• Veröffentlichungsdatum: 04.04.2019

  • 2 Min -
  • 396 Wörter

Deutsche Auszeichnungen für sportliche Leistungen 1921-1945

Volker A. BEHR

Typenkompass

128 Seiten, 14 x 20,5 cm broschiert, Durchgehend Farbfotos

€ 12,00

ISBN 978-3-613-04116-5

Motorbuch Verlag, Stuttgart 2018

Während der Herrschaft des NS-Regimes wurden deutlich mehr staatliche Orden und Ehrenzeichen ins Leben gerufen, als zuvor in der Weimarer Republik. Die beinahe unüberschaubare Fülle und die meist aufwendig gearbeiteten Auszeichnungen machen das Sammeln außerordentlich interessant. Dazu kommt, dass mit Kriegsbeginn 1939 jede der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht eigene Kampfabzeichen stiftete, mit denen überdurchschnittliche militärische Leistungen von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften gewürdigt werden konnten. Auch wenn die Zahl der Verleihungen bis Kriegsende kontinuierlich stieg und immer neue Auszeichnungen geschaffen wurden, war diese Entwicklung eine augenfällige Dokumentation über Länge und Härte des Krieges. Selbst nach 1945 verloren diese Ehrenzeichen nicht ihre Wirkung; sie waren für viele offensichtlich mehr als nur Metall, Blech und Tuch. 

Im Gegensatz dazu standen die deutschen Auszeichnungen für sportliche Leistungen aus dem gleichen Zeitabschnitt stets im Schatten der militärischen Orden und Ehrenzeichen. Das erstaunt insofern, da die Geschichte der Sportabzeichen ab 1933 die nationalsozialistische Weltanschauung in vielen Bereichen versinnbildlichte. Sie sind ein Narrativ der nationalsozialistischen regimegetreuen Gestaltung von Arbeit und Freizeit, Wehrertüchtigung und Kriegsführung, Eugenik und Rassenhygiene, der Inszenierung von Volksgemeinschaft und Geschlechterordnung, Körperkonzepten und Ästhetik. 

Volker A. Behr kommt nun der Verdienst zu, innerhalb der Typenkompass-Reihe mit seiner Arbeit über „Deutsche Auszeichnungen für sportliche Leistungen 1921-1945“ eine für Sammler „schmerzliche Lücke“ geschlossen zu haben. Auf 125 Seiten wird dem Leser ein guter Überblick über Sportauszeichnungen von der Weimarer Republik bis zum Ende des Dritten Reiches geboten. Hierbei bewährt sich die gewählte Aufbereitungsweise im Typenkompass, der für die enorme Datenfülle geschätzt wird und bewährt hat. In Tabellenform werden Angaben zu Stiftungsdatum, Stifter, Form und Trageweise, Verleihungsvoraussetzungen und Verleihungszahlen gemacht, wobei kurze und prägnante Begleittexte den Leser in die Geschichte, der nach Stiftungsdatum sortierten Auszeichnungen, einführen. Alle in dem Buch behandelten 55 Auszeichnungen werden farbig präsentiert (oftmals mit Vorder- und Rückseite) und durch Abbildungen von Verleihungsurkunden, Besitzzeugnissen und Etuis sinnvoll ergänzt. Ein Verzeichnis der benutzten und weiterführenden Literatur schließt die Arbeit ab und gibt dem Leser, der einzelnen Themenstellungen intensiver nachgehen will, entsprechende Einstiegshilfen. Das handliche Format DIN A 5 ermöglicht eine bequeme Mitnahme, so dass der Typenkompass auch außer Haus zu einem Ratgeber auf Messen, Börsen und Märkten ist. Diese Publikation wendet sich nicht allein an Fachpublikum und Neulinge. Dem Autor sowie dem Verlag gebührt Hochachtung für dieses wichtige wie gelungene Unterfangen.

-wer-

 

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