• Veröffentlichungsdatum: 07.09.2017

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Vor 50 Jahren: Sowjetischer Jagdbomber MIG-17

Red TD

(Foto: TD 6/1963)
(Foto: TD 6/1963)

Die MIG-17 ist der gegenwärtige Standard-Jagdbomber der Waschauer-Pakt-Staaten. Die Maschine stellt eine Weiterentwicklung des bekannten Jägers und JaBos MIG-15 dar und gelangte in den Jahren 1953/54 in die Reihenfertigung.

Ursprünglich wurde die MIG-17 als Abfangjäger entworfen und verwendet, doch löste sie in dieser Aufgabe alsbald die MIG-19 ab. Heute ist die MIG-17 aus nahezu allen Abfangjägerverbänden ausgeschieden und findet ausschließlich als JaBo Verwendung. 

Die Maschine wird in der CSSR, in Polen und in China nachgebaut und steht außerdem in folgenden Ländern als Einsatzmaschine in Verwendung: 

  • Afghanistan
  • Albanien
  • Bulgarien
  • Ägypten
  • Indonesien
  • Irak
  • Kuba
  • Marokko
  • Nord-Korea
  • Rumänien
  • Syrien
  • Ungarn

Die hauptsächlichsten Unterscheidungsmerkmale der MIG-17 gegenüber der MIG-15 sind ein schmälerer Rumpf, stärker angewinkelte Flügel, abgerundete Flügelspitzen und ein höheres Seitenleitwerk.

Technische Einzelheiten

Querschnitt der MIG-17. (Foto: TD 6/1963)
Querschnitt der MIG-17. (Foto: TD 6/1963)
  • Flächen: Ganzmetall-Mitteldecker, Pfeilflügel, drei Grenzschichträume
  • Rumpf: Ähnlich der MIG-15, nur etwas schmäler. Die rückwärtigen Luftbremsen sind geschwungen und greifen in die Oberfläche des Rumpfes ein
  • Schwanzteil: Höhen- und Seitensteuer sind im Verhältnis zur MIG-15 größer
  • Turbine: eine KLIMOV-VK 2 Gasturbine mit 3.450 kg Schub, die mit Nachbrenner eine Schuberhöhung auf 3.700 kg erreicht
  • Gewicht: Leergewicht 4.470 kg, Normalgewicht 6.990 kg, Höchstgewicht 7.030 kg
  • Abmessungen: Spannweite 10 m, Länge 11,8 m, Höhe 3,55 m, Flügelfläche 24,6 m²
  • Geschwindigkeit: Höchstgeschwindigkeit 1.175 km/h, Reisegeschwindigkeit 980 km/h
  • Reichweite: Ohne Zusatztanks 820 km, mit Zusatztanks 1.860 km. In der Mitte der Flächen kann je ein Zusatztank angebracht werden, mit zusammen 800 Liter Treibstoff. Normaler Tankinhalt 1.650 Liter
  • Leistungen: Start- und Landestrecke 800m, Steiggeschwindigkeit 2.230 Meter/Minute, Dienstgipfelhöhe etwa 16.500 Meter
  • Bewaffnung: Eine 37-mm Nudelmann-Kanone, zwei 23-mm MG. Die 37-mm Kanone erreicht eine 15% höhere Feuerkraft als die der MIG-15. Anstelle der Zusatztanks können zwei 23-mm MG eingesetzt werden. Die Anbringung von je acht 55-mm Luft-Luft-Raketen an der Flügelunterseite (zusammen 16 Raketen) sowie die Beladung mit 200 kg Bomben (Napalm) sind möglich. 
  • Ausrüstung: Zu der normalen Instrumentierung einer voll blindflugtauglichen Einsatzmaschine ist ein Radiohöhenmesser eingebaut, der ohne Bodensicht eine genaue Abstandsbestimmung über Grund erlaubt. 
MIG-15 der tschechischen Luftwaffe. (Foto: TD 6/1963)
MIG-15 der tschechischen Luftwaffe. (Foto: TD 6/1963)
MIG-17: Bugansicht, die Bewaffnung ist deutlich zu erkennen. (Foto: TD 6/1963)
MIG-17: Bugansicht, die Bewaffnung ist deutlich zu erkennen. (Foto: TD 6/1963)
Düsenjäger der ägyptischen Luftwaffe, im Vordergrund drei MIG-17. (Foto: TD 6/1963)
Düsenjäger der ägyptischen Luftwaffe, im Vordergrund drei MIG-17. (Foto: TD 6/1963)
MIG-17: Unterseite. (Foto: TD 6/1963)
MIG-17: Unterseite. (Foto: TD 6/1963)

Abarten

Insgesamt bestehen fünf Typen, die für verschiedene Verwendungszwecke vorgesehen sind: 

  • Typ A: Ursprünglich als Tagabfangjäger entwickelt, ein Mann Besatzung, VK-1-Triebwerk
  • Typ B: Wie Typ A, nur geringfügige Veränderungen
  • Typ C: Ist der am meisten verwendete Typ; gleichartig mit Typ B, verfügt jedoch über Nachbrenner und Zusatztanks. Diese Serie dürfte die Standard-JaBo-Version der Warschauer-Pakt-Staaten sein.
  • Typ D: Allwetterjäger der Serie C, mit Radar und Kamera; jedoch ohne Nachbrenner
  • Typ E: Letzter in Serie gegangener Typ, Allwetterjäger mit Radar, Kamera und Nachbrenner

Die Typen D und E dürften auch als Aufklärer Verwendung finden, scheinen jedoch auch in dieser Version schon von der MIG-19 abgelöst zu sein. Äußere Unterschiede zwischen den fünf genannten Typen sind kaum feststellbar. 

Der Artikel erschien im TRUPPENDIENST-Heft 6/1963.

MIG-17: Formationsflug. (Foto: TD 6/1963)
MIG-17: Formationsflug. (Foto: TD 6/1963)
 

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