Risikobild 2026 warnt vor Ende der Ordnung
Am 26. Jänner 2026, hat das Bundesministerium für Landesverteidigung das „Risikobild 2026 - Ende der Ordnung?“ präsentiert. Dieses analysiert die wichtigsten Risiken der sicherheitspolitischen Lage, mit denen Österreich in den kommenden 12 bis 18 Monaten konfrontiert sein könnte.
Die Analyse zeichnet ein sicherheitspolitisches Umfeld, das von tiefgreifenden Umbrüchen, wachsender Unsicherheit und zunehmender Konfrontation geprägt ist. Der Untertitel „Ende der Ordnung?“ unterstreicht die Entwicklung von einer regelbasierten, liberalen, demokratisch ausgerichteten Weltordnung hin zu einer konfrontativen Ordnung, in der die drei Mächte China, USA und Russland eine zentrale Rolle. Europa gerät in diesem Umfeld zunehmend unter Druck. Österreich leitet daraus die Notwendigkeit ab, Sicherheit umfassend zu denken und die militärische wie zivile Resilienz weiter zu stärken.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte, dass eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft eine notwendige Antwort auf die veränderte Bedrohungslage sei. Nur ein gut ausgestattetes Bundesheer könne Demokratie, Staat und Werte wirksam schützen. Generalsekretär Arnold Kammel verwies auf den Bruch internationaler Beziehungen und den schrittweisen Abschied von einer regelbasierten Weltordnung. Für Österreich bedeute dies, Verteidigung gesamtstaatlich zu denken, gleichzeitig aber die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern weiter auszubauen.
Generalmajor Ronald Vartok beschrieb in seiner Keynote das Ende der unipolaren Weltordnung und den Übergang zu einem multipolaren, konfliktreicheren System. Zu den vom BMLV identifizierten Top-Risiken 2026 zählen die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen, Instabilität im Umfeld der EU – insbesondere im Nahen Osten, in Nordafrika und rund um das Rote Meer –, Migrationsbewegungen sowie ein zunehmend unilaterales Agieren der USA.
Neben militärischen Bedrohungen gewinnen nachrichtendienstliche Aktivitäten, Informationsbeeinflussung und kognitive Kriegsführung an Bedeutung. Wirtschaftlicher Protektionismus und die De-Industrialisierung Europas erhöhen den Druck auf exportorientierte Länder wie Österreich. Strategische Autonomie, eine stärkere europäische Verteidigungsfähigkeit und ein leistungsfähiges Krisenmanagement werden daher als zentrale Handlungsfelder genannt.
Das Risikobild wird seit 2015 jährlich vom BMLV veröffentlicht und dient als Grundlage, um sicherheitspolitische Entwicklungen zu bewerten und für Österreich relevante Risiken frühzeitig sichtbar zu machen.
-red-