Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

21.06.2018

Bundesheer verlängert Botschaftsschutz

Der Assistenzeinsatz für den Schutz ausländischer Botschaften wird für das zweite Halbjahr 2018 verlängert. Somit nimmt das Bundesheer während des österreichischen EU-Vorsitzes diese Bewachungsaufgabe weiter wahr.

Aktuell werden neun diplomatische Einrichtungen (Botschaften und internationale Einrichtungen) in Wien als Assistenzleistung für die Polizei von etwa 100 Soldaten bewacht. Dieser Einsatz, der im August 2016 begann, war im März 2018 aufgrund einer Messerattacke vor der iranischen Botschaft in die Schlagzeilen geraten und wurde daraufhin einer Evaluierung unterzogen.

-red-

Interview mit Oberst Sacken vom Militärkommando Wien 


20.06.2018

Schlankere Verwaltung und Stärkung der Truppe

Verteidigungsminister Mario Kunasek hat dem Ministerrat die Reorganisation des Österreichischen Bundesheeres zum Beschluss vorgelegt. Diese sieht vor, die Kommanden der oberen operativen Führung auf zwei - Streitkräfte und Streitkräftebasis - zu reduzieren.

Dem Kommando Streitkräfte sollen die neun Militärkommanden, die 3. Brigade (Kommando Schnelle Einsätze), 4. Panzergrenadierbrigade, die 6. und 7. Jägerbrigade sowie die Brigaden für Luftunterstützung und Luftraumüberwachung, mit den bisherigen Standorten, unterstellt werden. Die Kernaufgabe der Streitkräfte sind die Führung, Planung und Vorbereitung von Einsätzen.

Zur Streitkräftebasis gehören künftig die Bereiche Logistik mit der Heereslogistikschule, den Heereslogistikzentren, Heeresmunitionsanstalten, die Heeresbekleidungsanstalt, das Militärhundezentrum, der Sanitätsbereich mit den Sanitätszentren und Feldambulanzen, aber auch der Bereich Führungsunterstützung & Cyberverteidigung mit der Führungsunterstützungsschule sowie das Heeressportzentrum und der Entminungsdienst. Die Streitkräftebasis hat die Aufgabe, die Streitkräfte bei ihren Aufgaben zu unterstützen und die Cyberverteidigung sicherzustellen.

Die Aufgaben der Militärkommanden sollen unverändert bleiben, weshalb diese bei Bedarf auch weiterhin auf Truppenverbände im jeweiligen Bundesland zugreifen können. Ebenso bleibt die Zuordnung der selbstständig strukturierten Miliz bei den Militärkommanden. Den Kern der Milizkräfte bilden weiterhin zehn Milizbataillone und deren Anbindung an einen präsenten Verband der Streitkräfte bleibt bestehen.

Auf Grundlage des Ministerratsbeschlusses erhält der Generalstab den Auftrag für Detailplanungen, die inklusive adaptierter Organisationspläne bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen. Im Jahr 2019 soll die Zentralstelle evaluiert und den neuen Anforderungen angepasst werden. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Truppe zu stärken und die Verwaltung zu verschlanken.

-red-


11.06.2018

EU-MODEX 2018 - Üben für den europäischen Ernstfall

Von 24. bis 27. Mai 2018 waren Eisenerz und der Erzberg in der Steiermark Schauplatz der größten Erdbeben- und Höhlenrettungseinsatzübung in Europa. Bei der EU-MODEX 2018 trainierten europäische Rettungsteams mit über 230 Personen.

Das Referat Katastrophenschutz beim Land Steiermark organisierte hauptverantwortlich die Katastrophenübung.

Die Ziele der EU-MODEX waren die Vorbereitung auf gemeinsame Einsätze innerhalb des EU-Mechanismus, Üben des Einsatzverfahrens und der Arbeitsweise in gemeinsamen Operationen, um Hilfe besser koordinieren zu können. Das alles fand unter den Augen internationaler Beobachter und Delegationen aus der Schweiz und dem Iran statt.

Ausgangslage war ein fiktives Szenario in „Modulistan“, wo ein Erdbeben mit der Stärke 7,2 nach Richter die Region Eisenerz erschüttert. Ein Drittel der Gebäude ist zerstört und mehrere Menschen sind verschüttet. Die lokalen Behörden sind überfordert und rufen die Europäische Union um Hilfe. Dann wird alles eingespielt, was im Realfall auch passieren kann wie ein Diplomatenbesuch, eine Demonstration der lokalen Bevölkerung, Sitzstreiks vor dem Koordinationsbüro von Angehörigen vermisster Personen, Ignorieren von Fragen der Ersthelfer und, last but not least, die Gefährdung der Rettungsmission durch kriminelle Elemente.

Die Rettungsteams setzten bei ihrer 48 Stunden dauernden Suche Hunde, Horchgeräte, Kameras, Drohnen und anderes Spezialgerät erfolgreich ein.

Die Steiermark möchte in weiterer Folge aus Eisenerz ein internationales Sicherheits- und Katastrophenschutzzentrum machen, was das erste Zentrum im hochalpinem Gelände wäre. Dieses könnten auch lokale Rettungs- und Einsatzorganisationen nutzen.

-red-


08.06.2018

Fahrzeugübergabe an EU-Transportmanagement

Am Freitag, den 8. Juni 2018, fand eine Übergabe von 160 Fahrzeugen an das EU-Transportmanagement für den Einsatz im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs 2018 durch Verteidigungsminister Kunasek statt.

In der Maria-Theresien-Kaserne in Wien informierte der Verteidigungsminister über die geplanten Unterstützungsleistungen, welche Kräfte für etwaige Assistenzen bereitgehalten werden und die Luftraumsicherung während der Ratspräsidentschaft, die Österreich von 1. Juli bis 31. Dezember 2018 innehat.

Außerdem wurden das Dekontaminationssystem „Mammut“, der ABC-Aufklärungsfahrzeug „Dingo“ 2, der ferngesteuerte Roboter „Taurob Tracker“ und das Zielzuweisungs- und Tieffliegererfassungsradar den Medienvertretern präsentiert, vorgeführt und erläutert. Auch die Militärpolizei mit dem neuen StG 77 war in der Kaserne vertreten. Mit einer Schlüsselübergabe durch Minister Kunasek an den Kommandanten endete der Festakt.

-red-


07.06.2018

Welpentaufe im Militärhundezentrum

Im Militärhundezentrum in Kaisersteinbruch/Burgenland fand eine traditionelle Welpentaufe mit Verteidigungsminister Mario Kunasek statt.

Im Rahmen der Militärhundetaufe übernahm er die Patenschaft von zwei Labrador-Welpen, „Wilson“ und „Wily“. Mit der symbolischen Übergabe der Dienstmarken im Rahmen dieses Festaktes traten die beiden Junghunde offiziell ihren Dienst beim Bundesheer an. Ihre Ausbildung dauert ungefähr drei Monate.

Das Militärhundezentrum im Burgenland züchtet und bildet Diensthunde für das Bundesheer aus. Derzeit gibt es 164 Militärhunde, darunter größtenteils Rottweiler, Schäfer- und Labradorhunde sowie Jagdhunde. Diese werden für Aufgaben im In- und Ausland eingesetzt.

-red-


04.06.2018

Neue Fahrzeugtypen für Bundesheer

Am 4. Juni 2018 wurden in der Rossauer Kaserne drei neue Fahrzeugtypen des Österreichischen Bundesheeres vorgeführt: das Aufklärungsfahrzeug „Dingo“ 2, das geschützte Universalgeländefahrzeug BvS 10 AUT Hägglunds und der "Pandur Evolution".

2016 wurde die Beschaffung von insgesamt 58 Stück des „Dingo“ 2 bei der Firma Krauss Maffei Wegmann (KMW) sowie 32 Stück der geschützten Universalgeländefahrzeuge namens BvS 10 AUT Hägglunds bei der schwedischen Firma BAE Systems und 34 Stück des "Pandur EVO" bei der Firma Steyr-Daimler-Puch in Auftrag gegeben. Die Beschaffungssumme beträgt insgesamt 256 Millionen Euro.

Der Lieferungszeitraum ist für die Jahre 2018 bis 2019 vorgegeben. Die Fahrzeuge verfügen unter anderem über eine neue Drei-Farb-Flecktarnung, höhere Nutzlast, erhöhten Minenschutz, elektrisch fernbedienbare Waffenstationen und mehr Platzangebot im Innenraum.

Die Universalgeländefahrzeuge BvS 10 AUT Hägglunds verstärken das Kommando Gebirgskampf, können mittels einer Auftriebshilfe sogar schwimmfähig gemacht werden und haben höchste Geländegängigkeit sowie eine ABC-Schutzanlage und ein Rundumsichtsystem.

Die drei neuen Fahrzeugtypen werden in einem weiteren Artikel diese Woche noch genauer vorgestellt.

-red-


30.05.2018

Bosnische Offiziersanwärter an der südsteirischen Grenze

Das Bundesheer unterstützt die Ausbildung von Soldaten der bosnischen Streitkräfte im Rahmen der Westbalkan-Policy .

Seit Herbst 2017 befinden sich zehn Offiziersanwärter an der Landesverteidigungsakademie und werden auf das Studium an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt vorbereitet. Im Mai 2018 besuchten die künftigen Offiziere im Zuge einer Exkursion die Erzherzog-Johann-Kaserne in Straß und erhielten neben einer Besichtigung des Grenzmanagementsystems am Grenzübergang Spielfeld eine Einweisung in das Jägerbataillon 17 und dessen Geschichte.

-red-


24.05.2018

Luftstreitkräfte bei NATO "Tiger Meet 2018“-Übung

Die Luftstreitkräfte des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) haben von 14. bis 25. Mai 2018 an der NATO-Übung "Tiger Meet 2018“ in Poznan/Polen teilgenommen. Diese findet jährlich mit Fliegerstaffeln verschiedener NATO-Mitgliedsstaaten und befreundeten Ländern statt.

2018 stand die Sicherheit und Wartung im Fokus. Das ÖBH war mit drei Saab 105OE vertreten. Luftfahrzeugtechniker des ÖBH führten vor und nach jedem Flug umfangreiche Kontrollen an den Flugzeugen durch, um den hohen Stellenwert der Flugsicherheit zu gewährleisten.

Rolle des Luftfahrzeugtechnikers

Die Luftfahrzeugtechniker sind direkt am Luftfahrzeug eingesetzt und bereiten den Jet für den bevorstehenden Einsatz vor. Mindestens eine Stunde vor Abflug wird der Jet auf "Herz und Nieren" gecheckt. Nachdem alle Systeme hochgefahren sind, überprüft der Techniker das Flugzeug außen und gibt dem Piloten die entsprechenden Zeichen - zum Beispiel für die Funktionsfähigkeit der Landeklappen oder der Bremsen. Wenn alles in Ordnung ist, rollt die Maschine auf die Piste zur Startposition und die Mission kann beginnen.

Nach dem Flug

Nach Landung der Saab 105OE und Einnahme der Parkposition kommen die Techniker erneut zum Einsatz und führen die Tätigkeiten der Nachflugkontrolle durch. Hierbei wird der Jet unter anderem auf Dichtheit überprüft, der Triebwerksölstand kontrolliert und die Saab 105OE aufgetankt. Wenn alles in Ordnung ist, wird der Jet für den nächsten Flug vorbereitet.

Eine Herausforderung bei der NATO ´Tiger Meet 2018'-Übung war die Bereitstellung von drei Flugzeugen auf zwei verschiedenen Flugplätzen während der Poznan-Airshow“, sagte Oberleutnant Dominik Hochedlinger, Kommandant der Luftfahrzeugtechniker, zum Übungsverlauf.

-red-


16.05.2018

Notfall-Funkübung in ganz Österreich

Das Übungsszenario „Ausfall der Kommunikation nach einem Cyberangriff mit Blackout“ wurde am 1. Mai 2018 ohne wesentliche Vorbereitung und Vorwarnzeit in ganz Österreich geübt.

Die Funkamateure des ÖVSV (Österreichischer Versuchssenderverband) und das SKKM/KW (staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement/Kurzwelle) stellten hierbei Notverbindungen zwischen den wichtigsten Behörden des Bundes (BWZ), den Ländern (LWZ) und Bezirken sowie Einsatzorganisationen (Rotes Kreuz, Feuerwehr usw.) her.

Wettbewerb und Simulation

Die heutigen Bedrohungen der Gesellschaft führen meist zu Ausfällen von wichtigen Infrastrukturbereichen. Am 1. Mai wird üblicherweise vom ÖVSV ein solches Szenario in einem Wettbewerb geübt. Über Frequenzen des Amateurfunks wurde in einer Simulation ein Notkommunikationsnetz zu den Bezirksbehörden durch die „Freiwilligenarmee“ der Funkamateure etabliert. Dadurch soll überprüft werden, welche Behörden durch Funkamateure mit notstromversorgten und ortsfesten oder mobilen Funkstellen kommunikationstechnisch innerhalb weniger Stunden unterstützt werden können.

Die Auswertung zeigt, dass von den Bezirken Österreichs (ohne Großstadtbezirke) 60 Prozent, viele davon sogar mehrfach, erreicht wurden. Begleitend wurden auch die Basisdaten der Notstromversorgung (für einen Blackout zwingend erforderlich) und der Mobilität (Verlegung zu einem Standort einer Behörde) sowie die Fähigkeit zur Datenübertragung aufgenommen.

Fazit:

Funkamateure können eine Notfallkommunikation „wenn nichts mehr geht“ sicherstellen. Ihr Fachwissen und Ihre freiwillige Bereitschaft, im Anlassfall strukturiert genutzt, stellen einen wesentlichen Beitrag für einen Katastrophenschutz im Informationszeitalter dar.

Oberst Ing. Horst Treiblmaier


11.05.2018

Sonderausstellungen im Militärluftfahrtmuseum in Zeltweg

Seit 28. April 2018 hat das Militärluftfahrtmuseum in Zeltweg wieder seine Pforten geöffnet. Im historischen Hangar Nummer 8 werden nun auf 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche über 25 Luftfahrzeuge aus der Geschichte der österreichischen Militärluftfahrt präsentiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Österreichischen Bundesheer der Zweiten Republik.

2018 gibt es zwei Sonderausstellungen im Museum zu besichtigen. Die erste trägt den Titel „Flugpolizei einst und jetzt“, die zweite behandelt den „legendären“ Saab 350E „Draken“. Der erste „Draken“-Abfangjäger landete 1987 in Graz-Thalerhof, bis 2005 wurde er zur Sicherung des österreichischen Luftraumes eingesetzt.

Das Museum ist bis 14. Oktober 2018 von Dienstag bis Sonntag, 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr, geöffnet.

-red-