• Veröffentlichungsdatum: 17.10.2018
  • – Letztes Update: 16.11.2018

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Informationslehrübung Landoperationen 2018

Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV

„Leopard“ 2 Kampfpanzer beim Gefechtsschießen der verbundenen Kräfte auf der Informationslehrübung Landoperationen der Bundeswehr 2018 im niedersächsischen Bergen.  (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
„Leopard“ 2 Kampfpanzer beim Gefechtsschießen der verbundenen Kräfte auf der Informationslehrübung Landoperationen der Bundeswehr 2018 im niedersächsischen Bergen.
(Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)

Das Gefechtsschießen der verbundenen Kräfte ist der alljährliche Höhepunkt der Informationslehrübung Landoperationen der Bundeswehr. 2018 führte das Panzerbataillon 203 aus dem nordrhein-westfälischen Augustdorf zusammen mit niederländischen und österreichischen Kampftruppen Operationsarten der militärischen Landesverteidigung durch. Die um einen Grenadierzug verstärkte Kompanie des Panzerbataillons 14 des Österreichischen Bundesheeres trug im Verzögerungsgefecht zur Auftragserfüllung des trinationalen Gefechtsverbandes bei. 

Schon die Planungsphase und die Verlegung der Kompanie über mehr als 800 Kilometer war ein besonderer Übungszweck. Das Bundesheer verlegte 20 Ketten- und 23 Radfahrzeuge inklusive Versorgungspaket in 29 Containern sowie 75 männliche und drei weibliche Soldaten ins niedersächsische Bergen. Die funktionale Integration in den Gefechtsverband des deutschen Panzerbataillons 203 verlief reibungslos. Knapp 30 Übungsdurchläufe, davon über 20 im scharfen Schuss, führten zu einer merklichen Verbesserung des Ausbildungsstandes in den Bereichen Fahren, Funken und Schießen. Mit jedem Durchgang verbesserten sich die Abläufe innerhalb der Besatzungen, zwischen den Teileinheiten und im Zusammenwirken mit den Pionieren, der Artillerie und dem gemeinsamen Feuerunterstützungstrupp.

Zwei Mehrfachraketenwerfer „MARS“ (Mittleres Artillerieraketensystem) unterstützen den Kampf des Gefechtsverbandes. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Zwei Mehrfachraketenwerfer „MARS“ (Mittleres Artillerieraketensystem) unterstützen den Kampf des Gefechtsverbandes. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Die Grenadiere des Panzergrenadierbataillons 35 aus Großmittel führen mit ihren „Ulan“ den Feuerkampf im Verzögerungsgefecht. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Die Grenadiere des Panzergrenadierbataillons 35 aus Großmittel führen mit ihren „Ulan“ den Feuerkampf im Verzögerungsgefecht. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)

In der Übung wurde jedem Teilnehmer vor Augen geführt, dass Interoperabilität Voraussetzung ist, um in komplexen Szenarien der militärischen Landesverteidigung zu bestehen. In letzter Konsequenz bedeutet dies, sich gegenüber gegnerischen Kräften gemeinsam mit den Kampf- und Kampfunterstützungstruppen anderer Partner durchsetzen zu können. Das erforderliche gemeinsame Verständnis über die jeweiligen Einsatz- und Führungsgrundsätze zu erlangen, ist ein langer Prozess. Man erreicht dieses durch gegenseitige Einblicke und gemeinsame Übungserfahrungen.

Ein deutsches Joint Fire Support Team (JFST) auf Spähwagen „Fennek“ bezieht unter Überwachung der österreichischen Grenadiere vom Panzergrenadierbataillon 35 eine Wechselstellung. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Ein deutsches Joint Fire Support Team (JFST) auf Spähwagen „Fennek“ bezieht unter Überwachung der österreichischen Grenadiere vom Panzergrenadierbataillon 35 eine Wechselstellung. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)

Erkenntnisgewinne für Interoperabilität

Die gemeinsame Teilnahme an Übungen wie der Informationslehrübung Landoperationen 2018 fördert Erkenntnisgewinne über notwendige Schritte zum Erhalt der Interoperabilität vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung. Besonders wichtig bleibt die gemeinsame Führungs- und Handlungsfähigkeit beim Retten und der Versorgung von Verwundeten und Verletzten in und aus der Kampfzone. Darüber hinaus tragen gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten bei logistischen Verfahren, beiderseits verwendbare Munition und Instandsetzung zur Effizienzsteigerung bei.

Gemeinsame Ausbildungen und Übungen auf den Ebenen Zug, Kompanie, Bataillon und Brigade, vor allem bei Verfügbarkeit von Echtzeit-Auswerteelementen, ermöglichen die Erweiterung und Vertiefung jener Kenntnisse und Fertigkeiten, die auf beiden Seiten und für die militärische Landesverteidigung, für den gemeinsamen Beitrag zu friedensfördernden Einsätzen und für die grenzübergreifende Katastrophenhilfe erforderlich sind. In einer Phase, in der das Deutsche Heer durch einsatzgleiche Verpflichtungen (NATO Response Force) und Übungsbeteiligungen (NATO-Übung „Trident Juncture“) sowie die Einführung des neuen Schützenpanzers „Puma“ mit erheblichen Kräften gebunden ist, hat das Österreichische Bundesheer einen signifikanten Beitrag zur Unterstützung bei der Informationslehrübung Landoperationen eingebracht.

Übergabe einer Minensperre. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Übergabe einer Minensperre. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Luftbewegliche Evakuierung von Verwundeten aus vorderster Linie mit NH-90 (Forward Aeromedical Evacuation). (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Luftbewegliche Evakuierung von Verwundeten aus vorderster Linie mit NH-90 (Forward Aeromedical Evacuation). (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Zusammenwirken mit dem Unterstützungshubschrauber „Tiger“. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)
Zusammenwirken mit dem Unterstützungshubschrauber „Tiger“. (Foto: Deutscher Heeresverbindungsstab im BMLV)

Resümee

Das Identifizieren neuer Ansätze zur weiteren Harmonisierung von Ausbildung, Abläufen und Strukturen ist von beiden Seiten gewollt und wird oft von taktischer Ebene angestoßen - vor allem, wenn schon seit Jahren eine verlässliche Zusammenarbeit praktiziert wird (z. B. im Gebirgs- und Winterkampf; Anm.). Deshalb spricht Vieles für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit in Partnerschaften zwischen den anderen regional nah gelegenen Großverbänden und deren mechanisierter Kampf- und Kampfunterstützungstruppen.

Partnerschaften erleichtern ressourcenschonend den Informationsaustausch und die Bündelung von Kräften und Mitteln. Gemeinsam identifizierte und vorgebrachte Kooperationsvorschläge können von den Experten beider Seiten auf Realisierbarkeit überprüft werden. Gleichzeitig können Partnerschaften zwischen den jeweiligen Ausbildungszentren eingegangen bzw. intensiviert werden. Beide Landstreitkräfte können so zukünftig einen überzeugenden gemeinsamen Beitrag für die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik leisten.

Beitrag des Deutschen Heeresverbindungsstabes im Bundesministerium für Landesverteidigung.

 

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