Indien: Militär treibt Modernisierung voran

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Indien treibt die Modernisierung seiner Streitkräfte mit einem umfangreichen Beschaffungspaket für Luftwaffe, Marine und Heer voran.

Der indische Verteidigungsbeschaffungsrat unter Verteidigungsminister Rajnath Singh gab die Vorhaben frei. Etwa 98 Prozent des Auftragswerts sollen an die heimische Industrie fließen. Vor Vertragsabschlüssen stehen noch technische Prüfungen, Tests und Verhandlungen an.

Die Luftwaffe plant, 40 ihrer etwa 260 Stück Su-30MKI-Kampfjets grundlegend zu überholen und zu modernisieren. Die Arbeiten sollen zugleich den Einsatz der russischen Langstrecken-Luft-Luft-Rakete RVV-BD ermöglichen. Die Exportversion der R-37M erreicht laut Herstellerangaben bis zu 200 Kilometer und zielt vor allem auf hochwertige Luftziele wie Frühwarn- und Tankflugzeuge. Damit will Indien eine Fähigkeitslücke bei weitreichenden Luft-Luft-Waffen schließen, die während der Operation Sindoor deutlich wurde. Bis zur Einsatzreife der heimischen Astra Mk-2 soll die RVV-BD diese Rolle übernehmen. Ein neuer bodengestützter Mehrzweckstörsender soll zudem gegnerische Radarsysteme beeinträchtigen und die elektronische Kampfführung stärken.

Für die Marine umfasst das Paket die Entwicklung und Beschaffung einer Schiffsgasturbine mit 24 bis 28 MW Leistung. Indien importiert solche Antriebe bislang für mehrere Fregatten und Zerstörer. Die geplante Eigenentwicklung soll diese Abhängigkeit verringern. Das Programm sieht zunächst vier Prototypen bei einen Bedarf von etwa 40 Triebwerken vor. Zusätzlich erhält die Marine Arudhra-Radarsysteme aus heimischer Entwicklung. Diese sollen ältere Überwachungsradare auf Marinestützpunkten ersetzen und Ziele über große Entfernungen erfassen.

Auch das Heer erhält neue Ausrüstung. Dazu zählen weitere leichte Dhruv-Hubschrauber, hochmobile Fahrzeuge, CBRN-Aufklärungsfahrzeuge, mechanische Minenleger sowie Systeme für Brücken- und Gewässerübergänge. Damit will Indien Mobilität, Logistik und Einsatzfähigkeit seiner Landstreitkräfte in schwierigem Gelände verbessern. Das Paket verbindet kurzfristige militärische Fähigkeitsgewinne mit dem Ausbau der eigenen Rüstungsindustrie. Vor allem bei Flugkörpern, Schiffstriebwerken, Sensoren und weiterer Schlüsseltechnik will Neu-Delhi seine Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten reduzieren.

-red-