International

Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

16.01.2026

NATO: Lücken in der Luftabwehr

Wie das Magazin „Europäische Sicherheit und Technik“ berichtet, hat der russische Luftkrieg gegen die Ukraine in den vergangenen Jahren dramatisch an Intensität gewonnen und die Verwundbarkeit des westlichen Luftverteidigungssystems offengelegt.

Die Zahl der eingesetzten Flugkörper stieg von etwa 4.500 im Jahr 2023 auf 13.500 im Jahr 2024, darunter etwa 11.000 Drohnen. Allein zwischen Januar und Juli 2025 setzte Russland 29.000 Drohnen und 951 ballistische Raketen ein.

Das Integrierte Luftverteidigungs- und Flugkörperabwehrsystem der NATO (NATO Integrated Air and Missile Defence System, NIAMD) bildet den Rahmen für die kollektive Luftverteidigung. Doch viele militärischen Kernfähigkeiten wurden seit dem Ende des Kalten Krieges stark reduziert. Die hohen Einsatzraten russischer Raketen, Drohnen und Marschflugkörper haben deutliche Schwachstellen sichtbar gemacht.

Das NIAMD leidet unter technischen Fähigkeitslücken, geringer Interoperabilität durch unterschiedliche Systemlandschaften und fehlender Integration der verfügbaren Mittel. Insgesamt reichen Qualität und Quantität der vorhandenen Einheiten nicht aus, um den Schutz des Bündnisraumes wirkungsvoll sicherzustellen. Die NATO hat diese Defizite erkannt. Im Rahmen der neuen „Minimum Military Requirements“ wird nun eine massive Aufstockung der bodengebundenen Luftverteidigung gefordert – von derzeit 293 auf künftig 1.467 Einheiten.

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16.01.2026

Russland: Moskaus Marine testet den Westen

Die russische Marine zeigte im Sommer 2025 eine ungewöhnlich hohe Aktivität, berichtet das Magazin „Europäische Sicherheit und Technik“.

Großangelegte Manöver, symbolträchtige Flottenverlegungen und strategische Inszenierungen traten an die Stelle der kurzfristig abgesagten Parade zum Flottentag. Unter dem Übungstitel „Juli-Sturm 2025“ führte Russland vom 23. bis 27. Juli simultane Gefechtsübungen in mehreren maritimen Schlüsselräumen durch – dem Pazifik, der Arktis, der Ostsee und dem Kaspischen Meer. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministerium nahmen daran über 150 Schiffe, etwa 15.000 Soldaten, 120 Luftfahrzeuge und zehn Küstenraketeneinheiten teil.

Die breite geografische Streuung sollte Russlands Handlungs- und Verlegefähigkeit in jenen Flottenregionen demonstrieren, die weniger vom Ukraine-Krieg betroffen sind. Auffällig passiv blieb die Schwarzmeerflotte. Trotz wirtschaftlicher Belastungen und struktureller Defizite signalisiert die russische Marine mit den Sommeraktivitäten 2025, dass sie präsent, strategisch flexibel und weiterhin in der Lage ist, Macht zu projizieren.

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15.01.2026

China: Reichweite statt Präsenz

Die militärische Balance im Pazifik verschiebt sich seit etwa zwei Jahrzehnten zugunsten Chinas.

Wie das Magazin „Europäische Sicherheit und Technik“ berichtet, ist ein Kernelement dieser Entwicklung in vielschichtiges Anti-Access/Area-Denial-System (A2/AD). Dieses ist darauf ausgelegt, die Handlungsfreiheit gegnerischer Streitkräfte zu begrenzen. Ziel ist weniger eine vollständige Abschottung, sondern die deutliche Erhöhung der Risiken und Kosten jeder militärischen Intervention.

Das chinesische Konzept beruht auf der engen Vernetzung von Sensoren, Führungsmitteln und Wirkträgern über alle Dimensionen hinweg – See, Luft, Land, Weltraum und elektromagnetisches Spektrum. Wer diesen Verbund im Konfliktfall aufrechterhalten kann, kontrolliert den militärischen Einsatzraum. Chinas A2/AD-Struktur im Pazifik ist tief gestaffelt, geografisch breit aufgestellt und technisch eng gekoppelt. Für die USA und ihre Partner bedeutet dies Anpassungen hin zu verteilten Kräften, widerstandsfähigen C3ISR-Strukturen, weitreichender Präzisionswirkung und einer robusten industriellen Durchhaltefähigkeit.

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14.01.2026

Frankreich: Neue Fregattengeneration

Die französische Marine hat mit der „Amiral Ronarc’h“ die erste Fregatte der neuen Klasse Frégate de Défense et d’Intervention (FDI) in Dienst gestellt.

Die Schiffe dieser Serie verbinden eine inverse Bugform mit einem integrierten Sensormast und modernen Cyberabwehrfähigkeiten zu einem vernetzten maritimen Wirkungssystem. Die „Amiral Ronarc’h“ misst 121,6 Meter in der Länge und 17,7 Meter in der Breite; ihre Verdrängung beträgt 4.460 Tonnen. Die Kernbesatzung umfasst 111 Personen, ergänzt um eine 14-köpfige Einheit für die fliegenden Komponenten sowie 25 zusätzliche Kojen zur Unterbringung kleiner Stabsgruppen oder von Fusiliers Marins.

Die zweite Einheit, die „Amiral Louzeau“, soll 2027 in Brest zulaufen. Es sollen die „Amiral Castex“, „Amiral Nomy“ und „Amiral Cabanier“ folgen, die zwischen 2028 und 2032 für Toulon vorgesehen sind. Ursprünglich als Fünferserie zum Ersatz der „La-Fayette“-Klasse geplant, steht mittlerweile eine Erweiterung auf bis zu acht Schiffen im Raum.

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14.01.2026

Russland: Wiederaufbau der Streitkräfte

Das Magazin „Europäische Sicherheit und Technik“ berichtet über vier denkbare Entwicklungspfade der russischen Streitkräfte.

Die erste Variante folgt dem sogenannten Shoigu-Plan von 2022, der eine Personalstärke von 1,5 Millionen Soldaten sowie tiefgreifende Veränderungen in Führungs- und Truppenstrukturen vorsieht. Die zweite Möglichkeit wäre eine Rückkehr zum Modell vor der Militärreform von 2009: ein mechanisiertes Massenheer, getragen von Wehrpflicht und Mobilmachung, jedoch ohne signifikante Modernisierung. Die dritte Option nimmt den Reformkurs ab 2009 wieder auf, der auf ein kleineres, mobileres und technologisch moderneres Heer setzt, wobei qualitative Überlegenheit, moderne Technologien und Reformen im Personalwesen im Mittelpunkt stehen. Die vierte Möglichkeit wäre ein völlig neues operatives Modell. Es würde auf kleinere Truppenstärken setzen, auf eine verbesserte operative und taktische Führung und auf eine umfassende Nutzung moderner Technologien. Welche dieser Optionen Russland verfolgen wird, bleibt derzeit offen.

-hb-