• Veröffentlichungsdatum: 25.10.2019
  • – Letztes Update: 24.10.2019

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Elemente und Befehlsgebung für den Angriff

Markus Ziegler

(Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
(Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)

Die Aufklärung ist die Grundlage des Angriffes. Ihr Ergebnis liefert die Informationen für die geplante Einsatzführung. Um einen erfolgreichen Angriff durchführen zu können, muss dieser in Phasen unterteilt werden. Zusätzlich ist die Kompanie in Angriffselemente zu gliedern, die in einzelnen Phasen befohlene Aufgaben ausführen und wie Räder eines Uhrwerkes ineinandergreifen sollen.

Für den Angriff bzw. den Einbruch ist eine Infanteriekompanie, unabhängig ihrer grundsätzlichen Struktur, in Elemente für

  • die Führung,
  • die Leitung des Steilfeuers und von Luftkampfmitteln,
  • die Feuerunterstützung,
  • das Räumen der Sperren,
  • den Sturm bzw. den Stoß,
  • die Sicherung,
  • die Sanitätsversorgung und
  • die allgemeine Versorgung zu gliedern.
Ein Kommandant gibt mündliche Befehle und führt vor allem durch sein Beispiel, in dem er sich gefechtsmäßig verhält und hinter den Nachsicherern vorne marschiert. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Ein Kommandant gibt mündliche Befehle und führt vor allem durch sein Beispiel, in dem er sich gefechtsmäßig verhält und hinter den Nachsicherern vorne marschiert. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)

Angriffselemente der Kompanie

Das Führungselement besteht aus dem Kompaniekommandanten und Teilen der Kommandogruppe. Die Einteilung des stellvertretenden Kompaniekommandanten, des Kommandanten der Kommandogruppe, des Fernmeldeunteroffiziers und der Funker unterscheidet sich nach der Art der Infanteriekompanie (gepanzert, leicht, gebirgs- oder luftbeweglich). Dieses Element hat den Zweck, die eingesetzten Kräfte von vorne zu führen, die Verbindungen zu den unterstellten Teilen und zum übergeordneten Kommando sicherzustellen und – parallel zum Gefecht – ständig die Versorgung (insbesondere die Sanitätsversorgung) zu gewährleisten.

Zum Element zur Leitung des Steilfeuers und von Luftkampfmitteln gehören der Beobachtertrupp des Granatwerferzuges des Bataillons oder eines Artilleriebataillons, der Forward Air Controller eines Kampffliegerverbandes oder ein Joint Fire Support Team. Soll bereits während der Annäherung mit der Steilfeuervorbereitung begonnen werden, muss der Beobachtungstrupp seine Position mit der Aufklärung beziehen. 

Das Element zur Feuerunterstützung hat den Auftrag, gegnerische Kräfte bei der Einbruchstelle zu vernichten und in der Tiefe niederzuhalten, um die Voraussetzung für den Einbruch zu schaffen. Aufgrund des Aufklärungsergebnisses wird durch den Kompanie- und die Zugskommandanten die Gliederung dieses Elementes festgelegt und befohlen, welche Waffen bzw. wie viel Munition mitzuführen ist. Um die Feuerüberlegenheit gegenüber einem zugsstarken Gegner zu erlangen, sind zumindest zwei eigene zugsstarke Elemente einzuplanen. (Anmerkung: Das Feuerunterstützungselement wird im nächsten Teil dieser Artikelserie detailliert dargestellt.)

Da ein Verteidiger in ausgebauten Stellungen immer über Sperren verfügen wird, müssen diese durch ein Element zum Räumen der Sperren entfernt werden, bevor das Sturmelement eingesetzt werden kann. Dazu werden der Infanteriekompanie Pionierkräfte in Gruppen- oder Zugsstärke unterstellt, die auf Basis der Aufklärungsergebnisse ihre Mittel zum Öffnen der Sperren vorbereiten. Dieses Element wird entweder direkt vom Kompaniekommandanten geführt oder in das Sturmelement eingegliedert. Pioniere sind Hochwertziele. Sobald der Gegner sie erkannt hat, wird er versuchen, sie zu vernichten. Daher müssen Pioniere immer unter Feuerschutz der Kampftruppe und Einsatz von Nebel agieren. Folgendes Prinzip ist von allen Kommandanten zu beachten: Vor dem Einsatz der Pioniere müssen alle Räume, aus denen auf sie gefeuert werden kann, entweder in eigener Hand sein oder niedergehalten bzw. weggeblendet werden. 

(Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Ein Kommandant mit Karte und Funkgerät wird von einem Schützen gesichert, während er seiner Führungstätigkeit nachgeht. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Eine Gruppe eines Angriffselementes bewegt sich entlang eines Baches, um sich dem Gegner unbemerkt anzunähern.
Eine Gruppe eines Angriffselementes bewegt sich entlang eines Baches, um sich dem Gegner unbemerkt anzunähern. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)

Das Sturmelement einer Infanteriekompanie ist ein Infanteriezug, der – wenn nötig – mit einem Pionierelement verstärkt wird. Dieser Zug hat den Einbruch in die gegnerische Stellung durchzuführen und in weiterer Folge dem über ihn vorstoßenden nächsten Zug Feuerunterstützung zu geben. (Anmerkung: Das Sturmelement wird im nächsten Teil dieser Artikelserie detailliert dargestellt.) 

Ein Sicherungselement dient zum Schutz der Flanken. Es kann, wenn es der gegnerische Einsatz erlaubt, auch in der Tiefe des Gegners eingesetzt werden. Den Schutz der Flanken hat die Kompanie selbstständig sicherzustellen, wenn sie an keine eigenen Kräfte angelehnt ist oder nur aus einer Richtung (Seite) angreift. Die Stärke und Zusammensetzung dieses Elementes richtet sich nach dem Gegner und dem Gelände. Im panzerhemmenden Gelände ohne Bewegungslinie reicht eine Jägergruppe oder ein Scharfschützentrupp. Gegen einen mechanisierten Gegner in panzergünstigem Gelände müssen jedoch Panzerabwehrlenkwaffen und/oder Infanteriegruppen mit Panzerabwehrwaffen kurzer Reichweite eingesetzt werden. Alle Kräfte für die Sicherung der Flanken müssen von der Kompanie gestellt werden und verringern die Stärke des Feuerunterstützungs- und/oder des Sturmelementes.

Eine Besonderheit ist der Einsatz eines Sicherungselementes in der Tiefe des Gegners. Dieses muss bereits mit der Aufklärung eingesetzt werden und durch Lücken in die Tiefe des Gegners einsickern. Das wird voraussichtlich nur bei einem Angriff gegen einen Gegner möglich sein, der sich zur zeitlich begrenzten Verteidigung eingerichtet hat. Bei dieser Art der Verteidigung ist der Raum des Gegners noch nicht mit Truppen gesättigt, und es sind noch Lücken vorhanden. Das Sicherungselement hat zwei Aufgaben: Erstens soll es das Heranführen zusätzlicher gegnerischer Kräfte vor dem Angriffsbeginn erkennen. Zweitens soll es ab Angriffsbeginn gegnerische Kräfte, die zur Verstärkung oder Durchführung von Gegenstößen aus der Tiefe herangeführt werden, bekämpfen, damit diese nicht im Angriffsziel wirksam werden können und der Einbruch gelingt.

Beispiel für die Gliederung einer Infanteriekompanie im Angriff. (Grafik: Ziegler/Montage: Rizzardi)
Beispiel für die Gliederung einer Infanteriekompanie im Angriff. (Grafik: Ziegler/Montage: Rizzardi)

Das Sanitätselement hat die Transportfähigkeit der verwundeten Soldaten im Verwundetennest der Kompanie, das zugleich der Wagenhalteplatz der Sanitätsfahrzeuge des Bataillons ist, herzustellen. Der Standort des Verwundetennestes wird nicht im Vorhinein festgelegt. Vielmehr erhält die Kompanie im Bataillonsbefehl eine Bewegungslinie als Verwundetenachse. Entlang dieser errichtet das Sanitätselement bei Bedarf ein Verwundetennest und meldet dessen Standort. Dieses ist so nahe wie möglich hinter den Angriffselementen zu errichten, muss jedoch rasch von Sanitätsfahrzeugen erreicht werden können und vor feindlichem Flachfeuer gedeckt sein. Die angreifenden Züge bergen die Verwundeten nach der Selbst- und Kameradenhilfe, bringen sie zum Verwundetennest und übergeben sie dort dem Sanitätsunteroffizier. Für den Ablauf der Sanitätsversorgung im Zug ist der stellvertretende Zugskommandant verantwortlich, der dazu eine im Befehl festgelegte Gruppe einsetzt. Die Versorgung und der Abtransport von Verwundeten beginnen sofort, damit sie innerhalb einer Stunde der ärztlichen Erstversorgung zugeführt werden können. 

Das Versorgungselement führt Munition und Kampfmittel mit, die die Kompanie nach der Inbesitznahme des Angriffszieles und der Reorganisation für die weitere Einsatzführung benötigt. Wesentliche Aufgabe des Dienstführenden Unteroffiziers im Angriff sind die Übernahme von Gefangenen der Kampfelemente, deren Abtransport und Übergabe bei der Gefangenensammelstelle der nächsten Führungsebene. Um einen Massenanfall von Gefangenen bewältigen zu können, kann dem Dienstführenden Unteroffizier eine Infanteriegruppe unterstellt werden.

Befehlsgebung für den Angriff

Die Befehlsausgabe darf keine Vorlesung sein, sondern muss so anschaulich wie möglich durchgeführt werden. Der Kommandant verwendet eine Karte, Skizze oder einen Geländesandkasten, um seinen Befehl zu erteilen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Inhalte zu Kraft (das Element), Raum (der Geländeteil) und Zeit klar und verständlich sind.

Ein Kommandant, der den von ihm erarbeiteten Befehl nicht in eigenen Worten klar übermitteln kann, darf von seinen Untergebenen nicht verlangen, dass sie dessen Inhalt richtig ausführen. Jedes Wort der Befehlsausgabe muss wichtig und verständlich sein. Sinnlose Floskeln sind zu vermeiden. Auf keinen Fall werden Gefechtstechniken erklärt oder standardisierte Verfahren erwähnt. Diese müssen bereits drillmäßig beherrscht werden, da sie sonst von den Schützen im Gefechtsstress nicht anwendbar wären. Darüber hinaus würde das die Befehlsausgabe verlängern und die Untergebenen zwingen, deren Inhalt zu filtern. Das Einhalten des Führungsgrundsatzes „Einfachheit“ ist der Garant, dass alle Unterstellten im Sinne des Kommandanten handeln. Eine klare Befehlsgebung ist die Grundlage für den Sieg – eine unklare Befehlsausgabe die Grundlage für die Niederlage.

In Teil 2 der Artikelserie (TD-Heft 367) wurde die Befehlsausgabe für die Aufklärung thematisiert. Nun werden die Besonderheiten der Befehlsgebung (Vorbefehl und Gesamtbefehl) für den Angriff erörtert. Dabei werden die wesentlichen Punkte für den Angriff der Kompanien, Züge und Gruppen behandelt, jedoch nicht auf Details des Befehlsschemas eingegangen.

(Bundesheer/Daniel Trippolt)
Geländesandkasten oder Geländemodelle bieten die Möglichkeit, Befehlsausgaben anschaulich durchzuführen. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
(Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Geländesandkasten oder Geländemodelle bieten die Möglichkeit, Befehlsausgaben anschaulich durchzuführen. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)

Vorbefehl

Der Vorbefehl wird im Verfügungs- oder im Bereitstellungsraum gegeben. Er wird vom Kommandanten vor allem aus zwei Gründen erteilt: Erstens gibt er seinen Soldaten damit eine Lageinformation, zweitens befielt er jene Maßnahmen, die durchzuführen sind, während er den Gesamtbefehl ausarbeitet.

Der Kompaniekommandant befiehlt im Vorbefehl für den Angriff, den er auf Basis des Aufklärungsergebnisses erarbeitet hat, die Gliederung und die Ausstattung der ihm unterstellten Elemente. Beispielsweise erhält das Pionierelement wegen der Lage, Art und Ausdehnung der Sperre den Befehl, geeignete Mittel zum Öffnen der Sperre vorzubereiten. Der Zugskommandant gliedert seinen Zug gemäß den Vorgaben des Kompaniekommandanten und führt vorbereitende Versorgungsmaßnahmen durch. Wesentlich sind die Vorbereitung der Waffen, das Ausfassen von Munition und Kampfmitteln sowie deren Aufteilung auf die Gruppen. Der Gruppenkommandant befiehlt wiederum die Zuteilung der Waffen, Kampfmittel und der zusätzlichen Ausrüstung auf die Schützen.

Gesamtbefehl

Der Gesamtbefehl für den Angriff enthält alle wichtigen Informationen und Aufträge, um eine geplante Gefechtsaktion vom Beginn bis zum Ende ausführen zu können. Er wird nach dem standardisierten Verfahren der Beurteilung der Lage und dem Allgemeinen Befehlsschema mit feststehenden Punkten erarbeitet, enthält jedoch nur jene Inhalte, die noch nicht im Vorbefehl erwähnt wurden.

Kompaniebefehl

Der Kompaniekommandant regelt in seinem Befehl alle Punkte, die für den Angriff notwendig sind. Neben den Aufträgen an seine Elemente sind vor allem die „geplante Einsatzführung“ (Allgemeines Befehlsschema: Punkt 3 a) und die Versorgung (Allgemeines Befehlsschema: Punkt 4) essenziell.

Geplante Einsatzführung

Das Herzstück des Gesamtbefehles ist die geplante Einsatzführung. Darin befiehlt der Kompaniekommandant den chronologischen Ablauf des Gefechtes. In diesem Befehlsinhalt werden die Abmarschzeit, die Marschreihenfolge und die Gefechtsform für den Marsch, bzw. wann diese aufgrund des Geländes oder der Bedrohung zu verändern ist, befohlen. Zusätzlich wird das Überschreiten der Führungslinien (Coordination Lines - CL) geregelt, das auf Befehl oder selbstständig erfolgen kann. Bei der Benennung der CL müssen die Bezeichnungen der übergeordneten Ebene verwendet werden, damit bei Meldungen keine Verwirrung entsteht. Beispielweise ist eine CL, die zugleich die Ablauflinie des Bataillons (LD Baon) ist, als LD Baon zu benennen.

Wichtige Punkte für die geplante Einsatzführung.
Wichtige Punkte für die geplante Einsatzführung.

Wenn die Annäherung zunächst im gesicherten motorisierten Marsch erfolgt, sind der Ort des Absitzens und die Organisation im Absitzraum (die Raumordnung) zu befehlen. Zu diesem Zweck wird für die Kräfte, die im Absitzraum verbleiben, ein Kommandant eingeteilt, der einen Auftrag erhält. Für die angreifenden Kräfte ist der Ort und die Zeit der Verbindungsaufnahme mit dem Kommandanten der Aufklärungskräfte, die sich am Gegner befinden, festzulegen. Außerdem ist zu regeln, wann, wo, wie und durch welchen Zug die Eingliederung der Aufklärungskräfte erfolgt. Das Überschreiten der Kompanie-Ablauflinie markiert den Angriffsbeginn und kann auf Befehl oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen. Um von dort zum Gegner zu gelangen, sind die Annäherungswege, etwaige CL und die letzte sichtdeckende Linie zu befehlen.

Spätestens bei der letzten sichtdeckenden Linie erfolgt die Trennung der Kompanie in ein Feuerunterstützungs- und ein Stoßelement. Für die Feuerunterstützungs- und Sicherungselemente (mindestens zwei Züge) sind das Beziehen der Stellung, der Beginn und Ablauf der Feuervorbereitung sowie die Sicherheitslinien zu befehlen. Zusätzlich sind die Feuerbereiche und die Feuereröffnung festzulegen, die selbstständig, auf Kommando oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen kann. Zusätzlich ist das Einstellen bzw. Verlegen des Feuers zu befehlen und das Nachziehen dieses Elementes zu regeln. Für das Stoßelement (ein Jägerzug) ist zu befehlen, wann, wo und wie es die Sturmausgangsstellung zu beziehen hat. Darüber hinaus erhält das Element zum Räumen von Sperren, dass die Voraussetzung für den Einbruch schafft, seinen Auftrag.

Für das Stoßelement ist zu befehlen, wann, wo und wie der Einbruch erfolgt und wie die Einbruchstelle und der Eindringpunkt markiert werden. Schließlich ist die weitere Stoßrichtung zu befehlen und festzulegen, bis zu welcher Geländelinie das Stoßelement angreift.

Versorgung

Im vierten Punkt des Gesamtbefehles werden alle Angelegenheiten der Versorgung geregelt. Für den Angriff sind vor allem die Sanitätsversorgung und der Abtransport von Kriegsgefangenen wesentlich.

Für den Ablauf der Sanitätsversorgung muss die Raumordnung und die Sanitätskette befohlen werden. Jeder Soldat muss die Sanitätskette des Bataillons und die Sanitätsachse, auf der das Verwundetennest der Kompanie auf Befehl errichtet wird, kennen. Bei einem Ausfall gilt: Zunächst wird die Selbst- und Kameradenhilfe von der Gruppe durchgeführt. Danach wird der Verwundete durch den jeweiligen Zug zum Verwundetennest transportiert. Bei wenigen Ausfällen kann sich der Sanitätstrupp bis zur letzten Deckung des betroffenen Zuges nach vorne begeben. Der Sanitätstrupp der Kompanie stellt unter der Leitung des Sanitätsunteroffiziers die Transportfähigkeit her. Die Abholung der Verwundeten erfolgt durch ein Sanitätsfahrzeug des Bataillons oder durch einen Sanitätshubschrauber. Das bedingt die Erkundung einer Landezone und das Stellen eines Einweisers.

Hinsichtlich des Abtransportes von Kriegsgefangenen ist zu regeln, ob der Dienstführende Unteroffizier diese mit der Versorgungsgruppe selbst von den Zügen abholt, oder ob sie von den Zügen zu einem Übergabepunkt gebracht werden müssen. Darüber hinaus ist festzulegen, ob die Versorgungsgruppe den Transport der Gefangenen zum Bataillon selbstständig durchführt oder die Züge dazu Kräfte abstellen müssen.

Eine Gruppe sichert, nachdem sie den motorisierten Marsch beendet hat und zu Fuß weitermarschiert. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Eine Gruppe sichert, nachdem sie den motorisierten Marsch beendet hat und zu Fuß weitermarschiert. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Ein Kommandant führt seine Gruppe beim gesicherten Fußmarsch zum Angriffsziel mit Handzeichen. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)
Ein Kommandant führt seine Gruppe beim gesicherten Fußmarsch zum Angriffsziel mit Handzeichen. (Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt)

Zugsbefehl

Erlaubt es die Lage, soll der Zugskommandant seinen Befehl an einem Geländesandkasten bzw. Geländemodell geschlossen an den gesamten Zug geben. Der Vorteil dieser Form der Befehlsausgabe ist, dass die Gruppenkommandanten die Lage der Konfliktparteien, die Eigene Lage, die Gliederung und den geplanten Ablauf der Einsatzführung in ihren Befehlen dann kurz ausführen können. Sie müssen in ihrem Befehl dann lediglich jene Details anordnen, die die Soldaten ihrer Gruppe betreffen und die dazu notwendigen Aufträge erteilen.

Bei der geplanten Einsatzführung befiehlt der Zugskommandant den chronologischen Ablauf des Gefechtes analog zum Kompaniebefehl. Das gleiche gilt für die Versorgung, bei der der Ablauf der Sanitätsversorgung und der Abtransport von Gefangenen befohlen wird. Dabei regelt der Zugskommandant, welche Gruppe für den Transport der Verwundeten vorgesehen ist und welches Gerät dazu mitgeführt wird. Für die Versorgungsmaßnahmen im Jägerzug ist der stellvertretende Zugskommandant verantwortlich. Er führt diese selbstständig und parallel zum Gefecht durch, das vom Zugskommandanten geführt wird.

Gruppenbefehl

Wurde der Zugsbefehl geschlossen gegeben, reicht eine abgekürzte Befehlsausgabe – wie bereits dargestellt – aus. Wurde der Zugsbefehl nicht an alle Soldaten des Zuges gegeben, müssen die Gruppenkommandanten einen Gesamtbefehl, der auf dem Zugsbefehl aufbaut, geben. Dabei wird unter anderem befohlen, wie die Gruppe im Gefecht als Teil des Zuges agieren soll, die Einzelaufträge an die Schützen erteilt und geregelt, wer welche Ausrüstungsgegenstände mitführt.

wird fortgesetzt

Oberstleutnant Markus Ziegler, MA ist stellvertretender Kommandant vom Truppenübungsplatz Bruckneudorf und war davor Hauptlehroffizier Jäger an der Heerestruppenschule.

 

Ihre Meinung

Meinungen (1)

  • Wolfgang Lietz // 27.10.2019, 17:29 Uhr Eine interessante Serie über die Befehlsgebung und die Begrifflichkeiten. Vieles von den Inhalten sollte auch bis zu den Mannschaften herunter bekannt werden.
    Folgende Punkte würde ich mit noch Wünschen:
    -Verteidigung gegen überlegene Gegner
    -Verteidigung unter dem Gesichtspunkt fehlender eigener Luftunterstützung/Fähigkeiten
    -Feindliche Drohnen/Satellitenaufklärung
    -elektronische Kriegführung in Hinsicht auf das Verhalten des Einzelnen

    Im weiteren vermisse ich die Verlinkung zwischen den Beiträgen, vielleicht könnte man zumindest auf den Vorgängerbeitrag verknüpfen.