• Veröffentlichungsdatum: 12.07.2019
  • – Letztes Update: 31.07.2019

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Nationale Einsatzvorbereitung EUBG 2020-2

Hannes Schramm

(Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

Am 24. Juni 2019 erfolgte der Startschuss für die nationalen Vorbereitungen der österreich-ischen Truppenteile der „European Union Battlegroup 2020-2“ (EUBG 2020-2). Es begann mit der zweiwöchigen Zusammenziehung von zehn für diese Aufgabe designierten Elementen mit 162 Personen und 52 gehärteten sowie ungehärteten Fahrzeugen. Die Soldaten kamen für ihre Ausbildung aus fast allen Bundesländern an den Truppenübungsplatz Allentsteig. Planung und Durchführung dieses Vorhabens oblag dem Stabsbataillon 3, das gemeinsam mit verschiedenen nationalen und internationalen Elementen das Combat Service Support Battailon (CSSBN) der Battlegroup bildet. Schwergewicht der Ausbildung war das Üben von Convoying.

Soldaten während einer Besprechung. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

Nach dem Eintreffen der Einheiten im Lager Kaufholz fanden die notwendigen Belehrungen über das Verhalten auf dem Truppenübungsplatz, die Einweisung in das Szenario und die Bedrohungslage der „European Advance 2019“ (EURAD 19), die auch als Grundlage bei der Zusammen-ziehung verwendet wurden sowie eine Einschulung in das neue Gruppenfunksystem durch das Führungs-unterstützungspersonal statt. Bei einem ersten Antreten sämtlicher teilnehmender Kräfte am Dienstagmorgen richtete der mit der Führung des CSSBN betraute Bataillonskommandant, Major Kaiser, einige Worte an die Truppe, in denen er besonders die Wichtigkeit der gemeinsamen Ausbildung betonte. Diese gewährleiste die Angleichung der unterschiedlichen Ausbildungs- und Wissensstände und ermögliche auch das gegenseitige und eigene Kennenlernen. Das ist notwendig um sich in einem Einsatz uneingeschränkt auf einander verlassen zu können. „Vom Einsatz her denken, zum Einsatz hin handeln.“ Das Motto des neuen Bundesministers für Landesverteidigung soll auch für die Vorbereitung der EUBG 2020-2 gelten.

Angleichungsgefechtsdienst für alle

Die Angleichung der Ausbildungsstände stand in den folgenden Tagen durch eine fordernde Ausbildung bei sehr warmem, sonnigem Wetter und den österreichischen Soldaten bestens bekannten, typischen Truppenübungsplatzbedingungen am Programm. In der ersten Zusammenziehungswoche lag das Schwergewicht bei der Trupp- und Gruppenausbildung sowie der Ausbildung im Zugsrahmen. Dazu wurden drei Ausbildungszüge gebildet, die im Tagesstationsbetrieb unterschiedliche, speziell für die Durchführung von geschützten Transporten wichtige Ausbildungsthemen absolvierten.

 

Einsatz im bebauten Gebiet

Die erste Station behandelte dabei den Einsatz im urbanen Umfeld. Da die heutigen Szenarien sich oft in genau diesem Bereich abspielen und auch das CSSBN dort seine Aufträge zu erfüllen hat, sind die Soldaten auf solche Situationen vorzubereiten. Hierfür eignet sich am Truppenübungsplatz Allentsteig die urbane Trainingsanlage Steinbach besonders gut. „In allen aktuellen Einsätzen gehört das Vorgehen in bebautem Gebiet zu den Standardaufgaben. Trotzdem wird das nur wenig ausgebildet. Bei dieser Station lernt der Soldat die notwendigen Techniken und wie sich bei diesen Verfahren das eigene Element untereinander verständigt“, sagt ein stationsverantwortlicher Soldat. Bei dieser Ausbildung wurde speziell darauf eingegangen, welche Gefahren in bebautem Gebiet auf die Truppe wirken können und wie dementsprechend vorzugehen ist. Dazu gehörte auch das Üben des Überwindens von Gebäudekanten oder der Grundsätze beim Eindringen und Vorgehen in Gebäuden bis hin zum Nehmen von Räumen.

In der Trainingsanlage Steinbach wurde der Einsatz im urbanen Feld trainiert. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Dabei stand unter anderem das Überwinden von Gebäudekanten im Fokus. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Auch das Eindringen in Gebäude wurde geübt.(Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Der Einstieg ins Gebäude erfolgt über ein Fenster.(Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Beim Nehmen von Räumen im Inneren wird vollste Konzentration benötigt. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

Trotz der anstrengenden Ausbildung und der hohen Temperaturen war die Motivation der Soldaten ungebremst. „Ich glaube, dass das Üben des richtigen Vorgehens in so einem Gebiet für uns wichtig ist. Auch wenn das total anstrengend ist und die Hitze ihren Beitrag leistet, ist die Ausbildung gut aufgebaut, und wir lernen was dabei. Und es macht Spaß, was auch wichtig ist. So etwas sollte viel öfter geübt werden.“, sagt ein Soldat der Stabskompanie, nachdem er gerade gemeinsam mit seinem Trupp einen feindbesetzten Raum eingenommen hat und dem Gruppenkommandant „Feindfrei!“ meldete.

 

Tätigkeiten bei Sprengfallen

Der zweite große Ausbildungsteil war die Station C-IED (Countering Improvised Explosive Devices). Dabei wurde der genaue Ablauf der Selbstsicherung eines Elementes mit mehreren Fahrzeugen unterrichtet und mögliche Gefahren, die bei einem Halt zu beachten sind, erklärt. Zusätzlich waren nötige Maßnahmen, die während des abgesessenen Vorgehens beim Fund einer Sprengfalle zu treffen sind, Teil der Schulung. Hierbei wurden notwendige Schritte, die bei Auslösung eines IED und in der Folge bei der Personen- und Fahrzeugbergung zur Anwendung kommen, dargestellt.

Während eines Marschhaltes wird beim 5/25-Check zuerst der Nahbereich des Fahrzeuges mithilfe eines Metalldetektors auf Auffälligkeiten überprüft. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

Der 5/25-Check

Der 5/25-Check ist nur eines dieser Verfahren, die erlernt und immer wieder wiederholt wurden. Dabei sitzen Soldaten bei einem Marschhalt ab und überprüfen den unmittelbaren Nahbereich des Fahrzeuges bezüglich Auffälligkeiten, die auf IEDs hindeuten könnten. Auch der Blick unter das Fahrzeug darf dabei nicht fehlen. Daraufhin wird der Bereich in einem Radius von fünf Metern nach Grabspuren, Drähten, Druckplatten oder anderen Anzeichen abgesucht und dem Kommandanten das Ergebnis gemeldet. Im Anschluss daran folgt die Kontrolle in einem Radius von 25 Metern um das Fahrzeug, bei kurzen Halten durch Augenschein, bei längeren Halten genauer durch Abgehen des Geländes. Beim Fund eines IEDs werden schließlich bestimmte Verfahren ausgeführt, um mögliche Auswirkungen eines Umsetzens des Sprengsatzes zu verringern oder sogar zu vermeiden. Darauf aufbauend wurden spezielle Verfahren für die Überprüfung gefährlicher Geländeteile erlernt. Ein Wachtmeister und Gruppenkommandant sagt, dass er mit der Ausbildung einen wichtigen Beitrag leiste, um für einen Einsatz bestmöglich vorbereitet zu sein. „Ich glaube, dass speziell das Counter-IED Training notwendig ist, um uns im Einsatzraum sicher bewegen zu können und um uns in ähnlichen Gefahrensituationen wie den geübten richtig zu verhalten“, so der Gruppenkommandant. Der Ausbildungsleiter, ein Vizeleutnant aus dem Bataillonsstab des Stabsbataillons 3, legt besonders darauf wert, dass die teilnehmenden Soldaten bei diesen Verfahren lernen, sich untereinander zu koordinieren sowie zu verständigen und einen Blick für sogenannte „Ground Signs“ entwickeln: „Erfahrungen aus verschiedenen Einsatzräumen wie dem Irak, Afghanistan oder auch Mali, wo monatlich an die 30 improvisierte Sprengsätze explodieren, zeigen immer wieder, dass gerade der Blick fürs Gelände und ein aufmerksames Vorgehen dazu beitragen, Ausfälle durch IED zu verringern. Das muss immer wieder trainiert werden, da so das Leben der Soldaten nicht unnötig gefährdet wird“, so der Vizeleutnant.

Im Anschluss wird der Überprüfungsradius auf 25 Meter ausgeweitet. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Soldaten auf der Suche nach improvisierten Sprengsätzen. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Dabei wird die Umgebung nach Grabspuren, Drähten oder Druckplatten abgesucht. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

 

Transportieren von Gütern im Einsatz

Das CSSBN ist auf die Nutzung von Fahrzeugen angewiesen, um seinen Auftrag erfüllen zu können. Dazu gehört natürlich auch, diese bewegen zu können. Unter alltäglichen Bedingungen ist das grundsätzlich kein Problem, da diese tagtäglich für unterschiedliche Aufgaben wie bei der Durchführung von Transportaufträgen genutzt werden. Unter Einsatzbedingungen erschwert sich das Fahren allerdings. Auf diese Umstände wurde in der dritten Tagesstation eingegangen, die sich mit einer erweiterten Kraftfahrausbildung beschäftigte. Inhalte der Ausbildung waren unter anderem Besonderheiten, die bei einer Eisenbahnverladung zu beachten sind, die Möglichkeiten der Selbstbergung von feststeckenden Fahrzeugen sowie das Fahren im Gelände. 

Die dritte Station beschäftigte sich mit der erweiterten Kraftfahrausbildung. Ein Schwerpunkt lag bei der Eisenbahnverladung von Fahrzeugen. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Ein Heeres-LKW bei der Verladung auf einen Waggon. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Die Fahrzeuge wurden anschließend im Konvoi durch das Gelände bewegt. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Dabei übten die Soldaten auch die Selbstbergung von feststeckenden LKWs. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Ein schwerer LKW im Offroad-Einsatz. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

Der Fahrer eines geschützten Mehrzweckfahrzeugs „Husar“ meint dazu: „Das Bewegen meines Fahrzeuges ist im Einsatz mein Hauptauftrag. Da muss ich in der Lage sein einzuschätzen, wie sich mein Fahrzeug in einer Kurve verhält, ob das vor mir liegende Gelände befahrbar ist und wie ich mich verhalte, wenn das Fahrzeug stecken bleibt. Wenn ich das Fahrzeug auf einen Eisenbahnwaggon lenken muss, sind Genauigkeit und das richtige Gefühl für das Fahrzeug gefragt. Das muss immer wieder geübt werden, kommt aber bei uns im täglichen Dienstbetrieb viel zu kurz. Deshalb bin ich froh, dass wir hier die Gelegenheit dazu haben.“

 

Üben im Kompanierahmen

Das Zusammenwirken im Zugs- und Kompanierahmen stand in der zweiten Woche im Mittelpunkt. Während des Marsches in einem Konvoi wurden Ausbildungsinhalte der Vorwoche überprüft. Dabei standen Situationen, wie der Ausfall eines Fahrzeuges und ein Marschhalt, bei dem durch bestimmte Verfahren die Umgebung um die Fahrzeuge auf Auffälligkeiten überprüft wird, um die Sicherheit für die Soldaten zu gewährleisten, im Mittelpunkt. Aber auch komplexere Szenarien, bei denen Fahrzeuge durch einen improvisierten Sprengsatz angesprengt wurden und gleichzeitig ein Hinterhalt stattfindet, wurden trainiert. Die Soldaten stellten rasch fest, dass es unbedingt notwendig ist, untereinander koordiniert zu agieren. Der Kompaniekommandant der Stabskompanie ist überzeugt, dass es bei Einsatzbedingungen, gerade in Chaossituationen, sich innerhalb des Elementes zu verständigen ist in der Stabskompanie nicht so einfach sei, weil die Soldaten zum Beispiel bei der Durchführung der Hasty Recovery, einer geschützten Bergung von Fahrzeugen unter erhöhter Gefährdung, auf mehrere unterschiedliche Fahrzeuge aufgeteilt seien. Durch diese Ausbildung hätten sie jedoch die Gelegenheit, sich einmal genau auf das zu konzentrieren und sich so aufeinander abzustimmen.

Ein Auto wurde von einem improvisierten Sprengsatz angesprengt. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Gleichzeitig zeigt sich, dass es sich bei dem Szenario um einen Hinterhalt handelt, bei dem eine Person verletzt wird. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)
Die Umgebung wird abgesichert, Sanitäter kümmern sich um das Opfer. (Foto: Bundesheer/Schramm;Winkler)

 

Nachbereitung und Ausblick 

Nach dem Abschluss dieser ereignisreichen zwei Wochen folgen im Oktober und November 2019 weitere gemeinsame Ausbildungen, um die, bereits oben erwähnte, internationale Übung EURAD19 zu bestehen. Dabei wird der Fokus des Ausbildungspersonals speziell auf das Zusammenwirken der Elemente im Bataillon gelegt, um die bunte Mischung aus dem das CSSBN besteht zu einem eingespielten Verband zu formen.

 

Multinationalität 

Die durch acht Nationen aufgestellte EUBG 2020-2 steht unter der Führung der Bundesrepublik Deutschland und besteht aus einem Kampfelement in Bataillonsstärke inklusive Kampfunterstützungs- und Einsatzunterstützungsteilen, einer Medical Task Force und dem CSSBN. Zusätzlich sind darin spezialisierte Truppenteile wie ein CIMIC-Element, ein Militärpolizeielement oder Aufklärungsteile enthalten. Das Kampfelement dieser Battlegroup ist eine Infanterie Task Force, die im Wesentlichen für einen luftbeweglichen Einsatz konzipiert ist. Geführt werden all jene Verbände und Einheiten durch ein multinationales Field Headquaters, das unter der Verantwortung der Division Schnelle Kräfte der deutschen Bundeswehr aufgestellt wird. Dieses wird ebenfalls in den Einsatzraum entsandt und ist dort das höchste Führungselement der EUBG. Dabei steht es in ständiger Verbindung zum Operative Headquaters in Ulm, betrieben durch das dort ständig stationierte multinationale Joint Headquaters, wo auch österreichische Soldaten tätig sind.

 

EUBG 2016-2 vs. 2020-2

Einer der wesentlichsten Unterschiede zur EUBG 2016-2 betrifft das Kampfelement. Dieses bestand 2016-2 aus einer gehärteten Infanterie Task Force und deckte dadurch ein anderes Einsatzspektrum ab. Seit damals haben sich die Anforderungen an das CSSBN hinsichtlich der Versorgung der EUBG gewandelt, wodurch das Üben des Zusammenspieles der internationalen Kräfte nun eine wesentliche Notwendigkeit darstellt. Aus diesem Grund wird im Frühjahr 2020 in Deutschland eine weitere internationale Übung stattfinden, an der ein Großteil der EUBG-Kräfte teilnehmen wird um sich gegenseitig aufeinander abzustimmen.

Österreichische Truppenteile in der Stärke von etwa 607 Soldaten sind in nahezu allen Bereichen der EUBG 2020-2 zu finden. Neben der Übernahme von Aufgaben im Operational Headquaters und Field Headquaters und der Beteiligung an der Medical Task Force, dem Militärpolizeielement, dem CIMIC- und PsyOps-Element ist der Hauptteil der österreichischen Kräfte im internationalen, unter österreichischer Führung stehenden, CSSBN enthalten. Dieser nationale Anteil wird aus dem Kommando und der Stabskompanie des Stabsbataillons 3 aus Mautern, einer Transportkompanie des Stabsbataillons 7 aus Klagenfurt, einem Pionierelement des Pionierbataillons 1 aus Villach, einer Führungsunterstützungskompanie - zusammengesetzt aus Teilen des Führungsunterstützungsbataillons 2 in Sankt Johann im Pongau - und des Führungsunterstützungsbataillons 1 aus Villach und weiteren Elementen gestellt. Der Stab selbst wird dabei durch kroatische Offiziere und Unteroffiziere in den jeweiligen Zentralen unterstützt. Kroatien beteiligt sich des Weiteren in der Stärke von 168 Soldaten mit einer Force Protection Company, einem Pionierelement und zwei Versorgungselementen an der Aufstellung des CSSBN.

Hauptmann Hannes Schramm ist als Stabsoffizier im Kommando des Stabsbataillons 3 tätig.

 

Ihre Meinung

Meinungen (2)

  • michael kauf // 16.07.2019, 17:00 Uhr Sehr geehrte Redaktion!

    Es ist wirklich alles komplexer geworden - wo wir als NT-Zug/Bm in den 80/90 Jahren nur mit den Straßen "kämpfen" mussten und eigentlich nur versprengte Feindteile oder gar Kommandotrupps gefürchtet haben, muss man heutzutage aufpassen, wo man "hintritt". ungeschützte Fahrerkabinen sind eigentlich schon ein no/go.
    Ich würde vermutlich Ortschaften lieber umfahren als durchfahren lassen, lieber schweres Gelände und etwas mehr Zeit in Kauf nehmen.
    Das passt zum Gebirgs-Artikel, wo "gefährliches Gelände" als zu meiden angeführt wurde - vielleicht sollte man das lieber suchen?!
    Hoffe, das wir es nicht ausprobieren müssen!
    Mit kameradschaftlichen Grüßen!
    Michael Kauf, OltdRes
  • Andreas STIFTER // 18.09.2019, 09:30 Uhr Sehr geehrte Redaktion,

    Eine inhaltliche Überprüfung hätte dem Artikel gut getan.
    Der Autor, obwohl Teil der dessignierten EUBG 2020-2, sollte die, durch die EU vorgegebenen Begriffe verwenden und etwas besser recherchieren.
    - Im Zuge der Einmeldung der Nationen an die EU bezüglich der Gestellung einer EUBG meldet die Lead Nation - in diesem Fall DEU - ein (F)HQ, wobei das "F" für Force und nicht für Field steht. Das "Klammer"-FHQ stellt eine Besonderheit dar, da es in der Lage sein muss die Führungstätigkeit der operativen und taktischen Führungsebene in einem "out-of- area" Einsatzraum zu erbringen.
    - Gleichzeitig dazu wird bei der Einmeldung ein "preferred" OHQ angegeben. OHQ wird in der EU ein Operations Headquarters bezeichnet, dass für die EU die militär-strategische Führungsebene darstellt. Vergleichbar ist dies auf NATO-Seite mit dem ACO/SHAPE, mit der Ausnahme, dass die EU über kein "stehendes" militär-strategisches HQ verfügt sondern darauf angewiesen ist, dass die Mitgliedsstaaten ein HQ zur Verfügung stellen (FRA, ITA, DEU, GRC, ESP & bis zum Brexit GBR), im Zuge des Berlin+ Aggreements auf SHAPE zugegriffen werden kann (EUFOR ALTHEA) oder für "non-executive Missions" bzw. den Einsatz einer EUBG auf die Military Planning and Conduct Capability (MPCC) im EUMS herangezogen werden kann.
    In der nationalen Verantwortung als Lead Nation EUBG 2020-2 hat DEU als (F)HQ die Division Schnelle Kräfte (DSK) bestimmt und als preferred OHQ das Multinationale Kommando operative Führung/Multinational Joint Headquarters Ulm (MN Kdo opFü/MN JHQ Ulm) angegeben. Die EU ist bei einem möglichen Einsatz der EUBG 2020-2 daran gebunden auf dieses preferred OHQ zurückzugreifen.

    mit kameradschaftlichen Grüßen
    Andreas STIFTER MA,
    Obstlt (temp)
    SO OPSA & FM TOPFAS
    MN Kdo opFü/MN JHQ Ulm