• Veröffentlichungsdatum: 19.04.2017
  • – Letztes Update: 27.04.2017

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Der Syrische Bürgerkrieg - Update 19 04 2017

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Kampfpanzer vom Typ T-72 der HTS beim Vormarsch auf Souran, am Morgen des 22. März 2017. (Foto: HTS)
Kampfpanzer vom Typ T-72 der HTS beim Vormarsch auf Souran, am Morgen des 22. März 2017. (Foto: HTS)

Der Bürgerkrieg in Syrien, erfuhr in der Zeit zwischen Februar und April 2017 vielfache und bedeutende Eskalationen.

Während der letzten Monate der Administration von Präsident Barack Obama hielten sich die USA fast vollkommen aus dem Konflikt heraus. So gut wie die ganze EU und die NATO folgten diesem Beispiel. Seitdem die Regierung von Präsident Donald Trump die Geschäfte in Washington übernahm, erfuhr ihre Syrien-Politik eine Veränderung. In den letzten drei Monaten konzentrierten sich die USA auf eine Strategie der Kooperation mit jeder Gruppe, die eine Vernichtung des so genannten Islamischen Staates anstrebt. Seit Mitte April schießt sich Washington zunehmend auf das Regime von Präsident Bashar al-Assad ein.

Unterdessen setzten russische Streitkräfte in Syrien ihre Bemühungen fort, die alte Kommandostruktur der SAA wieder aufzubauen und zu stärken. Entsprechende Maßnahmen konnten schon seit Herbst 2015 im Raum Latakia und Nord-Hama verfolgt, und neuerlich in Homs wie auch Nordost-Aleppo beobachtet werden. Russische Militärs gehen dabei so vor, dass ihre Hauptquartiere das Kommando über eine der Abteilungen der Quwwat Nimr übernimmt, die wiederum die Kontrolle über die vor Ort vorhandenen Milizen und/oder IRGC-Truppen übernehmen.

Die IRGC weigert sich aber einen Großteil ihrer Streitkräfte direkter russischer Kontrolle zu unterstellen. Die Iraner machen zwar vielfach und deutlich publik, dass sie eine Allianz aus zwei gleichberechtigten Partnern mit Moskau anstreben. Die russische Regierung sieht jedoch den iranischen Einfluss in Syrien offensichtlich als Konkurrenz an. Aus diesem Grund hält die IRGC ihre kampfstärksten Kontingente - vor allem die im Raum Damaskus und West-Aleppo - weiterhin ausschließlich unter dem Kommando des als „Glashaus“ bekannten Hauptquartiers der IRGC in Syrien (das Gebäude befindet sich neben dem Internationalen Flughafen von Damaskus). Dadurch operieren die in Syrien eingesetzten Streitkräfte der so genannten „Achse des Widerstands“ (Russland-Iran-Hezbollah-Assad-Regime) weiterhin ohne ein gemeinsames Oberkommando.

Ende Februar 2017 schien die Beteiligung der Türkei durch das Vorgehen Russlands und der USA blockiert zu sein. In Kooperation mit Qatar und Saudi Arabien aber machte Ankara im April - wenn auch noch unerkannt - seinen Einfluss mehr als deutlich geltend.

Das Ende der Operation Euphrat-Schild

Im Zeitraum zwischen 21. und 27. Februar konnten die von den türkischen Streitkräften geführten und unterstützten Einheiten der Aufständischen von der Freien Syrischen Armee (FSyA), die an der Operation Euphrat-Schild teilnehmen, die Befreiung von al-Bab erfolgreich abschließen. Anschließende Versuche, den Vormarsch in süd-östlicher Richtung auf Tadef und Dayr Hafer fortzusetzen, wurden aber durch Angriffe der Loyalisten vom Süden und des PKK/PYD/YPG/SDF-Konglomerats vereitelt. Nachdem sich der, durch die vorhergegangenen Kämpfe deutlich geschwächte, IS plötzlich aus dem Raum um al-Bab zurückzog, drangen die von der IRGC kontrollierten Loyalisten aus dem Raum Ost-Aleppo (Stadt) Richtung Osten und Nordosten vor. Am 28. Februar erreichten ihre Truppen das Gebiet südwestlich der vom Konglomerat gehaltenen Stadt Manbij. Dadurch wurde ein Fortsetzen der Operation Euphrat-Schild blockiert: ein weiteres militärisches Vorgehen der Türkei in dieser Richtung wäre ohne einen militärischen Zusammenstoß mit Regime-, IRGC-, und russischen Truppen nicht mehr möglich gewesen.

Entgegen vielfacher türkischer Androhungen wurde die Operation Euphrat-Schild daher nicht mit einem Großangriff auf Manbij fortgesetzt. Im Gegenteil, sie wurde am 30. März 2017 offiziell für beendet erklärt. Türkischen Behörden zufolge halten sich auf dem durch dieses Unternehmen vom IS befreiten Gebiet etwa 500.000 Flüchtlinge und Angehörige der lokalen Bevölkerung wie auch bis zu 10.000 Aufständische auf. Um das Gebiet auf Dauer zu sichern, baute das türkische Militär im März auch einen größeren Stützpunkt außerhalb von al-Bab auf. Ebenfalls werden umfangreiche Bemühungen unternommen, die lokalen Zivilbehörden wie auch eine freie Polizei aufzubauen.

Türkische „Leopard“ 2 Kampfpanzer und ACV-15 Schützenpanzer beim Kampfeinsatz im Raum al-Bab, Anfang Februar 2017. (Foto: via R. S.)
Türkische „Leopard“ 2 Kampfpanzer und ACV-15 Schützenpanzer beim Kampfeinsatz im Raum al-Bab, Anfang Februar 2017. (Foto: via R. S.)

Das große Ringen um Manbij

Ebenfalls trotz vielfacher Ankündigungen und vereinzelter Angriffe, gingen weder Loyalisten aus dem Raum um Aleppo (Stadt) noch die PKK aus dem Raum Efrin zu einem Großangriff auf die von der Türkei kontrollierte Enklave um al-Bab über. Dafür machte aber die Führung des PKK/PYD/YPG/SDF-Konglomerats ihre Position gegenüber dem Assad-Regime klar, als sie am 2. März 2017 eine Vereinbarung mit der so genannten „Militärverwaltung von Manbij“ traf, wonach das Gebiet um diese Stadt teils unter die Kontrolle der Truppen der Achse gestellt wird. Der Grund für diese Entscheidung mag vielen Menschen im Westen befremdend vorkommen, vor allem da laut US-Angaben die Militärverwaltung von Manbij von sunnitisch-arabischen, syrischen Aufständischen angeführt wird, von denen erwartet werden könnte, dass sie sich auf keinen Fall wieder vom Assad-Regime unterjochen lassen würden. Tatsächlich ist die Situation in diesem Teil Syriens aber eine vollkommen andere, als sie in den Berichten der USA, Russlands und von Damaskus veröffentlicht werden.

Im Fall von Manbij muss dazu noch berücksichtigt werden, dass die Stadt schon vor dem Krieg als eine „Assad-Hochburg“ galt. Sie wird von zwei Clans dominiert, ar-Rabis und al-Maschis, deren Mitglieder nicht nur bei der Ba’ath Partei sind, sondern auch Vertreter im quasi-Parlament in Damaskus haben. Obwohl es 2011 und 2012 mehrfach anti-Assad-Demonstrationen in Manbij gab, blieb deren Umfang beschränkt. Die meisten ihrer Teilnehmer schlossen sich Mitte 2012 verschiedenen Verbänden der FSyA an und zogen dann in Richtung Aleppo ab.

Als Manbij Ende 2013 unter IS-Kontrolle kam, schlossen die Funktionäre der Ba’ath Partei schnell mehrere Vereinbarungen mit den Extremisten ab, und weder sie noch die Bevölkerung wurden behelligt. Im Gegenteil, die „Befreiung“ Manbijs durch das von den USA unterstützten PKK/PYD/YPG/SDF Konglomerat, im Frühsommer 2016 wurde von ar-Rabis und al-Maschis vielfach als „störend“ empfunden, vor allem da sie ihre einträglichen Geschäfte mit dem IS störte. Es überraschte daher nicht, dass so mancher der Ortsansässigen die Präsenz der PKK/PYD/YPG/SDF als „Okkupation“ bezeichnete.

Vorbereitungen für eine Großoffensive auf Rakka

Seit Anfang März führen die Streitkräfte der Achse eine Offensive, deren Ziel es ist, den IS aus dem Osten des Verwaltungsbezirks Aleppo zu vertreiben. Diese Offensive schaffte es zwar, die Stadt Dayr Hafer bis zum 28. März einzukesseln, wurde aber anschließend wegen der Lageentwicklungen im Norden des Verwaltungsbezirks Hama (siehe unten) gestoppt.

Weiter östlich setzte das PKK/PYD/YPG/SDF-Konglomerat seine von den USA gegen die IS geführte Offensive durch einen Vormarsch auf die Städte Rakka und Tabqa fort. Mitte März sicherten kurdische und US-Spezialeinheiten den überaus wichtigen Staudamm am Euphrat sowie den naheliegenden Luftwaffenstützpunkt von Tabqa. Laut offiziellen Angaben des PKK/PYD/YPG/SDF-Konglomerats, sollte ein Großangriff auf Rakka noch vor Ende April 2017 stattfinden.

Umstrukturierung der Aufständischen und transnationalen Jihadisten in Idlib und West-Aleppo

Infolge des Falls von Ost-Aleppo, Mitte Dezember 2015, wie auch umfangreicher „Evakuierungsvereinbarungen“ zwischen den Aufständischen rund um Damaskus und Homs und dem Assad-Regime, tauchten Anfang des Jahres tausende syrische Aufständische und Zehntausende neue Flüchtlinge in Idlib und West-Aleppo auf. Zusammen mit dem zunehmenden Druck seitens verschiedener Unterstützer aus dem Ausland - vor allem Katars, aber auch der Türkei - führte dies zu Versuchen, alle Aufständischen aber auch transnationale Jihadisten unter einem Kommando zu vereinen.

Trotz aller Bemühungen - wie auch Bestechungen bestimmter syrischer Kommandeure - erfuhren die meisten derartiger Unterfangen aber keinen Erfolg: mit Ausnahme der ehemaligen Noureddin az-Zenghi Bewegung der FSyA und etwa einem Dutzend kleinerer Einheiten, verweigerten alle anderen einen direkten Schulterschluss mit der Organisation, die sich seit Februar 2017 als „Hayat Tahrir ash-Sham“ (HTS) bezeichnet.

Dies ist wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass der Kern der HTS aus der ehemaligen Jabahat an-Nusra (JAN), dann Jabahat Fateh ash-Sham (FTS) besteht: diese von Privatquellen in Katar und Kuwait unterstützte Gruppe an transnationalen Jihadisten mit wahhabitischer Ideologie wird von Abu Mohammad al-Julani angeführt, der in den 2000er-Jahren als ein führendes Mitglied der al-Qaida im Irak diente.

Obwohl die meisten der FSyA-Einheiten sowie salafistische Gruppen wie Ahrar ash-Sham (AAS) und Jaysh al-Islam (JAI) auf den Schlachtfeldern des Bürgerkrieges gegen das Assad-Regime mit der Nusra und dann mit FTS kooperierten, machten ihre Kommandeure niemals einen Hehl daraus, dass ihnen immer klar war: sollten sie jemals das Assad-Regime besiegen, werden sie den Krieg gegen die Wahhabiten fortsetzen müssen. Diese Ordnung der Prioritäten aber bleibt ihren potentiellen Unterstützern im Westen ein Dorn im Auge, denn alle westlichen Mächte bestehen weiterhin darauf, dem Kampf gegen transnationale Jihadisten den absoluten Vorrang zu geben. Im Bezug darauf geht der Westen unterdessen so weit, dass er seine Unterstützung für syrische Aufständische so gut wie vollkommen aufgegeben hat, während die Unterstützung für HTS aus Katar und Kuwait vollkommen ignoriert wird. Die meisten FSyA-Einheiten können daher ihre Kämpfer kaum noch bezahlen, während die HTS nicht nur imstande ist, ihre Kämpfer bestens auszurüsten, sondern auch einen Großteil der Nahrung für Hundertausende Zivilisten im Verwaltungsbezirk Idlib und im Westen des Verwaltungsbezirks Aleppo spenden kann.

Die Umstrukturierung der Aufständischen und transnationalen Jihadisten, die im Februar und März 2017 stattfand, hinterließ tiefe Narben in so gut wie jeder der involvierten Gruppen. Nachdem die AAS eine neue, moderate Führung wählte, spaltete sich der konservativ-salafistische Teil der Gruppe ab, und schloss sich der HTS an.

Zu einer weiteren Abspaltung kam es innerhalb der HTS, wo eine Krise um die von tschetschenischen Jihadisten geführte Liwa al-Aqsa ausbrach. Diese Gruppe strebt eine Vereinigung mit dem IS an, weshalb sie von allen syrischen Aufständischen isoliert wurde. Im Gegenzug startete sie einen Großangriff auf verschiedene Stützpunkte der FSyA-Einheiten – vor allem der Jaysh an-Nasr. Die Situation erreichte den Punkt, wo mehrere FSyA-Einheiten keinen anderen Ausweg fanden, als sich zwecks Erlangung eines Schutzes vor den Jihadisten der AAS anzuschließen. Da die AAS es bevorzugt, einen offenen Konflikt mit der HTS zu vermeiden, hat diese mächtigste Gruppe syrischer Salafisten keinen Gegenangriff auf die Liwa al-Aqsa unternommen, sondern ging Verhandlungen ein. Resultat war eine Vereinbarung, wonach die Extremisten den Verwaltungsbezirk Idlib verlassen würden.

Am 15. Februar 2017 nachdem Liwa al-Aqsa mehrere Waffen- und Vorratsdepots erbeutete und daraufhin insgesamt 67 syrische Aufständische und 3 Aktivisten exekutierte, setzten sich die Jihadisten in Richtung Osten ab und verschwanden. Es wird vermutet, dass sie sich über das von der Achse gehaltene Territorium abziehend, dem IS angeschlossen haben.

Somit verschwand der letzte Verband der russischen und europäischen Jihadisten aus Idlib und West-Aleppo. Davon gab es insgesamt vier:

  • Der größte Anteil, die Gruppe um Omar ash-Shishani vereinte sich mit dem IS noch im Jahre 2013; 
  • Eine etwas kleinere Gruppe um Sayfullah ash-Shishani schloss sich der ehemaligen JAN an, bevor ihr Anführer beim Angriff auf das Zentralgefängnis von Aleppo umkam; 
  • Die meisten der russischen Jihadisten blieben bei der von Sallahaddin ash-Shishani geführten Liwa al-Muhajireen, die sich 2015 der JAN angeschlossen hatte und immer noch als Jaysh al-Usrah unter dem Banner der HTS aktiv ist; 
  • Muslim ash-Shishani’s Gruppe Jund ash-Sham wurde durch Ahrar ash-Sham vernichtet.

HTS-Angriff auf das Nervenzentrum des Assad-Regimes in Homs

Am 28. Februar 2017 drang ein aus fünf jugendlichen bestehendes Selbstmordkommando der HTS in das Hauptquartier des Militärsicherheitsdienstes von Homs ein und tötete etwa 25 hochrangige Offiziere, darunter Generalmajor Hassan Da‘abul, den Sicherheitschef des Verwaltungsbezirks Homs, der für die Inhaftierung und den Tod von Tausenden Protestierenden und Aufständischen in den Jahren 2011 und 2012 verantwortlich war. Als loyalistische Verstärkungen zum Ort des Angriffs heranrückten, fuhren sie geradewegs in einen Hinterhalt, bei dem sieben weitere Personen - aber auch alle fünf Angreifer umkamen.

Vom Assad-Regime als „Terrorangriff“ deklariert, erntete diese Operation viel Lob und Anerkennung, selbst in den Kreisen jener Aufständischen, die der HTS feindlich gesinnt sind. Ironischerweise trafen hingegen die meisten der vorgeblichen Vergeltungs-Luftangriffe der SyAAF daraufhin wieder die Zivilbevölkerung anstatt die HTS. In Ariha alleine wurden noch am gleichen Tag mindestens 25 Zivilisten durch die Bomben der syrischen Luftwaffe getötet. Die Führung der transnationalen Jihadisten wurde in den Folgewochen wiederholt durch Luftangriffe der amerikanischen UCAVs getroffen.

Eskalation der Luftangriffe

Trotz des von Russland und der Türkei vereinbarten Waffenstillstands vom Februar 2017, wurden die Luftangriffe der Syrischen Luftwaffe (SyAAF) und der russischen Luftstreitkräfte (VKS) auf Idlib und West-Aleppo mit unverminderter Härte fortgesetzt. Die offizielle Erklärung aus Damaskus und Moskau lautete, dass diese Angriffe ausschließlich der „Bekämpfung von Terrorismus und al-Qaida Jihadisten“ dienen. Zum Beispiel meldete Damaskus, dass seine zwei Su-24 Jagdbomber ein Hauptquartier der JAI in Ost-Ghouta getroffen und dabei neun der wichtigsten Kommandeure getötet haben. Wie sich im Nachhinein herausstellte, handelte es sich dabei aber um einen Versuch die Wahlen für die lokale Versammlung von Zamalka, in Ost-Ghouta zu stören. Diese mussten um drei Tage verschoben werden, konnten dann aber ungestört abgehalten werden.

Am 2. März 2017, meldete Moskau, dass zwei Su-24 der VKS insgesamt 67 Jihadisten der HTS nahe Taftanaz getötet hätten. Ein derartiger Luftangriff konnte aber bis heute nicht bestätigt werden. Tatsächlich wurden dabei vor allem die Stellungen der FSyA und des AAS getroffen, die die von der Türkei und Russland ausgehandelte Waffenruhe einhielten. Mindestens genauso oft wurden die von lokalen Zivilbehörden kontrollierten Städte bombardiert. Ebenfalls fühlten sich die Kommandeure der SyAAF und VKS frei, ihre Flugzeuge auch gegen Ziele in unmittelbarer Nähe der Grenze zur Türkei anzugreifen. Am 4. März 2017 stürzte eine syrische MiG-21 auf türkischem Territorium ab, nachdem sie AAS-Stellungen in West-Aleppo angriff und dabei vom Bodenbeschuss getroffen wurde. Ihr 56-jähriger Pilot geriet in türkische Gefangenschaft.

Am 10. März trafen drei Wellen von je zwei Su-24 der VKS den Markt in Kfar Nabel, wobei mindestens 12 Zivilisten getötet wurden. Auch die USA griffen ein, und am 16. März trafen zwei von der Türkei aus operierende UAVs eine mit über 300 Menschen gefüllte Moschee in al-Jenah, in West-Aleppo. Beim angeblichen Versuch zwei führende Kleriker der HTS auszuschalten, töteten die Amerikaner aber über 75 Zivilisten. Zur gleichen Zeit trafen drei Luftangriffe das Zentrum von Idlib (Stadt) wobei weitere 25 Zivilisten - darunter ein Arzt und sieben seiner Kinder - getötet wurden.

Noch am gleichen Tag, verstärkten SyAAF und VKS ihre Luftangriffe auf Idlib und West-Aleppo, wobei es ebenfalls Dutzende Tote unter den Zivilisten gab. Spät am Nachmittag versuchte die syrische Luftwaffe mittels etwa 20 Luftangriffen durch L-39 und Hubschrauber, die vom Stützpunkt Hama operierten, auch die Konzentrationen an FSyA im Raum Kfar Zita zu treffen. Am 19. März, griffen Su-24 der SyAAF auch das Hauptquartier der JAI außerhalb von Idlib (Stadt) an, verfehlten aber ihr Ziel. Wie in den folgenden Tagen offensichtlich wurde, blieben auch alle anderen derartigen Luftschläge diesmal ohne Erfolg.

Durch diese Eskalation wurden auch die Verhandlungen über einen Austausch der belagerten syrischen Aufständischen und der Bevölkerung von Zabadani, nördlich von Damaskus, gegen jene die von HTS im Fouah und Kefrayah, nördlich Idlib belagert werden, vereitelt. Beide Belagerungen wurden fortgesetzt, mit dem Unterschied, dass Zabadani weiterhin von jeglicher Versorgung abgeschnitten ist, während die Versorgung von Fouah und Kefrayah durch drei in Syrien stationierte Lockheed C-130 Hercules Transportflugzeuge der iranischen Luftwaffe aufrechterhalten wird.

Eine C-130 Hercules der Luftwaffe der Islamischen Republik Iran über Fouah und Kefrayah, am 26. Februar 2017.

Offensive in Nord-Hama

Nach wiederholten Massakern an der Zivilbevölkerung kündigten alle FSyA-Einheiten in Idlib an, dass sie sich nicht mehr an den Verhandlungen in Astana beteiligen werden. In Zusammenarbeit mit der HTS, die von sämtlichen Verhandlungen ausgeschlossen war, sahen sie keine andere Lösung, als ihren Kampf gegen die Achse fortzusetzen. Die Anführer der AAS in Ost-Ghouta folgten dieser Entscheidung. Des Weiteren, und nach dem offensichtlichen Schulterschluss zwischen dem PKK/PYD/YPG/SDF-Konglomerat, dem Assad-Regime, Russland und den USA, kam auch die türkische Regierung zu einer ähnlichen Schlussfolgerung. Ankara stimmte daraufhin nicht nur neuerlichen Offensiven in den Verwaltungsbezirken Idlib und Hama zu, sondern erlaubte auch eine Verlegung beträchtlicher Teile der FSyA-Einheiten von Nord-Aleppo über die Türkei nach Idlib.

Der erste einer ganzen Reihe von Angriffen wurde noch am 19. März 2017 in Ost-Damaskus eröffnet. An der Westflanke konzentrieren sich die Einheiten von Jaysh an-Nasr (FSyA), Jaysh al-Izza (FSyA), und der Freien Armee von Idlib (FSyA); an der Ostflanke Ajnad al-Kavkaz (HTS), Islamische Partei Turkistans (HTS), und Ajnad ash-Sham (selbstständig). Als Vorlage für diese Operation diente ein Plan, der noch im Frühjahr 2015 entwickelt, jedoch durch die russische Militärintervention verhindert wurde. Das Ziel dieser Offensive - die Befreiung der Stadt Hama - mag zu hoch gesteckt vorkommen, jedoch muss dabei berücksichtigt werden, dass dieser Angriff eine äußerst empfindliche Stelle traf. In Folge schwerster Mängel an Truppen verteidigte die Achse den Norden des Verwaltungsbezirks Hama nur schwach.

Diese Operation wurde von einem Gebiet aus unternommen, das eigentlich vom Faylaq ar-Rahman (FSyA) kontrolliert wird, und das mit Jobar durch mehrere unterirdische Tunnels verbunden ist. Die an dem Angriff beteiligten Einheiten wurden aber von AAS und von HTS zur Verfügung gestellt. Die mächtigste Gruppe der Aufständischen in diesem Teil Syriens, die Jaysh al-Islam, lehnte es ab, sich an dieser Operation zu beteiligen.

Der am 19. März gestartete Luftangriff traf die Assad-Streitkräfte sehr schwer und verursachte mehr als 300 Verluste: über 70 Soldaten der RGD wurden getötet. SyAAF und VKS reagierten mit etwa einem Dutzend Luftangriffen am nächsten Tag, allerdings wurde dabei eine MiG-23BN zumindest schwer beschädigt, wenn nicht abgeschossen. Anschließende Operationen der Aufständischen verliefen weniger erfolgreich. Bis zum 22. März, schafften es diese zwar noch, einen Landkorridor nach Jobar zu schlagen. Nachdem aber Hezbollah/Libanon, IRGC, und die 4th Division zum Gegenangriff mit starker Artillerieunterstützung ansetzten, ging dieser zwei Tage später verloren. Insgesamt endete diese Operation daher mit schweren Verlusten auf beiden Seiten, aber keinem Geländegewinn.

Die West-Seite des so genannten Kfar Zita Salients - das Gebiet von der al-Ghab Hochebene bis Mhradeh - wurde nominell von der 11. Division SAA verteidigt. Nach sechs Jahren Krieg und schwerer Niederlagen von 2015 und 2016 ist dieser Verband aber auf kaum noch 500 Offiziere und Mannschaften geschmolzen. Nur notdürftig konnte er mittels mehrerer Lokalmilizen - vor allem verschiedener Verbände der SSNP - auf etwa 1.500 Kämpfer aufgefüllt werden. Der 11. Division mangelte es derart an Mannschaften, dass die meisten ihrer etwa 20 Panzer von nur drei, manche gar von nur zwei Männern - anstatt der üblichen vier - bedient wurden.

Die Lage auf der Ostseite des Salients war noch kritischer: das Gebiet von Majdal über Kafraa bis Ma’an wurde schon im Jahr 2012 zu einer Art „Wilder Westen“ Syriens: jedes Dorf, jeder Checkpoint wird von einer anderen „Miliz“ verteidigt. Der Begriff „Miliz“ ist dabei etwas beschönigend, denn es handelt sich eigentlich um bewaffnete Banden mit fast ausschließlich kriminellem Hintergrund. Diese tragen zwar glorreiche Namen wie „Elitesoldaten von Sallah Assi“, „Leoparden Idlibs“, oder „Die Tiger von Qamahana“ und werden von Damaskus offiziell als „NDF“ (National Defence Force - Nationale Verteidigungskräfte) geführt, sind aber bewaffnete Gruppen die von lokalen Machthabern für ihre eigenen Zwecke unterhalten werden. Sie sind an Schmuggel-Operationen, Entführungen, Morden und Plünderungen beteiligt bzw. werden mittels dieser unterhalten. Bisher war es Damaskus so gut wie unmöglich, ein Oberkommando für diesen Teil der Frontlinien zu organisieren, da die lokalen Machthaber keine Autorität offizieller Behörden oder der syrischen Streitkräfte mehr anerkennen. Lediglich Die Tiger von Qamahana schworen der Assad-Familie noch ihre Loyalität.

Eröffnet am Nachmittag des 21. März, unter der Deckung einer Schlechtwetterfront welche die SyAAF und VKS am fliegen hinderte, stieß diese Offensive daher in eine Art „militärischen Vakuums“ hinein und es überraschte wenig, dass die Aufständischen der FSyA innerhalb von nur 48 Stunden zwei Verteidigungslinien durchbrochen und die Vororte der Stadt Hama erreicht haben. Der Vormarsch wurde erst spät am 23. März gestoppt, nachdem Arzeh - ein Dorf kaum drei Kilometer vom Luftwaffenstützpunkt Hama entfernt - eingenommen wurde.

Der Grund für das Anhalten des Vormarsches war vor allem das zurückbleiben der HTS-Einheiten an der Ostflanke. Für sich alleine operierend - ohne Unterstützung der FSyA oder AAS wie zu früheren Zeiten - fielen diese deutlich hinter den Zeitplan zurück. Sie eroberten zwar die befestigten Dörfer Souran und Ma’ardas, ihr Angriff auf Qamahana blieb aber am 23. März mitten in diesem Dorf im Gegenangriff schnell herangeführter Verstärkungen der IRGC - darunter Teile der Harakat an-Nujba, Assad ash-Sharq, und Quwwat Assad Allah al-Ghalib - stecken. Das Wetter besserte sich ebenfalls, was einen massiven Einsatz beider Luftwaffen ermöglichte. Jagdbomber der VKS flogen bis zu 108 Kampfeinsätze, jene der SyAAF weitere 24: ihre Luftangriffe hinderten vor allem die AAS daran, die geplanten Offensiven auf der Ghab-Hochebene und im Nordosten Latakias zu starten, welche zumindest eine Entlastung für die Frontlinien im Norden Hamas gebracht hätten.

Kampfpanzer vom Typ T-72 der HTS beim Vormarsch auf Souran, am Morgen des 22. März 2017. (Foto: HTS)
Kampfpanzer vom Typ T-72 der HTS beim Vormarsch auf Souran, am Morgen des 22. März 2017. (Foto: HTS)

Gegenoffensive der Achse

Während es selbst in russischen Meiden Kritik an Versäumnissen des Assad-Regimes hagelte, schafften es iranische Kommandeure durch rasche Zuführung weiterer Verstärkungen aus anderen Teilen Syriens (darunter auch mehreren Brigaden von al-Ghalibun, Hezbollah/Syria), wie auch nochmals verstärkte Luftangriffe (106 durch VKS und 100 durch SyAAF) die Frontlinien in Nord-Hama am 25. März zu stabilisieren. Mangels Alternativen - wie Lenkwaffen und anderer moderner Ausrüstung - wurden selbst die neuesten Su-35 Jagdbomber der VKS in Nachtkampfeinsätze geworfen, wobei sie ungelenkte Raketen vom Kaliber 80mm in großer Zahl eingesetzt haben.

Wiederholt trafen russische Jagdbomber dabei auch vorgebliche Verbündete östlich, aber auch die mehrheitlich von Christen bewohnte und von FSyA absichtlich ignorierte Stadt Mhrades, westlich des Kfar Zita Salients. Tatsächlich haben vor allem derartige Milizen wie die Tiger von Qamahana durch russische Luftangriffe schwer gelitten: diese erlitten Verluste durch die Bomben der VKS, darunter über 40 Tote. Dies stellte die Frage, ob ein derartiges russisches Vorgehen kein „Fehler“ sondern Absicht war. Schließlich ist das russische Militär in Syrien sehr darum bemüht, die „alte Ordnung“ beim syrischen Militär wieder einzuführen, wofür eine Schwächung widerspenstiger, von IRGC-unterstützter Milizen nur von Vorteil wäre. Eine offizielle Erklärung für derartige Vorfälle wurde bis heute nicht veröffentlicht.

Ab dem 25. März ging vor allem die SyAAF dazu über, zivile Ziele im Süden des Verwaltungsbezirks Idlib - dazu auch ein von MSF unterstütztes Feldspital in Khan Sheykhoun - zu bombardieren. Diese Angriffe wurden in den darauffolgenden Tagen vielfach durch den Einsatz von SS-21 Boden-Boden-Raketen, wie auch TOS-1-Mehrfachwerfern verstärkt.

Währenddessen widmete sich die VKS vor allem den Stellungen der AAS im Raum zwischen Darat Azza in West-Aleppo und Jishr ash-Shughour und griff diese massiv an. Außer Jagdbombern wurden verstärkt russische Kampfhubschrauber eingesetzt, von denen einer am 27. März nahe Jishr asch-Schughour durch die AAS als abgeschossen gemeldet wurde. Am nächsten Tag bombardierten nicht weniger als 50 russische Jagdbomber und zehn Hubschrauber zwischen 1630 und 1853 Uhr Ortszeit alle Straßen zwischen Jishr ash-Shughour und Kfar Zita.

Der Massive Luftwaffeneinsatz, wie auch Gegenangriffe am Boden, die ohne Rücksicht auf Verluste der IRGC angesetzt wurden, drängten die FSyA und HTS schließlich zurück auf die Linie zwischen Halfaya und Souran, wo die Kämpfe noch im vollem Gang sind.

Der Giftgasangriff auf Khan Sheykhoun und die US-Reaktion

Aus Gründen, die mit der angeblichen Präsenz der Führung der HTS verbunden sein dürften, ordnete das Hauptquartier der Ba’ath Partei in Damaskus am späten Abend des 3. Oktobers einen Giftgasangriff durch die SyAAF auf die Ortschaft Khan Sheykhoun, im Süden des Verwaltungsbezirks von Idlib an. Dass die SyAAF auf Grund der Befehle der Ba’ath Partei operiert - und ihre Einheiten auch in offizieller Korrespondenz gar als „Ba’ath Staffeln“ bezeichnet werden - dürfte schon seit Mai 2012 „nichts Neues“ sein. Dieser Fall war in so weit anders, als - entgegen der Praxis für Giftgasangriffe durch SyAAF der letzten sechs Monate, die ausschließlich von auf den Stützpunkten von Hama und as-Safira stationierten Mil Mi-8/17 Hubschraubern unternommen wurden - erging der Befehl diesmal an den Kommandeur der mit Sukhoi Su-22M-3/4 auf dem Stützpunkt Shayrat stationierte „Ba’ath Staffel“ 677, Oberst Yusuf Hasouri.

Hasuouri flog den Einsatz zu einer ungewöhnlichen Zeit, zu der die SyAAF üblicherweise kaum operiert, die aber für den Einsatz von Giftgas sehr gut geeignet ist: um 0630 Uhr Ortszeit am Morgen des 4. Aprils. Dies überraschte selbst das Netzwerk der gut positionierten Luftbeobachter der syrischen Opposition, das sonst die Bevölkerung vor so gut wie jedem einzelnem Luftangriff warnt. Die vier von Hasouri und seinem Flügelmann abgeworfenen OBAS-250-235 aus Kunststoff gebauten und mit Sarin gefüllten Giftgasbomben russischer Herkunft trafen somit Khan Sheykhoun vollkommen unvorbereitet. Innerhalb weniger Minuten waren mindestens 89 Menschen - darunter dutzende Kinder - tot. Drei Stunden später, als Einsatzkräfte vor Ort mit der Evakuierung von etwa 600 Verwundeten beschäftigt waren, wurde das von Medicins Sans Frontiers unterstützte Feldspital außerhalb von Khan Sheykhoun auch von einem vom Luftwaffenstützpunkt Tiyas aufgestiegenen Su-24 Jagdbomber bombardiert. 

Trotz aller Bemühungen von Damaskus und Moskau, diesen Angriff zu vertuschen, oder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit durch Gegenpropaganda abzulenken, auch die HTS dafür zu beschuldigen, verursachte diese Affäre vor allem in den USA eine Welle der Empörung. Zwei Tage später befahl der US-Präsident einen Angriff mittels Marschflugkörpern auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Shayrat.

In den frühen Morgenstunden des 7. Aprils, feuerten die nahe Kreta operierenden Zerstörer Ross (DDG-71) und Porter (DDG-78) insgesamt 59 Marschflugkörper vom Typ BGM-109 Tomahawk Land Attack Missile (TLAM) auf Shayrat ab. Einer der Marschflugkörper versagte und stürzte nahe Tartus ab: die anderen 58 erzielten Treffer auf insgesamt 44 Objekten auf Shayrat. Dabei wurden mindestens 10, möglicherweise 13 MiG-23 und Su-22 Jagdbomber der SyAAF, sämtliche Triebstoff- und Waffendepots, wie auch eine SA-6 Fliegerabwehrstellung vernichtet.

Der US-Angriff auf Shayrat hatte eine vernichtende Auswirkung auf die Kampffähigkeit und Moral der SyAAF. Obwohl diese Luftwaffe noch immer über bis zu 100 Kampfflugzeuge verfügt, waren am 6. April weniger als 45 davon einsatzbereit. Der Verlust von 10-13 einsatzbereiten Jagdbombern führt dazu, dass die Luftwaffe seither nicht mehr imstande ist, mehr als zwischen 20 und 30 Kampfeinsätze am Tag zu absolvieren. Washington machte seither unmissverständlich klar, dass jeder weitere Giftgaseinsatz in Syrien weitere Vergeltungsangriffe zur Folge haben wird. 

Ein Jagdbomber vom Typ Su-22M-4K der auf Shayrat-stationierten „Ba’ath Staffel 677“. (Foto: V. M.)
Ein Jagdbomber vom Typ Su-22M-4K der auf Shayrat-stationierten „Ba’ath Staffel 677“. (Foto: V. M.)

Zweite „Befreiung“ Palmyras

Nach umfangreichen Luftangriffen der von den USA angeführten internationalen Koalition auf die Positionen des IS in und um Palmyra, eröffneten die Achsen-Mächte am 28. Februar 2017 eine neuerliche Offensive auf Palmyra. Das aus dem Raum um den Luftwaffenstützpunkt Tiyas (auch „T-4“ genannt) von Kampfhubschraubern der VKS unterstützte Unternehmen kam zügig voran und erreichte die Vororte der historischen Stadt schon zwei Tage später. Nach relativ heftiger Gegenwehr zog sich der IS am 4. März plötzlich in östlicher Richtung zurück, und die historisch-bedeutende Stadt konnte wieder befreit werden.

„Befreit“ ist hier deshalb relativ, weil ein Großteil der modernen Stadt während der Kämpfe zerstört, und schon im Vorjahr von Assad-Truppen leer geplündert wurde. Vor allem weil fast die gesamte Bevölkerung schon zuvor geflüchtet war und seither in zwei, auf von der FSyA kontrolliertem Gebiet aufgebauten, Flüchtlingslagern nahe der Grenze zum Königreich Jordanien lebt.

Bei diesem Unternehmen konnte die neue, von russischen Militärs aufgebaute Kommandostruktur der „Syrisch-Arabischen Armee“ (SAA) im Einsatz beobachtet werden. Das Unternehmen wird von einem russischen Offizier und seinem Stab geführt, der von einer Kampfgruppe der russischen Armee in Bataillonsstärke geschützt und einer Kompanie an SPETSNAZ-Kommandos unterstützt wird. Dieser Stab befehligt wiederum eine Brigade der Ba’ath Partei Miliz und verschiedene andere Milizen die teils als „18. Division“ und teils als „V. Korps“ deklariert werden, sowie ein Bataillon der Liwa Fatimiyoun der IRGC, die alle wiederum von der Hamza Gruppe der Quwwat Nimr kontrolliert werden, deren Kommandeur lediglich dem russischen Oberbefehlshaber verantwortlich ist.

Ein russischer Ka-52 Kampfhubschrauber beim Einsatz gegen den IS im Raum Palmyra, Anfang März 2017. (Foto: Hims TV)
Ein russischer Ka-52 Kampfhubschrauber beim Einsatz gegen den IS im Raum Palmyra, Anfang März 2017. (Foto: Hims TV)

Wiederaufflammen der Kampfoperationen in Dera’a und Ost-Ghouta

Obwohl alle großangelegten Operationen der Aufständischen im Süden Syriens schon seit dem von den USA und Russland ausverhandelten Waffenstillstand vom Februar 2016 de-facto blockiert wurden, wurden im Februar 2017 die Frontlinien in der Stadt Dera’a wieder aktiv. Dort versammelten sich Teile verschiedener FSyA-, AAS-, JAI- und HTS-Einheiten unter dem Banner der vollkommen reorganisierten Banyan al-Marsus Operationszentrale (BMOR). Seit Ende Februar unternimmt die BMOR immer wieder neue Angriffe auf die von Truppen der Achse gehaltenen Teile der Stadt, wobei zwei relativ geringe, dafür aber bedeutende Geländegewinne erzielt werden.

Selbst der schwerste Einsatz der SyAAF und der VKS vermochte es bisher nicht, die Situation zu ändern, und der Achse mangelt es offenbar an Verstärkungen, um diese Offensive zu stoppen. Mit ein Grund für diesen Mangel an Truppen der Achse war auch eine Offensive der Aufständischen in Ost-Ghouta, die am 19. März 2017 eröffnet wurde. Das Ziel dieser zeitlich und räumlich begrenzten Operation war es, eine Landverbindung zwischen Ost-Ghouta und dem von Assad-Regime, Hezbollah und IRGC seit vier Jahren belagertem Jobar - einem Stadtteil von Ost-Damaskus - wiederherzustellen.

 

 

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