Indien: Antwort auf Chinas Raketen gesucht
Chinas umfangreiche Stationierung von mehr als 200 Raketenwerfern entlang der Line of Actual Control (LAC) verändert nach Einschätzung indischer Sicherheitsexperten das militärische Kräfteverhältnis im Himalaya.
Die Systeme könnten im Konfliktfall Luftwaffenstützpunkte, Militäranlagen und kritische Infrastruktur tief im indischen Hinterland angreifen, noch bevor Bodentruppen zum Einsatz kommen. Peking setzt dabei auf eine raketenzentrierte Einsatzdoktrin mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Hyperschallwaffen, um gegnerische Fähigkeiten frühzeitig auszuschalten und eine Mobilisierung zu erschweren.
In Indien gewinnt deshalb die Debatte über den Aufbau einer eigenständigen Raketenstreitmacht an Bedeutung. Sie soll die bislang auf Heer, Luftwaffe und Marine verteilten Fähigkeiten unter einem gemeinsamen Kommando bündeln und die Abschreckung stärken. Zwar verfügt Indien mit den Raketenfamilien Agni, BrahMos und Nirbhay über leistungsfähige Waffensysteme, Experten sehen jedoch bei Hyperschallwaffen und der gemeinsamen Einsatzführung einen deutlichen Modernisierungsbedarf. Ziel ist es, die strategische Handlungsfähigkeit gegenüber Chinas wachsendem Raketenarsenal zu sichern und das Abschreckungspotenzial im Indopazifik zu erhöhen.
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