• Veröffentlichungsdatum: 03.12.2019
  • – Letztes Update: 05.12.2019

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Trend Radar 2019: So sehen die Österreicher das Bundesheer

Markus Togl

(Foto: Bundesheer/Harald Minich)
(Foto: Bundesheer/Harald Minich)

Das Zentrum für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik (ZMFW) gab eine repräsentative Bevölkerungsbefragung bezüglich der Einstellungen der Österreicher zum Bundesheer in Auftrag, die im Juli 2019 durch das Linzer market-Institut durchgeführt wurde. Dabei wurden mittels Online- und Computer-Assisted Personal-Interviews insgesamt 1.412 Personen ab 15 Jahren befragt. Nun liegen die Ergebnisse des Lageberichts Trend Radar 2019 vor. 

Abb.1: Positive Einstellung der Bevölkerung zum ÖBH. (Grafik: Bundesheer)
Abb.1: Positive Einstellung der Bevölkerung zum ÖBH. (Grafik: Bundesheer)

Positive Grundhaltung zum ÖBH 

Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Österreicher haben demnach eine positive Meinung gegenüber dem Österreichischen Bundesheer (ÖBH), fast jeder sechste Befragte (16 Prozent) ist zum ÖBH sogar ausgesprochen positiv eingestellt. Insgesamt 65 Prozent der Bevölkerung bezeichnen das ÖBH als sehr wichtig bzw. eher wichtig für Österreich, nur 12 Prozent finden das Militär eher bzw. sehr unwichtig. Das Bundesheer sehen vor allem Personen ab 60 Jahren grundsätzlich positiv (83 Prozent), bei den 24 bis 29-Jährigen beträgt der Anteil der Befürworter 56 Prozent. Knapp drei Viertel der Männer und Frauen haben eine positive Meinung zum ÖBH. Wie in Abbildung 1 ersichtlich, zeigen die Ergebnisse der Befragung auch regionale Unterschiede. Während in den Bundesländern durchschnittlich drei Viertel der Befragten positiv zum Bundesheer eingestellt sind (in Oberösterreich 77 Prozent), ist der Anteil der Befürworter in Wien am geringsten. Doch auch hier spricht sich eine deutliche Mehrheit (63 Prozent) für das Bundesheer aus.

Hohes Vertrauen in das ÖBH 

Beim Vertrauen der Bevölkerung in das Bundesheer lieferte die Befragung besonders deutliche Ergebnisse. Insgesamt 85 Prozent der Bevölkerung sprechen dem Bundesheer bei Trend Radar 2019 ein grundsätzliches Vertrauen aus, jeder Fünfte sogar „voll und ganz“ (vgl. Abbildung 2) Als Gründe für das hohe Vertrauen in das Bundesheer geben die Befragten vor allem die Katastrophenhilfe sowie die militärische Schutz-, Sicherheits- und Verteidigungsfunktion an. Außerdem sieht die Bevölkerung das ÖBH als Garant für Stabilität, Neutralität, Verlässlichkeit und Einsatzbereitschaft. Bezüglich des Vertrauens sind in der „Europäischen Wertestudie“ (siehe Abbildung 3) weitere interessante Erkenntnisse zu finden. Demnach ist das Vertrauen der Österreicher in das Bundesheer von 28 Prozent im Jahr 1990 auf insgesamt 67 Prozent 2018 gestiegen, obwohl die Bedrohungslage nach dem Kalten Krieg deutlich höher war als heute.

Abb. 2: Vertrauen der Bevölkerung in das ÖBH. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 2: Vertrauen der Bevölkerung in das ÖBH. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 3: Entwicklung des Vertrauens der Österreicher in das ÖBH. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 3: Entwicklung des Vertrauens der Österreicher in das ÖBH. (Grafik: Bundesheer)

Erhöhung des ÖBH-Budgets, Verlängerung des Grundwehrdienstes

Laut Umfrage sind 61 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass die Ausgaben für die Landesverteidigung erhöht werden sollten, nur 9% sprechen sich für eine Reduzierung aus (vgl. Abbildung 4). 67 Prozent der Männer wünschen sich mehr Geld für das Bundesheer, auch Frauen sind mit 56 Prozent mehrheitlich dafür. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass die Hälfte der Österreicher (48 Prozent) eine Erhöhung der Personalstärke und eine Verlängerung des Grundwehrdienstes (siehe Abbildung 5) befürwortet.

Abb. 4: Ausgaben für die Landesverteidigung. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 4: Ausgaben für die Landesverteidigung. (Grafik: Bundesheer)

Katastrophenschutz ist wichtigste Aufgabe 

Die Bevölkerungsbefragung Trend Radar 2019 zeigt deutlich, dass für insgesamt 95 Prozent der Österreicher die Katastrophenhilfe die wichtigste Aufgabe des Österreichischen Bundesheeres ist – gefolgt von der Vermisstensuche bzw. -rettung (79 Prozent) sowie dem Schutz des österreichischen Luftraums vor Terroranschlägen mit 78 Prozent (vgl. Abbildung 6).

ÖBH in der Gesellschaft fest verankert, hoher Stellenwert für Miliz 

82 Prozent der Befragten bezeichnen das Bundesheer als Teil der Gesellschaft und 76 Prozent sehen ein eigenes österreichisches Militär als Selbstverständlichkeit an. Eine deutliche Mehrheit (62 Prozent) findet das Milizsystem wichtig für die Erfüllung militärischer Aufgaben. Hierbei fällt auf, dass Frauen lediglich einen geringen Bezug zur Miliz aufweisen - 26 Prozent der weiblichen Befragten konnten zu diesem Thema keine Angaben machen. Am meisten werden die Österreicher über das Bundesheer in Zeitungsberichten (62 Prozent) und Fernsehsendungen (54 Prozent) informiert. Im Alltagsleben der Bevölkerung wird das Militär jedoch kaum wahrgenommen. Laut Trend Radar 2019 wünschen sich die Befragten daher mehr Veranstaltungen, eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und ausführlichere Informationen über erbrachte Leistungen des ÖBH.

Abb. 5: Dauer des Grundwehrdienstes. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 5: Dauer des Grundwehrdienstes. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 6: Aufgaben des ÖBH für die Bevölkerung. (Grafik: Bundesheer)
Abb. 6: Aufgaben des ÖBH für die Bevölkerung. (Grafik: Bundesheer)

Auf einen Blick 

Das Lagebild Trend Radar 2019 zeigt, dass drei Viertel der Österreicher dem Bundesheer positiv gegenüberstehen und sich mehr als die Hälfte der Befragten für eine Erhöhung der Landesverteidigungsausgaben ausspricht. Insgesamt 52 Prozent der Bevölkerung sind angesichts der gestiegenen Herausforderungen im In- und Ausland für eine Verlängerung des Grundwehrdienstes. Zu den wichtigsten Aufgaben des Bundesheeres zählen für die Österreicher die Katastrophenhilfe und die Luftraumverteidigung. Das Bundesheer ist laut den Befragten ein Teil der Gesellschaft, wird im Alltagsleben der Bevölkerung jedoch nur wenig wahrgenommen.

Markus Togl, BA ist Redakteur beim TRUPPENDIENST.

Trend Radar 2019

 

Ihre Meinung

Meinungen (2)

  • Peter Götz // 03.12.2019, 14:15 Uhr Bin auch für das eigene Bundesheer,war selbst 48 Monate,davon 6 Monate Auslandseinsatz auf den Golan Höhen dabei!
    Österreich ohne Heer ist unvorstellbar! Wünschenswert ist die Verlängerung der Grundwehrdienstzeit auf 8 Monate und eine Aufstockung der finanziellen Mitteln für die für die heutige Zeit benötigte neue Ausrüstung!!! Nicht das Heer kaputtsparen! Die Garde muß mit privaten Bussen zu den Veranstaltungen fahren,da kein Geld dafür da ist.Zu erwähnen wären auch die vielen Katastropheneinsätze des Bundesheeeres und die zur Zeit 1100 Unosoldaten im Einsatz im Dienste des Fridens und vieles mehr!
  • Ulli Donner // 03.12.2019, 22:57 Uhr (ET: 1.4.1963/StWm a.D.)
    JA zum österreichischen BUNDESHEER !
    Wehrbudget auf 1 - 1 1/2% anheben und
    GWD beim heutigen Stand der Technik wieder auf 9 Monate (wie zu meiner Zeit) anheben !