boden-Raketen sowie Anti-U-Boot-Raketen und dem Aegis-Combat-System.

-nt-


09.08.2022

Australien: Verbessertes Luftkampftraining

Die australischen Streitkräfte optimieren die bodengestützte Ausbildung von Piloten und Personal.

Der Fokus des Luftkampf-Trainingsprogrammes liegt auf den Flugzeugbesatzungen der F/A-18F „Super Hornet“ und der E/A-18G „Growler“. Dazu unterzeichnete das australische Verteidigungsministerium einen Fünfjahresvertrag mit dem Verteidigungsunternehmen Raytheon Australia und dem Subunternehmen Milskil. Dieser Vertrag umfasst die Bereitstellung von Simulatoren, Technik und Wartung sowie Trainingseinheiten, die von 49 Mitarbeitern der beiden Unternehmen durchgeführt werden. Diese Ausbildungsinitiative (Electronic Attack Air Combat Training Support) kostet etwa 76,4 Millionen US-Dollar (etwa 74,6 Millionen Euro).

-red-


09.08.2022

Indien: Test von Panzerabwehrrakete

Die indischen Streitkräfte testeten eine neue lasergelenkte Panzerabwehrrakete (ATMG).

Die in Indien produzierte Fire-and-Forget-Rakete wurde am Testschussgelände von Maharashtra Ahmednagar abgefeuert. Zwei Testschüsse, einmal auf minimale und einmal auf maximale Distanz, wurden abgegeben und beide Ziele zerstört. Der Test erfolgte mit dem Kampfpanzer Arjun, der über eine 120-mm-Kanone verfügt. Die ATGM-Rakete kann auch von der Infanterie eingesetzt und von einem Stativ abgefeuert werden. Der offizielle Name der neuen Rakete ist derzeit nicht bekannt.

-nt-


08.08.2022

Taiwan: Kampfpilotenmangel

Die taiwanische Luftwaffe leidet unter einem Kampfpilotenmangel, der sich auf den Einsatz der F-16-Kampfflugzeuge auswirkt.

Die taiwanische Luftwaffe verfügt über 66 Kampfjets des Typs F-16. Damit diese einsatzfähig bleiben, braucht es bis zum Jahr 2026 mindestens 100 neue Piloten. Nur so können die Pensionierungen ausgeglichen werden. Zwischen 2011 und 2019 konnten lediglich 21 neue Piloten ausgebildet werden. Ein Grund für die Probleme bei der Rekrutierung neuer Kampfpiloten ist, dass etwa 80% aller Jugendlichen in Taiwan unter Kurzsichtigkeit leiden. Zudem wird die F-16-Kampfflugzeugflotte durch Einsätze der Chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) belastet. Die hohe Einsatzrate der F-16-Flotte als Antwort auf die PLA reduziert die Möglichkeit für Ausbildungsflüge. Für die vollständige Ausbildung eines Kampfpiloten benötigt es 250 Flugstunden.

-nt-


08.08.2022

China: Manöver überraschend fortgesetzt

Die chinesische Volksbefreiungsarmee (PLA) setzt ihre Manöver rund um Taiwan länger fort, als angekündigt.

Ursprünglich kündigte die PLA an von 4. bis 7. August 2022 Militärübungen im Umkreis von Taiwan an. Am 8. August 2022 setzen sich jedoch die Manöver in der Meerenge zwischen dem Festland und der Insel fort. Im Fokus standen dabei laut chinesischem Staatsfernsehen Einsätze gegen Unterseeboote und der Angriff auf See. Ein offizielles Ende dieser Manöver wurde noch nicht bekannt gegeben.

Die chinesische Machtdemonstration rund um taiwanisches Hoheitsgebiet entstand als Reaktion auf die „Provokation“ der USA. Die Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, besuchte wenige Tage zuvor Taiwan. Alleine am 7. August 2022 sollen chinesische Flugzeuge 66 Einsätze geflogen haben. Die taiwanischen Streitkräfte beobachteten die Lage und warnten zum Teil auch über Funk.

-red-


08.08.2022

Türkei/Aserbaidschan: Lieferung von Minenräumfahrzeugen

Die Türkei liefert 13 ferngesteuerte Minenräumfahrzeuge an Aserbaidschan.

Insgesamt erhielten die aserbaidschanischen Streitkräfte 20 derartige Fahrzeuge (Mechanical Mine Clearing Equipment, MEMATT) von der türkischen Militärfabrik und Werft (ASFAT). Die unbemannten Bodenfahrzeuge werden zur Minenräumung eingesetzt, können bis zu einer Entfernung von 5 km ferngesteuert werden und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h. Sie haben eine verstärkte Stahlpanzerung und einen V-förmigen Rumpf, der so konstruiert ist, dass er Explosionen ablenkt.

Der Vertrag zwischen Aserbaidschan und ASFAT wurde im Dezember 2002 unterzeichnet. Die ersten beiden Minenräumfahrzeuge wurden im Februar 2021 geliefert. Die aserbaidschanischen Streitkräfte setzen die MEMATT-Fahrzeuge hauptsächlich in Berg-Karabach sowie in den Distrikten Fuzuli, Jabrayil, Agdam, Kalbajar und Khojavend ein. 

-red-