Europa: Moore als Barriere gegen Panzer
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wird in Europa intensiv über neue Verteidigungsansätze diskutiert. Neben klassischem Rüstungsaufbau rückt dabei ein unkonventionelles Konzept in den Fokus: die Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten.
Historische Beispiele – von der „Hollandse Waterline“ bis zu den Pripjet-Sümpfen – zeigen, dass wasserreiche Landschaften militärische Operationen erheblich verzögern können. Auch die Ukraine nutzte 2022 die Flutung des Irpin-Flusses nördlich von Kiew zur Abwehr russischer Truppen.
Aktuell prüfen insbesondere Polen und Finnland, ob für großangelegte Verteidigungsprojekte wie dem polnischen „Ost-Schild“ Feuchtgebiete gezielt renaturiert werden können. Der sicherheitspolitische Nutzen verbindet sich mit ökologischen Vorteilen: Intakte Moore speichern große Mengen CO2, mindern Klimarisiken und schaffen natürliche Bewegungsbarrieren für gepanzerte Verbände. Die Debatte zeigt, dass Verteidigungspolitik zunehmend in einem breiten militärischen Rahmen hinausgedacht wird.
-red-