Portugal: Boxer 8×8 als Rückgrat der künftigen Landstreitkräfte

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Mit dem geplanten Kauf des Boxer 8×8 steht Portugal vor einem grundlegenden Modernisierungsschritt seiner Landstreitkräfte.

Geplant ist die Beschaffung von 80 bis 90 Radpanzern des Typs Boxer 8×8, entwickelt vom Konsortium ARTEC, einem Gemeinschaftsunternehmen von KNDS und Rheinmetall. Die Finanzierung soll über die europäische SAFE-Initiative erfolgen, die Mitgliedstaaten bei dringend notwendigen Verteidigungsinvestitionen unterstützt. Mit der Einführung des Boxer will Lissabon veraltete M113-Schützenpanzer sowie Teile der bestehenden Pandur-II-Flotte in der Interventionsbrigade ersetzen. Ziel ist es, Schutz, Mobilität und Durchsetzungsfähigkeit der Verbände deutlich zu erhöhen und die Ausrüstung stärker an NATO-Standards anzugleichen. Die Ankündigung ist Teil einer umfassenden Heeresreform, die auf eine stärkere Standardisierung zentraler Plattformen und eine höhere Einsatzbereitschaft abzielt. 

Der Boxer soll in mehreren Varianten eingeführt werden, darunter als gepanzerter Mannschaftstransportwagen und als Schützenpanzer. Damit gewinnt Portugal die Fähigkeit, schwerere und besser geschützte Kräfte einzusetzen, während die Pandur-II-Fahrzeuge künftig vor allem für weniger intensive Aufgaben vorgesehen sind. Die SAFE-Finanzierung gilt als entscheidender Faktor, da der Boxer zu den leistungsfähigeren, aber auch kostenintensiveren 8×8-Systemen zählt. Mit der Entscheidung für den Boxer schließt sich Portugal einer wachsenden Nutzergruppe an, zu der auch Deutschland, die Niederlande, Großbritannien, Litauen und Australien zählen. Dies eröffnet Vorteile bei Ausbildung, Logistik und Ersatzteilversorgung und erhöht die Interoperabilität bei multinationalen NATO- und EU-Einsätzen. Für die portugiesischen Landstreitkräfte ist die geplante Beschaffung nicht nur ein Ersatz alter Fahrzeuge, sondern einen qualitativen Sprung hin zu einer moderneren, besser geschützten und vernetzteren Streitkraft.

Der Boxer ist ein modular aufgebautes gepanzertes Radfahrzeug, das aus einem Fahrmodul und austauschbaren Missionsmodulen besteht. Dieses Konzept erlaubt eine flexible Anpassung an unterschiedliche Einsatzrollen, von Truppentransport über Gefechtsführung bis hin zu Sanitäts- oder Unterstützungsaufgaben. Das Fahrzeug bietet hohen ballistischen Schutz sowie ausgeprägten Minen- und IED-Schutz und ist für konventionelle Einsätze ebenso ausgelegt wie für Stabilisierungs- und Auslandseinsätze. Mit seinem leistungsstarken Antrieb, der 8×8-Radkonfiguration und moderner Fahrwerksauslegung verbindet der Boxer hohe Mobilität auf Straße und im Gelände. Zudem ist die Plattform auf künftige Modernisierungen vorbereitet, etwa durch die Integration aktiver Schutzsysteme oder neuer Bewaffnung.

-red-