• Veröffentlichungsdatum: 09.08.2018
  • – Letztes Update: 22.08.2018

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Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator“

Walter Håland

RUSSISCHER BMPT „TERMINATOR 2“. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-NC-ND)
RUSSISCHER BMPT „TERMINATOR 2“. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-NC-ND)

Panzerunterstützungsfahrzeuge, wie der russische „Terminator“, haben eine eigene Rolle in der modernen mobilen Kriegsführung. Das Panzerunterstützungsfahrzeug ist aufgrund seines äußerst hohen Selbstschutzes, seiner Feuerkraft und Mobilität einzigartig.

Die Panzergrenadiere sind ein integraler und permanenter Bestandteil der mechanisierten Kräfte. Das „Universum“ der mechanisierten Infanterie erlaubt die effektive Verwendung einer Kampfgruppe auf dem mobilen Schlachtfeld. Das ist eine schwierige Rolle, die den Kommandanten von Panzergrenadiereinheiten außergewöhnliche Fähigkeiten abverlangen, da sie lernen müssen, im Sinne „mobiler Kriegsführung“ zu denken. Dies bedeutet nicht, dass die Infanterie immer in ihren Fahrzeugen bleiben oder dass sie die Schützenpanzer lediglich als Transportmittel nutzen und nur für Kampfhandlungen absitzen. Mobilität, Panzerung und Feuerkraft sind Charakteristika der mechanisierten Infanterie und werden bei allen Einsätzen in vollem Umfang ausgeschöpft.

BMPT „Terminator“. Er ist ein stark geschütztes Kampffahrzeug mit Ketten und einem wirkungsmächtigen Mix unterschiedlicher Waffensysteme. Er zeichnet sich durch drei unabhängige Feuerzonen, hohe Manövrierfähigkeit und ein gutes Feuerleitsystem aus. (Foto: Aud Håland)
BMPT „Terminator“. Er ist ein stark geschütztes Kampffahrzeug mit Ketten und einem wirkungsmächtigen Mix unterschiedlicher Waffensysteme. Er zeichnet sich durch drei unabhängige Feuerzonen, hohe Manövrierfähigkeit und ein gutes Feuerleitsystem aus. (Foto: Aud Håland)

BMPT „Terminator“

Der BMPT „Terminator“ ist kein Schützenpanzer und transportiert deshalb keine Infanterie. Er ist auch kein Jagd- oder Kampfpanzer. Das Fahrzeug hat daher besondere, einzigartige Einsatzcharakteristiken und nimmt die Rolle eines „Allrounders“ ein. Es wurde ursprünglich entwickelt, um der russischen Armee bei der Unterstützung vorrückender Kampfpanzer im urbanen Raum zu entsprechen.

Die Entwicklung basiert auf Erfahrungen, die im Ersten Tschetschenienkrieg gemacht wurden. Grosny war Schauplatz einer erbitterten Schlacht, die von Dezember 1994 bis August 1996 andauerte und mit der Eroberung der Stadt durch die russischen Streitkräfte endete. Die heftigen Kämpfe sowie Flächenbombardements durch die russischen Luftstreitkräfte zerstörten einen Großteil der Stadt. Tausende Kämpfer und Zivilisten auf beiden Seiten, darunter viele ethnische Russen, starben. Tschetschenische Guerilla-Einheiten, die vom Gebirge aus operierten, konnten die russische Armee mittels Guerillataktik und Überfällen, wie etwa beim Angriff auf Grosny im März 1996, stark unter Druck setzen und demoralisieren. 

Ein hochentwickeltes automatisches Feuerleitsystem ist Teil der Ausstattung. Die Doppelkontrollfunktion des Kommandanten ermöglicht wirksames Feuern mit allen im Turm vorhandenen Bewaffnungen. (Foto: Mike1979 Russia/CC BY-SA 3.0)
Ein hochentwickeltes automatisches Feuerleitsystem ist Teil der Ausstattung. Die Doppelkontrollfunktion des Kommandanten ermöglicht wirksames Feuern mit allen im Turm vorhandenen Bewaffnungen. (Foto: Mike1979 Russia/CC BY-SA 3.0)

Eigenschaften und Aufgaben der ersten Version des „Terminators“

Die russische Bezeichnung „Bojewaja maschina podderschki tankow“ bedeutet im Deutschen Panzerunterstützungsfahrzeug. Der „Terminator“ verfügt über fünf Besatzungsmitglieder. Bis 2017 fand keine Massenproduktion des Fahrzeuges statt, nur kleine Serien wurden produziert. Eine Serie von zehn BMPT wurde nach Kasachstan verkauft, deren Auslieferung 2011 erfolgte. Es ist damit das einzige Land neben Russland, das den „Terminator“ nutzt.

Zu der Ausstattung des Panzerunterstützungsfahrzeuges gehören Rundumschutz, hocheffiziente Mittel zur Zielerfassung und -erkennung, eine automatische Feuerleitanlage sowie ein Mix aus Lauf-, Rohr- und Lenkwaffen. Der erweiterte Schutz des Fahrzeugs wird durch die gepanzerte Wanne - eine Weiterentwicklung der T-90A-Panzerwanne - sowie den stark geschützten, niedrigen Turm gewährleistet. Aufgrund des zusätzlichen Abschirmsystems und der explosiven Reaktivpanzerung, welche seitlich über die gesamte Wannenlänge des Fahrzeuges montiert sind, übertrifft die Schutzfähigkeit des Terminators deutlich den des Panzers vom Typ T-90. Das Fahrzeug besitzt ein Abschirmsystem, das gegen präzise Waffen schützt, indem mithilfe des Aerosol-Schirms gegnerische semiaktive Laserzielerfassungssysteme oder Laserentfernungsmesser gestört werden. Das Überwachungssystem ermöglicht die optische und akustische Erkennung von Laserstrahlung und automatische Ansteuerung des Aerosolschirms auf die gegnerische Panzerabwehrmunition und Schwenken des Panoramavisiers des Kommandanten auf den Laserstrahler.

Das Waffensystem ist am hinteren Teil des Turms befestigt. Das Fahrzeug ist in der Lage, Kampfpanzer, Schützenpanzer und andere gepanzerte Ziele eines Gegners zu bekämpfen und Angriffe von Helikoptern und langsam und tieffliegenden Luftfahrzeugen abzuwehren. Auch Feuerstellungen (z. B. MG-Nester) und weiche Ziele können effektiv mit den Maschinengranatwerfern (Reichweite 1.700 m) des BMPT bekämpft werden.

Das Fahrzeug ist ebenfalls im Häuserkampf hocheffektiv, indem es sowohl für die Hauptbewaffnung als auch die Visiere Höhen- und Depressionswinkel besitzt. Wenn der „Terminator“ im Stadtgebiet eingesetzt wird, sollte dies im Verhältnis 2:1 stattfinden. Das bedeutet, dass zwei BMPT einen Kampfpanzer unterstützen. Bei Einsätzen im ländlichen Gebiet ist dieses Verhältnis umgekehrt, d. h. ein BMPT schützt zwei Kampfpanzer. Dies hängt mit der Komplexität des Kampfes im Stadtgebiet zusammen und dem Erfordernis, unterschiedliche Ziele gleichzeitig und auf unterschiedlichen Höhen bekämpfen zu können.

Der Einsatz eines solchen Fahrzeuges erhöht die Effizienz und Effektivität von Kampfpanzern im Kampf im urbanen Raum und kann diesen einen Teil der Arbeitsleistung abnehmen. Deshalb können sie sich auf ihr vorrangiges Ziel, andere Kampfpanzer und Hartziele zu bekämpfen, konzentrieren.

Das Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator“ wurde aufgrund der Erfahrungen, die im Ersten Tschetschenienkrieg gemacht wurden, entwickelt. (Foto: Nucl0id/CC BY-SA 3.0)
Das Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator“ wurde aufgrund der Erfahrungen, die im Ersten Tschetschenienkrieg gemacht wurden, entwickelt. (Foto: Nucl0id/CC BY-SA 3.0)
Panzerabwehrlenkwaffe „Ataka-T“ am Turm des „Terminators“. Sie hat eine Reichweite von 6.000 Metern und wird über SACLOS via Funk gesteuert. (Foto: Vitaly V. Kuzmin/CC BY-SA 4.0)
Panzerabwehrlenkwaffe „Ataka-T“ am Turm des „Terminators“. Sie hat eine Reichweite von 6.000 Metern und wird über SACLOS via Funk gesteuert. (Foto: Vitaly V. Kuzmin/CC BY-SA 4.0)

Das Panzerunterstützungsfahrzeug wurde entworfen, um folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Neutralisieren und Bekämpfen von Infanterie, die mit Handgranaten, Panzerabwehrsystemen und Handfeuerwaffen ausgerüstet sind - sowohl im freien Feld als auch in Deckungen;
  • Zerstörung von geschützten Fahrzeugen;
  • Zerstörung von Kampfpanzern, Schützenpanzern, ausgebauten Stellungen;
  • Zerstörung von niedrig und mit geringer Geschwindigkeit fliegenden Ziele.

Die wichtigste Eigenschaft des Fahrzeuges neben ballistischem Rundumschutz auf dem Niveau moderner Kampfpanzer ist ein wirkungsstarker Mix verschiedener automatischer Waffen mit folgender Ausstattung:

  • zwei 30-mm-Maschinenkanonen (Shipunov 2A42) sowie einem 7,62-mm-koaxialen-Maschinengewehr (PKTM), durch welche leicht gepanzerte und weiche Ziele bekämpft werden können,
  • zwei 30-mm-Maschinengranatwerfern (AGS-17), durch die weiche Ziele im offenen Gelände zerstört werden können,
  • vier Überschall-Lenkwaffen („Ataka-T“), durch die gepanzerte Ziele innerhalb ihrer Reichweite (6.000 Meter) bekämpft werden können,
  • einem großen Munitionsvorrat, der eine hohe Durchhaltefähigkeit ermöglicht,
  • und einem automatischen Feuerleitsystem, das zur Erkennung und Zerstörung mehrerer Ziele optimiert wurde.

Die hervorstechenden Merkmale des Hauptwaffensystems auf dem Operationsmodul:

  • Die Maschinenkanonen und Lenkwaffen befinden sich außerhalb des Mannschaftsraumes und sind ferngesteuert;
  • Alle elektronischen Teile des Waffensystems, des Schutzsystems und der Bedienstationen im in sich geschlossenen Operationsmodul können in unterschiedlichen Fahrwerktypen untergebracht werden.

Das Erscheinen des Feuerunterstützungsfahrzeuges auf dem Waffenmarkt hat folgende Ursachen:

  • Massenverwendung automatischer Klein- und Panzerabwehrwaffen im modernen Kampf;
  • Die Unmöglichkeit, diese Ziele mit herkömmlicher Kampfpanzerbewaffnung effektiv zu zerstören;
  • Unzureichende Panzerung gegenwärtig eingesetzter Schützenpanzer, weshalb diese nicht an den gleichen Positionen wie Panzer eingesetzt werden und keine effektive Feuerunterstützung für Infanterieeinheiten geben können;
  • Die Notwendigkeit, gepanzerte Fahrzeuge im Gebirge, Wald und verbautem Gelände einzusetzen.
Anordnung der 2A42-Kanonen: maximale Reichweite gegen leicht gepanzerte Ziele und langsame Luftziele: 2.500 m. Reichweite gegen Panzerabwehrsysteme und ungepanzerte Ziele: 4.000 m. (Foto: UralVagonZavod Corporation)
Anordnung der 2A42-Kanonen: maximale Reichweite gegen leicht gepanzerte Ziele und langsame Luftziele: 2.500 m. Reichweite gegen Panzerabwehrsysteme und ungepanzerte Ziele: 4.000 m. (Foto: UralVagonZavod Corporation)
Das Fahrzeug besitzt ein Abschirmsystem, das gegen präzise Waffen schützt, indem mithilfe des Aerosol-Schirms gegnerische semiaktive Laserzielerfassungssysteme oder Laserentfernungsmesser gestört werden. (Foto: UralVagonZavod Corporation)
Das Fahrzeug besitzt ein Abschirmsystem, das gegen präzise Waffen schützt, indem mithilfe des Aerosol-Schirms gegnerische semiaktive Laserzielerfassungssysteme oder Laserentfernungsmesser gestört werden. (Foto: UralVagonZavod Corporation)
Vorrichtung der Lenkwaffen („Ataka-T“) am Turm des BMPT. (Foto: UralVagonZavod Corporation)
Vorrichtung der Lenkwaffen („Ataka-T“) am Turm des BMPT. (Foto: UralVagonZavod Corporation)

BMPT-72 („Terminator 2“)

Der BMPT-72 der Russischen Föderation, auch bekannt unter dem Namen „Terminator 2“, ist eine neue Version des BMPT-Panzerunterstützungsfahrzeuges. Er wurde erstmals auf der Russian Arms Expo (RAE) in Nizhni Tagil im September 2013 präsentiert. Die Firma Uralwagonsawod (zu deutsch: Uralwaggonwerk) bewirbt den BMPT-72 als erweiterte, moderne und günstigere Alternative zu T-72-Panzern.

Die russische Armee beschloss, den auf der Wanne des T-90A basierenden „Terminator“, nach den Erfahrungen in Tschetschenien bzw. der dort erlittenen schweren Verluste von Panzern während des Kampfes um Grosny weiterzuentwickeln. Militärische Operationen in urbanem Gelände bzw. Guerillakriege sind ein herausforderndes Szenario für die herkömmlichen schweren Panzer, und ein Feuerunterstützungsfahrzeug wie der BMPT ist zusammen mit Modifizierungen vorhandener Panzer die richtige Lösung. Das neue Fahrzeug ist mit einem Lenkwaffensystem ausgestattet und kann feindliche Mannschaftstransportpanzer, Kampfpanzer und andere gepanzerte Objekte zerstören.

Mit dem BMPT wurde ein neues Konzept der Kampfunterstützung initialisiert, das von den Anwendern nicht vollständig erfasst wurde. Die Konstrukteure sind überzeugt, dass die neue Konfiguration besser in die Einsatzverfahren integriert werden kann. Mit diesem Zugang unterstützt ein BMPT im Panzergelände einen Kampfpanzer eines Zuges (bzw. zwei BMPT einen Kampfpanzer im urbanen Gebiet) und macht es der gesamten Einheit möglich, ihre Feuerkraft zu maximieren.

BMPT-72-Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator 2“: Zu den Verbesserungen des neuen BMPT-72 gehören ein neukonstruierter Turm mit niedrigerem Profil und besserem Schutz, einschließlich gepanzerten Schilden für die Lenkwaffen, die auf diese Weise gegen Splitter und Handfeuerwaffen geschützt werden. (Foto: Vitaly V. Kuzmin/CC BY-SA 4.0)
BMPT-72-Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator 2“: Zu den Verbesserungen des neuen BMPT-72 gehören ein neukonstruierter Turm mit niedrigerem Profil und besserem Schutz, einschließlich gepanzerten Schilden für die Lenkwaffen, die auf diese Weise gegen Splitter und Handfeuerwaffen geschützt werden. (Foto: Vitaly V. Kuzmin/CC BY-SA 4.0)

Konstruktion des BMPT-72

Das BMPT-72-Panzerunterstützungsfahrzeug ist auf dem Fahrwerk des Kampfpanzers T-72 aufgebaut. Der BMPT-72 ist für unterschiedliche Klimazonen geeignet, außerdem für städtisches Gelände und alle Lichtbedingungen. Die neue Variante folgt auf das BMPT-Panzerunterstützungsfahrzeug „Terminator“. Die Besatzung wurde durch den Wegfall der zwei Maschinengranatwerfer an Bord auf drei reduziert. Der Fahrer sitzt in der Mitte der vorderen Wanne, während sich die Positionen des Richtschützen und des Kommandanten im Heck befinden.

Das neue Fahrzeug zeichnet sich durch verbesserte Feuerkraft, Schutz sowie ein taktisches Führungssystem aus. Das Kampfgewicht wurde durch den Wegfall der zwei Maschinengranatwerfern bzw. von 2.100 Granaten von 47 auf 44 Tonnen reduziert. Die Abmessungen des Fahrzeuges umfassen 7,2 m in der Länge und 3,59 m in der Breite.

Bewaffnung des Panzerunterstützungsfahrzeuges

Der BMPT-72 ist mit zwei 30-mm-2A42-Maschinenkanonen ausgestattet, die 850 Geschoße der Munitionstypen APRS-T, HEF-I, AP-T, KE aufnehmen können. Des Weiteren ist es mit vier „Ataka-T“-Panzerabwehrlenkwaffensystemen, die gegen Panzerungen, Helikopter oder Infanterieziele auf bis zu 6.000 m wirksam sind, und einem koaxialen Maschinengewehr mit fernbedienbarem Nachlademechanismus ausgerüstet.

Die Startrohre der Panzerabwehrlenkwaffen („Ataka-T“) liegen, im Gegensatz zur früheren Stapel-Konfiguration, flach nebeneinander. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-SA 4.0)
Die Startrohre der Panzerabwehrlenkwaffen („Ataka-T“) liegen, im Gegensatz zur früheren Stapel-Konfiguration, flach nebeneinander. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-SA 4.0)

Beobachtungs- und Feuerleitsystem des BMPT-72

Der „Terminator 2“ verfügt über Sicht- und Wärmebild-Kanäle, einen Laserentfernungsmesser, einen Lasersteuerungskanal für Lenkwaffen sowie eine unabhängige Stabilisierung des Gesichtsfeldes bezüglich Azimuth- und Höhenschwenkebenen, und bietet auf diese Weise dem Richtschützen ein Multispektralvisier. Der Kommandant hat ein Panoramavisier, und die Position des Richtschützen ist mit Wärmebild-Periskopen ausgestattet. Der Sichtkanal ermöglicht dem Richtschützen und dem Kommandanten, am Tag Ziele auf eine Entfernung von 5.000 m zu erkennen.

Der BMPT-72 besitzt ein erweitertes Feuerleitsystem zur Geländebeobachtung und Zielerfassung unter sämtlichen Wetter- und Lichtbedingungen. Das Fahrzeug ist mit einem ballistischen Computer, der äußere Einflüsse wie Wetter miteinbezieht, ausgestattet. Außerdem gibt es eine mit zwei Achsen stabilisierte Waffeneinheit mit elektromechanischer Quer- und Höhensteuerung.

Schutzfunktionen

Beim BMPT-72 besitzen Wanne und Turm eine Stahlpanzerung. Die Standardwanne erfuhr durch den Einbau einer modularen Reaktiv- und Mehrzweckpanzerung an der Front bzw. seitlich einen Umbau und eine Erweiterung. Am Heck der Wanne ist eine Käfigpanzerung zum Schutz gegen Hohlladungen befestigt. Sechs Nebelgranatwerfer auf beiden Seiten des Turmes können eine Nebelwand erzeugen, um das Fahrzeug vor feindlichen Kräften zu verbergen. Ein ABC-Schutzsystem ist auch Teil der Ausstattung.

Motor

Die Kunden können zwischen zwei Motorenvarianten wählen. Der Antrieb des Kampffahrzeuges umfasst entweder einen V-8-4MS-Viertakt bzw. 12-Zylinder-Dieselmotor mit Flüssigkeitskühlung und zahnradgetriebenen zentrifugalen Motor mit Turboaufladung oder einen V-92S2 Viertakt bzw. 12-Zylinder-Vielstoffmotor mit Flüssigkeitskühlung und Turboaufladung. Der V-84MS erzeugt 840 PS, der V-92S2 1.000 PS. Der mechanische Antrieb des BMPT-72 besteht aus einem Übersetzungsgetriebe, zwei Endgetrieben und koaxial angebrachten Seitenvorgelegen. Die Übersetzung geschieht durch sieben Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang.

Das Fahrzeug ist mit einer DGU 5-P27.5-VM1- oder DGU8-P27.5-VM1-Dieselgenerator ausgestattet, die fünf kW bzw. acht kW elektrischen Strom produziert. Der Generator befindet sich im gepanzerten Raum auf der linken Platte über der Laufkette. Alle Systeme laufen im Flüsterbetrieb.

DIE MAXIMALE GESCHWINDIGKEIT DES „TERMINATOR 2“ AUF STRASSEN BETRÄGT 60 KM/H. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-SA 4.0
DIE MAXIMALE GESCHWINDIGKEIT DES „TERMINATOR 2“ AUF STRASSEN BETRÄGT 60 KM/H. (FOTO: VITALY V. KUZMIN/CC BY-SA 4.0

Mobilität

Das Fahrzeug ist auf beiden Seiten mit einem Torsionsfederungssystem, inklusive sechs Rädern und einem Leitrad vorne sowie einem Antriebsritzel hinten ausgestattet. Die Innenseite der Laufkette ist mit drei Stützrollen stabilisiert. Der BMPT-72 hat eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und kann mit Außentreibstofftanks maximal 500 km fahren. Das Fahrzeug kann einen Graben von 2,8 m Breite überqueren.

Zusammenfassung

Der BMPT ist eines der bestbewaffnetsten und -geschützten Fahrzeuge dieses Typs. Es besitzt einen fernbedienbaren Turm, der mit zwei 30-mm-2A42-Maschinen mit Doppelgurtzufuhr, vier Startgeräten für Panzerabwehrlenkwaffen des Typs „Ataka“ und einem 7,62-mm-PKTM-Maschinengewehr ausgestattet ist. Zu beiden Seiten der Wanne ist je ein 30-mm-AGS-17-Maschinengranatwerfer für nach vorne gerichtetes Niederhaltefeuer befestigt. Im Gegensatz zur ersten Generation des „Terminators“, der als neues Fahrzeug hergestellt wurden, werden für das Mehrzweck-Panzerunterstützungsfahrzeug BMPT-72 („Terminator 2“) ausgemusterte T-72 umgebaut und stellen deshalb für Streitkräfte, die insgesamt bereits über mehr als 20.000 Stück T-72 verfügen, eine kostengünstige Lösung dar.

Der „Terminator 2“ ist mit einem ferngesteuerten, unbemannten Turm ausgestattet, der mehrkanalige optische und Wärmebildkameras, Restlichtverstärker und ein Feuerleitsystem besitzt. Die Sensorzeile funktioniert bei Tag und Nacht sowie unter allen Wetterbedingungen und erkennt bzw. identifiziert auch kleine Ziele auf große Entfernungen. Der BMPT-72 ist mit zwei 30-mm-2A42-Maschinenkanonen, vier 130-mm-Panzerabwehrlenkwaffensysteme des Typs „Ataka“, einem 7,62-mm-Maschinengewehr (PKTM) sowie zwei 81-mm-Nebelgranatwerfern ausgestattet. Der „Terminator 2“ weist einen hohen Schutzgrad, hohe Feuerkraft und gute Mobilität auf.

Die Überlebensfähigkeit des BMPT wird durch seine niedrige Silhouette, den Tarnanstrich und seine kompakte Konstruktion sowie durch die hochentwickelte Reaktivpanzerung erzielt. Diese Reaktivpanzerung schützt gegen Panzerabwehrlenkwaffen, einschließlich jenen mit Tandemgefechtsköpfen und panzerbrechenden Projektilen. Die Seiten des Panzers werden durch Explosive Reaktivpanzerung geschützt und Käfigpanzerungen sind an den Seiten und im Heckbereich befestigt. Die Treibstofftanks befinden sich in gepanzerten Bereichen. Die hohe Mobilität und Manövrierbarkeit des BMPT wird mittels eines 1.000 PS-starken, flüssigkeitsgekühlten Viertakt-Turbodieselmotors sowie eines hochentwickelten Antriebs und Fahrgestells erreicht.

Das Fahrzeug kann zur effektiven Zerstörung von Kampf-, Schützen-, und Mannschaftstransportpanzern und anderen gepanzerten Zielen, zum Niederhalten feindlicher Feuerstellungen sowie mit Granatwerfern bzw. Panzerabwehrwaffensystemen ausgestatteter Infanterie eingesetzt werden. Ein modernes, gepanzertes Kampf- und Gefechtsfahrzeug besitzt beinahe die gleiche effektive Feuerkapazität und transportiert Infanteriesoldaten.

Der „Terminator“ ist kein Schützenpanzer und transportiert keine Infanterie, aber er stellt eine Ergänzung und Unterstützung zu vorrückenden Panzern dar, besitzt den gleichen (oder besseren) Schutz bzw. die gleiche Mobilität wie Kampfpanzer. Durch seinen Einsatz können sich Kampfpanzer im urbanen Gebiet auf die Bekämpfung von harten Zielen konzentrieren und werden gleichzeitig durch das Panzerunterstützungsfahrzeug vor feindlicher Infanterie geschützt.

Walter Christian Håland ist Major i.R. der Norwegischen Armee. 

Technische Daten des BMPT (Tabelle)
 

Ihre Meinung

Meinungen (1)

  • kauf michael // 14.08.2018, 16:54 Uhr S.g. Redaktion,
    das scheint mir ein sehr geeignetes Wirkmittel für die Zukunft zu sein, in der ja Kampfhandlungen oft in verbautem Gebiet stattfinden werden. M.W. gibt es so etwas im Westen nicht, kann ja aber noch werden.
    Die komplexe Ausstattung setzt aber sicher eine gut ausgebildete und eingespielte Besatzung voraus, sonst sind die Technik und vielen Wirkmittel eher ein Problem!
    Beste Grüße, Michael Kauf, OltdRes