Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

29.10.2018

Belgien: F-35 statt F-16

Laut Medienberichten wird Belgien als zweites Benelux-Land die Lockheed Martin F-35 „Lightning II“ als Nachfolger für den F-16-Kampfjet beschaffen.

Die belgischen F-16 werden in naher Zukunft aus Altersgründen ausgemustert. Seit März 2017 sucht das Land einen neuen Überschalljäger. Um die Ausschreibung rangen sich Lockheed Martin mit der F-35 und das Eurofighter-Konsortium. Auch die französische Dassault „Rafale“ war im Rennen um den lukrativen Auftrag. Nun wird erwartet, dass das belgische Verteidigungsministerium bald bekannt geben wird, dass die Wahl auf die F-35 fällt. Die neuen Kampfjets sollen 3,6 Milliarden Euro kosten. Zusätzlich werden Betriebskosten in Höhe von 15 Milliarden Euro für die gesamte Lebenszeit der F-35-Jets veranschlagt.

-red-


25.10.2018

Slowakei: Beschaffung von gepanzerten Mehrzweckfahrzeugen

Die slowakische Regierung plant 81 Stück vom gepanzerten Mehrzweckfahrzeug „Vydra“ zu beschaffen.

Der Patria AMV „Vydra“ ist ein gepanzertes Fahrzeug aus slowakisch-finnischer Entwicklung und das modulare Design erlaubt die Verwendung sowohl als Schützen- wie auch als Truppentransportpanzer. Hauptproduktionsort ist die Slowakei. Es wird erwartet, dass bei dieser Beschaffung 16 slowakische Firmen beteiligt sein werden und 800 Arbeitsplätze entstehen werden. Die Kosten werden etwa 417 Millionen Euro betragen. Der „Vydra“ ist amphibisch, agil und schnell - trotz seiner Größe. Er ist in der Schützenpanzer-Ausführung mit einer 105-mm-Kanone oder zwei 120-mm-Granatwerfern bewaffnet. Das Fahrzeug wird unter anderem von Kroatien, Slowenien, Südafrika und Finnland in unterschiedlichen Ausführungen verwendet.

-red-


24.10.2018

Japan: Beschaffung von Frühwarnflugzeugen

Das japanische Militär kauft neun E-2D „Advanced Hawkeye“-Frühwarnflugzeuge des amerikanischen Herstellers Grumman.

Derzeit nutzt Japan 13 Flugzeuge der E-2C-Version, die jedoch in den nächsten zehn Jahren ausgemustert wird. Die 2,7 Milliarden teure Neubeschaffung soll die älteren Modelle ab 2019 phasenweise ersetzen. Ihre Hauptaufgabe wird die luftgestützte Frühwarnung, das Kommando und die Kontrolle des japanischen Luftraumes sein.

-red-


23.10.2018

Lettland: Alle Panzerhaubitzen ausgeliefert

Die lettischen Streitkräfte erhielten am 18. Oktober 2018 die letzte Panzerhaubitze vom Typ M109A5Ö des Österreichischen Bundesheeres.

Im April 2017 wurde ein Abkommen über den Verkauf von 47 Stück M109A5Ö inklusive Rechenstellenpanzer M109 und Fahrschulpanzer M109 sowie Ausbildung am Gerät zwischen dem lettischen und dem österreichischen Verteidigungsministerium geschlossen. Der Stückpreis der Panzerhaubitzen betrug zwischen 60.000 und 140.000 Euro. Die M109A5Ö ist mit einer 155-mm-Kanone bewaffnet und hat eine Reichweite von 22 Kilometern, mit spezieller Munition kann sogar 30 Kilometer weit geschossen werden.

-red-

Weiterführende Informationen:

Haubitzen für Riga


23.10.2018

USA: Erste Frau übernimmt Heereskommando

Generalleutnant Laura J. Richardson übernimmt Ende Oktober 2018 als erste Frau in der Geschichte der USA den Befehl über ein Heereskommando.

Ihr wird - vorerst temporär - das US-Streitkräftekommando (United States Army Forces Command) mit 776.000 Soldaten und 96.000 Zivilangestellte unterstehen. Dieses Heereskommando ist das größte und eines von drei der U.S. Army. Es ist für die Ausbildung, Mobilisierung, Aufstellung, Unterstützung, Transformation und Neuorganisation der konventionellen Kräfte zuständig.

Richardson ist seit 1986 bei der U.S. Army. Als Kampfpilotin flog sie unter anderem mit UH-60 „Black Hawk“. 2012 wurde sie zum ersten weiblichen stellvertretenden Kommandanten der 1st Cavalry Division (Panzerdivision) ernannt. General Robert B. Abrams, scheidender Kommandant des US-Streitkräftekommandos, ernannte sie 2017 zu seiner Stellvertreterin. Sie wird seinen ehemaligen Posten nun temporär für einige Monate übernehmen. US-Generalstabschef Mark Miley hat bereits angedeutet, dass sie gute Chancen auf den permanenten Posten hat.

-red-


18.10.2018

Südkorea: Beschaffung von Abfangraketen

Die südkoreanische Armee beschafft seegestützte Abfangraketen vom Typ SM-3.

Diese sollen zum Schutz vor ballistischen Raketen aus Nordkorea auf Einheiten der südkoreanischen Marine stationiert werden. Die SM-3 wird Teil des KAMD-Systems (Korea Air and Missile Defense) werden. Dieses System ist auf die Abwehr von niedrigfliegenden ballistischen Raketen ausgerichtet. Noch tiefer fliegende Raketen werden von „Patriot“-Raketen abgewehrt.

Die Raytheon SM-3 ist Teil der Raketenabwehrsystems AEGIS. Sie wird derzeit von der U.S. Navy und den Seekräften Japans verwendet. Das System kann ballistische Raketen auf einer Höhe von 150 bis 500 Kilometern abfangen.

-red-


17.10.2018

Großbritannien: Aufrüstung für „Challenger 2“-Kampfpanzer

Die britischen Streitkräfte wollen ihre Kampfpanzer vom Typ „Challenger 2“ modernisieren.

Großbritannien hat sich gegen eine Neuentwicklung entschieden und will stattdessen die Nutzungsdauer der ab 1994 eingeführten Kampfpanzer „Challenger 2“ mit dem „Life Extension Project“ bis 2035 verlängern. Ein erster Prototyp mit dem Namen „Black Knight“ wird nun erprobt. Die Nutzungsverlängerung trifft auf ganz Europa zu, da das zukünftige MGCS (Main Ground Combat System) ab circa 2035 zur Verfügung stehen soll. Davor wird es wahrscheinlich keine nationalen Eigenentwicklungen geben.

Dieser hat bessere Nachtsichtgeräte und eine schnellere Zielerkennung und -bekämpfung. Außerdem verfügt er über ein aktives Schutzsystem, das Anti-Panzer-Raketen im Anflug abschießen kann sowie über ein regeneratives Bremssystem im Turm, das den Energieverbrauch und den Verschleiß der Lagerung reduziert. Die Hauptbewaffnung, eine gezogene 120-mm-Kanone, und der Antrieb werden vermutlich nicht ausgetauscht. Die britischen Streitkräfte verfügen derzeit über 400 „Challenger 2“.

-red-


15.10.2018

China: Neue Einsatzgrundlagen und -verfahren bei Luftwaffe

Bei der chinesischen Luftwaffe ergaben sich im täglichen Dienst- und Einsatzbetrieb seit dem Umsetzen der Reformen bei der Volksbefreiungsarmee tiefgreifende Veränderungen.

Bis zu diesem Zeitpunkt flogen die Kampfpiloten nach einem genau festgelegten Szenario und wurden in allen Details vom Jägerleitoffizier vom Boden aus geführt. Nach neuen Erkenntnissen durch Beobachtungen von ausländischen Luftwaffen und eigenen Manövern, wo man die freien Kräfte spielen ließ (quasi ohne „Drehbuch“), wurden die Einsatzgrundsätze und -verfahren komplett überholt.

Die Kampfpiloten werden nun ähnlich wie ihre westlichen Kollegen eingesetzt und haben Selbstverantwortung bei ihren Einsätzen. Die Luftkämpfe spielen sich dabei unter realen Bedingungen ab, die alles von den Piloten fordern. Es gibt keine Höhen- und Tiefenbeschränkungen oder Manöverbeschränkungen mehr.

Dabei kommen die Piloten oft schwer unter Druck, da sie im Gegensatz zu ihren westlichen Kollegen nur über eine G-Hose verfügen. G-Anzüge, wie in westlichen Luftwaffen üblich, sind in China noch unbekannt. Es ist zu erwarten, dass die Piloten bald für den extremen Luftkampf besser ausgerüstet werden. Beim täglichen Training werden nun auch regelmäßig extreme Tiefflüge trainiert.

-nt-


12.10.2018

China: Weltgrößtes Amphibienflugzeug in Erprobung

Am 1. Oktober 2018 führte das neue Amphibienflugzeug Avic AG600 seine ersten Flugversuche mit hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser durch.

Die AG600 wird nach Indienststellung das größte amphibische Flugzeug der Welt sein. Es kann bis zu zwölf Stunden fliegen und soll für militärische Aufgaben sowie Rettungs- und Löscheinsätze verwendet werden. Zur Brandbekämpfung kann es zwölf Tonnen Wasser innerhalb von 20 Sekunden abwerfen. Die AG600 ist mit vier Turboprop-Triebwerken ausgestattet, hat eine Spannweite von 38,8 m und eine maximale Startmasse von 53.500 kg. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 560 km/h.

-nt-


11.10.2018

Bulgarien: Neue Kampfjets für fast 1 Mrd. Euro

Das NATO-Mitglied Bulgarien plant seine veralteten russischen Kampfflugzeuge durch neue (westliche) zu ersetzen.

Bulgariens Budget hierfür beträgt 900 Millionen Euro. Auf einen genauen Flugzeugtyp hat sich das Land noch nicht festgelegt. Zum „Favoritenkreis“ zählen amerikanische F-16- und F-18-Kampfjets sowie der schwedische „Gripen“. Zusätzlich hat Italien gebrauchte Eurofighter angeboten. Bulgarien ist seit 2004 Mitglied der NATO. Der ehemalige Ostblockstaat will seine Streitkräfte in naher Zukunft mit neuer Militärtechnik ausstatten. Derzeit verwendet das Land noch viele Waffensysteme sowjetischer Bauart.

-red-