Archiv-Ausgabe

 

Der Erste Weltkrieg in Europa 1915-1917 Teil 1 − Spezial 2/2016 (352)

 

Hauptthemen

Die österreichisch-ungarische Armee 1915-1918

Die Südwestfront 1915-1917

Von der Hölle ins Inferno

Luigi Cadorna

Die Ostfront

Erich von Falkenhayn

Alexei Alexejwitsch Brussilow

Operationen auf dem Balkan 1915-1917

Arthur Arz von Straußenburg

Kriegsmedizin in der Extreme

Editorial

Das nunmehrige zweite TRUPPENDIENST-Spezial zum Ersten Weltkrieg beschäftigt sich - mit einigen thematischen und zeitlichen Überlappungen - mit der Zeitperiode des ausgehenden Kriegsjahres 1915 bis zum Ausbruch der russischen Oktober-(November)Revolution im Herbst 1917. Aufgrund der Fülle der darzustellenden Themen wurde entschieden, das Sonderheft in zwei Teilen zu publizieren mit Erscheinungstermin des ersten im Dezember 2016, jenes des zweiten im Jahr 2017.

Für die Mittelmächte, aber auch für die Staaten der Entente ergaben sich in diesen rund zwei Kriegsjahren durchaus unterschiedliche Chancen und Aspekte der Kriegsführung. Gleichfalls kam es für beide Seiten zu Abfolgen von Siegen und Niederlagen, die jedoch zu keiner Kriegsentscheidung führten. Waren etwa mit der Niederwerfung Serbiens im Herbst 1915 die schweren Krisen Österreich-Ungarns im zweiten Kriegsjahr vorerst bewältigt worden, so entstand aus dem neuen Gegner Italien nach und nach ein weiterer Kulminationspunkt österreichischer militärischer Anstrengungen.

Nur zu verständlich, dass man in Wien diese Bedrohung allzu gerne offensiv zu lösen wünschte, doch zeigte sich, dass die k.u.k. Armee im dritten Kriegsjahr nicht mehr in der Lage war, eine Großoffensive ohne deutsche Unterstützung oder massive Schwächung anderer Fronten durchzuführen. Das Auseinanderdriften deutscher und österreichischer strategischer Interessen im Jahre 1916 manifestierte sich daher in zwei isolierten und letztlich nicht erfolgreichen Unternehmungen - Südtirol-Offensive und Verdun.

Die zeitgleich einsetzende russische Gegen(„Brussilow“)-Offensive führte zusätzlich zu einer schweren Krise und ließ sich nur unter hohen Verlusten zum Stehen bringen. Die dadurch beeinflußte Entscheidung Rumäniens zum Kriegseintritt brachte andererseits der Entente nicht den erhofften Vorteil im Osten. Im Gegenteil, der inzwischen eingerichtete gemeinsame Oberbefehl der Mittelmächte und die rasche Niederlage Rumäniens wirkten sich strategisch nachteilig für die Entente aus. Italien hingegen versuchte in Tirol und am Isonzoabschnitt den Durchbruch zu erzwingen, scheiterte und hatte Hundertausende Verluste zu beklagen. Die russischen Revolutionen im Frühjahr und Herbst 1917 schienen die Lage noch weiter zugunsten der Mittelmächte zu verändern.

Letztlich wurden diese Ereignisse durch den Kriegseintritt der USA im Frühjahr 1917 kompensiert, wenngleich sich dies erst im letzten Kriegsjahr massiv auswirken sollte. Denn der Krieg hatte inzwischen längst an allen Fronten die Formen der Materialschlacht angenommen: „Ressourcen“, also Mensch und Material, wurden zur bestimmenden Kategorie. Die k.u.k. Armee erlebte in den Jahren 1916 und 1917 sowohl in taktischer als auch technischer Hinsicht zwar den größten Modernisierungsschub, gleichfalls waren die Ausstoßzahlen der Kriegsindustrie beachtlich gesteigert worden, dennoch blieben diese im Vergleich zu den anderen Großmächten zurück. Die Einflüsse des Krieges auf Soldaten und Daheimgebliebene waren enorm, sollten jedoch erst im Jahre 1918 massive Auswirkungen haben.

Oberst dhmfD Hofrat Dr. M. Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums

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