• Veröffentlichungsdatum: 06.07.2020
  • – Letztes Update: 04.08.2020

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  • 3122 Wörter
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Routenvorschlag: St. Pölten und Umgebung 1945

Redaktion TRUPPENDIENST

(Grafik: BEV; Montage: Keusch)
(Grafik: BEV; Montage: Keusch)

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg nach heftigen Kämpfen in und um Wien („Wiener Operation“ der Roten Armee) im niederösterreichischen Alpenvorland. Die vorgestellte Route führt in die niederösterreichische Hauptstadt St. Pölten und dessen Umgebung, wo in den letzten Wochen des Krieges die Front zum Stillstand kam.

  • Ausgangspunkt: Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich
  • Endpunkt: Heimkehrerkapelle Karlstetten
  • Verkehrsmittel: Auto/zu Fuß
  • Fahrtstrecke: ca. 50 Kilometer
  • Dauer: ca. 6 Stunden
Das Museum Niederösterreich in St. Pölten. (Foto: Klaus Engelmayer)
Das Museum Niederösterreich in St. Pölten. (Foto: Klaus Engelmayer)

Station 1: Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich

Museum Niederösterreich, Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten (N 48°12'00''; E 15°37'54''), Parkmöglichkeit in der Tiefgarage des Festspielhauses St. Pölten.

Das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich versteht sich als innovative Schnittstelle zwischen Forschung und Vermittlung. Die Dauerausstellung ist in Form von Clustern thematisch und nicht chronologisch strukturiert. So bietet sie einen raschen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Niederösterreichs im zentraleuropäischen Kontext. Im letzten Drittel des Rundganges werden politische Konflikte und Exzesse totalitärer Gewalt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts thematisiert – ein idealer Ort, um sich in den politischen und gesellschaftlichen Aspekt der militärhistorischen Reise in das niederösterreichische Alpenvorland einzustimmen.

Einen Meilenstein in der musealen Aufbereitung und Präsentation stellt die bis 24. Jänner 2021 laufende Sonderausstellung: Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914 dar. Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, entfesselt von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten. Die Ausstellung nimmt das zum Anlass, nach den Anfängen zu fragen: Woher kamen Militarismus, Rassenhass und Antisemitismus? Wie weit waren sie in der Gesellschaft bereits verankert, ehe der Erste Weltkrieg ausbrach? Eine Parallelerzählung präsentiert die Biografie Hitlers bis 1914 und die politischen Strömungen dieser Zeit. Kausale Zusammenhänge zwischen Rassismus, Antisemitismus und Militarismus in dieser Epoche und Hitlers mörderischer Ideologie werden nicht erzwungen, liegen aber doch nahe.

Literaturhinweis: Leidinger, Hannes und Rapp, Christian: Hitler – prägende Jahre. Kindheit und Jugend 1889 - 1914, Residenz Verlag, Wien 2020.

Station 2: Hammerpark

(N 48°11'50''; E 15°37'50'')

1988 wurde im Hammerpark in St. Pölten anlässlich des Gedenkjahres 1938/1988 ein allen Opfern des Nationalsozialismus gewidmetes Mahnmal in Form einer begehbaren Kugelschale aus Stahl mit einem Durchmesser von vier Metern und einer Höhe von zwei Metern errichtet. Seitliche Öffnungen mit darunter vermerkten Namen erinnern an 13 Widerstandskämpfer der Gruppe Kirchl-Trauttmansdorff, die am 13. April 1945 zum Tode verurteilt, in diesem Park erschossen und in einem Massengrab begraben wurden.

Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Dauerausstellung im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Sonderausstellung "Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914" im Haus der Geschichte des Museums Niederösterreich 2020. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Erinnerungszeichen im St. Pöltner Hammerpark, in dem die Widerstandskämpfer getötet wurden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Erinnerungszeichen im St. Pöltner Hammerpark, in dem die Widerstandskämpfer getötet wurden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Das zentrale Element der Denkmalgruppe ist die 1988 von Hans Kupelwieser errichtete Opferschale, in dessen Inneren die Namen der Opfer stehen. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Das zentrale Element der Denkmalgruppe ist die 1988 von Hans Kupelwieser errichtete Opferschale, in dessen Inneren die Namen der Opfer stehen. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Das Datum der Hinrichtung der Widerstandskämpfer über der Öffnung des Denkmales. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Das Datum der Hinrichtung der Widerstandskämpfer über der Öffnung des Denkmales. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Die Namen der getöteten Widerstandskämpfer im Inneren der Opferschale. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Die Namen der getöteten Widerstandskämpfer im Inneren der Opferschale. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Der Gedenkstein neben dem Kupelwieser-Denkmal wurde bereits 1968 im Hammerpark aufgestellt. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Der Gedenkstein neben dem Kupelwieser-Denkmal wurde bereits 1968 im Hammerpark aufgestellt. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)

Station 3: Stadtfriedhof St. Pölten

(N 48°12’52''; E 15°36’42'')

Der St. Pöltner Stadtfriedhof wurde am 30. Juni 1894 eingeweiht, da der bisherige Friedhof zu wenig Platz bot und der Entwicklung der Stadt im Wege war. Aufgrund der beiden Weltkriege blieb er nicht nur die letzte Ruhestätte für die Toten der Stadt, sondern auch für Soldaten. Bereits 1914 wurde der Soldatenfriedhof von der Stadtgemeinde St. Pölten errichtet, auf dem heute 796 österreichisch-ungarische Soldaten des Ersten Weltkrieges begraben sind. Neben diesem Gräberfeld wurde ab 1940 ein Soldatenfriedhof für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges angelegt. Dieser wurde für 610 deutsche Soldaten und 30 weitere Kriegstote verschiedener Nationen zur letzten Ruhestätte.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es auf dem Gelände des Friedhofes zu Kämpfen zwischen Soldaten der Deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Kurz danach ließen die Sowjets von den Bürgern der Stadt an dessen Rand Stellungen ausheben, um deutsche Gegenangriffe abzuwehren. Der Stadtfriedhof lag damals nur etwa einen Kilometer hinter der sowjetischen Hauptkampflinie und war ein Teil der rückwärtigen Verteidigungslinie, dessen Grüfte von den Sowjets sogar als Unterstände genutzt wurden.

Mehrere Denkmäler und Grabstätten auf dem Areal erinnern an die Verfolgung von Gegnern des NS-Regimes, die getötet wurden, als St. Pölten zur Frontstadt wurde. So befindet sich im Eingangsbereich das Denkmal für die Opfer des Faschismus. Von den 112 Menschen deren Namen dort angeführt sind, wurden 110 in der NS-Zeit getötet, zwei während der Februarkämpfe im Jahr 1934. Acht Mitglieder der St. Pöltner Widerstandsgruppe Kirchl-Trauttmansdorff, die am 13. April 1945 im Hammerpark hingerichtet und dort zunächst begraben wurden, erhielten ihre letzte Ruhestätte auf dem Stadtfriedhof. Das gleiche gilt für jene ungarischen Juden, die in der Nacht vom 2. auf den 3. April in Hofamt Priel (bei Persenbeug) ermordet wurden und bis zum Jahr 1964 in einem Massengrab nahe ihrer Todesstätte ruhten.

Link: Die letzte Hauptkampflinie - Teil 2: Die Front bei St. Pölten

Literaturhinweis: TD-HB Donauraum: Kapitel 3.2 - Der Wunsch nach Erinnerung, S. 540 - 552

Im Eingangsbereich des Stadtfriedhofes steht das 1949 errichtete "Denkmal für die Opfer des Faschismus" von Bildhauer Michael Drobil. In den seitlichen Steinen sind die Namen von 112 St. Pöltner Opfern des Faschismus eingraviert. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Im Eingangsbereich des Stadtfriedhofes steht das 1949 errichtete "Denkmal für die Opfer des Faschismus" von Bildhauer Michael Drobil. In den seitlichen Steinen sind die Namen von 112 St. Pöltner Opfern des Faschismus eingraviert. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Der Soldatenfriedhof der Roten Armee befindet sich südlich des Stadtfriedhofes von St. Pölten. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Der Soldatenfriedhof der Roten Armee befindet sich südlich des Stadtfriedhofes von St. Pölten. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Denkmal in der Mitte des Soldatenfriedhofes im Stadtfriedhof, wo 610 deutsche Soldaten und 30 Angehörige anderer Nationen bestattet sind. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Denkmal in der Mitte des Soldatenfriedhofes im Stadtfriedhof, wo 610 deutsche Soldaten und 30 Angehörige anderer Nationen bestattet sind. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Gedenkstein bei dem Hain, an dem einige der am 13. April 1945 getöteten Widerstandskämpfer ihre letzte Ruhestätte fanden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Gedenkstein bei dem Hain, an dem einige der am 13. April 1945 getöteten Widerstandskämpfer ihre letzte Ruhestätte fanden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Grabstelle der von einem SS-Rollkommando in Hofamt-Priel (bei Ybbs-Persenbeug) ermordeten 228 ungarischen Juden, die 1964 dort ihre letzte Ruhestätte fanden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Grabstelle der von einem SS-Rollkommando in Hofamt-Priel (bei Ybbs-Persenbeug) ermordeten 228 ungarischen Juden, die 1964 dort ihre letzte Ruhestätte fanden. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)

St. Pölten (Auszug Gemeindeverzeichnis TD-Handbuch)

Errichtung der Burg Viehofen (N 48°13'48.0", E 15°38'27.3") im 11. Jh.; um die Mitte des 13. Jhs. von Otakars Truppen belagert. Erste Stadtbefestigungen aus dem 13. Jh.; Anlage im Mittelalter erweitert und mit Türmen versehen; Passage durch drei Tore – einzelne Reste erhalten; Zwingerturm in der Dr.-Karl-Renner-Promenade 29. Im ersten Quartal des 14. Jhs. von Rudolf III. umschlossen. Gegen Ende des 15. Jhs. vom ungarischen Feldherrn Paul Kinizsi erobert; im Besitz von Matthias Corvinus bis zu seinem Tod (1490). Die Zeit der Türkenkriege 1529 und 1683 aufgrund der starken Stadtbefestigung überstanden; Anfang April 1597 von einer Bauernschar vergeblich belagert. Während des Österreichischen Erbfolgekrieges starke Truppendurchzüge; Mitte September 1741 die kaiserlichen Verbände des FML Graf Pálffy in der Stadt, am 14. Oktober Einmarsch der Hauptmasse der bayerischen Armee. Aufenthalt des bayerischen Kurfürsten zw. dem 21. und 29. Oktober 1741. In der Nacht zum 23. Oktober 1741 österreichischer Überfall unter dem Kommando des Oberstleutnanten Menzel auf ein französisches Lager bei Viehofen (Stadtteil), weiterer Handstreich am 29. Oktober in St. Pölten. Im Dritten Koalitionskrieg erneut Durchzugsgebiet; am 7. November 1805 Ankunft russischer Einheiten von Michail Kutusow, gefolgt von Franzosen des Prinzen Murat am 9. November. Am 11. November 1805 Napoleon Bonaparte persönlich in der Stadt erschienen; Errichtung eines sog. Etappen-Magazins (u. a. für Ochsen). In der Folge Requisitionen und Plünderungen. Anfang Mai 1809 Stationierung einer k.k. Landwehr-Einheit, am 7. Mai HQ des österreichischen Generals Johann von Hiller; am 8. Mai 1809 erneuter Einmarsch der Franzosen (auch HQ dort) – Kontributionszahlungen (Zwangsdarlehen) und Einquartierungen; Militärspital errichtet. Im Jahr 1848 Aufstellung einer Nationalgarde; gegen Ende des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866 k.k. Militärpräsenz. Das Feldspital Nr. 30 befand sich in St. Pölten, ebenso abgedrängte Verpflegungs-Fuhrwerke der k.k. Nordarmee (FZM Ludwig von Benedek). In der zweiten Julihälfte 1866 Durchfahrt des gesamten k.k. 5. Korps der Südarmee (Erzherzog Albrecht). In der Zeit der Doppelmonarchie rege militärische Bautätigkeit; drei Landwehrkasernen (Franz-Joseph-, Eugen-, und Rainerkaserne) – heute Hesserkaserne am Schießstattring. Im Ersten Weltkrieg Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Spratzern-Hart im Süden der Stadt und Torpedoproduktion in der Eisengießerei und Metallwarenfabrik Whitehead & Co (1924 geschlossen) in Viehofen - Russenfriedhof (I. WK) bei Völtendorf (Katastralgemeinde des Stadtteils Spratzern) in Erinnerung an die Toten des Kriegsgefangenlagers Spratzern-Hart (Gedenkkreuz neben der Bundesstraße). Im Jahr 1934 Februarkämpfe – Gedenksteine im Friedhof. Am 12. März 1938 Einmarsch des Kradschützen-Bataillons 2 der deutschen Wehrmacht; Ankunft des deutschen Generals Heinz Guderian. Am 16. März erreichten die motorisierten Einheiten der 10. Division die Stadt. Im Zweiten Weltkrieg ab 1944 im Visier alliierter Luftangriffe; bis zum Ende des Krieges schwere Schäden: 39% des Hausbestandes zerstört, schätzungsweise 591 Zivilisten tot. Anfang April 1945 zwölf Widerstandskämpfer im Hammerpark durch die SS hingerichtet - Gedenktafel und Gedenkstein im Park. Einmarsch der Roten Armee am 15. April 1945 nach Artilleriebeschuss; zuvor alle Brücken bis auf die Bundesstraßenbrücke über die Traisen von den Deutschen gesprengt. Errichtung einer sowjetischen Militärkommandantur; Einsatz des 336. Grenzregiments im Raum Wien-St. Pölten-Enns. Im ganzen Verwaltungsbezirk Plünderungen und Gewalt seitens der Zwangsarbeiter registriert; wiederholt Diebstahl auch durch sowjetische Soldaten; Abzug der Sowjets ab dem 4. August 1955 (Verladerampe). Sowjetische Kriegsgräberanlage beim Stadtfriedhof (fertiggestellt 1948), Anzahl der Bestatteten ca. 900 - 1.200. Mahnmal für das Zwangsarbeitslager Viehofen aus der NS-Zeit; Gedenkwand im jüdischen Friedhof; Denkmal für NS-Opfer im Stadtfriedhof. Denkmal für die Gefallenen des IR Nr. 49 (1715 - 1809) und Wandplatte im Andenken an den Feldzug von 1866 beim Dom. Soldatenfriedhof (I. WK) im Stadtfriedhof mit 796 österreichisch-ungarischen Kriegstoten; Denkmal des k. k. Obersten und Kommandanten Carl von Kopal des Feldjägerbataillons 10; Soldatenfriedhof (II. WK) im Stadtfriedhof mit 610 deutschen und 30 Kriegstoten anderer Nationen. Kriegerdenkmale u. a. in Oberwagram bei der Kirche (II. WK), Pottenbrunn im Park beim Schloss (I. u. II. WK), Ratzersdorf an der Traisen am Hauptplatz (I. u. II. WK), St. Georgen am Steinfeld bei der Kirche (I. u. II. WK) und Unterradlberg (II. WK); Gedenkkreuz in Pottenbrunn bei der Abdankungshalle (I. u. II. WK), Kriegsgrab im Friedhof Pottenbrunn (II. WK; 43 deutsche Soldaten) und Gedenktafel in der Pottenbrunner Kirche; Gedenkkreuz bei Pummersdorf; Gedenktafeln (I. WK) in der Franziskanerkirche in St. Pölten; Gedenkkapelle im Friedhof Viehofen (I. WK). Stadtmuseum und Haus der Geschichte auch mit militärischen Themenschwerpunkten.

Frontgedenkstein (li.) bei der Pummersdorfer Höhe. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Frontgedenkstein (li.) bei der Pummersdorfer Höhe. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)

Station 4: Gerersdorf – Pummersdorfer Höhe, Frontgedenkstein

(N 48°11’14''; E 15°33’52''; H 313 m)

Der Gedenkstein steht hier an einem markanten Punkt im Gelände, von dem aus man nahezu den gesamten Frontverlauf westlich von St. Pölten überblicken kann. Die Front verlief etwa einen Kilometer weiter westlich und erreichte auf Höhe der heutigen Autobahnstation (214°) am ostwärtigen Ortsrand von Völlerndorf den Ostabhang des Pielachtales, dem sie etwa acht Kilometer flussaufwärts folgte ehe sie auf den Kamm westlich der Traisen wechselte. Im Süden schränkt der Verlauf der Autobahn A1 den Horizont ein, lässt jedoch auf 145° in rund 3,5 km Entfernung bei guter Sicht das Flugfeld Völtendorf erkennen. Richtung Norden verließ die Frontlinie das Pielachtal, umschloss den westlichen Ortsrand von Gerersdorf und drehte dann Richtung Nord-Nordost. Auf 334° erkennt man in etwa sieben Kilometern Entfernung am Abhang des Dunkelsteinerwaldes das Schloss Goldegg, den Zielpunkt 6 dieser Route. Von der Terrasse des dortigen Restaurants eröffnet sich ein Blick über das gesamte Gefechtsfeld der Endkämpfe westlich von St. Pölten.

Gerersdorf (Auszug Gemeindeverzeichnis TD-Handbuch)

Verschwundene Burganlage in Distelburg (Katastralgemeinde) vermutet, nicht belegt; mittelalterlicher Wehrturm (9 x 9 m) um 1430 im Besitz des Hof- und Halblehen zu Hetzleinsdorf - verfallene Anlage in das Haus Nr. 4 integriert, im Zuge einer Erweiterung (1984) endgültig entfernt, ehem. Schloss in Salau (Katastralgemeinde). In den Jahren 1529, 1532 und 1683 Überfälle osmanischer Scharen; Häuser- und Kirchenschäden aufgezeichnet; Pfarrhof niedergebrannt - 1684 wieder errichtet. Während der napoleonischen Kriege 1800, 1805 und 1809 wiederholt Truppendurchzüge; Gerersdorf 1805 ausgeplündert, Häuser in Brand gesetzt. Vom 8. Mai bis 19. Dezember 1809 erneut französische Militärpräsenz - Franzosenkreuz, immer wieder auch als Türkenkreuz genannt, in Erinnerung an die Kriege gegen Napoleon. Im Ersten Weltkrieg hatte die Gemeinde 25 Opfer zu beklagen; Denkmal im Jahr 1922 errichtet. Am 26. Juli 1944 fielen ca. 40 US-amerikanische Fliegerbomben auf die Felder, etwa 200 m vor Gerersdorf. Einmarsch der Roten Armee am 17. April 1945; Artilleriebeschuss mit drei Todesopfern; elf Wohn- und Wirtschaftsobjekte abgebrannt, viele andere beschädigt. Eine zeitgenössische Meldung beschreibt wechselvolle Kämpfe. Vor dem Abzug der deutschen Truppen mehrere Brückensprengungen. Turm der Pfarrkirche beschossen, am 1. Mai abgestürzt; bis zur Hälfte abgetragen und provisorisch bedeckt - Wiederaufbau ab 1952. Sog. Hofinger-Kapelle ebenfalls beschädigt; daneben Frontgedenkstein 1945. Nach dem Einmarsch der Roten Armee Raub und Gewalttaten, alle Häuser geplündert und verwüstet. Im Zweiten Weltkrieg fielen 37 Männer aus Gerersdorf. Kriegerdenkmal (I. u. II. WK) und Kriegsgrab am Friedhof; Frontgedenkstein mit der Aufschrift "Letzte Frontlinie Mai 1945" neben dem Bildstock Pummersdorfer Höhe. Am 8. April 1945 schwerer Unfall beim Hantieren mit Munition; die Brüder Josef und Karl Getzinger von einer explodierenden Handgranate getötet, drei weitere Buben schwer verletzt.

Ruine der MG-Justierhalle westlich von Markersdorf. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Ruine der MG-Justierhalle westlich von Markersdorf. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)

Station 5: Markersdorf an der Pielach

(N 48°11’13''; E 15°29’23'')

Knapp drei Wochen nach dem Anschluss und der Übernahme des allergrößten Teils des Personals, des Materials und der Infrastruktur der österreichischen Luftstreitkräfte in die deutsche Luftwaffe war am 1. April 1938 das Luftwaffenkommando Österreich (sic!) aufgestellt worden, dessen Befehlsbereich sich vorerst auf das gesamte ehemalige Bundesgebiet erstreckte. Mit 1. Juli 1938 war der Luftgau XVII (LG XVII) aufgestellt worden, dem nun die gesamte Bodenorganisation, die Jagdfliegerverbände der Heimatluftverteidigung, die Ausbildungsverbände und Schulen sowie die Versorgungs- und Sanitätseinrichtungen der Luftwaffe, der Flugmeldedienst und der zivile Luftschutz (sofern er keine Angelegenheit der Polizei war) unterstand.

Die militärischen Infrastruktureinrichtungen der Luftwaffe wurden schon in den achtzehn Monaten bis Kriegsbeginn massiv ausgebaut. Bereits bestehende oder vor dem 12. März 1938 im Aufbau befindliche Fliegerhorste des Bundesheeres der Ersten Republik (Aspern, Wiener Neustadt, Tulln-Langenlebarn, Wels, Aigen im Ennstal, Graz-Thalerhof) wurden großzügig ausgebaut und neue (Seyring, Vöslau-Kottingbrunn, Zwölfaxing, Götzendorf, Münchendorf, Parndorf, Eisenstadt-Trausdorf, Fels am Wagram, Markersdorf an der Pielach) zwischen 1938 und 1940 errichtet. Im österreichischen Raum waren erst am Tag nach dem ersten amerikanischen Luftangriff am 13. August 1943 stärkere Jagdfliegerverbände - die 1. Staffel des Jagdgeschwaders 27 - auf den Flugplatz nach Markersdorf an der Pielach verlegt worden.

Reste des Fliegerhorstes, insbesondere die Rollwege sind noch erkennbar. Ein besonderes Relikt dieser Zeit ist die MG-Justierhalle. Sie diente dazu, die in den Jagdflugzeugen fix eingebauten Maschinengewehre bzw. durch die hohle Propellerwelle feuernden Maschinenkanonen (Bf 109) so zu kalibrieren, dass ein Zielen mit dem Flugzeug möglich war. Die Maschinen wurden dazu an den Schießstand gerollt, verzurrt und die Visiereinrichtungen mit den Maschinengewehren justiert.

Markersdorf-Haindorf (Auszug Gemeindeverzeichnis TD-Handbuch)

Mitte Dezember 1487 Waffenstillstand zw. Herzog Albrecht und König Matthias Corvinus in Markersdorf vereinbart. Erwähnung des heutigen Schlosses Mitterau im 14. Jh. (N 48°12'01.9", E 15°28'46.7"), mehrfach umgebaut, 1945 schwer beschädigt. Bereits in der Zeit der Ersten Republik ein militärischer Flugplatz auf dem Gemeindegebiet geplant; 1939 Spatentisch durch den Reichsluftfahrtminister Hermann Göring; Fliegerhorst 1944 dreimal bombardiert; Schäden auch im Ort selbst. Auf dem Areal des Flugplatzes ein Lager für Kriegsgefangene errichtet, u. a. in der Landwirtschaft eingesetzt. Gegen Ende des Krieges Widerstandsgruppe aus Angehörigen der Wehrmacht unter der Leitung von Johann Grimm tätig; Ende April 1945 etliche Mitglieder verhaftet und in Amstetten standrechtlich erschossen. Vor dem Einmarsch der Sowjets alle Brücken und Anlagen des Fliegerhorstes gesprengt - einzelne Reste sichtbar.

Literaturhinweis: TD-HB Donauraum: Kapitel 1.14.3 - Der Luftkrieg über Österreich, S. 399 - 425.

Straßen des ehemaligen Fliegerhorstes von Markersdorf mit ausgebesserten Bombentrichtern in der Fahrbahn. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Straßen des ehemaligen Fliegerhorstes von Markersdorf mit ausgebesserten Bombentrichtern in der Fahrbahn. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Ausgebesserter Bombentrichter in der Fahrbahn. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Ausgebesserter Bombentrichter in der Fahrbahn. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Spur eines Maschinengewehr-Projektiles in der Betonstraße des ehemaligen Fliegerhorstes Markersdorf. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Spur eines Maschinengewehr-Projektiles in der Betonstraße des ehemaligen Fliegerhorstes Markersdorf. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)
(Foto: RedTD/Gerold Keusch)

Station 6: Neidling – Schloss Goldegg

(N 48°14’15''; E 15°31’52'')

Auszug: Die letzte Hauptkampflinie - Artikelserie

Der Kampf in und um Wien war nur ein – wenn auch der wesentlichste – Teil der „Wiener Operation“ der Roten Armee. Nach der Einnahme der Stadt musste ein „Puffer“ geschaffen werden, damit Wien im Falle eines Gegenangriffes nicht verloren geht. Da die „Wiener Operation“ nach einem Befehl der Stawka (Hauptquartier des Obersten Befehlshabers der Roten Armee) bis zum 15. April an der Traisen abzuschließen war, war der Geländeabschnitt zwischen dem Fluss und Wien mit einer Ausdehnung von etwa 40 Kilometer Länge (Ost-West) und 20 Kilometer Breite (Nord-Süd) für diesen Zweck festgelegt worden.

Dieser Angriff innerhalb der Operation wurde möglich, da die Sowjets über eine erdrückende Übermacht an Personal und Material verfügten, rasch vorstießen und sich nur geringe deutsche Kräfte zwischen der Donau und dem Voralpenraum befanden. Die deutschen Kräfte verfügten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr über ein klares operativ-strategisches Ziel. Sie hatten, als Kampfgruppe Siegmann (ab 8. April Korps Schultz und ab 16. April Korps Bünau; jeweils nach dem Namen der Kommandanten benannt) zusammengefasst, nun den Auftrag, den sowjetischen Angriff Richtung Westen zu verzögern.

Mit der Einnahme von St. Pölten und dem Nehmen der Traisenlinie war die „Wiener Operation“ am Abend des 15. April 1945 beendet. Nachdem sich die letzte Hauptkampflinie auf operativer und strategischer Ebene gefestigt hatte, änderte sich der Charakter des Krieges dahingehend, dass der Bewegungskrieg um den 20. April in einen Stellungskrieg überging, bei dem die Frontlinien bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 relativ stabil blieben. In den letzten Kriegswochen befand sich der Gefechtsstand der 6. SS-Panzerarmee (Generaloberst Dietrich) für mehrere Tage im Schloss Goldegg.

Im Schloss Goldegg bei Neidling war im Frühjahr 1945 der Gefechtsstand der 6. SS-Panzerarmee untergebracht. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)
Im Schloss Goldegg bei Neidling war im Frühjahr 1945 der Gefechtsstand der 6. SS-Panzerarmee untergebracht. (Foto: RedTD/Gerold Keusch)

Kräfte im Raum

Deutsche Truppen

Auf der deutschen Seite befanden sich drei Korps der 6. SS-Panzerarmee – eine von vier Armeen der Heeresgruppe Süd (ab 30. April Heeresgruppe Ostmark) – im Raum. Zwischen der Donau und dem Voralpenraum war das Korps Bünau eingesetzt. Nördlich der Donau befand sich das 2. SS-Panzerkorps, entlang der nördlichen und nordöstlichen Ausläufer der Voralpen das 1. SS-Panzerkorps. Die Masse, der in der Artikelserie beschriebenen Kampfhandlungen, fällt in den Verantwortungsbereich des Korps Bünau. Das 1. SS-Panzerkorps ist relevant, da die Nahtstelle beim Traisendreieck bereits in dessen Verantwortungsbereich lag. Das 2. SS-Panzerkorps ist für den Frontabschnitt zwischen Krems und Lilienfeld nur von geringer Bedeutung, da dieses kaum in die Kämpfe südlich der Donau involviert war, wenngleich die beiden SS-Regimenter „Deutschland“ und „Der Führer“ der 2. SS-Division „Das Reich“ im Bereich des Kremser Brückenkopfes, dem Korps Bünau als Reserve unterstellt waren.

Sowjetische Truppen

Im Großraum Wien waren die 2. und die 3. Ukrainische Front, die hinsichtlich der Größe in etwa einer deutschen Heeresgruppe entsprechen, eingesetzt. Die 3. Ukrainische Front operierte zunächst östlich und in weiterer Folge nördlich der Alpenausläufer und ist somit jener Großverband, der in dem beschriebenen Raum eingesetzt war. Die Spitze der Westumfassung Wiens bildete das 38. Garde-Schützen-Korps der 9. Garde-Armee. Dahinter folgten das 5. Garde-Panzer-Korps und das 9. Garde-Mech-Korps der 6. Garde-Panzer-Armee, das 31. Garde-Schützen-Korps der 4. Garde-Armee und das 18. Panzer-Korps der 27. Armee. Nach der geglückten Westumfassung Wiens stießen das 38. Garde-Schützen-Korps (104., 105. und 106. Garde-Schützen-Division) der 9. Garde-Armee und das 18. Panzer-Korps (110., 170. und 181. Panzer-Brigade) der 27. Armee an die Traisen, da die anderen Korps in Wien angriffen. Ab dem 18. April begann eine Umgruppierung an der letzten Hauptkampflinie, die bis zum 20. April abgeschlossen war. Nun hatte das 20. Garde-Schützen-Korps der 4. Garde-Armee diesen Frontabschnitt übernommen, womit die 5. und 7. Garde-Luftlande-Division sowie die 80. Garde-Schützen-Division dort eingesetzt waren.

Neidling (Auszug Gemeindeverzeichnis TD-Handbuch)

Erwähnung der Höhenburg Goldegg (N 48°14'13.7", E 15°31'51.4") im 13. Jh.; Umbau im 14. und 16. Jh. - heute Schlossanlage; sog. Bildbuchenkapelle in Erinnerung an die Türkenkriege (Streifscharen). Unterkunft französischer Offiziere während des Fünften Koalitionskrieges im Pfarrhof. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wochenlang Frontgebiet; zwei Personen durch Bombenangriff getötet. Eine SS-Einheit im Schloss Goldegg Quartier bezogen; mehrere Einschüsse u. a. am Turm sichtbar. Diebstahl und Gewaltakte durch sowjetische Soldaten. Gedenktafel 1945 bei der Bildbuchenkapelle; Kriegerdenkmal (I. u. II. WK) und Kriegsgrab (I. u. II. WK) bei der Kirche.

Literaturhinweis: TD-HB Donauraum: Kapitel 1.14.5 - Die Endkämpfe im Alpenvorland, S. 452 - 463.

Heimkehrerkapelle bei Karlstetten. (Foto: Liselotte Aschenbrenner)
Heimkehrerkapelle bei Karlstetten. (Foto: L. Aschenbrenner)

Station 7: Karlstetten – Heimkehrerkapelle

(N 48°15’32''; E 15°36’20''; H 383 m)

Hier befinden wir uns zum nachdenklichen Abschluss dieser Route nur wenige hundert Meter ostwärts der ehemaligen letzten Frontlinie des Zweiten Weltkrieges auf österreichischem Boden bei der Heimkehrerkapelle.

Karlstetten (Auszug Gemeindeverzeichnis TD-Handbuch)

Erhaltene Reste der Wallburg Hausenbach (N 48°15'17.6", E 15°32'41.4"), auch als Türken- oder Schwedenschanze bekannt. Hochburg Hausenbach aus dem 13. Jh.; ehem. Vorburg heute Forsthaus. Burganlage in Karlstetten (N 48°15'31.1", E 15°33'56.2") im 12. Jh. erwähnt, 1683 von den Osmanen zerstört, anschließend Wiederaufbau, heute Gemeindeamt. Bildföhren-Kapelle in Erinnerung an das Türkenjahr 1683 (Sage), gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 durch einen Granatentreffer beschädigt, heute in Privatbesitz. Gedenktafel in der Kirche für vier Kriegstote aus dem Feldzug von 1849 in Siebenbürgen. Pfarrkirche Karlstetten sowie Filialkirche Schaubing in den Türkenkriegen schwer beschädigt bzw. zerstört, 1945 erneut Zerstörungen. Mitte April 1945 starben 16 Zivilisten infolge der Kampfhandlungen. Kriegsgrab (I. u. II. WK) und Kriegerdenkmal (I. u. II. WK) im Friedhof; sog. Heimkehrerkapelle mit Glockenturm. 

 

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