Philippinen: Unterseekabel im Visier

International

Die philippinische Marine arbeitet an neuen Verfahren zum Schutz ihrer Unterwasserinfrastruktur, nachdem sich weltweit Vorfälle von mutmaßlicher Sabotage und Spionage an Unterseekabeln häufen.

Die Kabel, die die Philippinen mit den USA, Indien, Hongkong und der Region verbinden, sind essenziell für Handel, Kommunikation und nationale Sicherheit.

Laut dem Nationalen Sicherheitsrat übersteigen die jüngsten Vorfälle „das Maß natürlicher oder zufälliger Ereignisse“. Für Generalinspekteur Konteradmiral Roy Vincent Trinidad laufen bereits hochrangige Gespräche über Gegenmaßnahmen. Die Marine soll künftig detaillierte Unterwasserprofile erstellen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen – unterstützt durch US-Partner und durch bereits im Jahr 2024 beschaffte MANTAS-T-12-Drohnen.

Neben möglicher Sabotage bereitet Manila besonders das Risiko des Abhörens Sorgen. Beispiele aus dem Mittelmeer zeigen, dass derartige Eingriffe möglich sind. In philippinischen Gewässern wurden zuletzt mehrere Unterwasserdrohnen mit chinesischen Markierungen gefunden; einige sollen Daten an private Firmen in China übertragen haben. Dazu kommen laufende Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche chinesische Spione sowie ein im Jahr 2024 verhängtes Verbot chinesischer Social-Media-Apps für Soldaten.

Ehemalige Marineoffiziere warnen, dass derartige Drohnen nicht nur wissenschaftliche Daten sammeln, sondern auch strategische Seekorridore kartieren – ein entscheidender Schritt für den verdeckten Einlauf fremder U-Boote. Entsprechend investiert die Marine in neue bemannte und unbemannte Systeme, doch konkrete Beschaffungspläne bleiben geheim.

-nt-