• Veröffentlichungsdatum: 25.07.2017
  • – Letztes Update: 28.07.2017

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EU-Battlegroup 2016-2

Christoph Habisohn, Anton Czech

(Foto: ÖBH(Philipp Winkler)
(Foto: ÖBH/Philipp Winkler)

Mit dem Combat Service Support Batallion (CSSBn) hat das Österreichische Bundesheer (ÖBH) 2016 unter anderem am größten Truppenaufmarsch bei internationalen Übungen teilgenommen. Am 31. Dezember 2016 endete die Beteiligung des Bundesheeres in der Stand-by-Phase der EU-Battlegroup (EUBG) als logistische Führungsnation des zweiten Halbjahres 2016 (2016-2).

Konzept der Battlegroup

Eine EU-Battlegroup ist ein nicht dauernd bestehender, schnell einsetzbarer Kriseninterventionsverband. Der Kern einer EU-Battlegroup, die je nach Einsatzzweck zusammengestellt wird, ist ein durch Kampfunterstützungselemente, Logistikelemente und Sanitätselemente verstärktes Infanteriebataillon. Durch die auf Modularität ausgelegte Struktur einer EU-Battlegroup ist eine Verstärkung mit weiteren Bodentruppen, Luftstreitkräften, Seestreitkräften und Spezialeinsatzkräften bis zur Größe eines Brigadeäquivalentes von bis zu 3 000 Soldaten möglich. Mit dem Petersberg-Abkommen hat die Europäische Union beschlossen, zunächst ab dem Jahr 2005 pro Halbjahr eine Battlegroup und seit dem Jahr 2007, pro Halbjahr zwei Battlegroups einsatzbereit zu halten.

Der Auftrag einer solchen EU-Battlegroup umfasst das gesamte Spektrum des Petersberg-Abkommens wie - humanitäre Aufgaben, - Rettungseinsätze, - friedenserhaltende Aufgaben und - Kampfeinsätze einschließlich friedensschaffender Maßnahmen. Die strategische Führung einer EU-Battlegroup erfolgt durch das „Politische und Sicherheitspolitische Komitee“, dessen Weisungen dann im militärischen Bereich das Operational Headquarters (OHQ) umsetzt. Im Fall der EU-Battlegroup 2016-2 ist das OHQ Ulm (Multinationales Kommando Operative Führung; siehe dazu auch TD-Heft 2/2012, „Das NATO- und EU-Hauptquartier in Ulm“) damit beauftragt. Die Einsatzführung, in der stets sechsmonatigen Standby-Phase und im Einsatz, übernimmt ein Force Headquarters (FHQ).

Die EU-Battlegroup 2016-2 wurde vom Eurocorps in Straßburg (Frankreich) als FHQ geführt. Eine EU-Battlegroup in der Stand-by-Phase muss binnen fünf Tagen abmarschbereit sein und danach innerhalb von zehn Tagen im Einsatzraum aktiv werden können. Jeder Einsatz muss einstimmig vom Sicherheitsrat der Europäischen Union beschlossen werden. Für den Einsatz der österreichischen Soldaten ist zusätzlich die Zustimmung der Bundesregierung im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss des Nationalrates erforderlich. Mit der Einsatzautarkie von 30 Tagen und der maximalen Einsatzdauer von 120 Tagen, sind alle Parameter einer EU-Battlegroup in Paketform festgelegt. Dieser Kriseninterventionsverband wird nicht allein, sondern immer im Verbund mit anderen zivilen oder militärischen Organisationen eingesetzt.

Ausbildung Counter IED während der Vorbereitung für die EU-Battlegroup 2016-2. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Ausbildung Counter IED während der Vorbereitung für die EU-Battlegroup 2016-2. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Einsatzvorbereitung in Mautern - EURAD15 Konvoi mit Unterstützung aus der Luft. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Einsatzvorbereitung in Mautern - EURAD15 Konvoi mit Unterstützung aus der Luft. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)

Combat Service Support Battalion

Wie schon bei der EU-Battlegroup 2012-2 war das damalige Panzerstabsbataillon 3 der 3. Panzergrenadierbrigade, jetzt Stabsbataillon 3 des Kommandos Schnelle Einsätze (KSE), als Combat Service Support Battalion (CSSBn) für die Versorgung verantwortlich. Neben dem CSSBn beteiligte sich Österreich mit weiteren Truppenteilen an der EU-Battlegroup 2016-2, wie mit Personal für das Field Headquarter (FHQ), der Militärsteife/Militärpolizei, CIMIC- und PsyOps-Kräften, Ärzten und dem Sanitätspersonal sowie mit Field Human Teams (FHT).

Insgesamt waren 16 Dienststellen des ÖBH mit der Aufstellung der EU-Battlegroup 2016-2 beschäftigt. Das CSSBn bestand aus:

  • einem Bataillonskommando des Stabsbataillons 3,  
  • der Stabskompanie des Stabsbataillons 3,
  • einer gemischten Führungsunterstützungskompanie des Führungsunterstützungsbataillons 2 aus Sankt Johann im Pongau,
  • einer Force Protection Kompanie des 44. Light Motorized Battalion aus Tschechien,
  • einer Nachschub- und Transportkompanie des Stabsbataillons 7 aus Klagenfurt,
  • einer Logistikkompanie aus Deutschland,
  • einer Feldlagerbetriebskompanie, gestellt vom Pionierbataillon 2 aus Salzburg und vom Pionierbataillon 3 aus Melk,
  • einem Pionierelement sowie einer POL-Gruppe (Petrol Oil Lubricants) aus Kroatien und
  • einem Wasseraufbereitungselement aus Luxemburg.

Vorbereitung auf die EU-Battlegroup

Ein 'Husar' beim Scharfschießen während der Einsatzvorbereitung. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Ein 'Husar' beim Scharfschießen während der Einsatzvorbereitung. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)

Das Zusammenstellen der Kräfte für eine EU-Battlegroup beginnt schon Jahre vor dem Status ihrer Einsatzbereitschaft. Rund um eine Führungsnation (Lead Nation), die in den meisten Fällen auch den größten Teil der Kräfte stellt, kommen noch andere Länder, die ihre Beiträge definieren und einmelden. Nach abgeschlossener Feinabstimmung zwischen den Nationen beginnt die gestaffelte Einsatzvorbereitung der Kräfte für die EU-Battlegroup mit einer Vielzahl an aufeinander abgestimmten Ausbildungen, vorerst jedoch im nationalen Rahmen. Der Auftakt der nationalen Einsatzvorbereitung war von 29. Juni bis 10. Juli 2015 die erste Zusammenziehung der österreichischen Teile auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig. Auf dem Ausbildungsplan standen:

  • Konvoistandardsituationen;
  • taktischer Lufttransport;
  • erweiterte Selbst- und Kameradenhilfe;
  • Kampfmittelabwehr;
  • Scharfschießen.

Drei Ausbildungsstationen bildeten die markanten Eckpunkte der zweiten Übungswoche. Die erste Station war das Scharfschießen auf der Schießbahn Kühbach mit den Waffenstationen aller gepanzerten Fahrzeuge. An den beiden weiteren Stationen wurden das Führen von Versorgungskonvois unter Bedrohungen wie Sprengfallen und Straßensperren sowie die Sanitätserstversorgung und der Abtransport Verwundeter geübt.

Den Höhepunkt der österreichischen Einsatzvorbereitung bildete schließlich die Zusammenführung der österreichischen Kräfte der EU-Batttlegroup 2016-2 und des CSSBn in der Übung „European Advance 2015“ (EURAD15; siehe dazu auch TD-Heft 1/2016, S. 82ff) im November 2015.

Die Übung EURAD15 wurde schon ab dem Herbst des Jahres 2014 mit einer Dauer von drei Wochen und einer Übungstruppe von 3 500 Soldaten geplant. Als Folge des Assistenzeinsatzes „Migration“ (SihpolAssE/Migration) mit großem Personalbedarf an der Staatsgrenze wurde im September 2015 entschieden, dass die EURAD15 von der 3. Panzergrenadierbrigade (jetzt KSE) mit vermindertem Kräfteumfang geplant und durchgeführt wird. Vom 2. bis zum 12. November 2015 übten dann schließlich insgesamt 1 255 Soldaten aus vier Ländern.

Raum und Szenario

Hauptübungsraum war das Gebiet zwischen Amstetten und Mautern an der Donau. Weitere Übungsräume waren der Truppenübungsplatz Allentsteig und der Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn bei Tulln. Im Auftrag des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und nach der Freigabe des Einsatzes durch die beteiligten Staaten wird die EU-Battlegroup 2016-2 als Ersteinsatzkraft einer kampfkräftigen EU-Sicherheitstruppe zum Schutz der Bürger in das Krisenland Greenland entsandt.

Greenland ist von den Truppen des aggressiven Redland angegriffen worden. Beide Staaten haben nach dem Ende der heftigen und verlustreichen Kämpfe einem Friedensabkommen zugestimmt. Auf den Truppenübungsplatz Allentsteig haben sich allerdings abtrünnige ehemalige Soldaten der Armee von Redland zurückgezogen und kontrollieren dort ein Gebiet mit beträchtlicher Größe. Der Dunkelsteinerwald südwestlich von Mautern und ostwärts des Donautales Wachau bildet das schwer zugängliche Rückzugsgebiet einer Terrorgruppe. Genau durch dieses Gebiet müssen aber die Versorgungstransporte des CSSBn rollen.

Übungstruppe EURAD15

Kurzer Halt der Marschkolonne bei einem Service Support Center auf dem Weg in den Einsatzraum. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Kurzer Halt der Marschkolonne bei einem Service Support Center auf dem Weg in den Einsatzraum. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)

Bei der EURAD15 konnte die Masse des österreichischen Kontingentes der EU-Battlegroup 2016-2 in Niederösterreich versammelt werden. Die Übungsstärke betrug 164 deutsche, 20 luxemburgische, sechs tschechische und 1 065 österreichische Soldaten, woraus sich eine Übungsstärke von insgesamt 1 255 Personen ergab. Die Übungstruppe gliederte sich im Einzelnen wie folgt aus:

  • einem Bataillonskommando des Stabsbataillons 3 mit sechs tschechischen Verbindungsoffizieren,
  • der Stabskompanie des Stabsbataillons 3,
  • einer gemischten Führungsunterstützungskompanie des Führungsunterstützungsbataillons 2 aus Sankt Johann im Pongau,
  • einer Force Protection Kompanie - gestellt durch kaderpräsente Kräfte der Jägerbataillone 17 und 25,
  • einer Nachschub- und Transportkompanie des Stabsbataillons 7,
  • einer Feldlagerbetriebskompanie - gestellt von den Pionierbataillonen 2 und 3,
  • einem Fliegerabwehrelement der Flugabwehrraketengruppe 61 aus Todendorf (DEU),
  • einem Einsatzelement des Elektronischen Kampfführungsbataillons 932 aus Frankenberg (DEU) und
  • einem Wasseraufbereitungselement aus Luxemburg.

Ziele der EURAD15

Der Übungsleiter, Brigadier Mag. Christian Habersatter, hat mit seinem Stab reelle Bedrohungen und Szenarien erfasst und nach vorausschauender Lageanalyse eine Liste von Übungszielen aufgestellt:

  • Training von Stabsabläufen im Gefechtsstand;
  • Anwenden und Verbessern von Standard Operating Instructions;
  • Betreiben eines Gefechtsstandes und eines Feldlagers mit dem Zeltsystem COLPRO;
  • Aufnehmen von multinationalen Kontingenten;
  • Zusammenführen und gemeinsames Trainieren der verschiedenen multinationalen Teile des CSSBn;
  • Sicheres Führen von Versorgungskonvois;
  • Erhalten eines Zwischenstandes der Einsatzbereitschaft der österreichischen Teile der EU-Battlegroup 2016-2.

Aufmarschübung "Joint Derby"

Im Fokus von „Joint Derby 2016“ (JODY16) stand der RSOM(I)-Prozess (Reception Staging Onward Movement und [Integration]). Das bedeutet so viel wie die Verladung und Verbringung von Soldaten, Gerät, Ausrüstung und Fahrzeugen in ein sicheres Drittland. Dort angekommen, werden Personen und Gerät in einem Aufmarschraum (Staging Area) zusammengeführt und letzte Versorgungsmaßnahmen getroffen sowie Konvois für den weiteren Einsatz formiert, bevor es in das eigentliche Einsatzland geht. Wenn der Anmarsch in das Einsatzgebiet zu lange wird, können auf dem Weg noch Convoi Support Center, die Tank- und Instandsetzungsmöglichkeiten anbieten, betrieben werden. Auch diese Fähigkeiten wurden geübt.

In der JODY16 vom 11. bis 19. April 2016, unter dem Kommando der Streitkräftebasis der Bundeswehr, standen das Zusammenführen der EU-Battlegroup 2016-2 im Norden Deutschlands und der möglichst rasch koordinierte, kombinierte Transport der Truppen mit Eisenbahnzügen, Transportflugzeugen und Hochseefähren im Fokus des Übungsgeschehens. Die österreichischen Kontingente des CSSBn formierten sich während einer Alarmübung (Formierungsübung) in den Heimatgarnisonen. 180 Fahrzeuge aller Gewichtsklassen und Größen wurden auf sechs Eisenbahnzüge verladen, die über die Drehscheibe Salzburg auf die Reise in den Norden Deutschlands aufbrachen. Endpunkt der österreichischen Eisenbahnzüge war der deutsche Nordseehafen Emden, wo die Entladung und die Vorbereitung für den Transport per Schiff stattfanden.

Entladung des Zugtransportes mit den österreichischen Fahrzeugen der EUBG 2016-2 für den weiteren Schiffstransport in den Übungsraum. (Foto: ÖBH/Christoph Habisohn)
Entladung des Zugtransportes mit den österreichischen Fahrzeugen der EUBG 2016-2 für den weiteren Schiffstransport in den Übungsraum. (Foto: ÖBH/Christoph Habisohn)
Die 'Joint Derby 2016' diente zum Trainieren des koordinierten, kombinierten Transportes von Truppen zu Lande, zu Wasser und in der Luft - hier werden die Fahrzeuge in ein Transportschiff verladen. (Foto: Bundeswehr/R. Alpers)
Die 'Joint Derby 2016' diente zum Trainieren des koordinierten, kombinierten Transportes von Truppen zu Lande, zu Wasser und in der Luft - hier werden die Fahrzeuge in ein Transportschiff verladen. (Foto: Bundeswehr/R. Alpers)

Schiffstransport

Im Seehafen Emden wurden nach einem minutiös ausgearbeiteten Verladeplan rund 450 Fahrzeuge auf gecharterte, zivile Hochseefähren verbracht, die den Auftrag des Seetransportes bei der JODY16 übernahmen. Für die meisten Soldaten des CSSBn war Seetransport naturgemäß Neuland. Bei der Deutschen Bundeswehr mit ihrer eigenen Teilstreitkraft Marine ist das keine Besonderheit. Dort kommen bei allen Seetransporten der Bundeswehr die Spezialisten der 6. Kompanie des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst zum Einsatz - der einzigen Hafenumschlagkompanie der Bundeswehr.

Die Soldaten des Einsatzelementes dieser Kompanie führen das Roll on - Roll off-Verfahren (RoRo) auf die Fähren nach Plan durch. Hierbei werden alle Fahrzeuge und Container nach einem ausgeklügelten Plan auf verschiedene Decks der Hochseefähren verladen. Das heißt, alle Fahrzeuge werden mit Kraftfahrern und Einweisern auf die Fähre gefahren und die Fahrzeuge anschließend verzurrt. Nach dem Seetransport werden die Fahrzeuge wieder entzurrt und von Deck gefahren.

Die zwölfstündige Reise mit den Hochseefähren führte durch die Nordsee um die Halbinsel Friesland herum nach Bremerhaven, das gemäß Übungsannahme in einem sicheren Nachbarland des Operationsgebietes lag. Gemäß Übungsplanung kam so die EU-Battlegroup 2016-2 in ihre Staging Area.

Lufttransport

Der Lufttransport ist die schnellste Möglichkeit, Truppen und Material weltweit zu verlegen. Für die Übung JODY16 wurde die deutsche Luftwaffe beauftragt, vom Fliegerhorst Wunstorf aus Truppen und Material zum kleinen Flugplatz Nordholz im Gebiet nördlich von Bremerhaven zu fliegen. Nordholz liegt laut Übungsannahme wie Bremerhaven in einem sicheren Nachbarland des Operationsgebietes. Beide Gebiete liegen an der Autobahn A 27, und diese leistungsfähige Verkehrsverbindung nutzte man zur Zusammenführung der Battlegroup.

Die Luftwaffe transportierte dazu in 22 Lifts über 1 100 Soldaten von Wunstorf nach Nordholz. Dabei kam das neueste Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe, der Airbus A 400M, zum Einsatz. Dieser Maschinentyp stellt die Zukunft des deutschen Lufttransportes dar. Auch das Kommando Luftunterstützung des ÖBH beteiligte sich mit zwei C-130 „Hercules“ am Aufmarsch. Auf dem Flugplatz Nordholz betrieb ein Luftumschlagzug der 6. Kompanie des Logistikbataillons 171 „Sachsen-Anhalt“ den Luftumschlagpunkt. Diese Kompanie ist auf das einsatzgerechte Beladen und Entladen von Luftfahrzeugen spezialisiert.

Drehscheibe Garlstedt

In Nordholz angekommen, bereitete die Truppe (vor allem die Kraftfahrer und Fahrzeugkommandanten) den Marsch nach Bremerhaven vor, um ihre dort angelandeten Fahrzeuge zu übernehmen. Die Spitze beim folgenden Aufmarsch Richtung der Staging Area über die Autobahn A 27 bildete die tschechische Force Protection Kompanie mit dem Auftrag, diesen Bereitstellungsraum in Besitz zu nehmen und das ungehinderte Einfließen des Krisenreaktionsverbandes zu sichern.

Die Staging Area selbst war auf dem weitläufigen Kasernenareal der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt eingerichtet worden. Nach Ankunft der Truppen erfolgten dort die Zusammenstellung der Einheiten und die Formierung der EU-Battlegroup 2016-2. Bis zum weiteren Vorrücken bot ein Zeltlager mit Sanitärcontainern Platz für etwa 2 000 Soldaten. Die Übung JODY16 war mit dem Abmarsch der Kriseneisatzkraft EUBG 2016-2 aus der Staging Area zu Ende und ging direkt zur Übung „European Spirit 2016“ über.

Den zweiten Teil der Übungsserie stellt die Volltruppenübung „European Spirit 2016“ (EUSP16) dar. Nachdem die EU-Battlegroup 2016-2 formiert worden war und einen Verfügungsraum bezogen hatte, startete die Übung EUSP16 auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide. Ziel dieser Übung war es, für das CSSBn eine Main Operating Base (MOB) zu errichten und zu betreiben sowie die gesamte EU-Battlegroup zu versorgen.

Der Kommandant des CSSBn, Oberst Michael Lippert, lässt sich während einer Übung von einem polnischen Soldaten einweisen. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Der Kommandant des CSSBn, Oberst Michael Lippert, lässt sich während einer Übung von einem polnischen Soldaten einweisen. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)

Von Juli bis zum 31. Dezember 2016 war die EU-Battlegroup 2016-2 in der Stand-by-Phase. In dieser Phase wäre die EU-Battlegroup binnen fünf Tagen abmarschbereit gewesen. Der Einsatzradius des Verbandes für Battlegroups beträgt 6 000 Kilometer rund um Brüssel, innerhalb dessen auch die im Moment wesentlichsten Krisengebiete liegen (Sahelzone und Naher Osten). Mit der Einsatzautarkie von 30 Tagen und der maximalen Einsatzdauer von 120 Tagen sind nun alle Parameter einer EU-Battlegroup in Paketform festgelegt.

Fazit

Eine Beteiligung an einer EU-Battlegroup ist auf jeden Fall ein intensives Training mit anderen Armeen auf verschiedenen Ebenen. Die Ressourcen, die dabei zum Einsatz kommen, werden optimal genutzt, da diese auch tatsächlich verwendet werden. Die österreichische Beteiligung an der EU-Battlegroup 2016-2 mit dem Combat Service Support Battalion ist zugleich eine zeitgemäße Einsatzvorbereitung österreichischer Soldaten mit europäischen Kameraden. Einsatznahe Übungen und Verlegungen zu multinationalen Übungen erweitern die Fähigkeiten der gesamten Truppe der EUBG. Die Soldaten konnten ihre sprachliche Kompetenz erheblich erweitern sowie multinationale Stabsabläufe trainieren und optimieren. Konvois mit neuen Fahrzeugen wie dem „Husar“ brachten Erkenntnisse über den Einsatz und das Zusammenwirken mit anderen Geräten und Fahrzeugen.

Das CSSBn ist für die logistische Versorgung verantwortlich. Während der Übungsreihe in Deutschland konnten wertvolle Erfahrungen in diesem Bereich gewonnen werden wie das Betreiben der Log Base (Umschlagpunkt für Güter) und das Betreiben der MOB (Main Operation Base). Herausforderungen, die daraus resultieren, wurden erfasst, womit für zukünftige Einsätze und Übungen dieses Wissen beim CSSBn abrufbar ist. Auch brachte das CSSBn neue Erkenntnisse der militärischen Partner für das ÖBH. Dazu gehören die von den österreichischen Soldaten erworbenen Kenntnisse im RSOM(I). Die Beteiligung an einer Battlegroup ist darüber hinaus ein zusätzlicher Motor für die Weiterentwicklung des Schlüsselbereiches Logistik. Gerade logistische Abläufe im In- und Ausland, der Transport über tausende Kilometer und die Integration verschiedener Nationen in die eigene Truppe, stellen Fähigkeiten dar, die moderne Streitkräfte haben müssen.

Internationale Einsätze sind heutzutage meistens multinational und teilstreitkräftegemeinsam ausgerichtet. Durch die Teilnahme an solchen Einsätzen erlangt das Österreichische Bundesheer einen Mehrwert, der vorteilhaft für die eigene Weiterentwicklung eingesetzt werden kann. Damit ist jedoch nicht der Einsatz von leicht bewaffneten Assistenzkompanien für Sicherheitsaufträge im Inland oder von Kontingenten für die Katastrophenhilfe gemeint, sondern der rasche und zielgerichtete Auszug des Combat Service Support Battalion mit seinen sechs Kompanien, einer Menge schweren Gerätes und einer entsprechenden Versorgungsreichweite. Der Übergang vom Friedensbetrieb in den Einsatz bringt dem Bundesheer neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Abläufe dieses Prozesses.

Hauptmann Christoph Habisohn, BA ist Offizier für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation beim Stabsbataillon 3

Anton Czech ist Milizsoldat des Jägerbataillons Wien 1 "Hoch- und Deutschmeister"

Ein Joint Fire Support Team kann jederzeit Steilfeuer oder Luftunterstützung zur Sicherung der eigenen Kräfte anfordern. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
Ein Joint Fire Support Team kann jederzeit Steilfeuer oder Luftunterstützung zur Sicherung der eigenen Kräfte anfordern. (Foto: ÖBH/Philipp Winkler)
 

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