• Veröffentlichungsdatum: 05.09.2017
  • – Letztes Update: 12.02.2018

  • 1 Min -
  • 1 Wörter

Ein Wohnzimmer für Panzerliebhaber

Sascha Harold

Der russische Jagdpanzer SU-100 war mit einer 100-mm Panzerkanone ausgestattet und wurde bei der Schlacht um Wien von einem deutschen Panzer am Schwarzenbergplatz abgeschossen. Bis 1955 war er dort als Denkmal zu sehen und wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen dem Bundesheer übergeben. Heute steht er am Eingang zur Panzerhalle und wird demnächst saniert. (Foto: Bundesheer/Sascha Harold)
(Foto: Bundesheer/Harold)

Seit Mai 2017 ist die Panzerhalle des Heeresgeschichtlichen Museums eröffnet und von Beginn an besucht. Viele restaurierte Einzelstücke, wie ein Modell des Burstyn-Motorgeschützes, sind auf dem Gelände des Arsenals zu sehen.

Mit dem Besucherandrang auf die neu eröffnete Panzerhalle kann das Heeresgeschichtliche Museum bisher zufrieden sein. Jeweils 400 Besucher strömten an den Öffnungstagen in das Gebäude am Gelände des Wiener Arsenals, um einen Einblick in die Panzergeschichte des Bundesheeres zu bekommen. Im Objekt 13 sind die teilweise noch fahrfähigen Vehikel untergebracht. Einmal im Jahr werden die meisten für die Veranstaltung "Auf Rädern und Ketten" ins Freie bewegt. 

Zu jedem Fahrzeug gibt es ein Hinweisschild mit kurzer Beschreibung und den technischen Daten in Englisch und Deutsch. An den Wänden sind außerdem zahlreiche Skizzen und Grafiken angebracht, die Panzer und Munitionsarten beschreiben. Die Ausstellung ist in die Bereiche Jagdpanzer, Kampfpanzer, Artilleriepanzer und Kurioses gegliedert und gibt einen guten Einblick in die Geschichte der gepanzerten Truppe des Österreichischen Bundesheeres. 

Wer Hintergrundinformationen zu einzelnen Modellen möchte, sollte die Führungen besuchen, die an den Öffnungstagen ab jeweils 12:30 Uhr stattfinden. Hier wird in etwa eineinhalb bis zwei Stunden detailliert auf jedes Modell sowie auf die Hintergründe zur Beschaffung und die Verwendung des Gerätes eingegangen. 

Öffnungszeiten 2018: 

Von 4. März bis 4. November an jedem Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr. An jedem ersten Sonntag im Monat finden außerdem um 12.30 eine Führung durch die Halle statt.

Bildergalerie

Der russische Jagdpanzer SU-100 war mit einer 100-mm Panzerkanone ausgestattet und wurde bei der Schlacht um Wien von einem deutschen Panzer am Schwarzenbergplatz abgeschossen. Bis 1955 war er dort als Denkmal zu sehen und wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen dem Bundesheer übergeben. Heute steht er am Eingang zur Panzerhalle und wird demnächst saniert. (Foto: Bundesheer/Sascha Harold)
Der russische Jagdpanzer SU-100 war mit einer 100-mm Panzerkanone ausgestattet und wurde bei der Schlacht um Wien von einem deutschen Panzer am Schwarzenbergplatz abgeschossen. Bis 1955 stand er dort als Denkmal und wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen dem Bundesheer übergeben. Heute steht er am Eingang zur Panzerhalle und wird demnächst saniert. (Foto: Bundesheer/Sascha Harold)
Der Jaguar war ein Lenkwaffenträger, der 1997 aus Beständen der Deutschen Bundeswehr gekauft wurde. Er verfügte über eine vollautomatische Waffenanlage mit sechs Flugkörpern, die eine Reichweite von bis zu 4.000 Metern hatten. Er hatte ein Gewicht von 22,5 Tonnen bei einer Motorleistung von 500 PS. Bis 2006 war das System in der Truppennutzung. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der 'Jaguar' war ein Lenkwaffenträger, der 1997 aus Beständen der Deutschen Bundeswehr gekauft wurde. Er verfügte über eine vollautomatische Waffenanlage mit sechs Flugkörpern, die eine Reichweite von bis zu 4.000 Metern hatten. Er hatte ein Gewicht von 22,5 Tonnen bei einer Motorleistung von 500 PS. Bis 2006 war das System in der Truppennutzung. (Foto: Bundesheer/Harold)
Das Lenkwaffensystem des 'Jaguar' funktoniert vollautomatisch. Die Waffenanlage fährt in den Panzer ein, greift einen der sechs Flugkörper und richtet sich automatisch auf die Sichtlinie des Richtschützen ein. Nach dem Abschuss kann der Flugkörper - mit 156-mm Hohlladungsgefechtskopf - weiterhin gelenkt werden. Der Jaguar konnte damit Panzerstahl bis zu einer Dicke von einem Meter durchschlagen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Das Lenkwaffensystem des 'Jaguar' funktoniert vollautomatisch. Die Waffenanlage fährt in den Panzer ein, greift einen der sechs Flugkörper und richtet sich automatisch auf die Sichtlinie des Richtschützen ein. Nach dem Abschuss kann der Flugkörper, mit einem 156-mm Hohlladungsgefechtskopf, weiterhin gelenkt werden. Der Jaguar konnte damit Panzerstahl bis zu einer Stärke von einem Meter durchschlagen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der Kürassier A2 im 'KFOR-Look'. Mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war der Kürassier A2 lange eines der modernsten Systeme im Bundesheer. Er war mit einer 105-mm Panzerkanone bewaffnet und mit einem elektronischen Feuerleitrechner ausgerüstet. Als 2004 im Kosovo Unruhen ausbrachen, entschied das Bundesheer, die Truppe mit Kürassieren zu verstärken. Insgesamt acht Fahrzeuge wurden speziell adaptiert und mit seitlich mit Panzerschürzen ausrüstet, um das Laufwerk besser zu schützen. Auf dem Bild ist der letzte noch erhaltene dieser Kürassiere zu sehen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der Kürassier A2 im 'KFOR-Look'. Mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war der Kürassier A2 lange eines der modernsten Systeme im Bundesheer. Er war mit einer 105-mm Panzerkanone bewaffnet und mit einem elektronischen Feuerleitrechner ausgerüstet. Als 2004 im Kosovo Unruhen ausbrachen, entschied das Bundesheer, die Truppe mit Kürassieren zu verstärken. Insgesamt acht Fahrzeuge wurden speziell adaptiert und seitlich mit Panzerschürzen ausrüstet, um das Laufwerk besser zu schützen. Auf dem Bild ist der letzte noch erhaltene dieser Kürassiere zu sehen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Die Triebwerke AV 1790 wurden ab 1949 als Panzermotoren für die US Armee konstruiert. Sie kamen in einer Vielzahl von Panzerfahrzeugen, wie den Kampfpanzern M47, M48 und M60 und im Bergepanzer M88 zum Einsatz.  (Foto: Bundesheer/Harold)
Die Triebwerke AV 1790 wurden ab 1949 als Panzermotoren für die US Armee konstruiert. Sie kamen in einer Vielzahl von Panzerfahrzeugen, wie den Kampfpanzern M47, M48 und M60 und im Bergepanzer M88 zum Einsatz. (Foto: Bundesheer/Harold)
Das älteste Fahrzeug der Panzerartillerie – die M7B2 'Priest' ist eine amerikanische Haubitze mit 105-mm Kanone auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Sherman aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist oben offen und hat eine Besatzung von acht Mann die das Geschütz bedienen. Das Bundesheer hatte 38 dieser Haubitzen, die 1974 durch die Panzerhaubitze M109 ersetzt wurden. Bis auf das ausgestellte Exemplar mussten alle Haubitzen an die US-Armee zurückgegeben werden. Der eingebaute V8-Motor konnte nach langer Lagerung im Panzergarten des Heeresgeschichtlichen Museums wieder in Gang gesetzt werden. Heuer hatte die Haubitze bei der Veranstaltung „Auf Rädern und Ketten“ ihren ersten Einsatz seit 1974. Auf der ganzen Welt gibt es nur noch sieben Exemplare, die aus eigener Kraft fahren können. (Foto: Bundesheer/Harold)
Das älteste Fahrzeug der österreichischen Panzerartillerie – die M7B2 'Priest' ist eine amerikanische Haubitze mit 105-mm Kanone auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Sherman aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist oben offen und hat eine Besatzung von acht Mann, die das Geschütz bedienen. Das Bundesheer hatte 38 dieser Haubitzen, die 1974 durch die Panzerhaubitze M109 ersetzt wurden. Bis auf das ausgestellte Exemplar mussten alle Haubitzen an die US-Armee zurückgegeben werden. Der eingebaute V8-Motor konnte nach langer Lagerung im Panzergarten des Heeresgeschichtlichen Museums wieder in Gang gesetzt werden. Heuer hatte die Haubitze bei der Veranstaltung 'Auf Rädern und Ketten' ihren ersten Einsatz seit 1974. Auf der ganzen Welt gibt es nur noch sieben Exemplare, die aus eigener Kraft fahren können. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der M42 war der einzige jemals im Dienst des Bundesheeres befindliche Fliegerabwehr-Panzer. Er war mit einer 40-mm Zwillingskanone ausgerüstet und von 1959 bis 1991 im Einsatz. Drei Fliegerabwehrbatterien in Götzendorf, Mautern und Linz-Ebelsberg waren mit jeweils zwölf Geschützen ausgerüstet. Der M42 war mit knapp 80km/h lange der schnellste Panzer des Bundesheeres. Entwickelt wurde er für den Koreakrieg der Amerikaner. Der Turm des Panzers wurde auf Schiffen eingesetzt, das Fahrgestell vom Kampfpanzer M41 adaptiert. Von den vier heute noch erhaltenen Geschützen, ist das ausgestellte Fahrzeug als einziges noch fahrfähig. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der M42 war der einzige jemals im Dienst des Bundesheeres befindliche Fliegerabwehr-Panzer. Er war mit einer 40-mm Zwillingskanone ausgerüstet und von 1959 bis 1991 im Einsatz. Drei Fliegerabwehrbatterien in Götzendorf, Mautern und Linz-Ebelsberg waren mit jeweils zwölf Geschützen ausgerüstet. Der M42 war mit knapp 80km/h lange der schnellste Panzer des Bundesheeres. Entwickelt wurde er für den Koreakrieg der Amerikaner. Der Turm des Panzers wurde auf Schiffen eingesetzt, das Fahrgestell vom Kampfpanzer M41 adaptiert. Von den vier heute noch erhaltenen Geschützen, ist das ausgestellte Fahrzeug als einziges noch fahrfähig. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der Leopard 2A4 war der Ersatz für die veralteten M60-Kampfpanzer. Er ist mit einer 120-mm Glattrohrkanone ausgerüstet und hat eine Besatzung von vier Mann. Mit 1.500 PS Motorleistung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der Straße. Auf 50 Metern hat der Panzer eine höhere Beschleunigung als ein Golf GTI.  (Foto: Bundesheer/Harold)
Der Leopard 2A4 war der Ersatz für die veralteten M60-Kampfpanzer. Er ist mit einer 120-mm Glattrohrkanone ausgerüstet und hat eine Besatzung von vier Mann. Mit 1.500 PS Motorleistung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der Straße. Auf 50 Metern hat der Panzer eine höhere Beschleunigung als ein Golf GTI. (Foto: Bundesheer/Harold)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte der österreichische Konstrukteur Oskar Hacker in Molln/OÖ einen Forst-Schlepper auf Kettenlaufwerk, das „Motor Muli“. Es war das erste Kettenfahrzeug, das in Österreich nach dem Krieg gebaut wurde. Die Antriebstechnik bestand aus einer rechts neben dem Fahrer eingebauten Motor/Schaltgetriebe-Kombination. Das Fahrzeug verfügt über zwei Lenk-Kupplungshebel, Handgas, eine Schaltkuppel und zwei fußbetätigte Lenkbremsen.  (Foto: Bundesheer/Harold)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte der österreichische Konstrukteur Oskar Hacker in Molln/OÖ einen Forst-Schlepper auf Kettenlaufwerk, das „Motor Muli“. Es war das erste Kettenfahrzeug, das in Österreich nach dem Krieg gebaut wurde. Die Antriebstechnik bestand aus einer rechts neben dem Fahrer eingebauten Motor/Schaltgetriebe-Kombination. Das Fahrzeug verfügt über zwei Lenk-Kupplungshebel, Handgas, eine Schaltkuppel und zwei fußbetätigte Lenkbremsen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der ‚Leonidas‘ war der erste Exportpanzer Österreichs. In den 1970er Jahren gab es die Anfrage, aus dem Saurer Schützenpanzer ein Modell für Griechenland zu konstruieren. Er sollte mit einem 12,7-mm Maschinengewehr ausgerüstet sein und eine Absitzstärke von acht Mann plus zwei Mann Fahrzeugbesatzung haben. Vom ‚Leonidas‘ wurden über 300 Stück für die griechische Armee produziert, er stand dort bis vor ein paar Jahren im Einsatz. Noch heute wird er von der zypriotischen Nationalgarde verwendet. Das Bundesheer selbst führte diesen Typ nie ein. (Foto: Bundesheer/Harold)
Der ‚Leonidas‘ war der erste Exportpanzer Österreichs. In den 1970er Jahren gab es die Anfrage, aus dem Saurer Schützenpanzer ein Modell für Griechenland zu konstruieren. Er sollte mit einem 12,7-mm Maschinengewehr ausgerüstet sein und eine Absitzstärke von acht Mann plus zwei Mann Fahrzeugbesatzung haben. Vom ‚Leonidas‘ wurden über 300 Stück für die griechische Armee produziert, er stand dort bis vor ein paar Jahren im Einsatz. Noch heute wird er von der zypriotischen Nationalgarde verwendet. Das Bundesheer selbst führte diesen Typ nie ein. (Foto: Bundesheer/Harold)
Mit dem Sanitätsschützenpanzer wurde ein Fahrzeug für den geschützten Verwundetentransport geschaffen. Im Inneren konnten zwei liegende und drei sitzende Verwundete transportiert werden. Die Zwei-Mann-Besatzung besteht aus einem Panzerfahrer und einem Sanitätsunteroffizier. Das Fahrzeug stand bis 2014 im Dienst. (Foto: Bundesheer/Harold)
Mit dem Sanitätsschützenpanzer wurde ein Fahrzeug für den geschützten Verwundetentransport geschaffen. Im Inneren konnten zwei liegende und drei sitzende Verwundete transportiert werden. Die Zwei-Mann-Besatzung besteht aus einem Panzerfahrer und einem Sanitätsunteroffizier. Das Fahrzeug stand bis 2014 im Dienst. (Foto: Bundesheer/Harold)
Die Führungen durch die Panzerhalle sind gut besucht. Mit Kopfhörern ist es aber auch bei größeren Gruppen kein Problem, den Erklärungen zu folgen. (Foto: Bundesheer/Harold)
Die Führungen durch die Panzerhalle sind gut besucht. Mit Kopfhörern ist es aber auch bei größeren Gruppen kein Problem, den Erklärungen zu folgen. (Foto: Bundesheer/Harold)

Weitere Informationen

Heeresgeschichtliches Museum Wien
Panzerhalle
Arsenal, Objekt 13
Ghegastraße A-1030 Wien

Heeresgeschichtliches Museum

Sascha Harold, MSc. ist Redakteur beim TRUPPENDIENST.

 

Ihre Meinung

Meinungen (1)

  • Wolfgang Witschel // 07.09.2017, 10:11 Uhr Eine kleine, aber feine Sammlung der Fahrzeuge des Bundesheeres und andere Entwicklungen. Freue mich schon demnächst die Panzerhalle besichtigen zu können. dass die Fahrzeuge teils fahrbereit sind und auch restauriert werden, finde ich sehr positiv. Militär-Geschichte zum Ansehen, Anhören und teilweise Anfassen. *Top*