Wie das Magazin „Europäische Sicherheit und Technik“ berichtet, hat der russische Luftkrieg gegen die Ukraine in den vergangenen Jahren dramatisch an Intensität gewonnen und die Verwundbarkeit des westlichen Luftverteidigungssystems offengelegt.
Die Zahl der eingesetzten Flugkörper stieg von etwa 4.500 im Jahr 2023 auf 13.500 im Jahr 2024, darunter etwa 11.000 Drohnen. Allein zwischen Januar und Juli 2025 setzte Russland 29.000 Drohnen und 951 ballistische Raketen ein.
Das Integrierte Luftverteidigungs- und Flugkörperabwehrsystem der NATO (NATO Integrated Air and Missile Defence System, NIAMD) bildet den Rahmen für die kollektive Luftverteidigung. Doch viele militärischen Kernfähigkeiten wurden seit dem Ende des Kalten Krieges stark reduziert. Die hohen Einsatzraten russischer Raketen, Drohnen und Marschflugkörper haben deutliche Schwachstellen sichtbar gemacht.
Das NIAMD leidet unter technischen Fähigkeitslücken, geringer Interoperabilität durch unterschiedliche Systemlandschaften und fehlender Integration der verfügbaren Mittel. Insgesamt reichen Qualität und Quantität der vorhandenen Einheiten nicht aus, um den Schutz des Bündnisraumes wirkungsvoll sicherzustellen. Die NATO hat diese Defizite erkannt. Im Rahmen der neuen „Minimum Military Requirements“ wird nun eine massive Aufstockung der bodengebundenen Luftverteidigung gefordert – von derzeit 293 auf künftig 1.467 Einheiten.
-hb-
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