• Veröffentlichungsdatum: 05.10.2017

  • 2 Min -
  • 450 Wörter

Vor 50 Jahren: Bedeutung des sMG

RED TD

(Foto: Red TD)
(Foto: Red TD)

Mit dem schweren Maschinengewehr ist ein Maschinengewehr gemeint, das normale Infanteriepatronen verschießt und auf einer Dreibeinlafette gelagert ist. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Bedeutung der schweren Maschinengewehre sich im Laufe der letzten 50 Jahre gewandelt hat. 

Im Ersten Weltkrieg stellten die schweren Maschinengewehre, vor allem in der Verteidigung, wirksamste Waffen dar. Die Panzerentwicklung steckte damals noch in den Kinderschuhen. In der Zeit zwischen den Weltkriegen hat man den schweren Maschinengewehren ebenfalls große Bedeutung beigemessen. Sie wurden in jeder Weise vervollkommnet und erreichten eine beachtliche Höhe der Entwicklung durch folgende Verbesserungen: 

  • Verwendbarkeit sowohl im direkten als auch im indirekten Richten;
  • Verwendbarkeit sowohl als leichtes Maschinengewehr vom Zweibein schießend als auch als schweres Maschinengewehr von einer Lafette schießend (Einheitsmaschinengewehre);
  • Ersatz der Wasserkühlung durch die Luftkühlung in Verbindung mit zweckmäßiger Laufwechseleinrichtung;
  • Entwicklung einer panzerbrechenden Infanteriepatrone (Patrone mit Stahlkern) in der allerdings trügerischen Erwartung, daß sie gegen Panzer eines kommenden Krieges wirksam sein würde;
  • Entwicklung von Metallgurten;
  • Erhöhung der Kadenz;
  • Ausstattung der Lafetten mit einer Wiege, welche einen Teil des Rückstoßes gefedert abfängt;
  • Ausstattung mit einer Tiefenfeuereinrichtung, welche auf weiten Entfernungen ein automatisches Dehnen der Längenstreuung der Garbe bewirkt;
  • weitere Erhöhung der Trefferdichte durch Koppelung von schweren Maschinengewehren auf besonderen Lafetten, z. B. Zwillingssockeln, vor allem als Abwehrwaffen gegen feindliche Tiefflieger;
  • Steigerung der Beobachtungsmöglichkeit der Garbe durch optische Aufsätze und Verwendung von Leuchtspurmunition;
  • Ansatzstücke für die vorhandenen Lafetten und Visiereinrichtungen, ebenfalls mit dem Zweck, eine wirksame Abwehrwaffe gegen Tiefflieger zu schaffen;
  • ausbildungs- und organisationsmäßige Zusammenfassung der schweren Maschinengewehre der Infanteriebataillone in Maschinengewehrkompanien, wodurch eine Voraussetzung für den schwerpunktmäßigen Einsatz gegeben war. 
Schütze 1 am sMG steht zwischen den ausgezogenen Hinterstützen der Lafette. (Foto: Red TD)
Schütze 1 am sMG steht zwischen den ausgezogenen Hinterstützen der Lafette. (Foto: Red TD)
In der Skizze zeigt sich die erheblich größere Treffergenauigkeit des sMG gegenüber der des IMG. (Foto: Red TD)
In der Skizze zeigt sich die erheblich größere Treffergenauigkeit des sMG gegenüber der des IMG. (Foto: Red TD)

Lage im Zweiten Weltkrieg

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges erwies sich das schwere Maschinengewehr zwar noch als sehr wirksam, hatte jedoch erheblich an Bedeutung gegenüber dem Ersten Weltkrieg eingebüßt: 

  • Gegen das zahlenmäßige Anwachsen der Panzerfahrzeuge in Verbindung mit zunehmender Stärke der Panzerung waren die sMG wirkungslos.
  • Das indirekte Richten wurde wegen seiner Schwerfälligkeit nur mehr ausnahmsweise angewendet; die Notwendigkeit, die hohen Menschenverluste durch ausgebildete Ersatzmannschaften auszugleichen, brachte mit sich, dass die "hohe Kunst" des indirekten Richtens nur mehr selten beherrscht wurde.
  • sMG, welche das Feuer schon auf weite Entfernungen eröffneten, wurden von den Panzern ausgepunktet; das hatte zur Folge, daß die Reichweite der sMG (ursprünglich bis 3000 m) vielfach nicht mehr ausgenutzt werden konnte und diese als Schweige-MG oder Lauer-MG häufig nur in der Sturmabwehr und gegen eingebrochenen Gegner wirksam wurden.
  • Auch der Einsatz zur Tieffliegerabwehr war angesichts der sich steigernden Fluggeschwindigkeit und der Panzerung der Flugzeuge nicht so wirksam, wie man sich wohl vor dem Zweiten Weltkrieg erhofft hatte. 

Im Ganzen gesehen war das sMG gegen Ausgang des Zweiten Weltkrieges bei der Infanterie noch immer eine geschätzte Verteidigungswaffe. Die mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erwartete Blütezeit der sMG stellte sich jedoch nicht ein.

Der Artikel erschien in einer längeren Fassung im TRUPPENDIENST-Heft 2/1963. 

sMG 42 Gesamtansicht: Kolben, Zweibein und MG-Tragriemen bleiben an der Waffe, damit sie sofort auch als IMG einsatzbereit ist. (Foto: Red TD)
sMG 42 Gesamtansicht: Kolben, Zweibein und MG-Tragriemen bleiben an der Waffe, damit sie sofort auch als IMG einsatzbereit ist. (Foto: Red TD)
 

Ihre Meinung

Meinungen (1)

  • Ulli Donner // 06.10.2017, 21:36 Uhr Wir haben in den 70er Jahren in der HZA Hall i. T. (Straubkaserne) sehr viele MG42 generalüberholt.War eine interessante Arbeit.
    Ulli Donner, Inf.-WaMst, StWm a.D.