Archiv-Ausgabe

 

Der Erste Weltkrieg in Europa 1918 Teil 3 − Spezial 2/2018 (365)

 

Hauptthemen

Letzte Offensive am Piave

Friede von Brest-Litowsk und Bukarest

Feldmarschall Hermann Kövess

Frühjahrsoffensive im Westen

Generäle Ludendorff und Hindenburg

Alliierte Großoffensive und Waffenstillstand am 3. November

Kein Wendepunkt - Besatzungsmacht in der Ukraine

Matrosenrevolte in Cattaro

Assistenzeinsatz der k.u.k. Armee

Versenkung der SMS „Szent István“

Wehrtehnik

Am Piave - Todesstoß für die Monarchie

Editorial

Mit dem vierten TRUPPENDIENST-Spezial zum Kriegsjahr 1918 schließt nun die 2014 begonnene Reihe der Sonderausgaben, die sich mit dem ersten der beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts beschäftigten. Das Letzte Kriegsjahr ist in vielerlei Hinsicht von besonderem Interesse. Die militärische und auch die politische Situation der Donaumonarchie war Anfang 1918 durchaus als positiv zu bewerten. Mit dem Waffenstillstand im Osten im Dezember 1917 und dem militärischen Erfolg in der 12. Isonzoschlacht, war nicht nur die schwere Krise am italienischen Kriegsschauplatz durch einen fulminanten operativen Sieg bewältigt worden, gleichfalls führte der propagandistisch ausgenutzte Erfolg zu einer - wenn auch nicht nachhaltigen - Verbesserung der Stimmung im Hinterland. Dass der Sieg nur unter maßgeblicher Einbindung deutscher Unterstützung gelungen war, außenpolitisch die Kriegserklärung der USA zur Folge hatte und sich auch auf die Versorgungssituation des Zivillebens während des Winters 1917/18 nachhaltig auswirkte, sollte erst im Verlauf des Jahres 1918 deutlich werden.

Erste Anzeichen, wie der so genannte „Jännerstreik“ Ende Jänner 1918 und der dadurch mitausgelöste Matrosenaufstand in Cattaro - soziale, politische und wohl auch nationale Ziele brachten fast 5 000 k.u.k. Matrosen zur Rebellion - waren unübersehbar. Beiden Bewegungen lag auch eine durch die Länge des Krieges bedingte Friedenssehnsucht zu Grunde.In „Assistenzeinsätzen“ wurden auch die Streitkräfte mit diesen Problemen unmittelbar konfrontiert. Mit dem Scheitern der deutschen Frühjahrsoffensive, dem negativen Ausgang einer eigenen Angriffsunternehmung in Tirol und am Piave im Juni 1918 wurde mehr als deutlich, dass der Krieg militärisch nicht mehr zu gewinnen war.

Dem fast zeitgleich erlittenen prestigeträchtigen Verlust des Schlachtschiffes S.M.S. „Szent István“ kam dann auch noch ein hohes Maß an Symbolwirkung zu. Letztlich sollte die militärische Niederlage aber an einem Nebenkriegsschauplatz eingeleitet werden. Der Durchbruch bei Dobro Polje an der Mazedonienfront, führte zum Zusammenbruch Bulgariens Ende September und löste einen Dominoeffekt aus. Inzwischen war auch der politische Zerfallsprozess der Donaumonarchie trotz einer im „Oktobermanifest“ avisierten Verwaltungsreform nicht mehr aufzuhalten und riss die k.u.k. Armee in den Strudel der politischen Ereignisse. Einer großangelegten Offensive der Entente am Piave Ende Oktober konnte die k.u.k. Armee trotz eines anfänglichen Abwehrerfolges am Piave letztlich nicht trotzen.

Am Ende stand der chaotisch umgesetzte Waffenstillstand vom 3./4. November 1918 und manifestierte das Ende von Österreich-Ungarns letztem Krieg. Rund 1,1 Millionen k.u.k. Soldaten kehrten aus dem Krieg nicht mehr in die Heimat zurück.

Oberst dhmfD Hofrat Dr. M. Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums

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