Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

17.03.2020

Ukraine: Neuer Verteidigungsminister

Am 4. März 2020 wurde Andrii Taran zum neuen Verteidigungsminister der Ukraine bestellt.

Der neue Minister wurde 1955 in Frankfurt (Oder) in Deutschland geboren. Taran hat sowohl in der Ukraine als auch in den USA studiert und weist zwei Masterabschlüsse vor. Zwischen 1972 und 2016 war er im Militär aktiv und verließ seinen Dienst im Rang eines Generalleutnants. Bisher war Taran unter anderem als Verteidigungsattaché in der ukrainischen Botschaft in den USA und als Repräsentant des Verteidigungsministeriums bei den Vereinten Nationen tätig. Zudem war er bei den Missionen in den Regionen Donetsk und Luhansk beteiligt und ist Träger des Bogdan-Chmelnizki-Orden zweiter und dritter Klasse.

-red-


16.03.2020

Deutschland: Nachfolge des Mehrzweckkampfflugzeuges Tornado – die Finalisten

Die Nachfolge für das Waffensystem „Tornado“ steht für die deutsche Luftwaffe bevor, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit&Technik (Ausgabe 1/2020).

Der Tornado erfüllt neben taktischer Aufklärung, Luftnahunterstützung (CAS), Abriegelung des Gefechtsfeldes (AI), Kampf gegen feindliche Luftstreitkräfte am Boden und Überwassereinheiten und Unterdrückung der feindlichen Luftabwehr auch die wesentliche Aufgabe der nuklearen Teilhabe. Im Jänner 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Entscheidung zwischen dem Eurofighter und der amerikanischen F-18 „Hornet“ zu treffen sein wird.

Bei der F-18 wird die Variante E/F Block III, die auch in den nächsten Jahren bei der U.S. Navy eingeführt wird, die Basis der Beurteilung bilden. Einen wesentlichen Einfluss auf die Systemauswahl wird aber die nukleare Teilhabe darstellen, in deren Rahmen deutsche fliegende Plattformen für den Einsatz US-amerikanischer nuklearer Freifallbomben eingesetzt werden. Es ist nicht abzusehen, wie lange die Zertifizierung des nicht-US Produkts Eurofighter für die nukleare Rolle durch die USA dauern wird.

-hb-


16.03.2020

Indien: Raketenbeschaffung nach Luftgefecht

Nach den Luftkämpfen in Balakot (Pakistan) im Februar 2019 sieht Indien einen dringenden Bedarf an Luft-Luft-Raketen mit großer Reichweite.

Bei dem Gefecht, nahe der umstrittenen Region Kashmir, wurde Indien durch die pakistanische Luftwaffe überrascht, die den Luftkampf bereits aus einer Entfernung von etwa 100 km eröffnete. Zum Einsatz kamen indische MiG-21-Kampfflugzeuge, die von den pakistanischen F-16 mit AIM-120 AMRAAM-Lenkwaffen abgeschossen wurden. Die ebenfalls eingesetzten Su-30-Kampfflugzeuge konnten den Luftkampf mit den pakistanischen Maschinen nicht aufnehmen, da sie mit den russischen Wympel R-77-Raketen (Reichweite etwa 80 km) außerhalb der Reichweite waren und mussten so den pakistanischen Angriffen ausweichen.

Die indische Luftwaffe untersucht nun die Option in den nächsten zwei Jahren ihre Kampfflugzeuge mit israelischen Luft-Luft-Raketen auszustatten. Dafür müssten an den russischen Kampfflugzeugen allerdings einige große Veränderungen vorgenommen werden. Russland hat Indien daher eine modernere Version der Wympel R-77-Raketen angeboten, die sich ebenfalls für den Einsatz auf große Entfernungen eignen.

-nt-


13.03.2020

USA/China: Angriff im Pazifikraum

US-amerikanische und chinesische Repräsentanten sind uneins über den Verlauf eines Angriffes im pazifischen Ozean.

Am 17. Februar wurde ein US-amerikanischer Seeaufklärer (P-8A Poseidon) 380 Seemeilen westlich von Guam durch einen Zerstörer der chinesischen Marine mit einem Waffenlaserstrahl angegriffen. Der Laserstrahl war für das menschliche Auge nicht sichtbar, wurde jedoch von den Waffensensoren der P-8A registriert und als Gefährdung für Flugzeug und Mannschaft wahrgenommen. Dies war der erste Einsatz eines Waffenlasers durch die chinesische Marine gegen amerikanisches Militär.

Die USA hat scharfe Kritik an dem Angriff geübt, da er gegen den 2014 mit China abgeschlossenen Code für ungeplante Begegnungen verstoße. China hingegen dementiert jegliche Vorwürfe und gibt an, das Flugzeug mehrfach gewarnt zu haben, weil es über einen längeren Zeitraum auf niedriger Flughöhe um das Schiff gekreist war.

-nt-


12.03.2020

Deutschland: Schützenpanzer „Puma“

Der „Puma“ wird in das System Panzergrenadier eingeführt und soll in den nächsten Jahren den Schützenpanzer „Marder“ ablösen, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit&Technik (Ausgabe 1/2020).

Das System Panzergrenadier umfasst die Koppelung von Einzelsystemen. So werden „Infanterist der Zukunft“, „Führungsinformationssystem Heer“, die integrierten Waffen- und Einsatzsysteme und das Blue Force Tracking zusammengeführt. Die Panzergrenadiere sind gemeinsam mit der Panzertruppe die Hauptträger der Landoperationen in der Bundeswehr. Ein bestimmender Faktor für die Einführung des Schützenpanzer Puma war die Luftverlegbarkeit im Transportflugzeug Airbus A400M. Das Gewichtslimit von 31,45 Tonnen führte zum modularen Aufbau des Schützenpanzers und zum unbemannten Turm. Derzeit sind fünf Panzergrenadierbataillone mit dem „Puma“ ausgestattet.

-hb-


11.03.2020

Italien: Militärische Unterstützung nach Ausbruchswelle in Gefängnissen

Gerade in Ausnahmesituationen zeigt sich, dass das Militär als Sicherheitsreserve eine entscheidende Rolle einnimmt.

Wie rasch und unerwartet diese eintreten können, zeigt sich aktuell in Italien: in mehreren Gefängnissen des Landes kam es nach Einschränkungen aufgrund der COVID19-Problematik zu Revolten, Ausbrüchen und sogar Todesopfern. Um die Situation zu entschärfen wird nun auch das Militär eingesetzt.

Nachdem in den vergangenen Tagen verschiedene Restriktionen in italienischen Gefängnissen angeordnet wurden, beispielsweise das Aussetzen der Besuche, kam es in mehreren Anstalten (in den Städten Reggio Emilia, Ferrara, Alessandria, Pavia, Frosinone, Neapel, Modena, Foggia, Alessandria und Verona) zu Ausschreitungen. In dem Gefängnis in Pavia, südlich von Mailand, wurden beispielsweise zwei Wächter vorübergehend als Geiseln genommen. Den Häftlingen gelang es so, zahlreiche weitere Insassen zu befreien. In Foggia konnten mindestens 72 Personen aus dem Gefängnis entkommen. Laut aktuellen italienischen Medienberichten (Stand: 11. März 2020) konnten inzwischen 61 Insassen wieder in Gewahrsam genommen werden, elf werden weiterhin gesucht. In Mailand nutzen die ausgebrochenen Häftlinge die mediale Aufmerksamkeit, um gegen schlechte Hygienebedingungen und überfüllte Gefängnisse zu protestieren. Insgesamt kamen bei den Unruhen acht Insassen ums Leben.

Die Ausbrüche sorgten teilweise für Panik in den betroffenen Regionen. Die Bewohner verließen ihre Häuser nicht mehr, Geschäfte blieben geschlossen. Damit sich die Situation schnellstmöglich wieder normalisiert, werden auch Soldaten eingesetzt, um die geflüchteten Häftlinge wieder einzufangen.

-red-


11.03.2020

China: Einführung von militärischer Biosicherheitstruppe

Nach den Erfahrungen, die mit dem neuartigen Coronavirus gemacht wurden, plant China die Einführung einer permanenten militärischen Biosicherheitstruppe.

Diese Truppe soll stets für den Kampf gegen Epidemien oder Bioangriffen bereitstehen. Die Biosicherheitstruppe soll eng mit den zivilen Behörden zusammenarbeiten und Maßnahmen gegebenenfalls schnellstmöglich umsetzen.

-nt-


10.03.2020

Thailand: umfangreiche Beschaffung von Transportflugzeugen

Thailands Luftwaffe plant bis 2029 die Beschaffung von insgesamt 16 Lockheed C-130H-Transportflugzeugen.

Bis dahin soll auch die gegenwärtige Transportflotte erneuert werden. Zusätzlich sollen zwei weitere T-50TH Überschalltrainer aus Korea angeschafft werden. Aktuell sind bereits zwölf davon bestellt. Die Saab JAS 39C/D „Gripen“-Kampfflugzeugflotte soll aufgewertet werden, und ein Flugzeug soll zwischen 2023 und 2025 nachbeschafft werden, nachdem eine Maschine während einer Flugshow abgestürzt ist. Die vorhandene F-16- und F-5E-Flotte soll zwischen 2023 und 2033 entweder modernisiert oder ersetzt werden.

Auch bei den Hubschraubern soll es Neuanschaffungen geben: Sowohl H225M-Modelle von Airbus als auch weitere S-70 „Black Hawks“ sind geplant.

-nt-


09.03.2020

China: Neugestaltung von Transportflugzeug

Das Transportflugzeug „Xian Y-20“ soll demnächst als Tankerversion im chinesischen Luftwaffentransportregiment in Dienst gestellt werden.

Die neue Version soll 90 Tonnen Treibstoff für Luftbetankungen transportieren können. Zusätzlich wird eine Version der Y-20 entwickelt, die als Frühwarnflugzeug (AWACS) eingesetzt werden kann. Dieses soll keine konventionelle Antennenkuppel, sondern eine Phased-Array-Antenne nutzen, um Tarnkappenflugzeuge besser erfassen zu können. Geplant ist ebenfalls die Entwicklung einer Version, die in der elektronischen Kampführung eingesetzt werden kann.

Durch ihre Größe eignet sich die Y-20 besonders gut für die Unterbringung neuer Technologien.

-nt-


09.03.2020

Indien: Ankauf von Kampfhubschraubern aus den USA

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi und US-Präsident Donald Trump einigten sich über den Kauf von sechs weiteren Boeing AH-64 „Apache“ Kampfhubschraubern.

Der Vertrag wurde im Zuge des Besuchs des amerikanischen Präsidenten in Indien unterzeichnet. Aktuell werden die letzten fünf von insgesamt 22 „Apache“-Kampfhubschraubern an die indische Luftwaffe ausgeliefert. Zusätzlich sollen bis 2021 auch 24 MH60R „Seahawk“-Hubschrauber aus den USA an die indische Marine ausgeliefert werden.

-nt-