International

27.06.2022

NATO: Ausbau der Eingreiftruppe

Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte die Aufstockung der NATO-Eingreifkräfte auf über 300.000 Soldaten an.

Von 29. bis 30. Juni 2022 findet ein Gipfeltreffen der 30 NATO-Mitgliedstaaten in Madrid statt. Zentrales Thema ist der Ukraine-Krieg. Vor dem Gipfel kündigte Stoltenberg bereits die geplante Aufstockung an. Bisher umfasst die NATO-Eingreiftruppe (NRF) etwa 40.000 Soldaten. Der geplante Umbau der NRF ist Teil eines neuen Streitkräftemodells für das gesamte Bündnisgebiet. Weitere Änderungen wären beispielsweise die Zuordnung von Kräften zu bestimmten Gebieten. So könnten etwa deutsche Verbände dafür vergesehen werden litauische Truppen im Fall eines russischen Angriffes zu unterstützen. In Friedenszeiten sollen die NRF-Elemente unter nationalem Kommando stehen, im Ernstfall aber vom NATO-Oberbefehlshaber angefordert werden können. Außerdem soll eine feste Zeitdauer für deren Einsatzbereitschaft festgelegt werden. Details werden in den neuen regionalen Verteidigungsplänen festgelegt, die im kommenden Jahr fertig sein sollen. Beim NATO-Gipfel soll auch über weitere Reaktionen auf Russlands Invasion in der Ukraine beraten werden.

Vor dem Gipfelbeginn treffen sich der finnische Präsident Sauli Niinistö und die schwedische Ministerpräsidentin Madgalena Andersson mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die beiden skandinavischen Politiker hoffen auf eine Einigung hinsichtlich ihrer Beitrittsgesuche zu der Militärallianz. Angesichts des Krieges wollen Schweden und Finnland der NATO beitreten, was die Türkei bisher blockierte.

-red-


23.06.2022

Ägypten: Produktion von Haubitzen

2023 soll in Ägypten die Produktion der südkoreanischen selbstfahrenden Haubitze K9 starten. Zwei Drittel der Komponenten sollen vor Ort gefertigt werden.

Dies gab der ägyptische Staatsminister für Militärproduktion bekannt. Hergestellt werden sollen die Haubitzen in einer staatlichen Rüstungsfabrik außerhalb von Kairo. Die Ausrüstung der Fabrik und die Ausbildung der Arbeiter läuft bereits und ist Teil der ersten Phase einer fünfjährigen Vereinbarung. Der Vertrag mit einem Wert von etwa 1,7 Milliarden US-Dollar (etwa 1,6 Milliarden Euro) zwischen dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha Defense und Ägypten wurde bereits im Februar 2021 während der International Defense Exhibition & Conference unterzeichnet. Ägypten plant mit den in Südkorea entwickelten K9-Haubitzen den Bedarf der eigenen Streitkräfte zu decken und diese auch in arabische und afrikanische Staaten zu exportieren.

-red-


23.06.2022

Indien: Neue Kampfjets

Die indische Marine plant die Beschaffung von Kampfjets für den Einsatz auf dem neuen Flugzeugträger INS Vikrant.

INS Vikrant ist der erste in Indien produzierte Flugzeugträger und voraussichtlich am 15. August 2022 in Dienst gestellt. Nun sollen 26 Kampfflugzeuge beschafft werden. Derzeit wird das Mehrzweckkampfflugzeug F-18 „Super Hornet“ von Boeing in Goa getestet. Das Modell „Rafale“ vom französischen Hersteller Dassault Aviation wurde bereits im Jänner 2022 erprobt. Die Entscheidung für ein Modell ist noch nicht gefallen. Außerdem führt die indische Marine auch Gespräche über die Beschaffung von Transporthubschrauber des Typs „Chinook“ und Kampfhubschrauber des Typs „Apache“.

-nt-


22.06.2022

Südkorea: Kampfflugzeug-Tests

Die Bodentests des südkoreanischen Kampfflugzeuges KF-21 „Boramae“ stehen kurz vor dem Abschluss. Der Erstflug ist für Anfang Juli 2022 geplant.

Die KF-21 „Boramae“ ist ein einsitziges, zweistrahliges Flugzeug mit Doppelleitwerk, das aus einem Projekt zur Entwicklung eines Mehrzweck-Kampfflugzeuges mit Tarnkappeneigenschaft für die südkoreanische Luftwaffe hervorging. Es soll die Kampfflugzeuge des Typs F-4D Phantom und F-5E/F „Tiger II“ ersetzen. Derzeit befinden sich sechs flugfähige Prototypen in der Endphase der Bodentests. Danach werden sie über 2.000 Testflüge absolvieren, bevor die Serienproduktion beginnt. Die erste Tranche mit 40 Stück KF-21 „Boramae“ soll bis 2028 an die südkoreanische Luftwaffe geliefert werden. Weitere 80 Kampfflugzeuge sollen bis 2032 folgen. Die Entwicklung begann bereits im Dezember 2015 in Kooperation zwischen Südkorea und Indonesien.

-nt-


21.06.2022

Israel: Neue Kampffahrzeuge

Das israelische Verteidigungsministerium unterschrieb einen Vertrag zur Beschaffung von Kampffahrzeugen.

Der Vertrag mit dem israelischen Unternehmen Israel Aerospace Industries hat einen Wert von 28 Millionen US-Dollar (etwa 26,6 Millionen Euro). Die genaue Anzahl an bestellten Fahrzeugen ist derzeit nicht bekannt, es soll sich jedoch um hunderte Z-MAG- und ZD-Kampffahrzeuge handeln.

Die neuen „Negeva“-Kampffahrzeuge können, je nach Modell, Transporte mit einem Gewicht von 1,5 bis 2,5 Tonnen in jedem Gelände durchführen. Damit eignen sie sich beispielsweise zur Lieferung von Vorräten oder für die Evakuierung von Soldaten. Die Entwicklung des Fahrzeuges begann bereits vor drei Jahren. Nun soll es die operativen Fähigkeiten der IDF im Bereich der Mobilität verbessern.

-nt-


20.06.2022

China: Neuer Flugzeugträger

Am 17. Juni 2022 wurde der Flugzeugträger „Fujian“ der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) in Shanghai zu Wasser gelassen.

„Fujian“ ist der dritte und größte Flugzeugträger der PLA. Er wurde in China entwickelt und gebaut, kann bis zu 60 Kampfflugzeuge an Bord nehmen und hat eine Verdrängung von 80.000 Tonnen. Anstatt einer Startrampe werden auf „Fujian“ elektromagnetische Katapulte eingesetzt, um die Flugzeuge auf drei Startbahnen in die Luft zu bringen. Nach der vollständigen Ausrüstung des Flugzeugträgers, der technisch fortschrittlicher sein soll als die bisherigen Schiffe wird mit Probefahrten begonnen. Die tatsächliche Einsatzbereitschaft könnte frühestens 2024 erreicht werden. Die eigenständige Produktion des Flugzeugträgers „Fujian“ ist ein militärischer Fortschritt für China. Nur die USA verfügen über mehr Flugzeugträger, als die PLA.

-nt-


20.06.2022

Litauen: Joint Venture zur Wartung von NATO-Fahrzeugen

Ein neu gegründetes Joint Venture in Litauen soll Gefechtsfahrzeuge der litauischen sowie weiterer im Baltikum stationierten NATO-Streitkräfte umfassend logistisch betreuen.

Das Unternehmen „Lithuania Defense Services“ wurde von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall gegründet und nimmt im Juni 2022 in Jonava seine Arbeit auf. Ziel ist es Synergieeffekte zu nutzen und die multinationale Interoperabilität von Streitkräften und die Industrie der NATO-Staaten zu fördern.

Im Wartungs- und Logistikzentrum in Jonava sollen unter anderem die geschützten Mannschaftstransportfahrzeuge „Boxer“ in der litauischen Version „Vilkas“ betreut werden. Außerdem werden weitere Gefechtsfahrzeuge der baltischen Staaten sowie der dort stationierten NATO-Streitkräfte instandgesetzt. Dazu zählen die „Boxer“, der Schützenpanzer „Puma“, der Bergepanzer 3 „Büffel“ in unterschiedlichen Varianten sowie der Kampfpanzer „Leopard“ 2 und die Panzerhaubitze 2000.

-red-


17.06.2022

Deutschland: Ausrüstungsplanung 2022

Der Ausrüstungsplan 2022 legt den Fokus auf das internationale Krisenmanagement sowie den Ausbau der Fähigkeiten der Deutschen Bundeswehr.

Mit einem 100-Milliarden-Paket will die Bundeswehr ihre Fähigkeiten, die für eine Konfrontation mit einem gleichwertigen Gegner in hochwertigen Gefechten benötigt werden, verbessern oder wiederherstellen. Der Plan sieht die Beschaffung weiterer Systeme „Infanterist der Zukunft“ sowie die Aufstockung der Flotte der Kampfpanzer auf 320 Stück bis zum Jahr 2025 vor. 100 Kampfpanzer „Leopard“ 2 werden auf den modernsten Stand „A7V“ gebracht. Ab 2023 wird das „Bodengebundene Aufklärungs- und Raumüberwachungssystem“ zur Überwachung großer Räume beschafft. Bis Ende der 2020er-Jahre soll außerdem ein radbewegliches Artilleriesystem eingeführt werden.

-hb-


15.06.2022

Australien/Japan: Kooperation im Indopazifik

Am 15. Juni 2022 trafen sich die Verteidigungsminister Japans und Australiens in Tokio, um Pläne für gemeinsame Manöver und eine engere Verteidigungszusammenarbeit zu besprechen.

Als Reaktion auf das wachsende Machtstreben Chinas und die damit einhergehenden Spannungen in der Indopazifik-Region wollen Australien und Japan militärisch enger zusammenarbeiten. Dabei ist vor allem die Interoperabilität zwischen ihren Verteidigungskräften ein Thema.

Die beiden Staaten unterzeichneten Anfang des Jahres ein gegenseitiges Zugangsabkommen, um den Einsatz von Truppen im jeweils anderen Land und gemeinsame Übungen sowie Hilfsaktionen zu erleichtern. Gemeinsam mit Indien und den USA bilden sie die „Quad-Gruppe“. Diese will im Indopazifik für Stabilität und Sicherheit sorgen und die militärische sowie wirtschaftliche Expansion Chinas in der Region eindämmen. Man befürchte, dass Russlands Invasion der Ukraine für China als Vorbild dienen könne, um seinen Einflussbereich aggressiv auszuweiten.

-red-


15.06.2022

China: Amphibisches Landungsmanöver

1.200 Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) nahmen an einem zehntägigen amphibischen Landungsmanöver teil.

Das Ziel der Übung war die Errichtung eines Landungskopfes, von dem aus in die Tiefe eines verbauten Gebietes vorgestoßen werden musste. Die Landung erfolgte mit Landungsbooten und schwimmfähigen gepanzerten Fahrzeugen. Zur Aufklärung wurden Drohnen zu Luft, zu Wasser und auf der Erde eingesetzt. Zur Bekämpfung gegnerischer Stellungen und Panzer kamen Roboterwaffen-Plattformen zum Einsatz.

An dem Manöver nahmen Soldaten der PLA Infanterietruppenschule Shijiazhuang, der SAN Unteroffiziersschule, der Luftwaffenakademie und einer Luftwaffenbrigade der 82. Armeegruppe teil. Die Führung der PLA zeigte sich zufrieden mit den Erkenntnissen, die durch das Manöver gewonnen wurden.

-nt-